Kartoffeln
Zwiebel
Frischer Bärlauch
Pellkartoffeln kochen und je nach Schale und Vorliebe entweder pellen oder halt nicht. Während die Kartoffeln kochen, Zwiebel und Bärlauch kleinschneiden und vegane Mayonnaise zubereiten. Dafür braucht man:
100 ml Sojamilch
2 TL Zitronensaft
Salz
Pfeffer
2 TL Senf
125 ml Sonnenblumenöl
(Rezept von hier)
Sojamilch in einen hohen Becher geben, Zitronensaft dazu – laut Rezept soll das etwas gerinnen, tat es bei mir nicht, war aber egal. Womöglich lag es daran, dass ich keinen Zitronensaft hatte, sondern einmal Orangen-, einmal Pampelmusensaft genommen habe. Salz, Pfeffer und Senf dazu. Pürierstab reinstellen und los geht’s: beim Pürieren das Öl in einem dünnen Strahl zufließen lassen und schön weitermixen, bis die Mayo fest ist. Wenn sie nicht fest wird, noch etwas mehr Öl einrinnen lassen und weiterpürieren. Wird schon. Supereinfach, superlecker. Meine Mayo war sehr fest geworden und der Kartoffelsalat dadurch etwas trocken, deswegen habe ich noch einen Schluck Gemüsebrühe dazugegeben. Am besten einige Stunden vorher zubereiten, damit der Kartoffelsalat schön durchziehen kann.
Für Coleslaw geht die Mayo übrigens auch sehr gut.
So! lecker!

Heute ist Indiebookday! Und das geht so: Geht in eine (vorzugsweise unabhängige) Buchhandlung, kauft so viele Bücher aus unabhängigen Kleinverlagen, wie ihr wollt, und postet Bilder der Bücher oder Bilder von Euch mit den Büchern oder wie auch immer auf den üblichen Kanälen: Facebook, Twitter, Instagram, in Euren Blogs, sonstwo. Ich war gerade bei stories! und habe dieses Schätzchen hier gekauft:

Sohyun Jung: Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen. Eine Graphic Novel über Kimchi – wunderschön und bei mairisch erschienen. Und dann habe ich noch ein weiteres Buch aus einem unabhängigen Kleinverlag gekauft, aber das verrate ich nicht, denn das verschenke ich heute Abend.
UPDATE: Auch im Fernsehen!
*** LETZTE CHANCE! ***
Es brechen die letzten Stunden an, in denen ihr noch mit dem Rhönrad da unten rechts herumkullern könnt. Die Illustrationen kommen weg, heute noch, also spielt, so lange ihr könnt! Überhaupt ein gutes Lebensmotto.
*** LETZTE CHANCE! ***
UPDATE: Zack, weg isses. Tschüss, niedliche Illustrationen! Hallo neue Schlichtheit.
Mein Nachdenken über den Verzehr von Tierprodukten ist wieder irgendwo anders angekommen. Seit der Übersetzung von „Tiere essen“ glauben viele, ich wäre Vegetarierin. Bin ich aber nicht, nie gewesen, habe ich auch nie behauptet. Die Langfassung meines Umgangs mit Tierprodukten steht hier, die Kurzfassung lautet: Ich habe meinen Fleischkonsum drastisch zurückgeschraubt, ebenso den Milch- und Eierkonsum. Zu Hause gibt es sämtliche Tierprodukte konsequent ausschließlich in Bioqualität. Ja, mir ist klar, dass „bio“ ein streitbares Siegel ist. Ich kaufe fast nie mehr im Supermarkt ein, schon gar kein Fleisch, unsere Lebensmittel kommen komplett vom Gut Wulksfelde. Das ich mir auch nach all den Jahren immer noch nicht angeguckt habe, aber dennoch vertraue ich denen deutlich mehr als irgendeinem zweifelhaften Supermarkt-Biosiegel. Nun isst man aber nicht immer zu Hause, und mein Kompromiss war bisher: wenn ich anderswo esse, dann vegetarisch, also kein Fleisch, dafür drücke ich bei Eiern und Milchprodukten beide Augen zu. Wenn ich mir beim Bäcker ein Teilchen kaufe, werden die Eier darin kaum von glücklichen Hühnern sein, das weiß ich. Im Café esse ich trotzdem ein Stück Sahnetorte.
Damit kam ich bisher gut zurecht. Zu Hause wenig Tierprodukte und nur bio, auswärts kein Fleisch, ansonsten Augen zu. (Was nicht heißt, dass ich im Hotel einen Teller Rührei zum Frühstück äße. Aber ich esse Müsli, mit Milch und Joghurt.)
Im Zuge der Beschäftigung mit dem Thema habe ich mir vor drei Jahren eine Schweineschlachtung angesehen. Bei einem ganz kleinen Landschlachter. Vorher dachte ich: Hinterher biste bestimmt endgültig Vegetarierin. Aber dann ist das Gegenteil passiert, ich fand es gar nicht so „schlimm“, und seither denke ich, wenn die Tiere so entspannt und schnell sterben, dann ist das für mich okay. Und in einem so kleinen Betrieb landen ja auch keine Tiere aus der Massentierhaltung, die über hunderte Kilometer transportiert wurden, sondern die Schweine aus dem Dorf und den Nachbardörfern. Das Schwein kam in dem Fall neugierig in die Schlachthalle, und während es sich noch umsah, kam von hinten die Betäubungszange und machte *zack*. Mir ist vollkommen klar, dass es in Großschlachthöfen komplett anders zugeht. Aber wenn so ein kleiner Schlachter auf diese Weise ein zufriedenes Tier tötet, dann habe ich erstmal kein Problem damit.
Wohl habe ich ein Problem mit Quälerei, und die Quälerei ist wahrscheinlich bei Hühnern und Milchkühen auch im Biobereich am schlimmsten. Auch Bio-Legehennen haben Brüder, und die werden gleich nach ihrer Geburt geschreddert. Wer Eier kauft, nimmt damit billigend in Kauf, dass für jede Legehenne ein Hahn geschreddert wird. Geboren, um gleich wieder entsorgt zu werden, weil man leider nicht nur Hennen züchten kann. Damit habe ich dann doch ein Problem, mit diesem sinnlosen Massentöten – ein Tier zu töten, weil man es essen will, ist etwas anderes, als ein Tier zu töten, weil man das Ei der Schwester essen will. Und man braucht nicht zu glauben, dass die Hahnenküken besonders liebevoll getötet würden, „schreddern“ ist schon ganz wörtlich zu verstehen. Die andere Methode ist vergasen. Keine Ahnung, ob Zerstückeltwerden oder Ersticken angenehmer ist, ich möchte es nicht ausprobieren. Zweitens sind auch Biohennen diese hochgezüchteten Perversionen, die 300 Eier pro Jahr legen. Da bleibt natürlich keine Kraft mehr für irgendwas anderes, und gesund ist das nicht. Drittens verstehe ich nichts von Hühnerpsyche, aber es wird ihr auch nicht gerade guttun, sämtliche Eier weggenommen zu kriegen und niemals zu brüten.
Und damit sind wir bei der Milch. So eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie ein Kalb hat. Wenn das Kalb die Milch dann bekommt, kann man die Milch aber nicht mehr verkaufen, also nimmt man der Mutterkuh das Kalb gleich wieder weg. Was das für Mutter und Kind bedeutet, kann man sich vorstellen, es ist ja nicht so, dass Tiere keine Muttergefühle hätten. Hinzu kommt: so ein Kalb braucht 8 Liter Milch am Tag, aus einer handelsüblichen Milchkuh werden aber heute bis zu 50 Liter herausgemolken. Mehr als sechs mal so viel, wie es normal wäre. Man braucht nicht mal selbst gestillt zu haben, um sich vorzustellen, was das für den Körper und die Gesundheit der Kuh bedeutet. In wieweit das im Biobereich „besser“ ist als in der industriellen Tierhaltung, kann ich jetzt nicht im Einzelnen sagen, aber zusammenfassend ist es doch wohl so:
Fleisch kann man zwar nicht ohne Töten, aber ohne allzu großes Leid produzieren. Es ist dann natürlich teuer, aber das ist okay. Es würde dem Menschen, der sich gern als moralisch handelndes Wesen begreift, verdammt gut anstehen, wenn er das Leben und das Sterben der Tiere so human wie möglich gestalten würde. Das geht. Ein gutes Leben, auf der Weide oder im Matsch, wie auch immer so ein Tier eben gern lebt, und dann ein schneller und schmerzloser Tod.
Was aber nicht ohne Quälerei zu haben ist, sind Milch und Eier. Denn selbst bei Biohaltung werden die Hähne geschreddert, den Mutterkühen die Kälber weggenommen, und Hühnern wie Rindern werden unfassbare „Leistungen“ abverlangt. So heißt das: Milchleistung, Legeleistung.
Dummerweise schmeckt Sojamilch im Kaffee scheiße. Kaffee abgewöhnen, hm? Mist. Beziehungsweise: Besser ist das wahrscheinlich auch noch aus anderen Gründen. Nochmal probiert: stimmt gar nicht, kann man gut machen. Was für doofe Sojamilch hatte ich denn da beim ersten Mal?
PS: Ich habe gerade angefangen, Hilal Sezgins Artgerecht ist nur die Freiheit zu lesen, ein Buch, das das ganze Thema von der philosophischen Seite her betrachtet. Für mich ist das noch mal ein etwas neuer Blickwinkel, ich bin noch nicht besonders weit, aber es kommt mir jetzt schon sehr klug vor. Auf der Buchmesse habe ich ihr fünf Minuten zugehört, dann musste ich leider weg, aber es hat gereicht, um mich auf die Spur zu setzen.