Frisch auf den Müll

Ein Film darüber, wie viele Lebensmittel wir wegwerfen. Und da ist das, was der Einzelne zu Hause wegwirft, nur der kleinste Teil. Das meiste landet vorher schon auf dem Müll. Fast jede zweite Kartoffel wird weggeworfen, weil sie zu groß oder zu klein ist. Gurken, weil sie krumm sind. Große Mengen Brot schlicht deswegen, weil die Regale auch abends noch voll sein sollen. Und so weiter.

„Einem alten Bauern tut das weh. Und das ist nicht nur Geld. Es ist auch nicht richtig.“ (Graefe zu Baringdorf)

Bitte seht Euch das an:

Ob man als einzelner Verbraucher etwas tun kann? Keine Ahnung. Es ist aber sicher ein Schritt in die richtige Richtung, Supermärkte zu meiden und stattdessen auf dem Markt einzukaufen oder eine Gemüsekiste zu bestellen.

(via Stevan Paul)

17 Kommentare

  1. Markus Donnerstag, 6. Januar 2011 um 22:47 Uhr [Link]

    Gestern Abend kamen auf EinsFestival schon gute Filme (u.a. „We feed the world“ zum Wahnsinn der industriellen Ernährung, die ich in der Folge der Foer-Lektüre mit besonderem Interesse gesehen habe. Heute Abend fehlt mir der Mut bzw. die Kraft mir auch gleich noch diesen Film anzusehen. Aber danke, dass Du drauf hinweist. Das hole ich am WE nach.

  2. Gaga Nielsen Donnerstag, 6. Januar 2011 um 23:43 Uhr [Link]

    Ich kann mir das nicht anschauen. Mir wird schlecht.
    Man denkt, Europa ist ein Irrenhaus. Wie ein schlechter Witz, nur nicht mal lustig.

  3. Ninette Freitag, 7. Januar 2011 um 01:21 Uhr [Link]

    Auf dem Markt einzukaufen oder eine Gemüsekiste zu bestellen scheitert schon an vielen kleinen Dingen: Familie z.B. Ich könnte das nie bei meiner Familie durchsetzen. Und so geht es einer ganzen Menge Leute meines Alters, die gerne anders essen würden. Viele können schon nicht vegetarisch leben, obwohl sie wollen, weil sich das mit den Familienmahlzeiten nicht vereinbaren lässt. :/

    Ich schüttle nur mit dem Kopf, wenn ich das sehe.

  4. Isabel Bogdan Freitag, 7. Januar 2011 um 01:45 Uhr [Link]

    Hihi. Fast hätte ich jetzt geschrieben, dass Deine Kinder ja wohl essen können, was auf den Tisch kommt, und dass doch bestimmt Du diejenige bist, die kocht, und dann auch bestimmen kannst … aber dann habe ich mal geguckt, wie alt Du bist. Na gut. Eher nicht, hm?
    (Ich kenn das. Bei Eltern und Schwiegereltern wird auch recht anders gegessen als bei uns.)

  5. Gaga Nielsen Freitag, 7. Januar 2011 um 03:14 Uhr [Link]

    haha, das waren auch so meine Gedanken bei Ninettes Eintrag.
    Bin ich froh, dass ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne!

  6. Paula Freitag, 7. Januar 2011 um 10:28 Uhr [Link]

    Gemüsekiste gestern geordert – stopp – wieder mal bei FOODWATCH vorbeigeschaut – stopp

    http://www.foodwatch.de/

  7. Dokumentarfilm: Frisch auf den Müll | daburnas Logbuch Freitag, 7. Januar 2011 um 14:59 Uhr [Link]

    [...] via is a blog [...]

  8. Torben Freitag, 7. Januar 2011 um 15:17 Uhr [Link]

    Wütend ! Danke dafür! „Lebensmittelunruhen“. Weiter, Stevan Paul.

  9. Damian Duchamps Freitag, 7. Januar 2011 um 17:24 Uhr [Link]

    Danke für den Hinweis auf die Dokumentation. Das erste Mal wurde ich aufmerksam auf die extreme Verschwendung bei Lebensmitteln durch den Film „We feed the world“.
    Die Industrialisierung der Ernährung hat die Menschen scheinbar befreit. Mütter und Hausfrauen können heute dank industriell hergestellter Lebensmittel die Zeit, welche sie zur Versorgung der Familie mit Mahlzeiten benötigt, deutlich reduzieren. Einhergehend mit den andern „Segnungen“ der modernen Gesellschaft wird ihre Arbeitskraft so für eine Beschäftigung außerhalb des Haushaltes freigesetzt. Für die Befreiung auf der einen Seite zahlen wir auf der anderen Seite einen hohen Preis. Wie hoch dieser Preis tatsächlich ist, wird nur wenigen bewusst. Der Film zeigt einen Teil dessen auf, was wir als Preis bezahlen. Vieles davon bleibt im Alltag weit außerhalb unserer Wahrnehmung und soll es auch bleiben, wie so viele andere Dinge in unserem Alltag vom Raubbau an der Natur bis zur Künstlichkeit der Lebensmittel aus industrieller Fertigung. Filme wie dieser können einen Beitrag zur Aufklärung der Verbraucher leisten, zumindest derer, die sich dafür interessieren und sich entsprechende Beiträge ansehen und nicht lieber zur platten Unterhaltung weiter schalten.

  10. Irene Samstag, 8. Januar 2011 um 18:06 Uhr [Link]

    Die Industrialisierung der Ernährung hat die Menschen scheinbar befreit. Mütter und Hausfrauen können heute dank industriell hergestellter Lebensmittel die Zeit, welche sie zur Versorgung der Familie mit Mahlzeiten benötigt, deutlich reduzieren.

    Heute müssen einfach mehr Menschen ernährt werden als vor 100 Jahren, und es wird viel mehr Fleisch gegessen. Die verstärkte Berufstätigkeit der bürgerlichen Frauen – und die gleichzeitige Verweigerung der Reproduktionsarbeit durch deren Männer – würde ich vor allem dafür verantwortlich machen, dass Hausarbeit und Altenpflege auf Migrantinnen umverteilt werden. Bei Interesse an dieser Schattenwirtschaft empfehle ich die Autorin Maria S. Rerrich.

    Leute, die sehr viel Wert auf Bio und faire Tierhaltung legen, sind übrigens oft dieselben, die einen überdurchschnittlich großen ökologischen Fußabdruck haben, wenn man nicht nur das Essen, sondern auch Wohnfläche, Verkehrsmittel und Urlaubsreisen einbezieht. Den nachhaltigsten Lebensttil haben alte Rentnerinnen, die in ihren Möbeln aus den Sechzigern leben, nichts wegwerfen, was man noch brauchen kann und höchstens mit dem Bus in Urlaub fahren – trotz Schweinefleisch vom Discounter.

    Aber Essen wird viel stärker moralisch aufgeladen als z.B. Flugreisen. Essen ist das, was früher der Sex war, sagt Udo Pollmer sinngemäß. Damit meinte er zwar die so genannten Diät-Sünden, aber passt auch hier.

  11. Isabel Bogdan Samstag, 8. Januar 2011 um 19:12 Uhr [Link]

    Dass mehr Menschen ernährt werden müssen, heißt aber doch nicht, dass auch zwangsläufig mehr weggeworfen werden müsste.

    Es ist wohl so: man ist als moderner Großstädter kaum in der Lage, ein ethisch unbedenkliches Leben zu führen. Aber es kann ja jeder für sich herausfinden, wo er anfangen kann und will. Wenn jemand sich vegetarisch ernährt, seine Klamotten aber bei H+M kauft, ist das doch deutlich besser, als wenn er sagen würde „Ich kaufe eh bei H+M, dann kann ich auch billiges Fleisch essen“, oder globaler: „ich kann eh die Welt nicht retten, also kann ich auch rumsauen“. Der eine verzichtet auf Flugreisen, der andere isst vegan, und der dritte trägt vielleicht Biokleidung, fährt aber Auto. Jeder wie er will und kann. Wichtig ist, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was man da tut, dann ist schon einiges geschafft. Amen.

  12. Irene Samstag, 8. Januar 2011 um 20:18 Uhr [Link]

    Dass mehr Menschen ernährt werden müssen, heißt aber doch nicht, dass auch zwangsläufig mehr weggeworfen werden müsste.

    Schon klar. Ich bezog mich auf Damian, der die Hausfrauen erwähnte. Warum sollen ausgerechnet die Frauen alles richten. Außerdem haben bürgerliche Hausfrauen vor 100 Jahren auch nicht selbst gekocht, sondern ihre Dienstboten kochen lassen. Für deren Kinder gab es Magermilch.

    Es ist wohl so: man ist als moderner Großstädter kaum in der Lage, ein ethisch unbedenkliches Leben zu führen.

    Auf dem Land schon gar nicht, weil man ohne Auto verloren ist.

    Ich mache mir ja auch meine selektiven Gedanken um meinen Konsum und entscheide frei Nase. Aber ich möchte keinen Öko-Biedermeier städtischer Lohas, die so tun, als sei früher alles besser gewesen. Das war es nicht. Mir werden die Grünen und ihre Anhängerschaft immer fremder, obwohl ich durch deren Themen politisiert bin.

  13. Irene Samstag, 8. Januar 2011 um 20:45 Uhr [Link]

    Eins war früher besser: Altes Brot war Knödelbrot :-)

  14. Farmblogger Sonntag, 9. Januar 2011 um 10:19 Uhr [Link]

    Frisch auf den Müll…

    Die Dokumentation „Frisch auf den Müll – Die globale Lebensmittelverschwendung“ lief vergangenen Oktober im Ersten. Sie ist vielleicht auch ein Denkanstoss zur der Diskussion um Dioxin-verseuchte Futtermittel, bei der schon wieder der Reflex einsetzt…

  15. Simon Donnerstag, 13. Januar 2011 um 16:14 Uhr [Link]

    Ich denke es ist die falsche Strategie Supermärkte zu meiden. Nur weil es gerade Mode ist, in der Gesundheitsdiktatur Bio zu köteln.
    Besser wäre doch Protest anzumelden. Etwas zu tun und das weggeworfene Essen wieder aus dem Müll zu holen und seiner Bestimmung zuzuführen.

  16. Containern für den guten Zweck Sonntag, 30. Januar 2011 um 00:53 Uhr [Link]

    Danke für diesen Beitrag! Ich selbst arbeite schon lange gegen diese Lebensmittelverschwendung und hoffen das die Problematik noch auf vielen anderen Blogs thematisiert wird. Danke!

  17. ARD Dokumentation: Frisch auf den Müll | Das Meinungs-Blog Dienstag, 8. Februar 2011 um 10:43 Uhr [Link]

    [...] isabelbogdan | Mehr Infos auch beim [...]

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