August 1974

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Irgendwann im August 1974. Maximilian hat mich drauf gebracht, das auszugraben. Und ja, Schultüten waren damals gekauft, ich kann mich nicht erinnern, dass da groß gebastelt worden wäre. Meine war rot mit Blumen und einem giftgrünen Filzbeutel oben zum Zumachen. Die kurzen Haare habe ich gehasst – ich wurde dauernd für einen Jungen gehalten, bis ich mich mit neun oder zehn Jahren endlich gegen meine Mutter durchgesetzt habe und sie mir habe wachsen lassen.
Vor ein paar Jahren wollte ich eine Schultüte für eins meiner Patenkinder kaufen. Das war nicht so einfach, ich fand die allermeisten sehr hässlich. Und was mich wirklich entsetzt hat: es gab Schultüten mit der Aufschrift „Aller Anfang ist schwer“ zu kaufen. Wie kann man einem Kind denn sowas antun? Wieso erzählt man Kindern, jetzt würde „der Ernst des Lebens“ beginnen? Sie freuen sich doch auf die Schule, Schule ist doch was Tolles. Dass sie auch nerven kann, merken sie noch früh genug von allein.

Post!

SAMSUNG CAMERA PICTURES Oh, wie toll! Ein Päckchen! Von der zauberhaften Pia Ziefle! Mit Buch und Kuchen. Der Wahnsinn. Wahrscheinlich ist „Kuchen und Buch“ sowas wie das „Brot und Spiele“ für den Bildungsbürger des 21. Jahrhunderts.
Pias erster Roman, „Suna“, gehört zu den Büchern, die ich am allerhäufigsten verschenkt habe. Ich bin überzeugt, dass dieses hier genauso super ist. Vielen Dank, Pia, ich freu mich schon sehr! Auf beides, Buch und Kuchen. (Erste Amtshandlung natürlich: Lesebändchen reinkleben. In das Buch.)

Pia Ziefle: Länger als sonst ist nicht für immer. Arche Verlag, 282 Seiten, 19,99 €. Auch als E-Book.

Was machen die da? Kathrin Niemeyer webt Paramente

Da habe ich glatt noch ein neues Wort gelernt: Parament. Ihr kennt das sicher alle. Jedenfalls kam neulich eine Mail einer unbekannten Leserin, ob wir nicht mal Kathrin Niemeyer in ihrer Paramentenwerkstatt besuchen wollten, und das haben wir dann ganz kurzfristig getan. Nebenbei festgestellt, dass Ratzeburg ziemlich hübsch ist, es gibt einen See, und wir hatten natürlich mal wieder keine Zeit zum Baden und Stadtgucken, aber irgendwann könnte man da noch mal hinfahren. Zu den Paramenten bitte hier entlang.

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Interview: Verena Güntner

GuentnerBringenVerena Güntner, 1978 in Ulm geboren, studierte Schauspiel an der Universität Mozarteum in Salzburg. Vier Jahre lang war sie festes Ensemblemitglied am Bremer Theater, seit 2007 ist sie als freischaffende Schauspielerin regelmäßig auf den Bühnen des Staatstheaters Wiesbaden und des Theaters Bonn zu sehen.
2012 erreichte sie mit einem Auszug aus dem Roman „Es bringen“ die Finalrunde beim OpenMike in Berlin, 2013 machte sie den dritten Platz beim MDR-Literaturpreis, und im selben Jahr gewann sie im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs den renommierten Kelag-Preis. Verena Güntner lebt in Berlin. „Es bringen“ ist ihr erster Roman.

Und der ist großartig. Luis ist ein Bringer, er ist der Coolste – na gut, der Zweitcoolste nach Milan, seinem besten Freund und dem Chef der Gang. Aber Luis gewinnt die Fickwetten. Jedenfalls nach außen hin ist er cool, innen sieht es natürlich ein bisschen anders aus, innen trainiert er. Er ist der Trainer, und er ist die Mannschaft, und er lässt sich nichts durchgehen. Und dann gerät alles ein bisschen aus den Fugen und muss sich neu zurechtruckeln.

Ich habe mit Verena Güntner über das Schreiben gemailt. Leider ist es ein bisschen kurz geworden, aber ich finde es immer total interessant, wie Autorinnen das mit dem Schreiben überhaupt angehen. Hier ist das Interview: im KiWi-Blog.