„Schreiben hat sehr viel mit Nicht-Können zu tun. Es ist nicht so, dass die Schriftsteller mehr Fantasie haben als andere Leute. Aber sie setzen sich täglich ganz bewusst der menschlichen Fantasielosigkeit aus. Das ist eine Qual, man muss sich hinsetzen und aushalten, dass einem nichts einfällt. Dieser Langeweile darf man nicht entfliehen, es nützt nichts, durch den Wald zu spazieren, in die Kneipe zu gehen oder Zigaretten zu rauchen. Man muss warten, ganz bewusst am Tisch warten. Es braucht sehr viel Disziplin zum Schreiben – ich hatte sie leider nie.“ Peter Bichsel. (Mit dem ich durchaus nicht die ganze Zeit einer Meinung bin.)
Dirk Kniphals schreibt in der Taz über den Verlegerwechsel bei Hanser. Spannend.
Als letzten Literaturlink gibt es hier einen Buchcoververgleich mit jeweils dem gleichen Buch in der englischen und der amerikanischen Ausgabe. Was sagt uns das? (Mir so spontan nix, ehrlich gesagt, aber ich verstehe auch nichts davon. Aber schön anzusehen ist es.)
Von der Literatur zu den Medien: Die Kulturjournalisten Stefan Mesch und Max Mosher fragen sich wovon sie eigentlich leben (wollen).
Und Tobias Gillen schreibt über die Berichterstattung zu Michael Schumachers Unfall.
And now for something completely different: Atemberaubende Bilder von Shanghai, fotografiert vom Kranführer auf dem zweithöchsten Gebäude der Welt. Wow! (Und wie irre: da war ich! Nicht im Kran auf dem zweithöchsten Gebäude der Welt, aber da unten.)
Sehr hübsches Reusing-Projekt: Hier werden einzelne Handschuhe wieder zu Paaren zusammengestellt, mit einem Label versehen und für wenig Geld verkauft: Glovelove.
Desweiteren habe ich jetzt doch noch einen guten Vorsatz für 2014: Ich möchte häufiger Personality-Pommes verschrotten.
Du sollst das Jahr werden, in dem ich meinen Roman fertigschreibe. Damit er am liebsten im Frühjahr 2015 erscheinen kann, das ist der grobe Plan. (Für Herbst 2014 ist ja wohl schon alles geplant. Und ja, ich weiß, dass Pläne nicht immer das tun, was man von ihnen möchte.)
2014 soll überhaupt das Jahr werden, in dem ich mehr schreibe. Ich möchte mich endlich darum kümmern, irgendetwas Regelmäßiges für Geld zu schreiben. Oder überhaupt mal für Geld zu schreiben. Eine Kolumne vielleicht, oder eine Artikelreihe über irgendwas, das ich mir noch überlegen müsste. Gern übers Sachenmachen oder Ähnliches, ein-zwei Ideen habe ich schon, dummerweise kenne ich mich auf dem Zeitschriftenmarkt dermaßen wenig aus, dass ich nicht mal wüsste, wo ich es vorschlagen könnte. Also, Plan für 2014.
Außerdem bleibt das Filmprojekt, ich will mehr Filme gucken, und auch mehr Bücher lesen. Vielleicht ein bisschen meine Internetsucht im Zaum halten. Also quasi das Übliche. Urlaubspläne wachsen langsam, aber gebucht und beschlossen ist noch nichts, außer zwei Tagen Ostsee Ende Januar.
Ansonsten soll erstmal mein rechter Fuß zu Ende heilen und dann total super sein, vielleicht lasse ich dann noch dieses Jahr den linken machen. Es wird sich alles weisen; ich sehe dem Jahr entspannt entgegen, große Pläne gibt es keine; mal sehen, was kommt.
Schön, dass Du da bist, 2014. Komm rein, nimm Dir’n Keks, fühl dich wie zu Hause.
Birte Vogel von „Schreiben als Beruf“ hat mich vor einer Weile am Telefon interviewt – und ich habe, wie immer, viel zu viel geredet. Ich glaube, zweieinhalb Stunden lang. Birte hat es dann freundlicherweise ein bisschen zusammengekürzt, trotz Umzug. Danke, Birte!
Letztes Jahr schrieb ich an dieser Stelle, dass 2012 das Jahr war, in dem ich plötzlich Autorin war. „Sachen machen“ ist erschienen, außerdem ein paar Kurzgeschichten in Anthologien. Genauer gesagt: alle, die ich je geschrieben habe.
Daran hat sich nichts geändert, es ist nichts hinzugekommen, 2013 ist nichts Neues erschienen (nichts Eigenes; Übersetzungen schon). Trotzdem war 2013 das Jahr, in dem ich ernst gemacht habe mit dem Schreiben. Ich habe mir eine Agentin gesucht, die mir erstmal Druck machen und meinen Roman dann an den Verlag bringen soll, und ich habe seit den Sommerferien keine Übersetzungsaufträge mehr angenommen, weil ich diesen Roman halt auch erstmal schreiben muss. Allerdings habe ich seitdem an reiner Textmenge nicht übertrieben viel produziert. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen (saublöder Insiderwitz).
Im ersten Halbjahr war ich noch sehr fleißig. Von Januar bis Juni habe ich zweieinhalb Bücher übersetzt und ein mehrtägiges Seminar gegeben. Und ich habe ein Stipendium bekommen! Im Blog habe ich in dieser Zeit die Besser-ist-das-Einträge geschrieben. Da habe ich ein etwas schlechtes Gewissen, das hängt irgendwie noch in der Luft, es fehlt einiges, das muss noch weitergehen und zu irgendeiner Art von Abschluss gebracht werden. Erst kurz vor den Sommerferien habe ich dann mal ausgerechnet, wieviele Seiten ich seit dem letzten August übersetzt hatte – ich weiß es jetzt nicht mehr, aber es war ganz schön viel. In den Sommerferien habe ich dann auch gemerkt, dass ich einigermaßen erschöpft war und die Ferien gut gebrauchen konnte.
Wir waren tatsächlich fast die gesamten Ferien in Schottland, fünf Wochen lang. Dort habe ich geschrieben, aber auch sehr, sehr ausgiebig nichts getan, was wundervoll war. Wir haben im Bach gebadet, waren auf dem Folk-Festival in Stonehaven, haben in der Sonne gesessen (doch, ehrlich) und in die Gegend geguckt und vor allem viel mit Freunden zusammengesessen und geredet und gegessen.
Nach den Sommerferien ging dann irgendwie alles ganz schnell. An einem der letzten Augusttage kam der Anruf, ob ich möglicherweise für einen Monat nach China wolle, und zwar noch vor Mitte Dezember. Also irgendwann in den nächsten paar Wochen. Die offizielle Einladung kam Mitte September. Ebenfalls im September bin ich beim Alsterlauf mitgelaufen. Mein erstes Mal zehn Kilometer, mein erster Volkslauf! Anfang Oktober war Buchmesse in Frankfurt, Ende Oktober die Blogger-Klassenfahrt nach Helgoland, und dann war ich tatsächlich den ganzen November in China. Woah!
Und weil mir so ein Monat in China nicht aufregend genug ist für ein Jahresende, habe ich mir dann im Dezember den ersten Fuß operieren lassen (wer es nicht mitbekommen hat: Hallux Valgus, eine Routinesache, alles gut). Der zweite kommt irgendwann auch noch dran. Den Dezember habe ich also zu großen Teilen zu Hause auf dem Sofa verbracht. Heute habe ich den ersten Spaziergang gemacht! Nur kurz und mit einer längeren Pause auf einer Parkbank, aber es war so schönes Wetter draußen und hat sehr gutgetan. Ich brauche die Krücken nicht mehr, und mit dem Vorfußentlastungsschuh geht es ganz gut.
Der Roman ist im Moment etwas mehr als 120 Seiten lang. Das ist vielleicht keine irre Menge, aber hey, es ist ja auch mein erster, ich muss das noch lernen. Oder halt lernen, dass ich es nicht kann. Schaumermal. Der Plan ist immer noch, bis zur Leipziger Buchmesse fertig zu werden. Das Ende der Geschichte ist schon fast erreicht, glaube ich, ich muss aber vorne noch ein bisschen was auffüllen und umarbeiten. So oder so wird es kein dicker Schinken werden, sondern eher ein schmales Romänchen.
Was das Blog angeht, war 2013 das Jahr, in dem ich das erste Mal Werbung gemacht habe – das ging unglaublich reibungslos und super. Zwei Kunden, nämlich Kiepenheuer & Witsch und die GLS-Bank, hatten abwechselnd den Platz da oben rechts; beide Unternehmen habe ich direkt angesprochen, weil ich sie sowieso gut finde und gerne für sie werbe. Ich hoffe, dass das nächstes Jahr genau so prima weiterläuft. Außerdem habe ich für Annette Rufeger gegen Naturalien gemodelt, das hat großen Spaß gemacht, sowas möchte ich auch gern weitermachen. Natürlich weiterhin nur mit Unternehmen, die ich eh gut finde, es wird hier sicher nie Coca-Cola- oder H+M-Werbung geben.
Das Filmprojekt, das ich Anfang des Jahres gestartet hatte – „jede Woche ein Film“ – ist, ähm, nun ja. Gelesen habe ich auch viel zu wenig. Ach so, aber ich war ja dieses Jahr noch in der Ausstellung Besser scheitern. Hätte ich fast vergessen. Und nächstes Jahr ist ja auch noch ein Jahr.
Danke für das schöne Leben, Weltgeist. Weitermachen, bitte.
Im Jahr 2011 habe ich hier mehrfach Meike Winnemuths Reiseblog Vor mir die Welt verlinkt. Meike war das ganze Jahr über jeden Monat in einer anderen großen Stadt irgendwo auf der Welt. 2012 hat sie dann ein Buch darüber geschrieben, Das große Los (Osiander-Affiliate-Link. Hier meine Eindrücke), das 2013 quasi durchgehend auf der Bestsellerliste stand.
Jetzt steht 2014 vor der Tür, und Meike macht sich wieder auf den Weg: Diesmal nicht durch die Großstädte der Welt, sondern durch eher kleinere und mittelgroße Städte in Deutschland: Voilà, Zurück auf Los. Ich bin sehr gespannt. Gute Reise, Meike!
