Deutscher Buchpreis

Die Nominierungen für den Deutschen Buchpreis sind da! Hier ist die Longlist. Ein paar davon habe ich in Klagenfurt gehört, von ein paar anderen früher mal etwas gelesen, von den nominierten Titeln habe ich aber noch keinen einzigen gelesen. Trotzdem hier meine Prognose für die Shortlist: Trojanow, Zaimoglu, Setz, Erpenbeck, Kopetzki. Nachrücker: Lappert.

Schade, dass „Auerhaus“ von Bov Bjerg nicht draufsteht, ich hätte es ihm gegönnt. Und habe ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich nichts drüber geschrieben habe. Dana Grigorcea fehlt auch (nicht gelesen, aber Klagenfurt).

Und gleich noch eins!

Weil es gestern so schön war, habe ich hier gleich noch einen flotten Vierzeiler.

I‘d like to be a langur
sitting by a stupa
eating chips and bang-ur
wouldn’t it be supa?

Freundlicherweise reimt sich das auf, äh, „Deutsch“ alles genauso. Languren sind Schlankaffen, und das Wort „Schlankaffe“ kannte ich bisher auch nicht. Ein Stupa ist ein buddhistisches Bauwerk, wir befinden uns übrigens kurz mal in Bhutan. Bang-ur klingt wie ein Gericht, ich habe aber nichts gefunden. Nur einen Stadtteil von Kalkutta. Jedenfalls ist die Übersetzung erstmal nicht schwierig, fand ich, aber vielleicht wollt Ihr ja noch mitspielen.

Ich wär so gern ein Langur
Neben einem Stupa
Äße Chips und Bang-ur,
wäre das nicht supa?

Ein Gedicht, ein Gedicht!

Endlich wieder was zum Mitdichten!

If I were a cassowary
On the plains of Timbuctoo,
I would eat a missionary,
Blood and bones and hymn-book too.

Ein cassowary ist ein Kasuar, ein anscheinend gefräßiger, flugunfähiger Laufvogel, der vor allem in Neuguinea vorkommt. Was nicht direkt neben Timbuktu liegt, aber hey. Das Gedicht kursiert in England offenbar in verschiedenen Varianten seit Anfang des 19. Jahrhunderts, mehr dazu hier, wenn es Euch interessiert. Und es wird in meiner aktuellen Übersetzung zitiert.

Wäre ich ein Kasuar
irgendwo in Afrikar
fräß ich einen Missionar
mit Liederbuch Gesangbuch, Haut und Haar.

Äh, ja. Und jetzt Ihr. Timbuktu muss nicht, der Bezug zum Missionar schon. Also Gesangbuch, Gebetbuch, Bibel, irgendsowas.

Post!

Wir haben eine neue Briefträgerin, sie ist ist sehr jung und trägt zum Post-Uniform-Polohemd gern Hot Pants, gemusterte Strumpfhosen mit Löchern und Springerstiefel. Ihre Haare sind oben lila, darunter türkis. Sie ist der Postpunk!

Flashback

Ich sitze auf dem Balkon und arbeite und werde von Mücken zerstochen. Irgendwo müssen doch noch … es gibt wahrscheinlich nur ein einziges Wort, das ich nur auf Japanisch kenne, aber nicht auf Deutsch oder Englisch. Irgendwo müssten doch noch Katorisenkô sein, nicht mehr aus Japan, sondern von Korfu vor ein paar Jahren. Ich suche sie, und tatsächlich ist da eine ganze Packung, auf Englisch heißen sie also mosquito coil, und jetzt sitze ich mit Katorisenkô auf dem Balkon und es riecht total intensiv nach Japan. Das passt ein bisschen, weil ich in der Übersetzung gerade in Hongkong bin, ich war noch nie in Hongkong, aber vielleicht riecht es da auch nach Katorisenkô.
Jetzt hätte ich vielleicht gern ein paar Sushi oder eine schöne Nudelsuppe, dazu würde man das Ding-ding-ding des nahegelegenen Bahnübergangs und die Zikaden hören.

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