Amazon
Wer die Sendung über Amazon und den Umgang mit den Leiharbeitern dort gestern verpasst hat: Bitte hier nachgucken. Wirklich. Guckt Euch das an. Das ist alles so unfassbar. Moderner Sklavenhandel. Beaufsichtigt von (mutmaßlichen) Neonazis.
Irgendwer sagte mal: Es gibt keine billige Kleidung. Es fragt sich nur, wer den Preis zahlt.
Gilt auch für alles andere, schätze ich. Auch für „aber ist doch so praktisch“.
(Und meinen Wunschzettel verlege ich jetzt auch wieder zu stories.)
Mehr dazu: Pia Ziefle
Stellungnahme von Amazon im Buchreport
Frank Lübberding in der FAZ
Verlag Ch. Schroer kündigt die Geschäftsbeziehungen zu Amazon
Amazon will Vorwürfe prüfen lassen (Börsenblatt)
Offener Brief der Krimiautorenvereinigung Das Syndikat
Nochmal FAZ: Amazon im Ausnahmezustand
Süddeutsche: Amazon im Shitstorm
New York Times: Amazon to investigate claims of worker intimidation at German centers
Die Welt: Amazon-Umsätze überraschen Analysten. Neun. Milliarden. Dollar. In Deutschland. Die Steuern darauf werden in Luxemburg gezahlt, nicht hier.
FAZ: Der Amazon-Studentendienst erwartet euch. Gleiches Thema im Buchreport.
SZ: Amazon feuert Sicherheitsdienst
VAT-Verlag André Thiele kündigt die Zusammenarbeit mit Amazon
Indiebookday!
Hurra! Am 23. März ist Indiebookday. Das hat der fabulöse Mairisch-Verlag beschlossen, und was Mairisch beschließt, ist gut, wahr und schön, alte Regel.
Was das ist? Ich kopier mal kurz:
Ihr liebt schöne Bücher.
Am 23.03.2013 könnt Ihr das allen zeigen. Es geht ganz einfach:Wie funktioniert’s?
Geht am 23.03.2013 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet.
Hauptsache ist: Es stammt aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag.Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Google+) oder einem Blog Eurer Wahl unter dem Stichwort „Indiebookday“. Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.
Zum Hintergrund
Es gibt viele kleine tolle Verlage, die mit viel Herzblut und Leidenschaft schöne Bücher machen. Aber nicht immer finden die Bücher ihren Weg zu den Lesern. Der Indiebookday kann da für ein bisschen Aufmerksamkeit sorgen.
Im Netz: Auf Indiebookday und auf Facebook.
Ichsachmaso – dass ich ein Buch kaufen gehen soll, braucht man mir ja nicht zweimal zu sagen. Ich werde das in einer unabhängigen, kleinen, inhabergeführten Buchhandlung tun.
Augenwischerei
Immer mehr Handelsmarken denken sich neuerdings irgendwelche Etiketten aus, die so aussehen, als würde es sich bei ihren Produkten um Fleisch von glücklichen Tieren und Gemüse von glücklichen Äckern handeln. Überprüfen tut das niemand, oder halt jemand, der mit dem Produzenten irgendwie verstrickt ist. Will sagen: möglicherweise ist es graduell ein winziges bisschen besser, Produkte zu kaufen, auf denen „Tierschutz“ oder „Bio“ oder „Fair gehandelt“ oder sowas steht. Aber dass es diesen Tieren tatsächlich halbwegs gut ginge, kann man leider trotzdem nicht erwarten. Ähnliches gilt auch für das EU-Biosiegel: oft genug ist auch das Augenwischerei. (Das hatten wir hier schon mal.) Esst mehr Pflanzen. Echtjetzma.
(Mehr dazu bei der Albert-Schweizer-Stiftung.)
Liebes Tagebuch,
Überraschung: in der letzten Woche habe ich mal wieder zu wenig geschafft. Ja, ich weiß, dass das langsam beknackt klingt. Mein eines Patenkind ist 13 geworden, und ich finde ihn immer noch total super. Genauso wie seine kleine Schwester, die 10 ist. Ich verstehe das nicht, ich bin doch gerade erst mit dem Kleinen an der Hand ins Krankenhaus gestapft, um die neugeborene Schwester zu begrüßen? Das war doch quasi erst gestern? Wir müssen uns unbedingt wieder öfter sehen. Man kriegt ja sonst gar nicht mit, wie die Kinder groß werden.
Die Schwiegereltern waren hier, sie hatten Karten fürs Ohnsorgtheater. Wir sind nicht mitgegangen. Wir waren dafür am nächsten Tag bei HAM.LIT, was wieder sehr schön war. Und am Freitag hatte ich ein aufregendes Date, das nichts fürs Blog ist, aber ich freu mich! Abends waren wir bei Freunden eingeladen, was auch sehr schön war. Supersüßes neues Baby.
Ich habe ein Buch gelesen, Jeden Tag ein Happy End von Devan Sipher. Und zwar deswegen, weil ich das eigentlich übersetzen sollte, es aber weitergegeben habe an meine „Meisterschülerin“ Jenny Merling, für die es das erste ganz eigene und allein übersetzte Buch ist (eins haben wir schon zusammen übersetzt). Und jetzt bin ich SO stolz auf sie, weil die Übersetzung wirklich super geworden ist, und ein bisschen bin ich auch stolz auf mich, weil ich von Anfang an gemerkt habe, dass Jenny eine tolle Übersetzerin wird. Beziehungsweise ist. Hach.
Filmprojekt: Fehlanzeige. Es war doch wieder jeden Abend was anderes, und wenn nicht, dann habe ich gearbeitet. Mannmann, das wird echt nix mit mir und den Filmen. Aber ich gebe die Hoffnung immer noch nicht ganz auf. Diese Woche habe ich zum Beispiel nur an vier Abenden etwas geplant! Völlig irre.
Und hier, das hätte ich ja fast vergessen! Dabei ist das doch schon eine Tradition, dass ich im Februar Wegwerfmonat mache. Jeden Tag etwas wegwerfen. Und außerdem habe ich in den letzten Jahren auch immer „Fastenzeit“ gemacht – also kein Twitter (wo ich im Moment sowieso nur selten bin) und kein Facebook (da hänge ich viel zu viel rum). Dann machen wir das doch einfach wieder so. Kommt auch gerade passend, da ist jetzt ohnehin alles voll mit vorhersehbaren Papstwitzen, da fällt mir das Weggucken nicht mal schwer. Und die Wegwerferei verlege ich auch in die Fastenzeit, statt jetzt sofort elf Dinge zusammenzusuchen, von denen ich dann behaupten würde, ich hätte sie in den letzten elf Tagen weggeworfen. Und weil hier eh kein Karneval ist und ich nicht religiös bin, kann ich auch gleich heute damit anfangen.
Facebook und Twitter sind ab heute also aus, und ich stopfe jetzt sofort diese komische Strickweste mit dem Burlingtonmuster in die Tüte für den Sozialladen. Die liegt seit Jahren ungetragen im Schrank – weg damit.