Split, Tag 16
Seit Tagen, ach was, seit Wochen freue ich mich auf diese Sehenswürdigkeit, freue mich darauf, ganz viele Fotos zu machen und sie euch zu zeigen, ihr solltet staunen! Ich wollte mir richtig Mühe geben mit den Fotos, ischwör! Weil es einfach so abgefahren ist! Also habe ich heute stolze 15,- € Eintritt gezahlt, und dann – dann war das Fotografieren verboten, und zwar strengstens, und weil das ganze Museum sehr, sehr klein ist und außer mir nur noch ein Paar da war, waren wir unter dauernder Überwachung, und ich habe nur heimlich und ganz schnell ein einziges Foto gemacht, und das ist natürlich nicht gut geworden.
Jedenfalls: Ich war im Froggyland. Im Froggyland sind 507 ausgestopfte Frösche in 21 Panoramen in menschlichen Posen und Situationen ausgestellt. Bei der Ausübung verschiedener menschlicher Berufe, beim Musizieren, bei unterschiedlichen Sportarten, am Strand, vor Gericht, im Zirkus. Ich wiederhole das gern noch mal: fünfhundertsieben ausgestopfte Frösche in einundzwanzig Vitrinen. Die Frösche wurden zwischen 1910 und 1920 vom ungarischen Taxidermisten Ferenc Mere präpariert, und das ist nur die Hälfte, die noch erhalten ist. Ursprünglich waren es doppelt so viele, die andere Hälfte gilt als verschollen (und falls sie je wieder auftauchen sollte, dürfte sie einigermaßen vergammelt sein). Es ist der komplette Irrsinn, falls jemand nach Split kommt, guckt euch das an, es gibt Frösche im Röhnrad und am Pranger, es gibt ein Klassenzimmer, in dem kleine Frösche einander mit dem Lineal auf den Kopf hauen, es gibt Strandszenen und eine Schmiede und Frösche beim Fensterln und in der Kneipe, Frösche an der Staffelei, Frösche mit einer Kippe im Mundwinkel, Frösche auf dem Pisspott, es ist der helle Wahnsinn. Es gibt Frösche, die eine Fischsuppe kochen, in der echte, winzige präparierte Fischköpfe schwimmen.
Fast alle Frösche stehen oder sitzen aufrecht, das heißt, die Augen gucken irgendwie nach hinten, die Füße sind breite Froschfüße, die Hände haben winzige Fingerchen. Man kann die Taxidermie natürlich als Kunstform betreiben, aber ich ahne doch, dass man leicht einen an der Waffel haben muss, um tausend Frösche zu präparieren und sie in solchen Posen zu installieren.
Hier auf der offiziellen Webseite gibt es eine schöne Bildergalerie, und auf YouTube ein kurzes Filmchen (auf Englisch). Guckt euch das an! Und dann, äh, schlaft gut und träumt was Schönes.
Und fürs Protokoll: was Kleines für Projekt zwei fertigbekommen.

