Tirili. Die Frühlingslesung

Tirili_2013

Hurra! Diesmal ist alles anders: Maximilian und ich lesen nicht. Wir moderieren*, und wir haben illustre Gäste: Pia Ziefle, deren wundervollen Roman „Suna“ ich bestimmt schon 15 mal verschenkt habe, Stevan Paul, dessen Texte immer so einen Appetit machen und der bestimmt etwas aus dem Schlaraffenland lesen wird, und Bov Bjerg, der so charmant böse sein kann wie kein anderer, und dessen Blog eines der ersten war, die ich las. Ich freu mich sehr!

Es gibt eine Veranstaltungsseite bei Facebook, da kann man sich schon ankündigen, wenn man möchte.

*man darf uns dann „das charmante Moderatorenduo“ nennen, wir denken noch über vorher zurechtgelegte Witze und bunte Pappkärtchen nach, vielleicht ziehen wir uns zwischendurch auch ein anderes Abendkleid an wie beim Eurovision Song Contest. Schaumermal.

HAM.LIT

hamlit_plakat_200Ach, das ist immer schön: HAM.LIT im Uebel und gefährlich. „HAM.LIT“ bedeutet, dass auf drei Bühnen im Halbstundentakt insgesamt fünfzehn Autoren lesen, und zwar – bei aller sonstigen Coolness – pünktlich. Anders würde es auch gar nicht gehen. „Uebel und gefährlich“ bedeutet, dass es stockduster ist und dadurch irgendwie kuschelig, obwohl wir uns im Bunker befinden. Und zwischendurch und hinterher gibt’s Musik.
Ansonsten ist das tatsächlich die literarische Großveranstaltung des Jahres, auf die sich alle schon lange vorher freuen, ich mich auch. Eine große Literaturparty, ein „man trifft sich“, und ich genieße es sehr, dass auch ich hier Leute kenne, und denke zum einemillionsten Mal in den letzten siebeneinhalb Jahren: Mann, wir haben mal in Coesfeld gewohnt. Was bin ich froh, dass wir jetzt hier sind. Fünfzehn tolle Autoren auf drei Bühnen in einem coolen Club. Und dann hole ich mir noch ein Alster und höre irgendwem zu.
Und zwar dieses Jahr Tilman Rammstedt, Donata Rigg, Kevin Kuhn, Sascha Reh, Friederike Gräff, Matthias Nawrat, Inger-Maria Mahlke und Daniela Chmelik. Teilweise bin ich mitten in der Lesung zu einer anderen Bühne gewechselt – mal deswegen, weil mich beide interessierten, mal eher, weil mich der erste langweilte. So eine richtig große Neuentdeckung war für mich dieses Jahr nicht dabei; aber auch keine Ausfälle, das war schon alles ganz schön gut. Ich habe allerdings mal wieder festgestellt, dass ich auf Lesungen gern unterhalten werden möchte. Ernsthafte Literatur lese ich lieber allein abends im Bett, aber auf Lesungen wird mir das schnell zu schwer, vor allem kann ich da nicht gut zuhören, meine Gedanken wandern immer schnell wo anders hin. Auf Lesungen lache ich lieber. Was bedeutet, am meisten Spaß hatte ich tatsächlich an Tilman Rammstedt, obwohl ich die Texte alle schon kannte, aber in den bin ich ja bekanntermaßen sowieso verliebt, das kam also nicht überraschend. Außerdem war er der erste, da war ich noch frisch.
Ansonsten: gute Texte gehört, nette Leute getroffen, Schwätzchen gehalten, Bierchen getrunken. Man sollte viel mehr solche Partys haben, solche „man sieht sich“-Veranstaltungen, ich liebe sowas. Mich ein bisschen treiben lassen, hier zuhören, da weghören, dort noch jemanden treffen, den ich auch viel zu lange nicht gesehen habe, das ist doch herrlich. Als ich nach Hamburg zog, gab es drei größere Lesereihen, Transit, Kaffee.Satz.Lesen und den Macht-Club. Sie sind ungefähr in dieser Reihenfolge verstorben, glaube ich, das ist sehr schade.
Für den 6. Februar 2014 schreibe ich jetzt schon „HAM.LIT“ in meinen Kalender und hoffe, Euch da alle zu sehen.

Preis der Leipziger Buchmesse

PreisLeipzigDie Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse sind da! Und zwar:

Belletristik
Ralph Dohrmann: Kronhardt
Lisa Kränzler: Nachhinein
Birk Meinhardt: Brüder und Schwestern
David Wagner: Leben
Anna Weidenholzer: Der Winter tut den Fischen gut

Übersetzung
Eva Hesse: Die Cantos, Ezra Pound (Englisch)
Maralde Meyer-Minnemann: Der Archipel der Schlaflosigkeit, António Lobo Antunes (Portugiesisch)
Alexander Nitzberg: Meister und Margarita, Michail Bulgakow (Russisch)
Claudia Ott: 101 Nacht aus dem Arabischen erstmals ins Deutsche übertragen nach einer Handschrift des Aga Khan Museums
Andreas Tretner: Briefsteller, Michail Schischkin (Russisch)

Sachbuch/Essayistik
Götz Aly: Die Belasteten. Euthanasie 1939-1945
Kurt Bayertz: Der aufrechte Gang. Eine Geschichte des anthropologischen Denkens
Hans Belting: Faces. Eine Geschichte des Gesichts
Helmut Böttiger: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb
Wolfgang Streeck: Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus

Spannend! Ich habe nichts davon gelesen, von den meisten Titeln nicht mal gehört. Und von den Übersetzern kenne ich auch nur einen persönlich, die anderen immerhin dem Namen nach. Herzlichen Glückwunsch allen Nominierten! Die belletristischen Titel gucke ich mir gleich mal an.

Mehr Informationen zu den Büchern, den Nominierten und der Jury gibts auf der Webseite zum Preis der Leipziger Buchmesse. Wer das Glück hat, in Hamburg zu wohnen, kann am 28. Februar ins Literaturhaus gehen, wo sich alle Nominierten der Kategorie Belletristik vorstellen.

(Stimmt nicht, ich habe „Der Meister und Margarita“ gelesen, allerdings in der Übersetzung von Thomas Reschke, der dafür den Preis der Kunststiftung NRW bekommen hat. Erstaunlich, dass es schon wieder eine Neuübersetzung gibt. Gar nicht so erstaunlich – den Preis hat er zwar erst 2001 bekommen, aber die Übersetzung ist schon von 1968.)

Schokolade

Ein Kind kostet 230,- Euro. Möglicherweise verhandelbar. Dafür gehört einem das Kind dann, man kann damit quasi machen, was man will.
Respekt und Danke, Miki Mistrati. Ich muss jetzt erstmal eine Runde heulen.

Kühlungsborn

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Meer geht ja immer. Funktioniert auch immer. Und so dunkel war es auch gar nicht, es war die meiste Zeit hellgrau, nur das Schiff hinten am Horizont, das hatte plötzlich Sonnenschein und leuchtete über die Ostsee. Ansonsten: Wind, Wellen, später Wellness. Sehr herrlich alles, unser Weihnachtsgeschenk, super Idee.

[Und mitten in der Nacht noch ein Adrenalinstoß, als plötzlich der Feueralarm losging SCHRILL!, um viertel nach eins, in einer unfassbaren Lautstärke, und uns aus dem Bett katapultierte SCHRILL!. Wir zogen schnell irgendwas über SCHRILL!, stopften Laptops und Kamera und Portemonnaies in eine Tasche und gingen raus SCHRILL!, das Treppenhaus ("Aufzug im Brandfall nicht benutzen") war verstopft von Leuten in Schlafanzügen und Bademänteln und Winterjacken und weinenden Kindern SCHRILL!, und dann kamen zwei Hotelangestellte uns entgegen SCHRILL!, die Treppe herauf, und sagten: Fehlalarm. SCHRILL! Es hatte jemand heiß geduscht und das Licht dabei nicht angemacht, was dazu führte, dass auch die Lüftung im Bad nicht ging und der Dampf ins Zimmer zog und den Alarm auslöste. Also bitte, wenn Ihr im Hotel duscht, schön das Licht anmachen.]

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