Happy Übersetzertag!

Heute ist der Gedenktag des heiligen Hieronymus, der die Bibel vor vielen Jahren als erster ins Lateinische übersetzt hat und der deswegen als Schutzpatron der Übersetzer gilt. Seit einigen Jahren wird mit allen möglichen Aktionen auf diesen Tag und damit auf die Übersetzer aufmerksam gemacht, und das wird zunehmend auch in er Presse wahrgenommen. Zum Beispiel hier:

Ein Interview mit Patricia Klobusicsky auf Radio Eins.

Ein Gespräch mit Larissa Bender, die aus dem Arabischen übersetzt, im WDR.

Hier hören wir Natalie Mälzer und the one and only Katy Derbyshire auf Deutschlandradio.

Und ebendort die zauberhafte Maria Hummitzsch.

Und schriftlich: ein Interview mit Tobias Scheffel in der BZ:

BZ: Und was ist mit den Lesern?
Scheffel: Das sind Verbündete, die nicht wollen, dass Kultur an der eigenen (Sprach-)Grenze endet.

Thomas Gunkel bei Rowohlt:

Viel schlimmer finde ich Rezensionen, in denen der Kritiker zwei, drei einzelne Begriffe herausgreift, die er für schlecht übersetzt hält, und anhand dessen die ganze Übersetzung verwirft. Als Rezensent sollte man sich klarmachen, dass es die wichtigste Aufgabe des Übersetzers ist, den Ton und Stil des Originalautors zu treffen, und nicht jedes Wort eins zu eins zu übersetzen, was ohnehin nicht geht

Michael Kleeberg auf Deutschlandradio Kultur:

Was wir uns oft gar nicht klarmachen: Der Text des englischen, chinesischen oder brasilianischen Romanciers oder Dichters, den wir lesen, ist das Werk des deutschen Übersetzers. Der Rhythmus, die Sprachmelodie, die Metaphern – jedes einzelne Wort ist die Schöpfung des Übersetzers.
Übersetzer sind keine Dolmetscher, Übersetzer sind Schriftsteller.

Und dann gibt es einen Übersetzungswettbewerb beim NDR: Wer kann „Night and Day“ besser übersetzen als Google?

Anlässlich des Hieronymustags gibt es weltweit gläserne Übersetzer, das heißt, Kollegen übersetzen live vor Publikum, die entstehenden Übersetzungen werden auf große Bildschirme übertragen. Einmischungen und Gespräche sind erwünscht. In Hamburg übersetzen heute Abend drei Kollegen einen Comic von Ralf König ins Französische, Italienische und Spanische. Alle Hamburger Termine hier.

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Technik

Gelegentlich sagt mein iPhone, es sei voll. Wenn ich es mit dem Computer verbinde, sieht man das auch in dieser Leiste in iTunes ganz unten:

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Das ist in der Tat sehr voll, nur: Was um alles in der Welt ist „Andere“? Wie komme ich da ran, wie kann ich da was löschen? Denn das brauche ich ja vermutlich alles gar nicht. Ich lösche schon dauernd Bilder, um wenigstens ein bisschen Platz zu schaffen.

Nächste Frage – nach welchen Regeln werden wohl Bilder in welchen Ordnern gespeichert? Manchmal mache ich auf die gleiche Weise zwei Fotos hintereinander (glaube ich), und dann liegt eins in „Aufnahmen“, und eins in „Mein Fotostream“. Oder vielleicht eins davon in beiden. Beim nächsten Synchronisieren mit dem Laptop landen die meisten davon in iPhoto, aber zum Teil sind sie dort eine Weile später wieder verschwunden, aus keinem erkennbaren Grund. Dann ist in iPhoto nur noch ein graues Kästchen mit einem Datum. Wenn ich die Bilder vom iPhone gelöscht habe, und aus iPhoto verschwinden sie auch, dann habe ich Pech, dann sind sie weg. Und Apple ist schuld! Mimimimi!

Was machen die da? Ulrike Schimming

Nicht wahr, mit einem so abgefahrenen Beruf habt Ihr nicht gerechnet: Ulrike Schimming ist Literaturübersetzerin!

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Ich freu mich ja immer, wenn es anderen auch so ergeht wie mir. Ulrike war sicher deutlich interessierter an ihrem Studium als ich an meinem, aber was sie damit anfangen soll, wusste sie auch nicht. Und dann kam mehr oder weniger zufällig das erste Buch des Wegs, und auf einmal wusste sie, was sie wollte. Mit ungefähr dreißig. Das war bei mir so ziemlich genau so.
Und was man auf den Bildern auch mal wieder sieht: Wir essen bei diesen Gesprächen furchtbar viel Kuchen. Vor allem ich. Diesmal von dem Biobäcker, den wir auch noch auf der Liste stehen haben.

Esst mehr Obst!

Man soll Kiwis mit der Schale essen, das ging die Tage auf Facebook rum. Mal sehen, vielleicht probiere ich das bei Gelegenheit.

Was ich aber eigentlich sagen will, ist etwas ganz anderes, ich weiß ja auch, dass Ihr auf eine Meldung wartet, ob und wann mein Roman denn jetzt erscheint. Also: ja! Jajaja! Der Pfau wird veröffentlicht. Die schlechte Nachricht ist: erst im Frühjahr 2016. Aber er hat ein Zuhause gefunden, und was für eins! Ich schwebe seit einigen Tagen auf so rosaglitzernden Endorphinwölkchen und kann es immer noch nicht fassen. Kann sein, dass ich ein bisschen Grinsemuskelkater habe. Kann auch sein, dass ich manchmal nicht normal gehen kann, sondern zwischendurch etwas hüpfen muss. Und jetzt alle: Freudentänzchen!

Hier noch ein Bild von etwas Obst:

Unknown

Der Tag wird kommen

Es wird der Tag sein, an dem wir die Liebe, die Freiheit und das Leben feiern.
Jeder liebt den, den er will, und der Rest bleibt still.
Ein Tag, als hätte man gewonnen. Dieser Tag wird kommen.

Habt Ihr bestimmt schon alle gesehen. Großer Song, großer Film.
Homophobie ist ein Thema, das mich immer mal wieder beschäftigt, weil ich es einfach zutiefst und von Herzen nicht verstehe. Wenn ich so was hier lese, wird mir übel, ist das wirklich Mitteleuropa im einundzwanzigsten Jahrhundert? Es kann doch bitte nicht möglich sein, dass erwachsene, irgendwie doch halbwegs intelligente Menschen wirklich glauben, man könne Schüler nicht mit homosexuellen Lehrern in einem Raum lassen? Das macht mich fertig, wovor um alles in der Welt haben diese Leute denn Angst?
Ich lebe in einer glücklichen Blase. In meinem beruflichen wie meinem privaten Umfeld lieben Menschen einander mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass ich immer gar nicht glauben kann, dass es in anderen Blasen wie dem Fußball, der CDU oder den Kirchen nicht selbstverständlich ist. Da dürfen Menschen nur unter bestimmten Bedingungen lieben und begehren. Was das Konzept „Liebe“ irgendwie ad absurdum führt, denn so ist die Liebe nicht.

Minute 5:04 in diesem Song macht mir auch beim x-ten Hören noch einen Kloß im Hals.