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Mein Buch erscheint zwar erst am 2. Juli, aber so langsam trudeln schon die ersten Lesungstermine ein. Oben in der Navigation gibt es jetzt einen Punkt „Liest“, ich will mich bemühen, die Seite immer schön aktuell zu halten.

Sandrine Estrade Boulet (Claudia Steinitz): Hello City! Urbane Poesie

Vor kurzem ging auf Facebook dieses Bildchen herum, das auch auf dem Buchcover ist. Ich mochte es spontan und habe es „geteilt“, wie es auf Facebookdeutsch heißt. Es kamen ein paar Kommentare, jemand schickte einen Link zu einer Webseite, auf der solche Streetart-Fotos gesammelt werden. Ich schrieb, das sei ein bisschen wie Gedichtelesen: einzeln total toll, aber in der Masse dann doch ein wenig erschlagend. Also, für mich.

Eine Woche später lag dieses Buch in meinem Briefkasten. Die Übersetzerin Claudia Steinitz ist nämlich erstens meine (nicht nur) Facebook-Freundin und zweitens sowieso ganz zauberhaft und schickte es mir, zusammen mit dem Rat, es feindosiert zu lesen. Denn darin sind Street Art UND Gedichte, also zweierlei, was ich besser in kleinen Dosen kosumiere. Und so liegt das Buch jetzt seit ein paar Tagen auf meinem Schreibtisch und ich blättere immer wieder darin und habe Spaß in kleinen Dosen. Vielen Dank, Claudia! Das ist wirklich super.
Versammelt ist hier nicht nur echte Street Art, sondern auch Fotos von Straßenszenen, wo hinterher das Foto bearbeitet (bemalt) wurde, die Kunst also erst einen Schritt später stattfindet. Meistens macht Sandrine Estrade Boulet einfach Quatsch, es ist ein wirklich lustiges Buch. Ich finde sowas ja sowieso total toll, diese Fantasie hätte ich auch gern. Aber wenn ich irgendwo zwei Grasbüschel wachsen sehe, würde mir spontan wahrscheinlich kein Cheerleading dazu einfallen. (Abgesehen davon, dass meine künstlerischen Fähigkeiten, ach, egal.)
Großer Spaß! Danke!

Sandrine Estrade Boulet (Claudia Steinitz): Hello City! Urbane Poesie. Cadeau, 117 Seiten. 12,99 €

Mitmachen!

1. Mittwoch, 25. April: Lunchbeat: Wir verbeaten Stress! In der Mittagspause genau eine Stunde lang tanzen (halb eins bis halb zwei), dazu was essen, dann ist Schluss. Großartig! Im Fundbureau in der Stresemannstraße 114. Wer kommt?

2. Freitag, 27. April: Lesung, wisst Ihr ja.

3. Montag, 30. April: Tanz in den Mai. Und zwaaar: Leise-Disco! Das ist Disco mit Kopfhörern und zwei DJs, zwischen denen man am Kopfhörer hin und her schalten kann. Wenn man nicht tanzt, setzt man den Kopfhörer ab und kann sich unterhalten, ohne sich anschreien zu müssen. Sensationelle Idee, da möchte ich hin und Sachen machen und drüber schreiben. Wer geht mit? Ist im Elbwerk, wo man „geile Scheiße“ anklicken muss, das klingt wunderbar schlimm. Und das beste: die Plätze sind begrenzt, daher bietet es sich an, pünktlich um neun Uhr da zu sein. Man kann also quasi zu normaler Uhrzeit schon ins Bett.

Angelika Klüssendorf: Das Mädchen

Puh. Kein schönes Buch. Der erste Satz lautet: „Scheiße fliegt durch die Luft“, und das ist sozusagen programmatisch. Der Vater des namenlosen Mädchens ist entweder nicht da oder besoffen, die Mutter ist meistens da und ebenfalls besoffen. Sie ist jähzornig, asozial und kaputt und „bestraft“ das Mädchen und seinen kleinen Bruder dauernd für Nichts, sie prügelt und schikaniert – und ist dann wieder grundlos gut gelaunt. Das Mädchen ist zwölf, muss für sich und den kleinen Bruder sorgen und ist gleichzeitig natürlich noch sehr kindlich. Sie stiehlt, läuft weg, wird erwischt, schläft in Gartenlauben, schwänzt die Schule, wird aufgegriffen, und hat dann immer wieder wechselnde Bezugspersonen, die ihr ein bisschen Halt geben, ihr etwas bedeuten, die aber auch genauso plötzlich wieder verschwinden. Nichts ist von Dauer, auf nichts kann sie sich verlassen. Und irgendwann steckt das Jugendamt sie ins Heim, wo es ein bisschen besser wird, aber eben nur ein bisschen.
Es gibt nicht wirklich eine Story im Sinne eines Spannungsbogens mit einem entscheidenden Wendepunkt oder sowas, es ist eher ein Portrait, die Beschreibung einer Jugend. Immer wieder möchte man das Buch beiseitelegen, weil es so hart ist und so furchtbar – und dann gibt es diese schönen Momente, wo es beispielsweise heißt, die Freude sei in ihrem Leben so wichtig, oder wo sie einfach mal glücklich ist. Deswegen, und weil die Sprache so wunderbar lakonisch und reduziert ist, liest man dann doch immer weiter bis nachts um zwei. Sehr gutes, hartes Buch über eine beschissene Kindheit. Liest sich extrem gut, aber man ist dann auch froh, dass es nicht länger ist. Trotzdem, oder gerade deswegen: lesen!

Angelika Klüssendorf bekommt einen Regalplatz zwischen Alexander Kluge und Harriet Köhler.

Angelika Klüssendorf: Das Mädchen. Kiepenheuer und Witsch, 182 Seiten. 18,99 €
Taschenbuch: 8,99 €
E-Book: 8,99 €
Hörbuch: 19,99 €

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