Übersetzerfreuden, oder: Pony II

„You mean, like, America?“, asks another boy, whose unfortunate bangs cut right across the middle of his forehead in a perfectly straight line.

„Wie, echt, in Amerika?“, fragt ein anderer Junge, dessen unglücklich geschnittener Pony in einer perfekt geraden Linie mitten über seine Stirn, ärks – dessen Pony ungeschickterweise schnurgerade mitten über seine Stirn – beziehungsweise quer, also so längs halt – dessen Ponylinie viel zu gerade – dessen Pony – ein Junge mit einem Pony, der wie mit dem Lineal gezogen – ein Junge, dessen Stirn von dem bescheuert gerade geschnittenen Pony in zwei Hälften geteilt – fragt ein Junge mit so einem peinlich akkuraten Pony in einer bescheuerten Länge – fragt ein Junge mit Deppenpony – ein Junge, dessen Pony in einer peinlich geraden Linie mitten über seine Stirn – ein Junge, der den schnurgeraden Pony auf Halbmast …
Ich gehe einen trinken.

Hamburger Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzung 2012

Die Hamburger Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen werden seit 1983 vergeben. Sie gelten als eines der traditionsreichsten und bestdotierten Autorenförderprogramme im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr haben sich etwa 200 Schriftstellerinnen und Schriftsteller am Wettbewerb beteiligt.

Die unabhängige Jury hat nun ihre Auswahl aus den anonymisierten Texten getroffen. Je einen Förderpreis über 6000.- Euro werden erhalten: Jo Berlien, Friederike Gräff, Herbert Hindringer, Benjamin Maack, Magdalena Saiger, Judith Sombray. Je einen Förderpreis für literarische Übersetzungen über 2500.- Euro werden erhalten: Michael Kellner, Andreas Löhrer, Inka Marter.

Kultursenatorin Frau Prof. Barbara Kisseler wird die Preise am Montag, dem 3. Dezember 2012, um 19.30 Uhr, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Literaturhaus Hamburg überreichen. Anschließend begründet die Jury ihre Wahl, und die Preisträger präsentieren ihre Arbeiten.

Alle Teilnehmer des Wettbewerbs, alle Literaturinteressierten, Verleger und Lektoren sind herzlich ins Literaturhaus eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Das ist die offizielle Pressemitteilung. Sehr gut gefällt mir die Anmerkung der Lyrikzeitung:

Und weil Übersetzen irgendwie die halbe Arbeit ist, genauer 41,67 %, wird es um den entsprechenden Prozentsatz niedriger gefördert, logisch.

Hihi. Andererseits: das ist schon ganz schön super, dass die Übersetzer da überhaupt auch mitbepriesen werden, und wir freuen uns sehr darüber. Sehrsehr.
Ich werde übrigens auch da sein, bei der Preisverleihung, denn ich war in der Jury und halte die Laudationes auf Inka Marter und Benjamin Maack. Hurra! Herzlichen Glückwunsch an alle, ich freu mich für Euch!

Wo ich wohne

Die Buddenbohms sind auf Wohnungssuche und nähern sich langsam der Erkenntnis, dass sie möglicherweise aus ihrem gebliebten Bahnhofsviertel wegziehen müssen. Weil sie aber kaum wissen, wie andere Hamburger Stadtteile so sind, bat Maximilian mich (und weitere sollen folgen), über meinen Stadtteil zu schreiben:

***

Borgfelde

„Wo wohnt Ihr?“
„In Borgfelde.“
„Was wollt Ihr denn da?“

So viel zum Image von Borgfelde. Borgfelde ist der kleinste Stadtteil Hamburgs. Er liegt zwischen St. Georg und Hamm und umfasst – im Uhrzeigersinn, angefangen auf elf Uhr – das Gebiet zwischen Bürgerweide, Burgstraße, Grevenweg, Wendenstraße, Normannenweg, Anckelmannsplatz, Bürgerweide. Dieser Bereich wird wiederum in zwei Hälften geteilt: Oben-Borgfelde und Unten-Borgfelde. Praktischerweise ist „oben“ die nördliche Hälfte, also auch auf der Karte oben, und „unten“ ist die südliche Hälfte, also alles, was südlich der Borgfelder Straße liegt.

Hier geht’s zum Artikel

Die große Zeitschriftenverblüffung (Medienouting III)

Zeitschriften – auch so ein Thema. Auch sowas, womit ich nicht aufgewachsen bin, auch sowas, was ich nicht kann, wo ich einfach kein Verhältnis zu habe. Ich habe nie Zeitschriften gelesen, obwohl ich auch da die Faszination irgendwie verstehen kann. Aber mehr mit dem Kopf, als dass ich sie nachfühlen würde. Und jetzt hat mich in letzter Zeit dreierlei verblüfft, was ich erzählen möchte. (mehr …)

Twitter