Limerick

Herbsttag

Herrgott, jetzt sieh halt mal zu,
der Sommer war mau, aber nu.
Kein Häuschen gebaut,
Beziehung versaut,
mach halt Herbst, dann ist endlich Ruh.

Beitrag für Nicwests neue Reihe Famous poems rewritten as limericks. Sensationelle Idee, da muss ich gleich mal wieder mitmachen. Und überhaupt: das Dichten habe ich ja ganz fürchterlich vernachlässigt. (Die älteren Leser erinnern sich vielleicht noch an den VHMLH, den Verein zu Huldigung des Metalimericks Hamburg.) Jetzt aber mal wieder gute Vorsätze, hier!

81 Kommentare

  1. Jenny Samstag, 22. September 2012 um 22:06 Uhr [Link]

    Es ritt mal ein Mann durch die Nacht
    windig war’s und auch schon nach Acht
    unterwegs traf er nen König
    gebracht hat’s ihm wenig
    - sein Knabe hat nicht grad gelacht.

  2. Jenny Samstag, 22. September 2012 um 22:11 Uhr [Link]

    Die brennende „Schwalbe“ zu steuern
    nach Buffalo, trotz Qualm und Feuer
    das kann nicht jeder
    da braucht’s schon John Maynard
    nur bezahlt‘ der den Ruhm leider teuer.

  3. Isabel Bogdan Samstag, 22. September 2012 um 22:14 Uhr [Link]

    Ein Steuermann namens John Maynard
    Lenkt das brennende Schiff wirklich beinhart
    Dann doch noch an Land.
    Er selbst ist verbrannt,
    Und die Gäste schrein: „Wo ist der Deinhard?“

    • Jenny Samstag, 22. September 2012 um 22:15 Uhr [Link]

      Bahahahaha! Die sind aber mitleidlos, deine Gäste…

    • Isabel Bogdan Samstag, 22. September 2012 um 22:17 Uhr [Link]

      Naja, der Reim hat sich so aufgedrängt.

  4. Maximilian Buddenbohm Samstag, 22. September 2012 um 22:42 Uhr [Link]

    Ein Gleiches

    Über allen Gipfeln ist Ruh
    Kein Tier macht Mäh oder Muh
    Die Vögelein schweigen im Walde
    Warte nur balde
    Schreibt Goethe was dazu.

  5. Christian Samstag, 22. September 2012 um 22:45 Uhr [Link]

    Ein Mann stand mit Kind dort im Wald. »Schau!«
    sprach er zu dem Kleinen und der Frau,
    »auch wenn es uns schmerzt:
    es kommt jetzt der Herbst,
    der Wald macht die Blätter gelb, die Sau!«

  6. Christian Samstag, 22. September 2012 um 22:47 Uhr [Link]

    Es war mal die Isa in Wacken
    sie schüttelte nicht ihren Nacken
    zu lauter Musik
    zu gar keinem Lied
    doch konnte sie gut drüber schnacken.

  7. slowtiger Samstag, 22. September 2012 um 22:48 Uhr [Link]

    Ein Erzeuger nahe der Havel
    lud Kinder zur véganen Tafel.
    Eingesargt und als Geist
    warb er immer noch dreist:
    „Eßt mehr Obst, und vergeßt das Geschwafel!“

  8. Stephan Samstag, 22. September 2012 um 22:49 Uhr [Link]

    Mir sagt ja wieder niemand, daß hier weitergespielt wird. Ich kopiere mal ‚rüber:

    Ein Landjunker aus der Gegend von Nauen,
    dem konnten die Kinder vertrauen.
    Er gab ihnen Obst,
    dann starb es des Tods.
    Jetzt mussten sie ihre Birnen klauen.

    Bunt? Rostig sind die Kastanienwälder,
    vor lauter Mais siehst du keine Felder.
    Nur eins hat gestimmt:
    Wenn der Herbst beginnt,
    dann wird es kälter und kälter und kälter.

    Spooky, John Maynard hatte ich auch als nächstes vor.

  9. ichichich Samstag, 22. September 2012 um 22:51 Uhr [Link]

    Christian Morgenstern – Fisches Nachtgesang

    u u u u u u u u
    u u u u u u u u
    - – - – - -
    - – - – - -
    u u u u u u u u

  10. Isabel Bogdan Samstag, 22. September 2012 um 23:02 Uhr [Link]

    Der Handschuh

    Die zickige Maid Kunigunde
    Schmeißt ’n Handschuh hinab in die Runde
    Von Löwen und Tigern,
    Den Kerl zu verschwiegern,
    Doch dem ist die ganze Sache dann berechtigterweise viel zu blöd.

  11. slowtiger Samstag, 22. September 2012 um 23:02 Uhr [Link]

    Romantisch bewirbt man die Schufterei
    vorindustriell in der Gießerei.
    Die Gewerkschaft befand
    daß der Arbeiterstand
    am Sonntag beim Läuten zugegen sei.

  12. slowtiger Samstag, 22. September 2012 um 23:07 Uhr [Link]

    Ein Mann, der nach Glühwein und Nuß riecht
    war beim Weihnachtseinkauf das Schlußlicht.
    Jetzt lallt er von Engeln
    und artigen Bengeln -
    Die Kinder beeindruckt der Stuß nicht.

  13. Stephan Samstag, 22. September 2012 um 23:09 Uhr [Link]

    Es war einmal, als ich abends liech
    im Bett. Als da sprach das Rabenviech:
    Was soll denn das Grübeln?
    Willst du je wieder dübeln,
    Hinaus! Allein klappt das nämlich niemalsnich‘.

  14. worange Samstag, 22. September 2012 um 23:19 Uhr [Link]

    die äpfel kann einzig der stehlen,
    der kommt aus hammonia, der schönen.
    ein rundstück mit käse
    und bumms, auf der näse,
    doch das wolln wir nicht weiter erwähnen.

  15. Isabel Bogdan Samstag, 22. September 2012 um 23:19 Uhr [Link]

    Das Gewitter

    Vier Frauen aus vier Gen’rationen
    Die offenbar zúsammen wohnen,
    die freun sich auf morgen,
    vermeintlich geborgen,
    Als würd sich für sie das noch lohnen.

  16. Stephan Samstag, 22. September 2012 um 23:28 Uhr [Link]

    Falls Du ruhig Blut wahrst, wenn bei allen
    die rote Brühe anfängt zu wallen,
    gut für deine Dichterseele,
    weil ich nicht verhehle,
    für diese pompöse Scheiße würd‘ ich dir gern eine knallen.

    • Isabel Bogdan Samstag, 22. September 2012 um 23:34 Uhr [Link]

      (So hier und da wär ja ein Link zum Original hilfreich.)

  17. Stephan Samstag, 22. September 2012 um 23:47 Uhr [Link]

    Wunsch=Befehl, mein vorletztes:Der Rabe, dann If, schließlich (wunderschönes Original, btw) Do Not Go Gentle Into That Good Night:

    Macht Rabatz, wenn einst die Nacht anbricht,
    Alter feit vor Angst und Wüten nicht.
    OK, lieber Dylan,
    Hab‘ du deinen Willen,
    wir anderen setzen auf elektrisches Licht.

  18. Isabel Bogdan Samstag, 22. September 2012 um 23:52 Uhr [Link]

    Danke! „If“ kannte ich nicht. (Den Raben schon. Und Dylan Thomas hätt ich auch gekannt. Immerhin.)
    Nachtrag zu Worange, denn das kennen bestimmt vor allem die Hamburger: Der Junge mitm Tüddelband.

  19. Stephan Sonntag, 23. September 2012 um 00:01 Uhr [Link]

    „Do not go gentle …“ ist übrigens eine, Quatsch: DIE Villanelle überhaupt. Das weiß ich aus Stephen Frys „The Ode Less Traveled“, einem Spitzenbuch, das man gar nicht oft genug beweihräuchern kann. Inhalt? Lyrisches Sachen machen!

  20. giardino Sonntag, 23. September 2012 um 00:09 Uhr [Link]

    Ach hier ist die Party. Also gut:

    Es fror einst ein Wiesel aus Zwiesel
    Auf Kiesel inmitten Geriesel
    Um welch Lust zu stillen?
    Nur um Reimes Willen
    Wie dämlich, im Nebel und Niesel

    Einem älteren Pärchen aus Xanten
    Kam der Sommer ganz plötzlich abhanden
    Sie rührten in Tassen
    Konnten’s einfach nicht fassen
    Und bauten Kastanienelefanten

  21. Isabel Bogdan Sonntag, 23. September 2012 um 00:10 Uhr [Link]

    Auch so ne Lücke. Das Buch habe ich seit ewig auf Deutsch hier liegen. Wenn man bei Amazon die Kritik an der Übersetzung liest, könnt man glatt doch lieber das Original lesen wollen.

  22. Stephan Sonntag, 23. September 2012 um 00:19 Uhr [Link]

    Das stelle ich mir auch elendig schwer vor. Weil vieles an von Fry selbst gedichteten Beispielen erklärt wird. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob wir im Deutschen nicht eher über Silbenlänge betonen, also laaaaang-kurz gegenüber laut-leise im Englischen. Wie ist denn das, liebe Sprachprofis?

    Für mich war es vor allem ein Anfixen auf die englische Lyrik, von der ich so gut wie nichts kannte.

  23. Isabel Bogdan Sonntag, 23. September 2012 um 00:22 Uhr [Link]

    Ich kann Lyrik ja eher so gar nicht. (Also, ich kann Quatschgedichte machen. Aber ich kann keine Lyrik lesen. Ganz schwer. Höchstens mal ein Gedicht, aber mehr schaffe ich nicht.)

  24. Stephan Sonntag, 23. September 2012 um 00:31 Uhr [Link]

    Da fehlt müdigkeitsbedingt ein Satz, warum die metrische Betonung so wichtig für das Buch ist. Ist sie, klar, Lyrik. Aber Fry bringt dicht an dicht Beispiele, die, weil es jeweils auf das konkrete Wort mit seinem eigenen Klang, spezifischer Betonung usf ankommt, wahrscheinlich nicht mit den existierenden Übersetzungen der zitierten Gedichte bestritten werden können. Stelle ich mir höllisch schwer vor.

  25. Isabel Bogdan Sonntag, 23. September 2012 um 00:48 Uhr [Link]

    Ach, herrlich, Kinder, wie früher!

  26. Stephan Sonntag, 23. September 2012 um 05:59 Uhr [Link]

    Fähre rammt Düne, mir wird ganz anders.
    Hosenboje? Zu weit! Holt Nis Randers!
    Die Mutter am Schmollen,
    Bruder Uwe verschollen,
    Gerettet wird einer. Es ist Lilo Wanders.

  27. Lotta Sonntag, 23. September 2012 um 13:14 Uhr [Link]

    Beim Weiterspielen auf Facebook wurde ich daran erinnert, daß beim Limerick ja strenggenommen ein Ortsname reimgebend sein muß.
    Also:

    Im Jardin des Plantes in Paris
    Ging’s ‚nem Panther ganz eindeutig mies
    Konnte Stäbe nur sehen
    Und im Kreis herumgehen
    Worauf Rilke dann später verwies,

  28. Extramittel Sonntag, 23. September 2012 um 13:26 Uhr [Link]

    (http://www.handmann.phantasus.de/g_septembermorgen.html is klar, ne?)

    Nur Nebel, wohin ich auch schau
    ganz schön kalt schon und auch ziemlich grau.
    Hebt sich endlich der Schleier
    ist die Sicht wieder freier
    und der Herbst noch mal golden und blau.

    Wachste auf, alles diesig und kalt,
    denkste: jetzt schön Spaziergang im Wald
    siehste bloß Nebelschleier
    geht dir voll auf die Eier
    Na ja, wird noch, so ist der Herbst halt.

  29. percanta Sonntag, 23. September 2012 um 21:27 Uhr [Link]

    Noch für die ursprüngliche Sektion:

    HErr, auf dem Herd steht Hühnersuppe.
    Mit Dir hätte ich auch noch eins zu rupfen:
    Die Bräune blass,
    Die Füße nass,
    Und auf den Fluren Schnupfen.

    • percanta Sonntag, 23. September 2012 um 21:31 Uhr [Link]

      Heißt vielleicht „Ich prangere das an.“

    • Stephan Montag, 24. September 2012 um 00:27 Uhr [Link]

      Dazu passt mein Erstling (kam im Deutschunterricht bei Frau Last leider nicht gut an):

      Das Suppenhuhn, das Suppenhuhn,
      das kann man in die Suppe tun.

    • Isabel Bogdan Montag, 24. September 2012 um 06:39 Uhr [Link]

      Was für eine Zicke, das ist ja wohl ein eins A akkurates Gedicht.

  30. stedtenhopp Sonntag, 23. September 2012 um 22:55 Uhr [Link]

    (keine Adaption weltliterarischer Vorlage, aber zum Thema Herbst:)

    In Berlin liebt‘ eine Maid
    die güldene Herbsteszeit.
    Da sie ungern nur schwitzte
    mißfiel ihr Sommers Hitze –
    Sturm und Regen hingegen
    empfand sie als Segen.
    Mancher fragt sich, ob sie ganz gescheit!?

    • percanta Montag, 24. September 2012 um 11:15 Uhr [Link]

      Und ob das eins ist. Wird sofort adoptiert.

    • percanta Montag, 24. September 2012 um 11:15 Uhr [Link]

      Äh, der Kommentar sollte da oben hin. Zum Suppenhuhn.

  31. Isabel Bogdan Montag, 24. September 2012 um 00:01 Uhr [Link]

    Der Zauberlehrling

    Im Zaubern war er noch Azubi,
    da übernahm sich der Bubi:
    er macht alles nass,
    das war echt kein Spass,
    zum Glück kam am Ende der alte Hexenmeister zurück und dann war außer dem Versmaß wieder alles supi.

  32. stedtenhopp Montag, 24. September 2012 um 00:12 Uhr [Link]

    Ob der Abwesenheit seines Meisters
    war ein Zauberlehrling begeistert.
    Leider hatt‘ er – vermessen! -
    das Passwort vergessen
    als zu zaubern er sich erdreistet.

  33. joriste Montag, 24. September 2012 um 00:46 Uhr [Link]

    Beim Dichter aus Röcken bei Lützen
    die Krähen im Winter nicht sitzen
    sie fliegen so schwer
    und schreien vorher
    die Heimat, die Heimat, wo ist’se

    (na ja, ich übe noch)

  34. stedtenhopp Montag, 24. September 2012 um 01:14 Uhr [Link]

    Die Kölner Heinzelmännchen:

    In Köln machten Zwerge inkognito
    alle faulen Handwerkerszünfte froh:
    Schufteten wie die Tiere,
    bis des Schneiders Neugierde
    sie für immer vertrieb – was‘n Griff ins Klo!

    (Eigentlich war’s ja die Schneiderin, aber hey – Versmaß heiligt die Mittel.)

  35. stedtenhopp Montag, 24. September 2012 um 01:48 Uhr [Link]

    Um das Spektrum der Gattungen der Originale ein wenig zu erweitern: gilt auch Märchen?

    Die Bremer Stadtmusikanten

    Zu Bremen hatten vier Viecher
    im Alter den richtigen Riecher:
    Statt im Kochtopf zu landen
    gründ‘ten sie eine Band(e).
    Damit war ihre Rente sicher!

  36. Isabel Bogdan Montag, 24. September 2012 um 06:40 Uhr [Link]

    Großartig, alles.

  37. Tine Montag, 24. September 2012 um 15:17 Uhr [Link]

    hach ist das alles toll hier. Ich kann leider nix beitragen aber ich genieeeeesse!
    Dankeschön.
    Tine

  38. Stephan Montag, 24. September 2012 um 17:02 Uhr [Link]

    We‘ve been spotted: „There are these brilliant minds writing limericks in an attempt to stay sane“. The World of Parade’s End.

  39. Woanders « Herzdamengeschichten Montag, 24. September 2012 um 18:12 Uhr [Link]

    [...] auch beteiligt, ich kann an so etwas ja nicht vorbeigehen. Bekannte Gedichte im Remix als Limerick – ganz [...]

  40. Preißndirndl Montag, 24. September 2012 um 19:53 Uhr [Link]

    Du hast keinen Bock auf Ehe
    Nicht auf Zusammensein, noch Nähe
    Doch Jahre binden
    Du kannst nicht veschwinden
    Alleinsein schmerzt mehr als „Ich gehe“.

    (Mit ohne Ort, „Ehekrach“, Tucholsky)

  41. Sabine Montag, 24. September 2012 um 21:52 Uhr [Link]

    Bedeutungsschwer sollen sie sein
    Fünf Herren voll Blut, Gift und Pein.
    Mit Wams und mit Schild
    Auf ernsthaftem Bild
    - zum Glück bringt dann doch noch wer Wein.

    Robert Gernhardt, Deutung eines allegorischen Gemäldes

    • Isabel Bogdan Montag, 24. September 2012 um 21:55 Uhr [Link]

      Sabine! An mein Herz! Erster Kommentar, schon gleich mein Herz erobert. Das ist eins meiner ewigen Lieblingsgedichte. Hach.

    • percanta Montag, 24. September 2012 um 22:40 Uhr [Link]

      Ja!

  42. Susanne Montag, 24. September 2012 um 22:17 Uhr [Link]

    Phantastisch. Darf ich auch noch?

    ‚S rief nach dem Kinde einst die Made,
    Umsonst, der Specht war ohne Gnade.
    Er pickte den Sohn, des Ungehorsam Lohn,
    und das war in der Tat ziemlich schade.

    • Isabel Bogdan Montag, 24. September 2012 um 22:19 Uhr [Link]

      Na logisch, immer her damit. Großartig!

  43. Folke Montag, 24. September 2012 um 22:20 Uhr [Link]

    Im Schloss ging Babylons Adel auf Piste
    Jehovah stand nicht auf der Gästeliste
    Sein Graffiti aus Feuer
    Schien nicht ganz geheuer
    Ein Diener war’s, der den König dann disste

    • JvM Freitag, 5. Oktober 2012 um 08:22 Uhr [Link]

      Es war einst ein König in Babylon,
      der war gegen Gott voll mit Spott und Hohn
      und gab um den Glauben nicht einen Schekel.
      Gott schrieb an die Wand ihm das Menetekel.
      Tags drauf saß niemand mehr auf dem Thron.

  44. Susanne Dienstag, 25. September 2012 um 00:43 Uhr [Link]

    Einen hab ich noch…

    Zwei Ameisen machten sich auf den
    Weg nach „Down Under“, verschnauften
    aber ganz kurz darauf, dann gaben sie auf,
    ob sie im Mercado was kauften?

  45. Stephan Dienstag, 25. September 2012 um 00:51 Uhr [Link]

    Hab‘n Himmel und Erde sich lieb,
    beim Küssen orgasmischen Grip,
    fliegt die Seele vor Glück,
    kommt allmählich zurück,
    und Eichendorff runter vom Trip.

  46. Folke Dienstag, 25. September 2012 um 10:15 Uhr [Link]

    John Wolf sah Natur in den buntesten Trieben
    Und wollte das schon aufs Bilsenkraut schieben
    Da sprach der Kalender:
    ’s ist Ostern, drum schlender!
    Und haste schon was über‘n Frühling geschrieben?

  47. joriste Dienstag, 25. September 2012 um 10:35 Uhr [Link]

    Die Isa wollt in Helgoland mal wieder was erleben
    doch leider blies der Wind so stark, na ja, er wird sich legen.
    Die Fotos von den Möwen Emma
    die mögen wir ja alle imma
    (was sind nochmal Zibeben?)

    tataa, tataa, tataa

  48. christine Dienstag, 25. September 2012 um 11:34 Uhr [Link]

    Wollt Dionys erstechen
    und auf ‚ner Hochzeit zechen
    Riss dann knapp im Trab
    ‚n paar Hochleistungen ab
    So musste der Kumpel nicht blechen

  49. Folke Dienstag, 25. September 2012 um 16:01 Uhr [Link]

    Dazu passend die Perspektive des Bürgen/Kumpels:

    Als Pfand harrt er aus, ob der Freund zeigt sich tüchtig
    Dass der nicht zu spät kommt, ist für ihn ziemlich wichtig
    Der Freund, einst ertappt in flagranti
    Bricht dann den Rekord im Cross-Country
    Und wird dafür nicht mal des Dopings bezichtigt

    • Der-Heitzer Donnerstag, 4. Oktober 2012 um 21:12 Uhr [Link]

      Ich habe dazu noch die Sicht des Tyrannen dazu, aber das passte nicht ein einen Limerick, das wurde drei.

      Die Bürgschaft

      Das Attentat auf mich ging schief
      Doch als nach Vergeltung ich rief
        bot sich an als Vertreter
        für den Attentäter
      ein And‘rer, die Freundschaft war tief.

      Sei zum Sterben bereit
      Ich gebe dir drei Tage Zeit,
        Ist dein Freund dann zurück
        dann hast du Glück
      Ansonsten tut es mir leid.

      Man wollt´ ihn auf Reisen berauben
      Doch zurück kam er, kaum zu Glauben.
        Ich wär aus diesem Grunde
        gern der Dritte im Bunde,
      das müsst ihr mir bitte erlauben.

  50. gerriet Dienstag, 25. September 2012 um 16:34 Uhr [Link]

    OK, ist als Quelle kein Gedicht, aber beim Raben kam mir Stephan zuvor.

    Bilbo war ein anständiger Halbling
    Der mit zwölf Zwergen in den Wald ging
    Sie trafen den Drachen
    Wohl in den Rachen
    Und Bilbo brachte heim einen Ring

  51. rebekka Dienstag, 25. September 2012 um 20:29 Uhr [Link]

    Drei Hexen berieten sich feixend am Tay
    und Johnie, der eilte im Zug schon herbei.
    Eltern, die warten und Brücke, die fällt -
    kam nicht nach Haus, an Weihnacht, der Held.
    Drei Hexen beraten, die Nacht kommt herbei.

    • Stephan Dienstag, 25. September 2012 um 23:18 Uhr [Link]

      Ein Spitzen-Fontane, jetzt bitte noch den McGonagall hinterher.

    • Stephan Mittwoch, 26. September 2012 um 00:01 Uhr [Link]

      Als Meta-Vorlage:

      McGonagall, William, ein Schottenpoet,
      der richtete Schnurrbart, Monokel, Toupet,
      griff zum Reimlexikon
      und mit klapperndem Ton
      fiel die Brücke ‚raus in den dampfenden Tee.

  52. Lily Mittwoch, 26. September 2012 um 06:04 Uhr [Link]

    In Paris in Frankreich tat Rainer
    Maria was sonst tat wohl keiner:
    Besingt in netten Kanta(n)ten
    Karussellelefanten
    Das machte schon Schiller nicht feiner.

    Nicht wirklich meta, aber trotzdem.

  53. Dorothee Montag, 1. Oktober 2012 um 16:07 Uhr [Link]

    Ein bisschen spät zum Dichterfest, aber die englische Romantik braucht auf jeden Fall auch noch einen Limerick.
    Ich nenne ihn

    „Ein Fall für die Tiefbaubehörde“

    S‘war einst ein Mogul aus Fernost
    Der baute, wo’s Wasser krass tost.
    Hält der Boden dort? Bricht er?
    Davon schweigt der Dichter;
    Es heißt, er war nicht ganz bei Trost.

    • Stephan Dienstag, 2. Oktober 2012 um 02:06 Uhr [Link]

      „Nicht ganz bei Trost“ wegen zweier Gränchen Opium? Meine Dame, ich darf doch sehr bitten. Um noch‘n Gedicht.

  54. Jens der Andere Dienstag, 2. Oktober 2012 um 13:09 Uhr [Link]

    Ein Hundenarr, Otto genannt,
    dessen Mops wohl allen bekannt,
    kaufte Obst sich, und Kohle.
    Dem Tier war’s nicht wohle -
    beim Magen gab’s dann ’ne Vakanz.

  55. Der-Heitzer Dienstag, 2. Oktober 2012 um 21:27 Uhr [Link]

    Ich will mitmachen.

    Der Taucher
    In den Strudel der König nen Becher warf
    Wer holt, so sagte ein Sprecher, darf
    heiraten die Prinzessin gleich,
    und regieren das ganze Königreich
    später. Doch war keiner darauf scharf.

  56. Der-Heitzer Dienstag, 2. Oktober 2012 um 21:32 Uhr [Link]

    Mist, ich habe ein Wort vergessen. Es muss heißen: Wer ihn holt…

  57. Der-Heitzer Mittwoch, 3. Oktober 2012 um 17:47 Uhr [Link]

    Noch einer, frei nach Annette von Droste Hülshoff.

    Der Sumpfbub

    Ein Büblein geht durch den Sumpf,
    ganz feucht sind schon Schuh und Strumpf.
      In seinem Geist er
      sieht viele Geister.
    Geschwindigkeit ist hier wohl Trumpf.

  58. Isabel Bogdan Mittwoch, 3. Oktober 2012 um 20:26 Uhr [Link]

    Wundervoll, danke!

  59. longman Freitag, 5. Oktober 2012 um 11:37 Uhr [Link]

    Der Erlköning
    Ein Reiter mit Söhnchen aus Hagen,
    nachts wollte ein Wäldchen durchtraben.
    Sohn sah einen König
    Das nutze ihm wenig
    Jetzt liegt er in Hagen begraben

  60. longman Freitag, 5. Oktober 2012 um 18:17 Uhr [Link]

    McGee sagt zum Kumpel im Wald
    In Alaska da ist’s mir zu kalt
    Wenn ich hier erbleiche
    verbrenn meine Leiche
    Das tat dieser Kumpel schon bald

    (The Cremation of Sam McGee – Robert W. Service)
    http://wordinfo.info/unit/2640

  61. Der-Heitzer Sonntag, 7. Oktober 2012 um 04:01 Uhr [Link]

    Wiesenrose

    Eine Rose stand auf der Wiese.
    Ein Jüngling erblickte diese
      und als er sie pflückte,
      sie `nen Dorn in ihn drückte,
    in der Hoffnung, dass er es dann ließe.

    Original: http://de.wikipedia.org/wiki/Heidenr%C3%B6slein

  62. Der-Heitzer Freitag, 12. Oktober 2012 um 21:45 Uhr [Link]

    Ich habe noch einen.

    Blondine kämmt sich und singt,
    was leider so fürchterlich klingt,
      dass Schiffe versinken
      und Männer ertrinken.
    Ich frage mich was ihr das bringt.

    http://de.wikisource.org/wiki/Ich_wei%C3%9F_nicht,_was_soll_es_bedeuten

  63. Der-Heitzer Mittwoch, 17. Oktober 2012 um 08:14 Uhr [Link]

    An alle Leser

    Wenn ich nur noch alleine
    dichte hab´ ich keine
      Lust Limericks zu schreiben
      und lass´ es lieber bleiben,
    oder wo sind Deine?

  64. Gedichte! | Percanat Samstag, 20. Oktober 2012 um 16:04 Uhr [Link]

    [...] Sie in dem deutschen Limerickblog weiter, und lesen Sie die Kommentare. Und dann lesen Sie bei Isa weiter. In den Kommentaren und sie selbst: Herrgott, jetzt sieh halt mal zu,der Sommer war mau, [...]

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