Weihnachtsgeschäft

Offenbar ist heute der Startschuss zum Weihnachtsgeschäft-Endspurt, hier trudeln gerade im Halbstundentakt Buchbestellungen ein, was ich natürlich to-tal super finde. Nun ist die Post ja vor Weihnachten traditionell ganz gut ausgelastet, ich werde daher nur noch bis Freitag Büchersendungen verschicken; ab Samstag verschicke ich die Bücher dann als Brief, damit sie noch rechtzeitig ankommen. Was halt ein wenig teurer ist. (Nur für mich. Für Euch ändert sich nix, ich hätte weiterhin gern 10,- €, davon 8,99 fürs Buch und 1,01 für Porto und Verpackung.) Verbilligte Sendungen werden nämlich nachrangig behandelt, ich habe neulich extra nochmal nachgefragt, deswegen ist es als Brief sicherer.
Wer also noch „Sachen machen“ zu Weihnachten verschenken möchte, der möge mir das möglichst bald mailen (ibogdan at gmx punkt de), inklusive Versandadresse und Signaturwunsch, dann schicke ich Euch meine Kontonummer.

Ebenfalls signiert bei mir bestellbar sind Die Rowohlt-Weihnachtsanthologie (aktuell auf Platz vier der Taschenbuch-Sachbuch-Bestsellerliste, wohoo!) und Dinner for one, wo je eine Geschichte von mir drin ist.

NACHTRAG: Ja, Ihr dürft mich gerne duzen. (Sie dürfen mich natürlich auch siezen, ganz wie’s beliebt.)

Studie zur Einkommenssituation der Übersetzer

Der Literaturübersetzerverband VdÜ hat eine Studie zur Einkommenssituation und zur Altersstruktur professioneller Literaturübersetzer (pdf) veröffentlicht.

Wer sich nicht die ganze Studie angucken will, hier die Quintessenz aus dem Vorwort:

Welches Bild zeigt sich nach dieser Erhebung? Knapp die Hälfte der Literaturübersetzer arbeitet in Vollzeit und bestreitet ihr Einkommen nur daraus. Drei von vier sind weiblich, zwei von drei sind 46 Jahre oder älter, und im Schnitt übersetzen sie rund 1100 Normseiten pro Jahr. Was verdient nun eine Literaturübersetzerin, die gut im Geschäft ist?
Wenn sie voll arbeitet, keine Auftragslücken kennt, mit jedem vierten Vertrag eine Beteiligung realisiert, jedes zweite oder dritte Jahr ein Stipendium zugesprochen bekommt, von der VG Wort einen überdurchschnittlichen Anteil erhält und sich pro Jahr durch ein oder zwei Gutachten oder Lesungen noch ein wenig etwas hinzuverdient, bringt sie es unserer Erhebung zufolge auf einen Jahresumsatz von 24 000 Euro. Davon gehen rund ein Drittel in Betriebsausgaben (Büro, Arbeits- und Kommunikationsmittel, beruflich bedingte Reisen, Bücher und Nachschlagewerke etc.). Das verbleibende Bruttoeinkommen von 16000 Euro, also 1333 Euro monatlich, schmälert sich nach Abzug der Sozialversicherungen und der privaten Vorsorge (mindestens Riester- oder Rürup-Rente) um ein Viertel, bleiben ihr also noch rund 1000 Euro netto im Monat – ein Betrag, der ziemlich genau mit den Durchschnittszahlen der Künstlersozialkasse übereinstimmt.

So sieht’s aus. (Es gibt da ein paar Ausreißer, die ich mir nicht erklären kann. Irgendwer steckt angeblich 2000,- € im Monat in eine zusätzliche Rentenversicherung; der hat doch sicher „Monat“ mit „Jahr“ verwechselt, oder? Oder: einer der Vollzeitübersetzer übersetzt angeblich pro Jahr 91 Seiten. In Vollzeit nicht mal zwei Seiten pro Woche, das muss schon die ganz schwierige Lyrik sein. Und leben kann man davon auch dann nicht, wenn man – wie der nächste Ausreißer – 45,- € pro Seite bekommt.)

Im Börsenblatt findet sich dazu noch folgendes:

„Klar wird, dass das Literaturübersetzen auf dem deutschsprachigen Markt ökonomisch ein unattraktiver, um nicht zu sagen ruinöser Beruf bleibt, dem der Nachwuchs auszugehen droht“, fasst der Verband die Ergebnisse zusammen. Zudem bestehe Anlass zur Sorge, ob das „hohe Maß an Professionalität“ und die daraus resultierende „Qualität unserer Übersetzungskultur unter diesen Bedingungen erhalten bleiben können“.

„Vor zehn Jahren trat eine Novelle des Urheberrechts in Kraft, die ausdrücklich die Kreativen stärken sollte“, sagt Hinrich Schmidt-Henkel, der erste Vorsitzende des VdÜ. Seither seien Übersetzungen für die Verlage immer billiger geworden, da leichte nominelle Erhöhungen der Seitenhonorare bei weitem nicht Schritt hielten mit dem Kaufkraftverlust. Und: „Immer noch praktiziert die Mehrheit der Verlage bei der Vertragsgestaltung das Recht des Stärkeren.“

Übrigens passt das alles genau mit dem zusammen, was ich neulich schon schrieb, wo es aber hauptsächlich auf meinen eigenen Erfahrungen basierte: Über Geld reden.

Nachtrag

… zum Thema das / der Pony. Eine Postkarte von Alexander, vielen Dank!

Liebe Marie, am besten schickst du den blöden Weihnachtsmann mal in meine Deutschstunde, dann erkläre ich ihm das mit den Ponys und den Artikeln. Ich würde ihm dann auch gleich noch was über Spaces vor Satzzeichen, fehlende Kommas und überflüssige Apostrophe an Imperativen erzählen.

Achim Reichel: Mein Leben, meine Musik

Achim Reichel! Ja, meine Güte, natürlich kannte ich den „Spieler“ und „Aloha he“, aber dann hörte es auch schon fast auf. Ein diffuses Gefühl sagte mir, dass Achim Reichel irgendwie cool ist. Und klar: wenn man sowieso auf der Insel ist, und da spielt Achim Reichel, dann geht man natürlich auch hin. Logisch. Auch wenn man sich sonst noch nie besonders für den Mann interessiert hat.
Vorher lese ich kurz bei Wikipedia nach und stelle fest: oh. Der ist wirklich cool. Mit den Stones und den Beatles getourt, no less. Die Helgoländer Nordseehalle hingegen ist nicht so richtig cool, sie ist genau so malerisch und charmant wie Dorf-Mehrzweckhallen es eben sind. Es ist ausverkauft, die meisten Gäste sind sichtbar über 60, und es ist bestuhlt. Yeah, Rock’n’Roll, denke ich. (mehr …)

Der Rest der Welt (2): Helgoland

Was ist das eigentlich mit Helgoland? Wieso fahre ich da immer wieder hin?
Helgoland ist einen Quadratkilometer groß. Was ganz schön klein ist. Es ist an vielen Stellen sehr hässlich. Betonmauern, insgesamt sicher mehrere Hundert Meter lang, und rostige Spundwände. Betontetrapoden als Wellenbrecher. Diese Tonnen und Tonnen und Tonnen von Beton nennt man: Küstenschutz. Küstenschutz bedeutet anscheinend, dass man die Küste einfach wegmacht. Die eigentliche Küste, die natürliche, muss irgendwo unter dem ganzen Beton und den rostigen Spundwänden liegen. Nur läge sie da ohne den Beton wahrscheinlich gar nicht mehr, sondern das Meer hätte die Insel inzwischen noch kleiner gemacht.

Aber außer hässlich ist Helgoland halt auch noch zauberhaft. (mehr …)

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