Frohe Weihnachten!

Schöne Feiertage Euch allen! Esst Kekse und Braten oder Chips und Gemüse, feiert allein oder mit Euren Lieben, wie auch immer es schön für Euch ist, macht es Euch nett und habt es gut. Glitzer für alle!

Vorablesen

Auf Vorablesen kann man den Pfau jetzt vorablesen. Vorablesen geht so: Man liest die Leseprobe, die da als .pdf zu haben ist (oben rechts auf der Seite), verfasst einen kurzen „Leseeindruck“, und hat damit die Chance, ein Leseexemplar zu gewinnen. Ausgelost wird am 29. Dezember, und die Chance, eins zu gewinnen ist gar nicht schlecht, es gibt nämlich, festhalten: insgesamt hundert Stück. Dann kann man es ganz lesen und rezensieren. Oder auch nicht. Und zwar vor allen anderen, denn es erscheint ja erst im Februar.
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Adventskalender

Da bloggt sie monatelang quasi gar nicht, und dann gleich zweimal an einem Tag. Es ist nämlich so: Ein kleines Stückchen Pfau ist heute im Adventskalender von 54stories erschienen! (Und in Kooperation auch bei Mitvergnügen.) Jippie!

Und zweitens: Heute Abend diskutiert das Literarische Quartett über Jane Gardams Ein untadeliger Mann (von mir übersetzt) und über „Auerhaus“ von Bov Bjerg. Man hört, es soll das sehenswerteste Quartett von allen gewesen sein, die Aufzeichnung war schon gestern.

Anderswo. Das Feuilleton

- Wer nicht weiß, wie man das komplizierte Wort in der Überschrift ausspricht, kann das hier lernen:
… und dann bitte alle anderen Aussprachebeispiele anhören. Favoriten: Synthesizer, Faksimile, Tourette, Tête-à-tête, Chuzpe … ich kann gar nicht mehr aufhören.

- Morrissey bekommt den Bad Sex in Fiction Award (Spiegel). Zu Recht, wie mir scheint! Die Süddeutsche hat auch Zitate der anderen Kandidaten.

- Gute Sexszenen sind aber auch schwierig, findet Javier Marias in der WELT.

- 2016 sind die Niederlande und Flandern Gastland der Buchmesse, und deswegen geht der mairisch-Verlag im Februar einfach mal komplett für einen Monat nach Amsterdam, um sich das anzugucken. Großartig! Hier schreiben sie mehr darüber. Und das Börsenblatt auch.

- Ein Interview mit meiner Kollegin Bettina Abarbanell, die mit Eike Schönfeld zusammen Jonathan Franzen übersetzt, in den Potsdamer Nachrichten.

- Das jahrelange Gezerre um Suhrkamp ist vorbei, und jetzt zieht sich Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz aus dem operativen Geschäft zurück und übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats.

- Und zum Schluss Rainald Grebe über Künstler.

Film: Ewige Jugend

ewige-jugend-2015-filmplakat-rcm236x336uDer Herr Buddenbohm und ich, wir nehmen uns ja gelegentlich vor, mehr Filme zu gucken. Oder sogar mal ins Kino zu gehen. Einmal haben wir es schon geschafft; seitdem sind noch nicht mal ganz zwei Jahre vergangen, und zack! waren wir schon wieder im Kino. Diesmal haben wir „Ewige Jugend“ von Paolo Sorrentino gesehen, und – gute Güte, war das schön!
Ehrlich: Ein unfassbar schöner Film. Schöne Menschen, schönes Panorama, epische Bilder von Anfang bis Ende, wirklich ein Fest für die Augen, ich hätte noch drei Stunden sitzenbleiben und weitergucken können, so schön war das. Viel nackte Haut, viel Natur, viel Eleganz. Und dabei immer gerade einen Hauch zu schön, sodass man annehmen kann, dass da eine kleine Ironie drinsteckt; aber nicht so dick aufgetragen, dass es einem auf die Nerven gehen würde.
Wir befinden uns in einem edlen Wellnesshotel in der Schweiz, dessen Topografie einem nicht so richtig klar wird, es scheint endlose Mengen von Swimmingpools und Saunen und Massageräumen zu geben, aber das macht überhaupt nichts, es sieht alles toll aus. Der 80 Jahre alte Dirigent und Komponist Fred Ballinger (Michael Caine) und sein alter Freund, der Regisseur Mick Boyle (Harvey Keitel), lassen es sich dort gutgehen: Massagen, Spaziergänge, Essen, und abends wechselnde unsägliche Shows. Der Film beginnt damit, dass ein Abgesandter der Queen Fred bittet, zu Prinz Philips Geburtstag seine berühmten „Simple Songs“ zu dirigieren. Fred lehnt das ab; er sei im Ruhestand. Sein Freund Mick hingegen hört nicht auf zu arbeiten, er arbeitet mit einer Gruppe junger Drehbuchschreiber an seinem nächsten (letzten) Film, seinem Vermächtnis. Zur illustren Runde der Hotelgäste gehören außerdem Micks Tochter und Assistentin, ein Hollywoodstar, ein Ex-Fußballer, Miss Universum, ein buddhistischer Mönch, verschiedene andere Gäste in unterschiedlich starker Präsenz und jede Menge Handtuchschwäne als visueller runnig gag.
Die beiden alten Männer plaudern viel über die Vergangenheit und die Zukunft, ihre Beziehungen und die Arbeit, die anderen Gäste und ihre Kinder. Eine Liebe zerbricht, eine kommt endlich – zu spät – zum Vorschein, eine neue beginnt. Wer fast gar nicht spricht, ist die junge Masseurin, sie redet und versteht die Menschen lieber mit den Händen. „Die Menschen fassen einander viel zu wenig an.“ Manchmal gibt es solche Erkenntnisse, manchmal rühren die beiden Alten einen, und vor allem gibt es viele wirklich gute Lacher. Das ist nämlich nicht nur ein schöner, sondern auch ein sehr lustiger Film. Das Ende hat mich bei näherem Nachdenken nicht wirklich überzeugt, aber das macht überhaupt nichts, denn sagte ich schon, wie schön das alles ist? Es ist alles wahnsinnig schön. Ich würde es mir sofort noch mal angucken. Unbedingt auf der großen Leinwand. Hach. So ein schöner Film, so ein schöner Abend.

Ach ja: Wer den Film noch sehen möchte, sollte die Besprechung von Andreas Kilb in der FAZ nicht lesen, da wird wirklich alles ausgeplaudert.