Besser ist das

Ich wollte einen Blogeintrag über den Versuch schreiben, ein besserer Mensch zu sein. Nicht so sehr im täglichen Umgang mit anderen (meistens bin ich ganz nett), sondern was mein Konsumverhalten angeht. Den Konsum von Tierprodukten, Gemüse, Schokolade, Kleidung, Plastik, überhaupt Waren von Großkonzernen oder kleinen Produzenten, und so weiter. Und darüber, dass auch das schönste vegane Gemüseabo nur ein Versuch von vielen sein kann, es an einer Stelle von vielen ein bisschen besser zu machen. Dass man damit natürlich nicht die Welt retten kann, es aber trotzdem wichtig ist, es immer wieder zu versuchen und die Dinge wenigstens im Kleinen ein bisschen richtiger zu machen. Und dass es manchmal schwierig ist, nicht wütend zu werden, denn wenn man erstmal anfängt, sich mit Themen wie Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zu befassen, dann wird das Thema immer größer und unüberschaubarer, und dann kann man schon sehr, sehr wütend werden, und man kann auch verbittert werden, über die Welt und wie sehr sie durch Profitgier angetrieben wird, und auch auf sich selbst kann man wütend werden, weil man es nämlich nicht schafft, weil man es gar nicht schaffen kann, weil es als moderner Großstädter schlechterdings unmöglich ist, ein ethisch einwandfreies Leben zu führen. Und dann wird man auch manchmal auf sich selbst wütend, weil man sich dazu hat hinreißen lassen, anderen Leuten Vorträge über diese Themen zu halten, oder andersherum deswegen, weil man sich nicht genügend bemüht hat, andere zu überzeugen, nicht mehr bei H&M zu kaufen, nur so als Beispiel. Und dann wird man auch auf andere wütend, denen man nie im Leben einen solchen Vortrag halten würde, die das aber einfach behaupten. Die behaupten, das Nervige an Vegetariern sei, dass sie einem immer Vorträge hielten, dabei kenne ich das in der Tat ausschließlich umgekehrt, man möchte eigentlich nur in Frieden kein Fleisch essen, wird dann aber von Fleischessern ausführlich über ihre Essgewohnheiten informiert, was schnell zu Rechtfertigungen wird, die man nie hören wollte („… auch nur noch ganz wenig Fleisch“, aber vergessen, Aufschnitt und Wurst mitzuzählen), oder sie prahlen umgekehrt damit, wieviel Fleisch sie verdrücken können und behaupten, nur von so Grünzeug würden sie ja gar nicht satt. Manchmal sind sie auch mitleidig, und fragen, ob man denn satt würde, oder noch schlimmer, sie werden hämisch und erklären einem, dass die schönen Schuhe allerdings auch aus totem Tier gemacht sind. Und dann sitzt man da und zwingt sich zum Schweigen, und das kann einen alles sehr wütend machen. Denn ich behaupte ja gar nicht, ich würde alles richtig machen, und ich behaupte auch nicht, ich könnte die Welt retten, wenn ich meinen Fleischkonsum einschränke, das behaupte ich alles nicht, und das ist mir alles klar, ich bin ja nicht blöd. Aber soll ich deswegen aufhören, es hier und da zu versuchen? Ich kann mich doch nicht weiterhin benehmen wie ein Berserker und die Welt ausbeuten, Mensch, Tier und Umwelt, wenn ich doch wenigstens ein paar kleine Dinge ein klein wenig besser machen kann. Denn immerhin zwingt mich niemand, Fleisch aus Massentierhaltung zu essen oder von Kindern geerntete Schokolade, und Kleider zu tragen, die unter entwürdigenden Bedingungen in Bangladesh hergestellt wurden. Das muss ich alles nicht, und das möchte ich alles nicht, aber ich verurteile niemanden, der es nur an einer dieser vielen Stellen versucht, ich bewerte es nicht, wenn jemand Vegetarier ist, aber viermal im Jahr eine Flugreise unternimmt, oder wenn einer nur selbstgenähte Kleidung aus Biomaterialien trägt, aber billiges Fleisch isst, ich möchte diese Urteile nicht. Ich möchte auch selbst nicht so beurteilt werden. Aber was ich auch nicht möchte, ist „einer allein kann eh nichts ausrichten“ als Begründung dafür, dass man sich weiterhin wissentlich und damit willentlich an allerhand Sauereien beteiligt.
Natürlich bin ich auch nur ein Mensch. Ich kaufe durchaus auch schon mal etwas, wo ich eigentlich nicht dahinterstehe. Dann ärgere ich mich, und dann denke ich „das eine Mal macht jetzt global gesehen den Kohl auch nicht fett“. Und dann denke ich Beckett: „Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“

Darüber wollte ich schreiben.
Und dann hätte ich gehofft, dass mir beim Schreiben irgendein kerniger, kluger Satz einfällt, der realistisch ist und ein bisschen tröstlich und eine Art Faustregel oder Ermutigung oder irgendsowas enthält, an der man sich festhalten kann, wenn man mal wieder an den eigenen Ansprüchen und guten Vorsätzen oder an den Umständen gescheitert ist. Mein Satz, an dem ich mich festhalte, ist eine dieser jüdischen philosophischen Denksportaufgaben und geht so:

Du hast nicht die Pflicht, das Werk zu vollenden. Aber du darfst auch nicht aufhören, es zu versuchen.

Das ist tröstlich, wenn man es mal wieder nicht geschafft hat. Wenn man sich doch eine Plastiktüte hat geben lassen, weil man den Leinenbeutel vergessen hat, oder wenn man das Kleid „Made in Bangladesh“ doch gekauft hat, weil es so schön ist. Du hast nicht die Pflicht, das Werk zu vollenden, sei ein bisschen nachsichtig mit dir. Aber versuch’s halt weiter, und dann wirst du wieder scheitern und besser scheitern und es weiter versuchen.

Und dann wollte ich meine ganz persönlichen Versuche, es etwas besser zu machen, aufschreiben. Meine eigenen Mittelwege und Kompromisse. Ich habe mit dem Thema Fleisch angefangen, und das ist so lang geworden, dass ich das alles jetzt auf mehrere Blogeinträge verteilen werde, weil es sonst zu viel ist und zu lang wird. Und zwar in den Kapiteln (Planungsstand heute, das kann sich alles ändern) Fleisch, Gemüse, Kaffee und Schokolade, Geld, Kleidung, Plastik und Müll, Großkonzerne vs. Kleinunternehmer. Als Fazit am Ende wird sich ein kleiner Rant darüber anbieten, wie unfassbar bescheuert ich es finde, das Wort „Gutmensch“ als Schimpfwort zu benutzen. Was soll man denn sonst sein wollen, ein Scheißmensch?

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Alle „Besser ist das“-Artikel finden sich hier.

52 Kommentare

  1. Miriam Freitag, 5. April 2013 um 15:31 Uhr [Link]

    Nobody made a bigger mistake than he who did nothing, because he could only do a little.
    Hach, deprimiert mich auch immer wieder. Dass man einerseits nicht alles tun kann und sich andererseits verhöhnen lassen muss, weil man eh nicht alles tun kann und es deshalb genauso gut bleiben lassen könnte.
    Wenn ich groß bin, kauf ich mir ein Häuschen mit großem Garten in der Pampa. Mit Apfelbaum und Gewächshaus. Dort versorge ich mich dann mit Grünzeug selbst. Vielleicht halte ich mir ein paar Hühner – deren Eier zu essen fände ich OK. Süßzeug gibts dann auch nicht mehr – zumindest keinen Haushaltszucker und keinen Kakao. Und auch kein Fertigessen.
    Bis dahin rede mich mich darin raus, dass mir die Kinder was husten würden, so zu leben. Aber irgendwann sind sie ja weg :-)

    Keep on trying!

    Gruß Miriam

  2. Hammwanich Freitag, 5. April 2013 um 15:34 Uhr [Link]

    Liebste Isa, du sprichst mir aus der Seele. Danke.

  3. Heidrun Schaller Freitag, 5. April 2013 um 15:38 Uhr [Link]

    Solche Typen gibt’s an jeder Ecke, die einem das schöne Gutmenschentum versauen wollen, indem sie so tun, als seien sie darüber ja sowas von erhaben, weil sie (im Gegensatz zu dir, natürlich!) kapiert haben, dass die Menschen nun mal von Grund auf schlecht sind und dass jedes Ankämpfen gegen Konsumgeilheit und Profitgier vollkommen zwecklos und zum Scheitern verurteilt ist. Und aufregen darf man sich schon gar nicht über diese Profitgier und Konsumgeilheit, denn das bietet solchen Menschen wieder jede Menge Angriffsfläche, um einem die Welt zu erklären. Hachja.
    Ich wollte übrigens nur mal einwerfen, auch wenn das den meisten sicherlich paradox vorkommen wird (und ich will es auch nicht weiter thematisieren), aber man kann auch ganz bewusst und selbstbewusst Fleischesser sein und trotzdem bzw. gerade mit der Art des Fleischkonsums für eine bessere Welt eintreten wollen. Nicht jedes Sojafeld und jeder Couscousanbau ist nämlich so wahnsinnig nachhaltig, aber ein auf der Weide gehaltenes Rindvieh kann es schon sein. Aber das nur am Rande.

  4. Kiki Freitag, 5. April 2013 um 15:39 Uhr [Link]

    Schön gesagt. Mich irritiert ja immer diese Militanz von „Berufsbekehrern“ so sehr, egal worum’s gerade geht. Das laissez-faire kommt mir etwas sehr zu kurz bei Atheisten, Veganern, auf-Holzspielzeug-bestehenden zuckerfreien Dinkelkeksmüttern. Darauf reagiere ich dann bestenfalls mit ignorieren; schlimmstenfalls lasse ich mich zum Zurückpampen hinreissen.
    Solange man sich seiner eigenen Unvollkommenheit bewusst ist und generell an sich arbeitet, darf man natürlich auch scheitern, klar. Perfektion ist sowieso unerreichbar. Und so esse ich selten Fleisch, dann aber gutes, fliege nicht in den Urlaub, fahren kaum Auto, lasse beim Zähneputzen kein Wasser laufen und lösche das Licht hinter mir wenn ich den Raum verlasse, habe keine Geräte auf standby laufen, bringe mein Altpapier weg etc. Dafür gönne ich mir gelegentlich die Flugmango, spiele Golf, zeichne mit giftigen Stiften und Tinten, habe ein Smartphone, zwei Computer und ein iPad und einen gigantischen Kühlschrank, bei dem mich das Design mehr interessiert hat als die Energieeffizienklasse. Ich arbeite dran, mehr kann kein Mensch verlangen.

  5. Miriam Freitag, 5. April 2013 um 15:53 Uhr [Link]

    (Ist jetzt ein wenig auf 180 wegen dieses ewigen Arguments: Soja ist ja so schädlich für die Umwelt, ihr bösen Vegetarier! Dieses Scheiß-Soja wird als Viehfutter angebaut, Menschen essen das nicht, auch keine Vegetarier! Auch an dem Scheiß-Natur-zerstörenden Soja sind die Fleischfresser schuld, nicht die Vegetarier! Um Menschen mit Soja zu ernähren, würde ein Zehntel des Sojas reichen, das zurzeit angebaut wird! Was viel weniger Umwelt zerstören würde! Aber jetzt bin ich vermutlich verbiestert und bekehre andere und deshalb schreib ich das nur in Klammern und versuch mich jetzt zu beruhigen.)

    • adelhaid Freitag, 5. April 2013 um 16:06 Uhr [Link]

      (tierfutter und vor allem kraftstoff für autos. das schlimme is glaub ich nicht nur das soja als solches, sondern eher die monokultur. das gleiche gilt für mais. auch eher als tierfutter gedacht, nun aber kraftstoff für autos und auch hier: monokultur.)

    • Anne Freitag, 5. April 2013 um 17:37 Uhr [Link]

      Ich möchte aber auch nicht immer Fleischfresser genannt werden, das macht mich aggressiv und dann werd‘ ich wieder trotzig.

    • Heidrun Schaller Freitag, 5. April 2013 um 20:57 Uhr [Link]

      Deswegen schrieb ich vom der Viehhaltung auf der Weide. Soja an Rinder zu verfüttern ist nicht nur ökologisch falsch, es macht auch die Rinder krank. Sie sind bekanntlich Wiederkäuer und von Natur aus nur mit Gras und Kräutern zurecht; Hülsenfrüchte und Körner sind nicht artgerecht und werden nur verfüttert, um die Tiere möglichst schnell fett werden zu lassen. Ich verstehe übrigens die Aggressivität nicht, ich habe eigentlich niemanden angefeindet.

  6. Webschaf Freitag, 5. April 2013 um 16:00 Uhr [Link]

    Danke!
    Ich werde es weiter versuchen.

  7. adelhaid Freitag, 5. April 2013 um 16:02 Uhr [Link]

    ich find ja generell, dass man leute nicht bewerten sollte in dem, was sie tun und was sie denken und was sie handeln. es sei denn (ja, genau, nämlich ja eigentlich doch), sie verhalten sich so bescheuert, dass einem echt nichts mehr einfällt.
    das örtliche plätschergewässer schräg vor meiner tür wird einmal im jahr vom örtlichen angelverein sauber gemacht. so, wie ich es verstehe, scheinen sie mit langen harken über den grund zu fahren (was das mit dem boden macht..geschenkt), und die fahrräder, einkaufswagen, mülltüten und autobatterien rauszusammeln, die sich dort angesammelt haben. mal abgesehen davon, dass ich meine im diesjährigen bild in der zeitung mein geklautes fahrrad erkannt zu haben, frage ich mich, und dies zusammen mit dem chef des angelvereins: ernsthaft? autobatterien in den fluss werfen? mülltüten? echt? wo in der ganzen stadt mülltonnen rumstehen? wo man batterien beim kauf einer neuen einfach da lassen kann (oder hinbringen kann..also, die alte?)? da wird einem das leben schon so nett und adrett und einfach wie möglich gemacht und dann gibt es leute, die müll einfach ins gebüsch oder ins wasser werfen? was geht in deren köpfen vor??
    ich versteh sowas wirklich nicht. wirklich.
    und wenn leute mit der umwelt vor ihrer eigenen haustür (müll kann man erstaunlich gut zurückverfolgen, wie zwei unlängst angestrengte verfahren gegen müllentsorger hier in der stadt beweisen) schon so bescheuert umgehen, was denken die denn global? dass sie das alles nix angeht?
    die erkältung hilft gerade sicherlich nicht, aber isch könnt misch so uffresche!!!!

    • Trippmadam Freitag, 5. April 2013 um 21:22 Uhr [Link]

      Ei, resche Se sisch net uff, lieb Fraa Adelhaid, des bringt doch alles nix. Aber Se habbe schon rescht. Wenn dene Leude 10 Schridde zum Condäner zu viel sin, aber 9 Schridde zum nächsde Deisch grad noch gehe duhn, dann zweifeld mer schon an sisch un seinem Verstande. (So, und jetzt bin ich am Ende mit meinem Frankfortisch)

  8. serotonic Freitag, 5. April 2013 um 16:14 Uhr [Link]

    Man weiß ja fast gar nicht, welche Passage man zitieren möchte.

  9. Christian Freitag, 5. April 2013 um 16:16 Uhr [Link]

    Was Frau Hammwanich sagt.

  10. Jenny Freitag, 5. April 2013 um 16:21 Uhr [Link]

    Toller Text.

  11. Anke Freitag, 5. April 2013 um 16:29 Uhr [Link]

    Frau @hanhaiwen hatte mal einen Satz getwittert, den ich sehr mag. Der bezog sich auf Sexismus, passt aber auch zu kritischen Anmerkungen über das Großkapital etc. Der Tweet ging sinngemäß:

    „Der Satz „Regt euch doch nicht so auf“ nervt. Wie soll sich die Welt denn sonst ändern?“

  12. vorschau | testballong Freitag, 5. April 2013 um 16:30 Uhr [Link]

    [...] isabo nebenan bereitet die leserschaft darauf vor, dass sie in nächster zeit bestimmte blogartikel zu bestimmten [...]

  13. Anne Freitag, 5. April 2013 um 16:31 Uhr [Link]

    Sach mal, was machst du da eigentlich in meinem Kopf? Du kannst doch nicht einfach genau das aufschreiben, was ich so in den letzten Wochen gedacht und teilweise schon für einen potentiellen Blogpost vorformuliert habe. SO GEHT DAS DOCH NICHT!

  14. Anne Freitag, 5. April 2013 um 16:59 Uhr [Link]

    Jetzt mal als längere Erklärung: Genau in die Richtung habe ich in der letzten Zeit auch oft gedacht, weil ich gerade auch versuche, bewusster zu konsumieren, also Biokiste und Biofleisch und Bücher in den Buchladen bestellt und hassenichgesehn. Aber ich würde mich hüten, da jetzt andere bekehren zu wollen, weil ich davon ausgehe, dass, selbst wenn ich jetzt fünf Dinge richtig mache, ich immer noch fünfzig Dinge „falsch“ mache. Aber jede Entscheidung für etwas Gutes und gegen etwas Nichtsogutes ist besser als gar nichts zu tun und ich finde, man muss da nicht unendlich stolz drauf sein, aber man muss es auch nicht kleinreden.

    Außerdem muss man glaube ich gnädiger zu sich selbst und anderen sein und sich selbst auch Dinge durchgehen lassen, von denen man vielleicht weiß, dass sie doof sind oder dass das ethisch/moralisch/whatever zweifelhaft ist, aber man es in diesem Moment oder in dieser Situation doch möchte oder weil es ungemein viel praktischer ist oder was-weiß-ich. Dadurch wird man nicht zu einem schlechten Menschen und man muss sich auch nicht gefallen lassen, dass andere dann auf vermeintlicher Inkonsequenz rumhacken. Da hat auch jeder andere Prioritäten oder Vorlieben und kann vielleicht auf das eine viel besser verzichten als auf das andere.

    Wir kaufen zum Beispiel immer stilles Wasser in so kleinen Plastikflaschen, da das anscheinend der einzige Weg ist, um den Mann dazu zu bringen, ausreichend viel zu trinken. Umwelttechnisch eine Katastrophe, geldtechnisch wohl Verschwendung, für die meisten wahrscheinlich kaum nachvollziehen, ist aber so und funktioniert für uns am besten. Und es gibt vermutlich noch zig Beispiele. Dafür kaufe ich mit Körbchen ein, wo’s geht, horte Batterien, bis ich irgendwann mal dran denke, sie wegzugbringen und werde fuchsig, wenn der Müll nicht ordentlich getrennt ist. Jedem das Seine. Hauptsache, man fängt irgendwo an.

  15. Maximilian Buddenbohm Freitag, 5. April 2013 um 17:06 Uhr [Link]

    Das mit den missionierenden Fleischessern ist faszinierend richtig. Ich kenne tatsächlich keinen einzigen missionierenden Vegetarier, aber die andere Fraktion predigt gerne und viel und sofort, wenn man Fleischverzicht auch nur als Möglichkeit erwähnt.

  16. giardino Freitag, 5. April 2013 um 17:23 Uhr [Link]

    Ad Fleischkonsum: Das scheint mir der unvermeidliche Effekt bei ideologisch belasteten oder überhaupt stark polarisierenden Themen zu sein: Jedes Lager hat den Eindruck, die andere Seite wolle missionieren; nächste Stufe ist dann das Gefühl, man dürfe ja seine eigene Haltung eigentlich gar nicht mehr laut äußern. Immer wieder erlebt. (Beispielthemen: Stillen vs. Fläschchen, Israel vs. Palästinenser, Atheist vs. Christ, Hartz-IV-Empfänger sind faul vs. werden kleingemacht, Ausländer sind grundsätzlich kriminell vs. sind grundsätzlich Opfer, etc. pp.)

    Zurück zum Thema. „I refuse to buy into the mainstream myth that we can shop our way out of catastrophe“ (Zitat aus einem inzwischen nicht mehr online seienden Blogeintrag) – ich glaube, wenn sich in großem Maßstab etwas an den Misständen im Umgang mit Menschen und Umwelt ändern soll, müssen sich globale Spielregeln ändern, muss Politik sich ändern. Seinen Lebensstil zu ändern wird vermutlich nicht ausreichen, auch nicht wenn Millionen einigermaßen situierte Mitteleuropäer und Amerikaner es tun. Einerseits.

    Andererseits darf das keine Entschuldigung sein, nicht auch seinen Lebensstil zu ändern und das zu unterstützen, was man unterstützen kann. Nicht nur fürs Gewissen, sondern auch für die Glaubwürdigkeit der Sache und um der Politik keine Entschuldigung zu bieten, auch nichts zu tun.

    • Anne Freitag, 5. April 2013 um 17:35 Uhr [Link]

      Mir geht es da auch um meine eigene Glaubwürdigkeit. Wenn ich meine, das irgendwas falsch läuft, dann muss ich auch selber das dafür tun, was ich kann. Ich erwarte nicht, dass man sein Leben von Grund auf verändert, sondern, dass man sich bewusster für oder gegen etwas entscheidet.

      Außerdem gehöre ich zu dem Menschen, die lieber sich selbst gegenüber „treu“ bleiben, als auf andere zu gucken. Wenn ich irgendwo höre, dass man sein eigenes Fehlverhalten damit begründet, dass alle anderen das auch so machen, krieg ich einen Anfall. Das macht es doch nicht besser. Außerdem kann ich nur erwarten, dass andere das auch richtig machen, wenn ich es auch richtig mache. Im Zweifelsfall ist man eben immer erstmal der erste, der es anders macht. Dafür braucht man dann aber auch keine Ausreden mehr.

    • Isabel Bogdan Freitag, 5. April 2013 um 17:41 Uhr [Link]

      Ja. Und darauf zu warten, dass „die Politik“ oder „die Wirtschaft“ was tun, quasi von alleine, ohne dass ein Verbraucherwunsch erkennbar ist, ist ja nun auch nicht gerade zielführend. Vorsichtig ausgedrückt.
      Das ist auch ein Punkt, an dem es bei mir ganz massiv hapert: Politik mitmachen. Irgendwo wirklich einmischen und mitarbeiten. Tu ich nicht. Ich versuche nur seit einiger Zeit, möglichst wenig an dem ganzen System, das rein auf Profitgier aufgebaut ist, teilzunehmen.

    • Rebekka. Sonntag, 7. April 2013 um 18:01 Uhr [Link]

      „Ich erwarte nicht, dass man sein Leben von Grund auf verändert, sondern, dass man sich bewusster für oder gegen etwas entscheidet.“

      Ja.

  17. Karin Diemerling Freitag, 5. April 2013 um 18:05 Uhr [Link]

    Gibt es so etwas wie heiter-gelassenes Aufregen? Oder fröhlich-offensives Gutmenschentum? Das würde ich glatt gern anstreben. Auch in Momenten wenn ich, fast immer Vegetarierin außer zur Spargelzeit weil die bleichen Stangen mit Schinken so saugeil schmecken, mal wieder konventionelles Katzenfutter kaufe, weil die Viecher mir das Biozeug nicht fressen wollen und ich zu bequem bin, das mit ihnen auszudiskutieren …

  18. Liisa Freitag, 5. April 2013 um 18:11 Uhr [Link]

    Sie fassen in Worte, was in meinem Kopf kurz vor dem Verfilzen stand. Danke für das Durchschlagen des gordischen Knotens in meinem Kopf.

    Und danke für die Ermutigung. Habe den festen Vorsatz (aha!) mich im Fall der Fälle an Ihren „Festhalte-Satz“ zu erinnern, statt mich mal wieder gedanklich unangespitzt in den Boden zu rammen, wenn die Umsetzung von Vorsätzen kurzzeitig scheitert.

  19. Christina Freitag, 5. April 2013 um 19:27 Uhr [Link]

    1.: Stimmt alles.
    2. Zum Thema Vegetarismus: Ich bin seit etwas mehr als zwei Jahren Vegetarierin und war wirklich erstaunt, wieviel Gegenwind mir von den Fleischessern (nicht despektierlich gemeint) entgegen wehte. Mich hat es sehr daran erinnert, wie Ex-Raucher von (Noch-)Rauchern angesehen werden: als wäre man ein Verräter an der Sache. Ich denke, Grund dafür ist, dass man innerlich selbst Zweifel hat, ob man da das Richtige tut… und das darüber Nachdenken kann man am einfachsten abwürgen, indem man diese negativen Gefühl auf das Gegenüber projiziert. Ob es nun der Nicht-(mehr)-Raucher oder der Vegetarier ist.
    Ich wurde jedenfalls sehr schnell sehr defensiv als Vegetarier und äußerte meine Toleranz und Akzeptanz gegenüber denen, die Fleisch essen schon gleich vorneweg. Was mich dann auch wieder ärgert, denn ich will niemanden missionieren: Für mich selbst habe ich den Entschluss getroffen, dass mir Fleisch nicht fehlt, dass kein Fleisch zu essen sich für MICH, in MEINER momentanen Lebenssituation richtig anfühlt-. Was du damit machst, ist deine Sache und hat mit mir nichts zu tun.

  20. Sandra Freitag, 5. April 2013 um 21:39 Uhr [Link]

    Wunderbar. Du sprichst mir aus der Seele und ermutigst zum Weitermachen. Den Spruch mit dem „Scheissmenschen“ muss ich mir merken.

    Ich bin in den letzten Wochen Vegetarier geworden und vermeide Milchprodukte ebenfalls wo es nur geht. Und was ist nun? Ich kriege Schweissausbrueche bei dem Gedanken daran, es unseren Freunden zu erzaehlen! Spaetestens beim naechsten Grillfest kommt es raus. Was soll ich tun? Nur noch heimlich zu Hause meine Gemuesespiesse grillen und alles andere absagen? Eine neu entdeckte Allergie vorschieben? Gibt’s ueberhaupt eine Fleischallergie? Ich geh mal googeln…

    • jubil Samstag, 6. April 2013 um 16:22 Uhr [Link]

      Nur Mut, das wird.
      Ich habe anfangs immer gesagt: „Ich esse gerade kein Fleisch.“ Mehr so, weil nach der kurzen Zeit der Begriff Vegetarierin noch nicht ehrlich zu mir gepasst hat, wie ich fand.
      Und solang du damit klar kommst, dass dein Gemüsespieß oder Tofuwürstchen auf dem gleichen Rost fröhlich vor sich hinbrutzelt, auf dem auch totes Tier gart, gibt es gewöhnlich kein Anecken. Im besten Fall keine Diskussionsbereitschaft signalisieren – oder erfahrene VegetarierInnen mitbringen, falls nicht von vornherein die Chance besteht, dass sowieso welche dort sind.
      Aber nicht verstecken. Das ist auf Dauer auch keine Lösung (nicht mal kurzzeitig) und keine Angst, du wirst schon nicht gelyncht.

      [Klingt fast wie ne Outinghilfe für Neuvegetarier... :)]

  21. Dieter Freitag, 5. April 2013 um 23:09 Uhr [Link]

    Nur kurz etwas zu dem einen Begriff: Gutmensch bleibt für mich kritikwürdig. Wer die Welt verbessern will und daran glaubt, daß sie verbessert werden kann, ist ein Idealist, kein Gutmensch. Gutmenschen sind für mich die, die meinen, durch eigenes Wohlverhalten ließe sich jeder Konflikt mit anderen Menschen vermeiden, so als gäbe es keine gegensätzlichen Interessen. Der Idealist weiß, daß er immer wieder enttäuscht werden wird, weil andere Menschen Egoisten sein können. Der Gutmensch meint, daß andere Menschen keine Egoisten mehr sein wollen, wenn sie durch sein tolles Vorbild sehen, daß es auch anders gehen kann. Daß Menschen diese EInsicht vielleicht nicht teilen, will ihm nicht in den Kopf.

    LG Dieter

  22. Frau-Irgendwas-ist-immer Samstag, 6. April 2013 um 12:02 Uhr [Link]

    Danke für diesen Text! DANKE!

  23. MonikaZH Samstag, 6. April 2013 um 13:38 Uhr [Link]

    .
    Danke

  24. Kleinerdreißigtagebuch – 6. April | Ninette Halbbluthobbit Samstag, 6. April 2013 um 22:55 Uhr [Link]

    [...] hat auch für alle, die es interessiert, aufgeschrieben wie das geht. Isabo denkt darüber nach, wie gut ein Mensch sein kann in dieser Gesellschaft und stellt fest: das Gegenteil ist genauso falsch. Außerdem: warum mir [...]

  25. Besser ist das: Fleisch Sonntag, 7. April 2013 um 08:57 Uhr [Link]

    [...] (Einleitung: Besser ist das) [...]

  26. Señor Rolando Sonntag, 7. April 2013 um 20:16 Uhr [Link]

    Faszinierend sind auch die nur sehr selten hilfreichen Berichterstattungen darüber, was wir aktuell alles mal wieder nicht machen sollten. Da gibt es verdammt viel „nicht“ und respektabel wenig „statt dessen.“

    Beim Fleisch geht’s noch. Irgendwo um die Ecke findet sich meist ein Biobauernhof.

    Aber spätestens bei Klamotten hört es meist auf. Berichte darüber, was da alles verkehrt läuft, gibt es reichlich. Informationen darüber, woher ich moralisch vertretbare Körperdeko finde, suche ich oft vergeblich.

    Wahrscheinlich suche ich nur nicht emsig genug. Ich faule Wohlstandssau. (Da, ruckzuck ist auch schon wieder Fleisch im Spiel! ’s geht tatsächlich nicht ohne. q.e.d.)

  27. Besser ist das: Gemüse Mittwoch, 10. April 2013 um 00:13 Uhr [Link]

    [...] drei der Reihe. Bisher erschienen: 1. Einleitung: Besser ist das. 2. [...]

  28. Frau … äh … Mutti » Archiv » kurz. Mittwoch, 10. April 2013 um 18:32 Uhr [Link]

    [...] erster Teil: Einleitung [...]

  29. Der Wirtschaftsteil | GLS Bank-Blog: Geld ist für die Menschen da! Donnerstag, 11. April 2013 um 06:38 Uhr [Link]

    [...] ist, was falsch ist und woran man das denn erkennen kann und was man daraus ableiten soll – in dieser Woche fragt sich das z.B. Isabel Bogdan, mit einem übrigens glanzvollen Schlusssatz zum Begriff des Gutmenschen. Und hier gibt es bei ihr [...]

  30. Woanders – Der Wirtschaftsteil | Herzdamengeschichten Donnerstag, 11. April 2013 um 06:39 Uhr [Link]

    [...] ist, was falsch ist und woran man das denn erkennen kann und was man daraus ableiten soll – in dieser Woche fragt sich das z.B. Isabel Bogdan, mit einem übrigens glanzvollen Schlusssatz zum Begriff des Gutmenschen. Und hier gibt es bei [...]

  31. Nathalie Donnerstag, 11. April 2013 um 08:37 Uhr [Link]

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin gespannt auf deine nächsten Artikel.
    Liebe Grüsse von einem scheiternden Gutmenschen

    Nathalie

  32. Uta Donnerstag, 11. April 2013 um 10:25 Uhr [Link]

    Das kann ich nur unterschreiben und füge mal eines meiner Lieblingszitate an:
    Wenn viele kleine Leute viele kleine Dinge tun, kommt Großes dabei heraus
    LG von der Maus

  33. Seifenfrau Donnerstag, 11. April 2013 um 16:54 Uhr [Link]

    Ahh…danke, dass du dein Gedankenkarussel aufgeschrieben hast – ich kenne diese sich drehenden Gedanken und Gespräche nur zu gut.
    Ich wollte das auch schon mal aufschreiben/blogggen, fand aber keinen Anfang und würde keine Ende finden.
    Also: Ja.
    Liebe Grüße!

  34. Kesro Freitag, 12. April 2013 um 11:46 Uhr [Link]

    So ein toller Text <3

  35. Impossible – What we say and what we do | volatile life Samstag, 13. April 2013 um 10:59 Uhr [Link]

    [...] the page who started off that crap with “better life” achieves the link between the food on your table and the garment you wear (from Bangladesh). [...]

  36. Bemerkenswert Sonntag, 14. April 2013 um 21:22 Uhr [Link]

    [...] macht sich Gedanken über kleine Veränderungen, die vielleicht die Welt ein bisschen besser machen. Fleisch, Gemüse… wir sind gespannt, [...]

  37. Jens Müller-Storz Montag, 15. April 2013 um 22:20 Uhr [Link]

    „Ich esse keine toten Tiere mehr“. Und mit diesem Satz begann bei mir eine Zeit, die meine Ernährung und mein Nachdenken eben darüber massiv verändert hat. Zunächst mal war es einfach, da meine Gattin ebenfalls fleischlos, ja fast schon vegan lebte. Ich fing irgendwann an, mir über die Aussagen der „anderen“ Gedanken zu machen. Man hört bei ungefähr 100% aller Karnivoren, dass sie ja nur Biofleisch essen. Ausschließlich! Vom Metzger nebenan., der kennt ja seine Tiere seit Geburt an. Mag ja alles sein aber er tötet sie. Zack, Bolzen in den Kopf, aufgehängt und ausgeblutet. Klingt nicht gut? Ist aber so. Auch beim netten Bio Metzger von nebenan. Es ist en Irrglaube, das Bio = „Total korrekt, du“ ist. Auch diese Bio Tiere kommen zum teil aus den gleichen Mastbetrieben und nur ganz geringe Prozentsätze der Auslagen im Biomarkt oder bei meinem persönlichen Hassladen „Alnatura“ haben jemals eine Weide gesehen und ein Kalb gestillt. Geboren um zu sterben. Auch bei Bio. Also, bei Fleisch war nach wenigem denken die Entscheidung für das Tier bei mir gefallen. Und dann kamen die Argumente der Karnivoren: Es geht nicht ohne Fleisch, der Mensch braucht Fleisch, wir wären nicht da, wo wir sich ohne Fleisch. Humbug. Keiner braucht Fleisch. Es gibt kein Argument pro-Fleisch. Ach ja, ich habe früher viel Fleisch gegessen …
    Wat könnt ich mich aufregen. Unser Fleisch ist mittlerweile existenzbedrohlich für viele Millionen Menschen geworden. Rodungen für Mais- und Sojafelder sind nur ein Thema. 15.000 Liter Wasser (In Deutschland Trinkwasser!) benötigt man für ein Kilo Rind. Das Problem der Exkremententsorgung wird uns noch viele Jahre beschäftigen.
    Studien (z.B. The China Studies) belegen die krankmachende Wirkung von Fleisch.

    In wenigen Jahren wird Fleisch ein Unterschichtenessen sein.

    So, geschrieben.

    Schönen Abend

    jens

  38. Susi Dienstag, 16. April 2013 um 22:56 Uhr [Link]

    Wie wahr! Aber biiiiiitte mach doch ein paar Absätze in Deine Texte!!!

  39. Woche woanders #3: Echo-Ortung für Blinde, Zombies, Fair Trade und Bahnhöfe Mittwoch, 17. April 2013 um 09:31 Uhr [Link]

    [...] überhaupt zum Thema: Isabel Bogdan hat eine schöne neue Serie, “Besser ist das”, über den Versuch, ein besserer Mensch zu sein. Auch beim Essen, [...]

  40. Henning, Gutmensch Sonntag, 21. April 2013 um 14:51 Uhr [Link]

    „…wie unfassbar bescheuert ich es finde, das Wort „Gutmensch“ als Schimpfwort zu benutzen. Was soll man denn sonst sein wollen, ein Scheißmensch?“

    Das kann ich nur unterstreichen. Irgendwie bilden sich eh komische Schimpfwörter heraus derzeit. Wie kann man nur auf die Idee kommen, „Opfer“ als Schimpfwort zu benutzen?

  41. das eine was man will, das andere was man mag | testballong Mittwoch, 1. Mai 2013 um 13:09 Uhr [Link]

    [...] frau bogdan schreibt glaub ich gerade das nächste buch. zumindest erscheint es so, und stimmen aus dem umfeld fänden das auch eine gute idee und dem kann ich nur zustimmen. sie beschreibt, was neben dem tatsächlichen konsum von gütern noch eine rolle spielt, nämlich eigentlich alles drumrum. neben isa gibt es noch andere, die diese themen aufgreifen, und es erscheint wirklich so als befänden wir uns in den thementagen konsum und nachhaltigkeit. ich glaube, viele menschen, wenn nicht gar fast jeder in meinem persönlichen umfeld, hat neben überzeugungen und allgemeinem interesse auch immernoch fragen zu diesen themen. vielleicht ist es auch eine sache, die mit dem alter kommt, oder mit einem gewissen kontostand. vielleicht kommt es auch wirklich wellenhaft. vielleicht, ganz vielleicht, hat auch die politik* etwas damit zu tun. sich um das, was um einen herum ist, kümmern, sich dafür interessieren, wie die dinge zusammen hängen (kilometerbreite maisfelder wo früher irgendwie vielmehr unterschiedliches zum kucken war), sich seinen eigenen einfluss auf die umwelt klar machen (und sei es durch schulaktionen, bei denen jede klassenstufe ein stück küste zugeteilt bekommt und dort alles, was aus plastik ist, aufsammeln musste.), bäume pflanzen wenn man fliegt usw usf. [...]

  42. K. Donnerstag, 13. Juni 2013 um 15:03 Uhr [Link]

    Liebe Isa,
    ich bin gerade unterwegs auf einer großen Reise, habe bereits verschiedene Länder durchquert und es geht noch weiter, immer weiter. Zwischendurch bei allerlei Gelegenheiten denke ich an deine wunderbare „Besser ist das“-Reihe, deren Beginn ich noch von Zuhause aus verfolgt habe. Du hast viele meiner eigenen Gedanken so treffend in Worte gefasst; wie du mit Sprache umgehst und spielst… Wahnsinn. Hier von unterwegs begegne ich ganz anderen, mir bisher fremden Lebensstilen und Gewohnheiten und Einstellungen und das ist so wunderbar und erfrischend und zum Nachdenken anregend, wie ICH eigentlich mein Leben leben und mit verschiedenen Themen, die du auch ansprichst, umgehen möchte. Deine Texte unterstützen mich dabei und deshalb schreibe ich dir jetzt und hier im bewölkten Moskau auf dem Fußboden der Wohnung einer netten Russin (die nur Obst und Gemüse isst) sitzend einfach unbekannterweise und sage: Danke dir!

    PS: Die Internetverbindung ist hier sehr wackelig, entschuldige bitte, wenn der Kommentar mehrmals erscheint.

    • Isabel Bogdan Donnerstag, 13. Juni 2013 um 18:02 Uhr [Link]

      Oh, vielen Dank!
      Ich habe fast ein schlechtes Gewissen, dass ich noch nicht weitergemacht habe mit der Reihe – aber wenn der Arbeitsberg hinter mir liegt, will ich noch mehr schreiben. Über Müll und Kleinunternehmen, worüber ich auch erst noch ein bisschen lesen müsste, und wie man das alles in seinem Kopf nicht sortiert kriegen kann. Jedenfalls ich nicht. Stellt sich raus: man kann erstaunlicherweise nicht kurz mal eben die Welt besser machen.

  43. Wieder aufgetaucht…. | Freitag, 5. September 2014 um 20:39 Uhr [Link]

    […] Und nun zu etwas vollkommen anderem: Ich versuche ja ab und zu mal hier ein bißchen Ernst des Lebens mit einzubringen und andere teilhaben zu lassen an meinen Versuchen, ein besserer Mensch zu werden. Leider kann ich das nicht immer so gut ausdrücken wie ichs gerne möchte und da freu ich mich doch sehrsehrsehr wenn ich über Blogs von Wortakrobaten (wie ich die Wortakrobatik bewundere! Gute Fee, wo bist du? Erfüll mir nur den einen Wunsch- ich möchte so mit Sprache umgehen können! *seufz*) stolpere, die das in Worte fassen, was ich sagen möchte. Vor lauter Nicken konnte ich diesen Post von Isabel Bogdan kaum gescheit lesen.Jetzt fällt mir kein guter Abschlußsatz mehr ein, weil mir zuviel zum Thema im Kopf rumgeht und ich im Auf-den-Punkt-bringen noch nie gut war. Also stibitze ich ein Zitat (sie nennt es “eine dieser jüdischen philosophischen Denksportaufgaben”) aus Isabels Post Besser ist das : […]

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