Fundstück

„Übersetzer ist ein rätselhafter Beruf. Der Übersetzer soll das Unmögliche möglich machen: Inspiration auf Kommando eines fremden Textes! Eigentlich geht das nicht, und dennoch kommt es vor. Der Übersetzer ist der einzige Mensch, vor dem ich wirklich Angst habe. Bei der Arbeit an meinem Text durchleuchtet er mich. Wie ein Röntgengerät.
Mein deutsches Röntgengerät ist Beate Rausch. Beate ist meine deutsche Stimme, mit der ich vor mein deutsches Publikum trete. Warum man die Literaturübersetzer so schlecht bezahlt, verstehe ich nicht. Das heißt, doch, ich verstehe. Die so wenig bezahlen, verstehen nicht, wie schwer es ist, die Stimme eines Anderen zu sein, noch dazu in der eigenen Sprache.“

Viktor Jerofejew, übersetzt von Beate Rausch

Sachen machen

Es gab jetzt eine längere Sachen-machen-Pause, aber jetzt ist der nächste Text erschienen: ich habe Tieren dabei zugeguckt, wie sie im Kreis rennen. Erst Hunde, dann Pferde. Ist auch beides schon eine Weile her. Bitte das Bild anklicken:

„Es gibt keine billige Kleidung.

Es fragt sich nur, wer den Preis zahlt.“

denn:

„Wussten Sie, dass die Anbaufläche von Baumwolle nur 2,5 % der weltweiten Anbaufläche beträgt? Dass aber 25% aller weltweit eingesetzten Pestizide und 10 % aller chemischen Dünger dafür verwendet werden? Dass geschätzt 20.000 Menschen jährlich an daraus resultierender Vergiftung sterben? Und weitere 25 Millionen Menschen jährlich akute Vergiftungen dadurch erleiden? Dass man für die Produktion von 1 kg Baumwolle bis zu 29.000 Liter Wasser benötigt und für die Produktion eines einzigen Baumwoll T-Shirts 150 Gramm an schädlichen Substanzen verwendet werden?“

Bitte hier anschauen und das hier lesen.

Bitte, liebe Ökomodehersteller, ich bin ja voll des guten Willens. Wenn Ihr dann bitte auch lange Hosen nähen könntet? Und mit „lang“ meine ich: lang?

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