Service für Google-Suchende

Folgende Suchanfragen landeten in letzter Zeit bei mir, und weil dies ein kundenorientiertes Serviceblog ist, antworte ich natürlich gern.

glen hansard gitarre kaputt
Ja. It’s a working horse.

wer macht die abdrücke fürs zahnlabor zahnarzt oder helferin
Et kütt wie et kütt. Oder et Kitt halt wie et Kitt.

wieso sind Lesben oft überdurchschnittlich intelligent
Weil Frauen halt überdurchschnittlich intelligent sind. Isso!

bau tanzen unfreu ah fickt porn
Dass Bauen manchmal unfreu macht, habe ich schon öfter gehört, aber Tanzen und Ficken sind doch eindeutig zum Freuen gedacht! Ah, Unfreuen ist ganz blöd. Macht das nicht.

brot backen weil freundin falsches brot gekauft hat
Falsches Brot? OHMEINGOTT, falsches Brot! Wie kann man nur falsches Brot! Und dann noch kaufen! Ich hoffe, das gibt keine ernsthafte Beziehungskrise.

the peacock isabel bogdan
Das wär supergrandios und toll, es sieht aber nicht danach aus. Bei dem Ruf, den der deutsche Humor in der Welt hat, dürfte kaum ein englischer Verlag etwas kaufen, was hier als „britischer Humor“ vermarktet wird. Und diverse weitere Gründe, vielleicht kann ich dazu bei Gelegenheit mal etwas ausführlicher was schreiben.

Autoren bezahlen um ihr Werk zu veröffentlichen
Solange „Autoren“ da im Akkusativ steht: Logisch. Falls es ein Nominativ sein soll: Nein, tun sie nicht. Jedenfalls nicht, wenn sie möchten, dass das Buch am Ende in Buchhandlungen zu kaufen ist und nicht nur im Autorenkeller verstaubt. (Mehr dazu.)

wie lange muss man als zahnarzt arbeiten
Zahnärzte sind in dieser Rubrik ein Dauerthema, langsam werde ich zur Expertin. Also: Als Zahnarzt muss man bis 17:00 Uhr arbeiten. Wenn dann noch ein Patient im Stuhl liegt, kann man ihn mit aufgebohrtem Zahn, fünf Geräten im Mund und nachlassender Betäubung einfach dort liegenlassen bis zum nächsten Morgen. Notfalls ein bisschen fixieren.

leute die was machen
WAS? Was machen die denn? Womöglich … Sachen? Ich bin angemessen schockiert. Am Ende backen sie sogar BROT!?

Anderswo. Das Feuilleton

- Katharina Herrmann über die ganzen spektakulären Neuerungen im Literaturbetrieb. Doch, doch. Alles neu.

- Marc Reichwein hält den Welttag des Buches für Leseaktivistenkitsch. Man begreift nicht recht, warum. Leute zum Lesen zu bringen, ist doch was Gutes? Oder jedenfalls nichts, was man blöd finden müsste? Spontane Reaktion: Mach dich mal locker, du bist doch gar nicht die Zielgruppe.

- Meine Lieblingskaty im Interview über ihre Übersetzung von Clemens Meyers Im Stein.

- Da wurde nun also ein unbekanntes Manuskript von Walt Whitman entdeckt, und weil er schon über 70 Jahre tot ist, ist es gemeinfrei, jeder kann es übersetzen und veröffentlichen. Und prompt geht ein unwürdiges Wettrennen los.

- Andreas Rosenfelder hat seine Reclam-Bibliothek weggeworfen und bereut das jetzt. Mir persönlich entlockt das höchstens ein Achselzucken. Reclam war billig für Schüler, und die Schule hat mir das Lesen gründlich verdorben. Ich kann mich nicht erinnern, je ein Reclamheft gern gelesen zu haben. Natürlich ist mir klar, dass der Verlag tolle Sachen macht. Aber geht mir weg mit den gelben Heften.

- Konzentrieren. Pausen machen. Zwei von den Dingen, die ich nicht gut hinkriege. Hier ist ein Artikel in der ZEIT, und ich habe jetzt mal wieder gute Vorsätze.

- Und Christoph Niemann, der dort erwähnt wird, verehre ich sowieso. Hier ist noch ein Interview mit ihm.

- Zum Abschluss die höchste Eisenbahn über Isi.

Takis Würger: Der Club

JA! Jajaja! Endlich mal wieder bis mitten in der Nacht noch auslesen müssen und dann mit Herzklopfen im Bett liegen. Was für ein Spannungsaufbau! Dabei fängt es so leise und zart an mit der Geschichte eines Jungen, Hans, der seine Eltern verliert und ins Internat kommt. Nach dem Abitur verschafft seine Tante Alex ihm einen Studienplatz in Cambridge, wo sie Professorin ist. Im Gegenzug soll er in einem Club etwas für sie herausfinden, weiß aber nicht mal, was eigentlich. Und in so einen Club in Cambridge spaziert man auch nicht einfach so rein, sondern da muss man die richtigen Leute kennen und eingeladen werden und so weiter. Clubs für die reichen Söhne reicher Väter, Frauen sind bestenfalls schmückendes Beiwerk, Clubs fürs Leben, „man kennt sich“ und schanzt einander die wichtigen Posten in Wirtschaft und Politik zu. Alles höchst elitär und männerbündisch. Einige dieser Clubs sind offiziell, es gibt eigene Clubblazer und -fliegen, die man aber nur unter bestimmten Bedingungen tragen darf, und was auf jeden Fall hilft, ist, außerdem im Boxclub zu sein. Glücklicherweise ist Hans sowieso Boxer, und außerdem hat er Charlotte an seiner Seite, die aus den entsprechenden Kreisen stammt und ebenfalls ein Interesse daran hat, dass er etwas herausfindet. Auch sie sagt ihm zunächst nicht, worum genau es geht, verhilft ihm aber zum Eintritt in den Club. Und dann gibt es noch einen geheimen Club, dessen Mitglieder auf der Rückseite ihrer Fliegen einen Schmetterling eingestickt haben, aber das weiß niemand. Und spätestens beim Aufnahmeritual für diesen speziellen Club wird es dann richtig ekelhaft. Und eben so, dass man es kaum aushält, weil man nicht möchte, dass das passiert, was passiert – dabei ist nichts davon besonders explizit geschildert, aber man fühlt sich so nah dran, dass man am liebsten eingreifen möchte. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass die Figuren so plastisch sind, es gibt wechselnde Perspektiven, hauptsächlich die von Hans, aber auch alle anderen kommen zwischendurch immer mal wieder als Ich-Erzähler zu Wort, manche mehr, manche weniger. Dadurch lässt einen gar nichts kalt, keine Figur ist einem egal. Man mag sie, man verachtet sie, man möchte sie in den Arm nehmen oder schütteln und manchmal beides. Großartig ist das, ich bin wirklich begeistert.
UND! Es ist in gestreiftes Leinen in den Clubfarben gebunden! Und hat ein Lesebändchen. Ausdrückliche Leseempfehlung auch für Männer, die sonst nicht viel lesen.

Takis Würger: Der Club. Kein und Aber, 240 Seiten, 22,- €. Auch als Hörbuch und E-Book.

Hier ein Bericht von Takis Würger über seine eigene Zeit in Cambridge.
Und hier ein Gespräch im Deutschlandradio.

Anderswo. Das Feuilleton

- „Das ist, um es mit einer aggressiven Alliteration anzuprangern, ganz gemeine Gehirnwäsche! Verzweifelte Vorleseväter fordern: Lasst Leo einen Loser sein.“ Leidende Eltern über die schlimmsten Kinderbücher. Hihi.

- Iris Radisch findet auch was blöd, und zwar, dass Autoren ihre eigenen Bücher besprechen.

- Peter Bichsel über Verschiedenes. Man möchte sofort etwas von Peter Bichsel lesen, kann da jemand was empfehlen?

- F. W. Bernstein in der ZEIT über Sinn und Unsinn.

- Mein Kollege Frank Heibert hat Hausbesuch bekommen.

- Katy Derbyshire und Clemens Meyer sind für den Man Booker International Prize nominiert! Wooohoo, Katy, ich drücke alle Daumen! Hier sprechen die beiden über den Roman, der auf Englisch Bricks and Mortar heißt.

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