Work in Progress: Hand of Glory

Immer wieder überraschend, was man beim Übersetzen so lernt: Eine Hand of Glory ist die abgehackte Hand eines Menschen (genauer gesagt: eines Erhängten). Wenn man sich als Einbrecher Zutritt zu einem Haus verschafft hat, kann man, wenn alle anderen im Haus schlafen, eine Kerze in diese Hand stecken (ich erspare Euch die Zutaten, aus denen die Kerze herzustellen ist), und mit folgender Beschwörung dafür sorgen, dass alle im Haus sehr fest schlafen und nur der Einbrecher hübsch wachbleibt:

Let those who rest more deeply sleep,
Let those awake their vigil keep.
Oh hand of Glory, shed thy light,
Direct us to our spoil tonight.

Alsdann ruft der Einbrecher in meiner Geschichte mithilfe der leuchtenden Hand seine Bande zusammen, die draußen wartet:

Flash out thy light, oh skeleton hand,
And guide the feet of our trusty band.

Ich bin mit meinen Versuchen bis hier gekommen:

Lass die, die schlafen, tiefer ruhn,
und die, die wach sind, hellwach sein.
Hand des Lichts, wirf deinen Schein
Auf unsre reiche Beute nun.

Wirf dein Licht, du Leichenhand
Und zeig den Weg der Räuberband’.

… aber noch gar nicht glücklich. Na los, Ihr seid doch besser als ich.

Irgendwo bellte ein Hund

Die taz hat es gemerkt, Slate auch, und sogar ich habe schon drüber gebloggt. Und deswegen werden hier jetzt in der Ferne bellende Hunde gesammelt. Torsten sammelt mit, wer sonst noch etwas findet, darf mir das gerne schicken. Bellende Hunde im Sinne dieser Verordnung sind auch blökende Schafe.


Isabel Bogdan: Der Pfau (61)
 


Jane Gardam (Isabel Bogdan): Letzte Freunde (67)
 


Jo Lendle: Was wir Liebe nennen (226)
 
 

Florian Wacker: Albuquerque
 


Margit Auer: Die Schule der magischen Tiere
 


Andy Stanton (Harry Rowohlt): Mr Gum und das geheime Geheimversteck

Rhinozeros

„Lieber Gott, Du bist der Boss.
Amen! Dein Rhinozeros“,

dichtete weiland Harry Rowohlt. Auch er tat das schon im Auftrag dieser Schule in Bremen, deren Schülerzeitung „Das Nashorn“ heißt und die quasi die gesamte internationale Literaturlandschaft mit der Bitte um Nashorngedichte flutet. So auch „meine“ Autorin Jane Gardam. Jane Gardam hat also genashorndichtet, und ich soll es nun übersetzen.

Nashorn

GardamRhino

Mein Versuch:

Ein Nashorn stand auf der Terrasse,*
eins von der allergrößten Rasse.
„Oh, Nashorn, du wirkst fürchterlich!“
„Ach, was. Hast du ’n Tee für mich?“
Jane Gardam, Geschichtenerzählerin

P.S. (Post scriptum, Nachtrag:)
„Hey, Rhino, wolln wir Freunde sein?
Das schönste Nashorn hier am Rhein!“
„Das ist der Rhein? Wie kann das sein?
Ich brauch ein Navi, will mir schein‘n!“

***

Na los, das könnt Ihr besser!

Und gleich noch eins!

Weil es gestern so schön war, habe ich hier gleich noch einen flotten Vierzeiler.

I‘d like to be a langur
sitting by a stupa
eating chips and bang-ur
wouldn’t it be supa?

Freundlicherweise reimt sich das auf, äh, „Deutsch“ alles genauso. Languren sind Schlankaffen, und das Wort „Schlankaffe“ kannte ich bisher auch nicht. Ein Stupa ist ein buddhistisches Bauwerk, wir befinden uns übrigens kurz mal in Bhutan. Bang-ur klingt wie ein Gericht, ich habe aber nichts gefunden. Nur einen Stadtteil von Kalkutta. Jedenfalls ist die Übersetzung erstmal nicht schwierig, fand ich, aber vielleicht wollt Ihr ja noch mitspielen.

Ich wär so gern ein Langur
Neben einem Stupa
Äße Chips und Bang-ur,
wäre das nicht supa?

Ein Gedicht, ein Gedicht!

Endlich wieder was zum Mitdichten!

If I were a cassowary
On the plains of Timbuctoo,
I would eat a missionary,
Blood and bones and hymn-book too.

Ein cassowary ist ein Kasuar, ein anscheinend gefräßiger, flugunfähiger Laufvogel, der vor allem in Neuguinea vorkommt. Was nicht direkt neben Timbuktu liegt, aber hey. Das Gedicht kursiert in England offenbar in verschiedenen Varianten seit Anfang des 19. Jahrhunderts, mehr dazu hier, wenn es Euch interessiert. Und es wird in meiner aktuellen Übersetzung zitiert.

Wäre ich ein Kasuar
irgendwo in Afrikar
fräß ich einen Missionar
mit Liederbuch Gesangbuch, Haut und Haar.

Äh, ja. Und jetzt Ihr. Timbuktu muss nicht, der Bezug zum Missionar schon. Also Gesangbuch, Gebetbuch, Bibel, irgendsowas.

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