Ganz herzlichen Dank an Eva Brandecker von The Grooves für das Überraschungspäckchen!
Können sprechen Chinesisch, ich sehr glücklich! Ich eins mal kommen China.
Wow. Das sieht auf den ersten Blick nach wirklich einfacher Grammatik aus und klingt, als könnte man es durchaus nicht einfach mal so nachsprechen.
So, hier kommt nun auch offiziell die große Neuigkeit: ich gehe für einen Monat nach China. Als „Artist in Residence“ an die Universität Nanjing, auf Einladung des Goetheinstituts. Woohoo! Am 3.11. fliege ich los, am 29.11. komme ich zurück; der Flug ist gebucht, ich habe ein Visum. Und ich bin mächtig aufgeregt.
Das ist alles einigermaßen plötzlich vom Himmel gefallen, ich weiß ungefähr gar nichts über China und fühle mich noch sehr unvorbereitet; wer sich in Nanjing oder China auskennt, wer dort Leute kennt, die ich unbedingt kennenlernen muss, oder Geheimtipps hat, immer her damit. Wo muss ich hin, um Schlange, Ratte, frittierte Insekten zu essen? Oder am allerliebsten: Pfau? Brauche ich eine VPN-Verbindung? Wie nimmt man am besten Geld mit – Kreditkarte? Welche chinesische Literatur könnte man mal lesen? Hach, das ist alles! so! aufregend! In drei Wochen bin ich schon dort.




Am Freitag schreib ich hier: „Desweiteren möchte ich zu Protokoll geben, dass ich ein dringendes Bedürfnis verspüre, Puffins zu sehen. Und Wale, bitte. Wenn das nicht geht, dann wenigstens Delfine. Danke.“
Keine Puffins gesehen. Aber heute waren wir am Strand, es war herrlich, knallwarm und alles, nur das Meer nicht, das war unfassbar kalt, der coole Gatte ist trotzdem reingegangen, ich nur bis zu den Knien, dann wieder raus. Etwas später wurden plötzlich Rufe am Strand laut, Delfine! Es war eine ganze Menge Tiere, die immer wieder sprangen – wenn man bedenkt, wie flach es dort reinging, relativ nah am Strand eigentlich, aber dann doch zu weit weg für die Kamera, und auch eindeutig zu weit weg, um wirklich etwas zu sehen, außer: da sind einige große Tiere, die immer wieder springen. Mehr war nicht zu erkennen, außer dass sie mir sonderbar schwarz vorkamen für Delfine. Außerdem habe ich natürlich immer zu spät abgedrückt, wenn sie schon wieder im Wasser waren, ich habe X Bilder vom Meer gemacht, auf denen man halt nur das Meer sieht. Das einzige Bild, das überhaupt irgendetwas hergibt, ist das hier:

Ich flippe aus. WIR HABEN ORKAS GESEHEN! Glaube ich. Jedenfalls werde ich das fürderhin behaupten. Hach. Orkas! Einfach so! Am Strand bei St. Cyrus! Laut Seawatch Foundation ist das gar nicht so unwahrscheinlich. Aber dann halt irgendwie doch. Boah, wow.
Der Vollständigkeit halber:
An Tag 2 hat es den ganzen Tag geregnet. Ich habe in einer auszuräumenden Bürowohnung gesessen, gearbeitet und ins Grau geguckt, während Iris hinter mir Dinge, Sachen und Zeug in Kisten packte und aus den Kisten Stapel baute, die teilweise auch wieder abtransportiert wurden. Gelegentlich kam der Hotelier vorbei und brachte uns Kaffee.

Foto: Iris Binnewies
An Tag 3 hat es nicht mehr geregnet, war aber so neblig, dass man nicht mal die Düne sehen konnte. Ich habe in der Bürowohnung gesessen, gearbeitet und ins Grau geguckt, während Iris hinter mir Dinge, Sachen und Zeug in Kisten packte und aus den Kisten Stapel baute, die teilweise auch wieder abtransportiert wurden. Gelegentlich kam der Hotelier vorbei und brachte uns Kaffee. Abends war das Konzert von Achim Reichel in der Nordseehalle, dazu später mehr.
An Tag 4, nämlich heute, fuhr das Schiff nicht wie sonst am frühen Nachmittag, sondern schon morgens um neun, weil für nachmittags Sturm vorhergesagt war. Tag 4 ist also quasi ausgefallen.
Insgesamt habe ich ein bisschen was geschafft, aber quasi gar nichts von all den üblichen Inseldingen gemacht. Nur am ersten Tag bei der Ankunft um ein Drittel der Düne gegangen und eine Runde ums Oberland, danach vor allem am Schreibtisch gehockt. Schön war’s trotzdem, logisch, aber halt kein Blogcontent.