New York, heute.
Eine junge Frau und ein junger Mann haben sich gerade in einer Kneipe kennengelernt, sie flirten kurz, dann geht sie gleich mit zu ihm nach Hause. Wo sie erstmal ein bisschen Smalltalk machen. Er so:
„Bist du New Yorkerin?“
„Nein, ich komme aus Kielce in Polen – wo der polnische Rap herkommt“, sagte Anna. „In Polen nennen sie uns scyzoryki, die Springmesser. And you don’t wanna fuck with us.“
Ben lachte.
„Well, I’m always up for a challenge.“
Funktioniert auf Deutsch nicht so richtig. Zwar kann man „ficken“ auf Deutsch inzwischen auch in der Bedeutung „fertigmachen“ benutzen, aber „Und uns fickt man nicht so einfach“ kommt in dem Kontext nicht recht rüber, es ist zu eindeutig. Ich brauche also eher etwas in Richtung
„Mit uns legt man sich nicht an.“
„Aber vielleicht hin?“
Bisschen an den Haaren herbeigezogen.
„Wir lassen uns nichts gefallen.“
„Darauf würde ich es ankommen lassen.“
Funktioniert zwar, klingt zumindest nach einem plausiblen Gespräch, ist mir aber zu brav. Zu wenig zweideutig.
„Uns fickt man nicht ins Knie.“
„Aber woandershin?“
Tonmann Lars, quasi so eine Art Supermann, hat die gestrige Lesung schon heute Nacht online gestellt. Danke sehr, Lars! Und hier die einzelnen Lesungen:
Danke auch an die Moderatorin Friederike Moldenhauer, die zahlreichen Gäste, an Le Kaschemme und an Kid37 für den geschickt eingefädelten und ganz besonderen Sound-Effekt. Was ein schöner Abend!
Das war übrigens die zehnte Lesung, die Maximilian und ich (unten Symbolbild) veranstaltet haben. Und wir haben vergessen, uns Blumen zu schenken. Holen wir dann bei Nummer zwanzig nach.
[Hihi. Einfach alles bei Maximilian geklaut. Danke!]
Der November steht vor der Tür. Irgendwann im November werden die Hamburger Alsterschwäne ins Winterquartier verfrachtet. Ich habe letztes Jahr zugeguckt, als sie zusammengetrieben und auf Boote verladen wurden – eigentlich für „Sachen machen“, aber dann passte es da irgendwie nicht recht rein. Hier jetzt also ein Jahr später:
Schwäne
Seit sechseinhalb Jahren lebe ich jetzt in Hamburg. Seit sechseinhalb Jahren höre ich von den „berühmten Hamburger Alsterschwänen“, die angeblich sogar Touristen anlocken, und seit sechseinhalb Jahren denke ich: hä? Schwäne sind schön, keine Frage, die Alsterschwäne auch, aber mal ehrlich: etwas so Besonderes sind sie nun nicht, jede Stadt hat Schwäne, jedes mittelgroße Gewässer hat Schwäne. Da brauchen die Hamburger sich auf ihre Alsterschwäne nicht groß was einzubilden. Dachte ich. (mehr …)