Telefon!

IB: Bogdan?
Fremde Frau: Guten Tag, mein Name ist Soundso von Infratest Dimap. Wir machen eine anonyme Umfrage zum Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
IB: Äh, ich bin Freiberuflerin, ich arbeite zu Hause.
FF: Darf ich fragen, wieviele Personen im Moment bei Ihnen zu Hause sind? Vielleicht will ich ja gar nicht mit Ihnen sprechen.
IB: Wir sind zu zweit.
FF: Dann hätte ich gern die zweitälteste Person gesprochen.
IB: Das bin ich.
FF: Okay, danke, dann hat sich das schon erledigt. Schönen Abend noch!
IB: Danke, ebenso.

Verdacht: Alle bekloppt.

Cornflakes

Neulich bekam ich schönes Kompliment von einer jungen Übersetzerkollegin, die meinte, sie hielte mich für eine tolle Übersetzerin, unter anderem deswegen, weil meine Sprache aktuell sei und nicht so verstaubt, und ich zum Beispiel bestimmt niemals nicht das unsägliche Wort „Frühstücksflocken“ in einer Übersetzung verwenden würde.
Da musste ich kurz die Luft anhalten und gestehen: natürlich benutze ich das Wort „Frühstücksflocken“. Wie soll man „Cereal“ denn sonst übersetzen? Müsli ist was anderes. Ich glaube, als wir Kinder waren, haben wir trotzdem für sämtliche Sorten Frühstücksflocken „Müsli“ gesagt, aber das macht man heute nicht mehr, heute ist Müsli Müsli.

Die junge Kollegin sagte, und berief sich dabei auf eine Umfrage im Studiengang „Literaturübersetzen“, man würde heute „Cornflakes“ sagen, egal, ob es sich um Cornflakes handle oder Rice Crispies oder was auch immer. Das Wort „Cornflakes“ bezeichne erstens Cornflakes und zweitens alle Sorten Frühstücksflocken.
Nu hab ich gerade mal wieder „Cereal“ da stehen und frage mich: „Cornflakes“, echt? Hat jemand eine Meinung? Mir kommt das komisch vor, aber ich lass mich ja auch gerne belehren.

„Wenn Du einkaufen gehst, bring noch ein paar Frühstücksflocken mit!“ Nee, wahrscheinlich wirklich nicht.

Saft

4 Zitronen
2 rosa Pampelmusen

auspressen. Das ergab bei mir heute 445 ml Saft. Den habe ich mit

200 gr Rohrohrzucker

aufgekocht und in eine Flasche gefüllt. Das ist alles. Und das ist unfassbar lecker. Erstmal gieße ich es mit Leitungswasser auf, weil gerade nix anderes da ist. Ich wette, mit eiskaltem Mineralwasser ist es noch erfrischender, und ich wette außerdem, dass es mit Weißwein oder Sekt ganz prima schmecken wird, und drittens wette ich, dass man es auch sehr gut mit heißem Wasser aufgießen kann. Viertens nehme ich an, dass es in Flaschen abgefüllt und dicht verschlossen eine Weile hält. Aber so‘n halber Liter Sirup geht hier bestimmt schnell weg, ich werde das also nicht ausprobieren, sondern in den nächsten Tagen wegtrinken. Hat insgesamt 10 Minuten gedauert. Nennt mich Küchengöttin.

NACHTRAG: Ein Drittel des Saftgewichts in Zucker reicht dicke.

Nochmal Fünf Bücher

Wie! süß! ist! das! denn! Da habe ich doch neulich fünf Lieblingsbücher zu Fünf Bücher beigesteuert, und nun liegt gestern das hier im Briefkasten. Ein Lesezeichen mit aufgeklebten Filz-Initialen. Handgebastelt. Auf der Rückseite das Fünf-Bücher-Logo, teils gestempelt, teils handgemalt mit Wachsmalstiften. Mit einem netten Dankeschön-Zettel dabei. Wenn ich nicht sowieso schon in das Projekt verliebt gewesen wäre, dann spätestens jetzt. Denn tatsächlich bin ich eine große Lesezeichenbenutzerin, bei mir werden keine Bücher auf die Nase gelegt und schon gar keine Eselsohren gemacht. Ich habe immer Lesezeichen, und das ist jetzt das erste wirklich persönliche. Mit meinen Initialen drauf. Dankeschön für das Dankeschön! Ich bin echt gerührt. Oder, etwas allgemeiner gesagt: Das Internet ist schön, weil Ihr schön seid. (Serotonic. Auch super. Auch aus dem Internet.)

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