Weihnachtsgeschenke

Dochdoch, Weihnachten ist schon wieder ziemlich bald, quasi ungefähr übermorgen. Aber ich hätte hier eine spitzenmäßige Geschenkidee: „Sachen machen“. Das ist ein voll schönes Buch, ziemlich lustig, es sieht hübsch aus, hat ein kleines Rhönrad-Daumenkino unten drin und ist tatsächlich auch was für Leute, die sonst eher keine Bücher lesen. Aber auch für solche, die sowieso Bücher lesen. Und ich habe es selbst geschrieben!

Und das Dollste ist: man kann es bei mir bestellen. Dafür hätte ich gern 10,- € (8,99 € fürs Buch, 1,01 € für Porto und Verpackung), Kontonummer gibt’s per Mail an ibogdan at gmx punkt de. Sobald das Geld eingegangen ist, signiere ich wunschgemäß („Für Tante Erna mit dicken Küssen von Kalli-Heinzi und herzlichen Grüßen von Isa Bogdan“), lege zwei der zauberhaftesten Lesezeichen der Welt dazu (eins zum Basteln, eins als Lesezeichen) und schicke es mit der Post. Und wenn Ihr mir noch einen Gefallen tun wollt, dann wäre es super, wenn der Großteil davon nicht drei Tage vor Weihnachten sein müsste. Weil, da muss ich selbst noch auf den letzten Drücker Geschen ganz viel arbeiten.

Ebenfalls signiert bei mir bestellbar (enthalten je eine Geschichte von mir):
Dinner for one. Vom Glück, in der Küche eine Verabredung mit sich selbst zu haben, Hg. Friederike Schilbach
Weihnachten mit der buckligen Verwandtschaft, Hg. Dietmar Bittrich

UPDATE: Weihnachten ist vorbei, der Bücherverkauf natürlich nicht. Man kann weiterhin signierte Exemplare der drei Bücher bei mir bestellen. Lesezeichen gibts dazu.

Bücher lesen

Da führe ich doch die Reihe der Nicht-Lese-Outings mal weiter. Zuerst schrieb Patschbella darüber, wie sie nach einer Zeit des Nichtlesens jetzt wieder zum Bücherlesen zurückkehrt. Dann kam Journelle mit dem „Geständnis“, dass sie im Moment gar keine Bücher liest. Und Excellensa, und inzwischen sicher noch mehr Leute. Und jetzt komme ich.
Ich bin die Frau, die annähernd fünfzehn Jahre lang so gut wie gar nichts gelesen hat. Aber das ist jetzt auch schon wieder genauso lange her.
Als Kind habe ich viel gelesen. Aber dann, so erkläre ich es mir im Nachhinein, war ich eher eine Spätentwicklerin, und die Schullektüre wurde von heute auf morgen erwachsen. Lange bevor ich erwachsen wurde. Zu Hause las ich Pferdebücher oder die Burg-Schreckenstein-Sammlung meines Bruders, in der Schule gab es Kleist, Droste-Hülshoff und Storm. Das hat mich alles überhaupt nicht interessiert, ich quälte mich nur irgendwie durch, weil es nun mal sein musste. Beziehungsweise: es musste ja nicht mal sein. Ich habe soundsoviele Deutscharbeiten geschrieben, ohne die betreffenden Bücher wirklich gelesen zu haben. Das ging nicht besonders gut, aber es ging irgendwie; ich war zwar noch ein wenig kindlich, aber nicht doof. Zum Durchmogeln hat es gereicht.
Ich werde nicht vergessen, wie wir im Deutschunterricht mal Bücher vorstellen sollten. Siebte oder achte Klasse, je drei Leute in einer Stunde. Die erste stellte Frederick Forsyth vor, „Die Akte Odessa“. Einen Thriller. Ich kannte nicht mal das Wort „Thriller“, geschweige denn hätte ich sowas gelesen. Die zweite hatte Stefans Zweigs „Verwirrung der Gefühle“ dabei, ebenfalls ein richtiges Erwachsenenbuch. Eine Dreiecksgeschichte! Du lieber Himmel. Und dann kam ich mit „Britta und ihr Pony“. So war das in der Mittelstufe.

Und mein Elternhaus? Naja – mein Elternhaus ist zwar voller Bücher, aber ich habe meine Eltern nie mit einem Buch in der Hand gesehen. Wir waren vier Kinder und meine Mutter hat ebenfalls gearbeitet, da war vermutlich einfach keine Zeit zum Lesen. Wenn meine Mutter in ein Buch geguckt hat, dann war es Arbeit (Lehrerin), und mein Vater las Zeitung. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie einfach so zum Spaß Bücher gelesen hätten.
In der Oberstufe hatte ich dann einen Deutschlehrer, der mich ebensowenig leiden konnte wie ich ihn, und so habe ich Deutsch nach der zwölften Klasse abgewählt. Und war fortan erstmal überzeugt, sogenannte „Literatur“ wäre langweilig, uninteressant, schwierig, schwer und düster. Man müsse sich das alles „erarbeiten“, und puh, wer wollte schon übermäßig arbeiten.
Dann habe ich zwei philologische Fächer studiert. Weil Sprachen mir lagen und ich nicht wirklich wusste, was ich jetzt mit meinem Leben anfangen sollte. Da musste man natürlich auch gelegentlich Bücher lesen, aber auch im Studium habe ich das nur unter Protest und Qualen getan. Oder eben gar nicht. Wahrscheinlich halte ich irgendeinen Rekord für „am wenigsten Bücher gelesen bei höchster Semesterzahl in einem philologischen Studium“. Ich habe das komplette Anglistikstudium ohne ein Wort Shakespeare geschafft. Nee, interessiert hat mich das alles nicht. Privat habe ich alle halbe Jahr mal einen lustigen Frauenroman gelesen, und das ist auch fast gar nicht übertrieben.

So richtig angefangen zu lesen habe ich erst nach dem Studium. Irgendwann mit Ende zwanzig. Eigentlich bin ich erst übers Übersetzen wieder ans Lesen gekommen: weil mich die Sprache interessierte. Weil ich Deutsch tanken wollte und sehen, was deutsche Autoren und meine Übersetzerkollegen mit der deutschen Sprache machen. Und dann war ich ganz schnell angefixt und habe so ziemlich von heute auf morgen wieder mit dem Lesen angefangen. Das ist jetzt 15 Jahre her, und seitdem hat sich mein Lesepensum langsam gesteigert – mit leichten Ups und Downs – und ist, seit ich darüber blogge, relativ konstant bei einem Buch pro Woche. Das Lesen macht mir großen Spaß, ich liebe es, Sprache aufzusaugen und Geschichten zu entdecken und zu erfahren, was in anderer Leute Köpfen vorgeht. Und ist das gar nicht schwer und schwierig, und wenn es mal düster ist, dann ist es auch meistens gut so und berührt irgendwas in mir, und das ist total toll. Wenn ich danach dann was Leichteres brauche, dann lese ich eben was Leichteres, so einfach ist das. Es gibt so unfassbar viele Bücher da draußen – man „muss“ nicht irgendwas Bestimmtes gelesen haben. Man kann sich einfach aussuchen, was man möchte. Und wenn einen etwas nicht interessiert, dann legt man es eben beiseite, nach 20 oder 200 Seiten, und liest es nicht zu Ende. Na und? Es wird etwas anderes geben, was einen mehr interessiert. Das ist doch großartig!
Aber ich habe immer noch das Gefühl, riesige Lücken zu haben. Die ganzen Klassiker, quasi alle toten Autoren, all die Bücher, die „man“ mit 16 gelesen hat oder in den 20ern – die fehlen mir alle. Irgendwann habe ich mal den Fänger im Roggen nachgeholt, hat mir nichts gesagt. Hermann Hesse – keine Ahnung, nie gelesen. Ich bin quasi eine einzige Bildungslücke. Und die Schule ist schuld! Echt wahr. Vor allem die toten Autoren hat sie mir wirklich verleidet. Blöd, oder? So langsam könnte ich mich mal davon emanzipieren. Aber es gibt doch so tolle lebende Autoren, die will ich immer gerade dringender lesen als die ollen Schinken. Morgen muss ich unbedingt los, den neuen Rammstedt kaufen.

Huch!

Na sowas, da ist doch glatt jetzt *noch* ein Stückchen vom großen Hafeninterview online. Ich glaube, das war auch der Rest, Ihr habt’s dann jetzt geschafft.

Wie und warum wird man Blogger?

(Anmerkungen: 1. Ich überlege gerade mal wieder, ob ich nicht doch Werbung schalten will. Zusätzlich zum Osiander-Affiliate-Dings.)
2. Der Wunschzettel ist jetzt doch wieder bei Amazon, weil das bei stories irgendwie kompliziert war.
3. Hey, ich kommuniziere nicht, damit sich das auszahlt. Sondern weil es Spaß macht.)

Neuerscheinung

Dieses Jahr könnte man meinen, ich wäre wahnsinnig fleißig. Dauernd erscheint irgendwas Neues. Stimmt natürlich nicht, ich habe gar nicht so viel auf einmal gearbeitet, sondern es erscheint nur irgendwie alles gleichzeitig. Jetzt also: Der Hamburger Ziegel 13.

Der „Ziegel“, das Hamburger Jahrbuch für Literatur, erschien zum ersten Mal vor 20 Jahren, damals in den Maßen des, genau, Hamburger Ziegels. Inzwischen ist das Buch etwas größer geworden, heißt aber immer noch „Ziegel“ und erscheint alle zwei Jahre. Darin versammelt findet sich die aktuelle Hamburger Literatur: Mit dabei sind unter anderem Stevan Paul, Katrin Seddig, Gunter Gerlach, Mirko Bonné, Alexander Posch, Tanja Schwarz, und naja, ungefähr die komplette Hamburger Literaturszene halt. Oder jedenfalls ein großer Teil. Und ich! Meine erste eigene literarische Veröffentlichung! Alles andere war bisher ja eher journalistisch. Und dann gleich zwei Geschichten, „Brombeeren“ (S. 28) und „Der Pfau“ (S. 473). Hurra! *plopp*

Jürgen Abel / Wolfgang Schömel (Hg.): Hamburger Ziegel 13. Dölling und Galitz, 555 Seiten, 14,80 €.

[Der Link führt zum Webshop der Buchhandlung Osiander.]

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