Apotheke

Ich: Guten Tag, ich habe die Rückenschmerzen aus der Hölle.
Apothekerin: …
I: Ich kann weder stehen noch sitzen noch liegen.*
A: …
I: Ich hätte dann wohl gern ein Schmerzmittel, es heißt doch immer, die Schonhaltung macht alles noch schlimmer.
A: Was zum Einreiben.
I: Das wird nicht reichen.
A: …
I: Kenne ich schon. Man soll doch Schmerzmittel nehmen, weil man sich ja total verkampft.
A: …
I: Schmerzmittel?
A: …
I: Ibu…
A: Wir haben auch Tabletten.
I: …
A: So gegen Entzündungen.
I: Entzündungen?
A: …
I: …
A: Für die Gelenke.
I: Voltaren-Tabletten?
A: *nickt*
I: Na, wenn sie meinen.
A: …
I: …
I: Ja, dann nehm ich die.
A: Voltaren?
I: Ja.
Mein Mann: Und die Salbe auch.
A: Die Salbe auch?
I: Die Salbe auch.
A: Voltaren?
I: Ja, bitte.
A: Die ist auch gerade im Angebot.
I: Mir egal, Hauptsache, sie hilft.
A: …

Draußen gleich eine kleine Flasche Apfelschorle gekauft, um gleich eine Tablette nehmen zu können. Auf der Packung steht: „Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen“.
Sehe ich aus, als würde ich bei leichten bis mäßig starken Schmerzen in eine Apotheke gehen? Mannmann.

*Einmal kam der kleine Tiger aus dem Wald gehumpelt, konnte nicht mehr gehen und nicht mehr stehen und fiel einfach um. (Tschuldigung.)

MTP

Was bisher geschah: Ich habe für eine Lesung, beziehungsweise für gleich zwei Lesungen hintereinander eine Geschichte geschrieben. Über einen Pfau.
Dann bin ich ein bisschen größenwahnsinnig geworden und habe sie für den Hamburger Förderpreis eingereicht. Und weil die Geschichte noch gar kein Ende hat, sondern einfach irgendwo aufhört, also überhaupt nicht fertig ist, habe ich sie „Romananfang“ genannt und ein kleines Exposé dazugeschrieben. Das alles im Glauben, dass ein unterhaltsamer Text sowieso keinen Preis bekommt; allerdings, wenn man nicht doch auf eine winzige Chance hofft, dann schickt man ja auch nichts ein.
Meine Einsendung war also verbunden mit dem Gedanken: falls ich den Preis bekommen sollte, dann mache ich tatsächlich einen Roman draus. Keine allzu große Gefahr, diesen Gedanken in die Tat umsetzen zu müssen, dachte ich.
Nun ja. Ich habe den Preis bekommen, und jetzt muss ich wohl ran. Erstmal hatte ich tausenderlei anderes zu tun, aber jetzt, JETZT, heute, fange ich an. Ich überliste mich selbst ja gern mit billigen Psychotricks, das hier ist einer davon: ich erzähle rum, dass ich schreibe. Was Längeres. Vielleicht einen Roman. Wenn das alle wissen, dann kann ich auch nicht gleich nach 5 Seiten wieder aufgeben, dann muss ich dranbleiben. (Scheitern kann ich dann immer noch. Und ob ich dann am Ende, falls es ein Ende gibt, einen Verlag dafür finde, ist sowieso noch mal eine andere Frage, da mache ich mir auch nichts vor.)

Schon vor einigen Tagen bin ich bei Amazon zufällig über das hier gestolpert: ein Puzzle! Mit einem Pfau! Tausend Teile! Wie geil ist das denn, das muss ich haben. Sofort auf den Wunschzettel gesetzt, und da hat Christian es sofort gekauft. Dankedankedanke!
Jetzt kann ich beim Schreiben nebenbei puzzeln. Einen Pfau. Denn erstens muss man ja zwischendurch mal denken, das geht beim Puzzeln bestimmt super. Zweitens wächst das Puzzle dann parallel zum Buch, ich sehe meine Fortschritte daran, wie das Puzzle zum Pfau wird, und der Roman hoffentlich ebenso schön. Und schließlich: Sensationelle Metapher! Lauter kleine Einzelteile, die schon da sind, müssen „nur“ richtig angeordnet werden, damit ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Wie toll! Die tausend Teile kommen mir gar nicht so irre viel vor, aber ich glaube, das ist ein ziemlich schwieriges Puzzle. Ich bilde mir nicht ein, es mal kurz zwischendurch machen zu können. Denn die tausend Teile sehen fast alle gleich aus. Ich weiß, dass es schwer wird. Aber wenn ich nicht weiterkomme, kann ich ja zwischendurch ein bisschen schreiben. Hach. Ich freu mich tierisch (hihi) auf das Puzzle! Und nenne es metaphorisch-therapeutisches Puzzeln.
Natürlich habe ich sofort angefangen zu puzzeln, obwohl ich erst noch mit Übersetzungskorrekturen beschäftigt war. Aber hey, ich habe ja auch schon 23 Seiten Pfauengeschichte. Der Rumpf ist sozusagen schon fertig. Und was das Puzzle betrifft, war das der einfache Teil, ab jetzt wird’s schwieriger.

Wenn ich dann irgendwann berühmt bin, wird man angehenden Schriftstellern zu metaphorisch-therapeutischem Puzzeln raten. Mindestens tausend Teile, thematisch passend. Parallel an Roman und Puzzle arbeiten. Man wird es auch „Bogdan-Puzzle“ nennen. Sie kommen mit Ihrem Roman nicht weiter? Haben Sie sich schon ein Bogdan-Puzzle besorgt? Wirkt manchmal Wunder.
Liebes Pfauenpuzzle: walte Deines Amtes. Ich zähl auf Dich.

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So.

Ich kann es jetzt wirklich nicht länger aufschieben, ich muss jetzt ran. Jetzt. Das böse S-Wort, Sie wissen schon. Ich ziehe mein Superhelden-Kampf-T-Shirt an und begebe mich in die Niederungen des Papierkrams und des schnöden Mammons. Einer muss es ja tun.

Wünscht mir Glück. Feuert mich an. Werft mir Durchhalteparolen zu.
Ich geh da jetzt rein.

So.

Ich war weg, ich habe nicht gebloggt. Weihnachten waren wir bei beiden Eltern, erst meinen, dann den Schwiegereltern, und dann sind wir mal wieder nach Schottland gefahren, waren erst zwei Tage in Edinburgh, wo wir Zoe und Anne trafen, was total nett war, und dann sind wir ein Stück weitergefahren zu unseren Freunden irgendwo in einem Tal. Internet gab’s zwischendurch zwar mal, aber manchmal, manchmal kriege ich im Urlaub das Gefühl, dass ich jetzt Urlaub habe und nicht bloggen muss oder will oder was weiß ich. Wir wohnten in einem etwas abgelegenen Cottage, in dem es am dritten oder vierten Morgen nach einer stürmischen Nacht keinen Strom mehr gab. Wir dachten, der wird schon wiederkommen, und ich wusch mir mit dem restlichen heißen Wasser, das noch im Boiler war, die Haare, dann dachten wir, entweder unsere Freunde haben in ihrem Haus auch keinen Strom, dann wissen sie, dass wir auch keinen haben, oder sie haben noch, dann sollten wir Bescheid sagen. Anrufen geht da oben nicht, kein Empfang, also wollten wir zu ihnen hinfahren, kamen aber gar nicht hin, weil der Sturm Bäume quer über die Zufahrt geschmissen hatte, es war schon ganz schön windig gewesen in der Nacht.
Also fuhren wir zu anderen Freunden anderswo im Tal und riefen bei unseren Leuten an. Sie würden sich drum kümmern und die Elektrizitätsgesellschaft anrufen, sagten sie, und dann bekamen wir bei den Freunden Nr. 2 einen heißen Tee und einen Fön, denn meine Haare waren natürlich noch nass.
Wir fuhren in die Stadt („Stadt“), kauften ein, und dann wieder hoch ins Tal, mit sowas kann man schon einen Großteil des Tages verbringen, erstmal wieder zu unserem Cottage, mal gucken, ob es inzwischen Strom gab: gab es nicht. Kein Strom heißt nicht nur kein Licht, sondern auch keine Heizung, kein heißer Tee, kein heißes Wasser, kein nichts. Es wurde auch schon dunkel, also haben wir im Taschenlampenlicht ein paar Sachen für eine Nacht zusammengepackt und sind wieder zu unseren Freunden gefahren, die Zufahrt war inzwischen geräumt, aber die Freunde nicht da. Nach kurzem Zögern sind wir bei ihnen eingebrochen, haben uns in die Küche gesetzt und gewartet, dass sie wiederkommen, ein eigenartiges Gefühl. Schließlich zogen wir in ein anderes Cottage um und können jetzt eine halbwegs dramatisch klingende Geschichte erzählen, die ihn Wahrheit halb so wild war, denn hey, was hätte passieren sollen.
Ansonsten war das Wetter die meiste Zeit total usselig, das ist rheinisch und bedeutet: nass, kalt, grau, windig, alles Eklige zusammen. Wir sind also nur wenig spazierengegangen, haben es aber trotzdem geschafft, weder viel zu lesen noch viel zu arbeiten. Ein bisschen was habe ich gemacht, aber nur zweieinhalb Bücher gelesen, und nicht mal die dicken.
Die Überfahrten waren beide ruhig, erstaunlicherweise, obwohl es dauernd so stürmisch war. Aber wahrscheinlich hätten wir es eh nicht bemerkt, wir haben gut geschlafen. Die Fähre von IJmuiden nach Newcastle ist wirklich super, sehr komfortabel, allerdings ist man halt insgesamt zwei Tage unterwegs. Aber das wäre man auch, wenn man eine längere Strecke mit dem Auto und eine kürzere mit der Fähre fahren würde, und das wäre deutlich weniger bequem.
Jetzt also wieder back to normal, hier geht es dann auch weiter, und ansonsten wieder an die Arbeit.
2012 wird übrigens super. 2011 war auch schon super, also für mich, weil ich so viele Sachen gemacht und geschrieben und dann auch noch gleich einen Buchvertrag dafür bekommen habe und am Ende auch noch einen Preis für meine Pfauen-Geschichte. Das war alles schon ziemlich der Wahnsinn. 2012 wird super, weil das Sachenmachenbuch erscheint.

Bücher-Erscheinungsplan für dieses Jahr:

Februar: Taschenbuchausgabe von Foers Tiere essen (Fischer)
März: Megan Abbott, Das Ende der Unschuld (KiWi)
Frühjahr (oder so): Jasper Fforde, Die letzte Drachentöterin. (Eichborn bei Lübbe, auf unbestimmt verschoben.)
Mai: Jennifer Close, Mädchen in Weiß (Berlin)
2. Juli: Sachen machen (Rowohlt)
August: Ella Griffin, An und für Dich (KiWi; zusammen mit Jennie Merling)

Sieht aus, als hätte ich irre viel gearbeitet, hm? Das täuscht natürlich, in Wahrheit haben sich ein paar Sachen so verschoben, dass jetzt geballt alles auf einmal erscheint. Aber sieht super aus.
Was ich sagen wollte: happy new year Euch allen! Mit Gesundheit, Geschmeide und Gemüse!

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