Neuerscheinung

Beth Hoffman (Isabel Bogdan): Die Frauen von Savannah

Die zwölfjährige CeeCee Honeycutt hat es schwer. Ihr Vater ist kaum noch zu Hause, und so muss sie sich allein um die verrückte Mutter kümmern. Was als kleine Flippigkeiten anfängt, wächst sich bald zu einer handfesten Psychose aus, mit der CeeCee natürlich vollkommen überfordert ist. Ihre Mutter lebt nur noch in Gedanken an ihre Zeit als Schönheitskönigin, kleidet sich in alberne Ballkleider aus dem Wohltätigkeitsladen und wirft den Vorbeifahrenden Kusshände zu. Trost findet CeeCee nur bei ihrer alten Nachbarin. Und dann läuft die Mutter eines Tages vor einen Lastwagen und ist sofort tot.
CeeCee wird zu ihrer Großtante Tootie nach Savannah geschickt, von deren Existenz sie bis dahin nicht mal wusste. Tante Tootie hat ein wunderschönes, altes Südstaatenhaus mit einem großen Garten drumherum, in dem es üppig blüht und dauernd die Sonne scheint. Und sie hat eine Köchin, Oletta, die CeeCee mit Zimtschnecken und Güte langsam ins Leben und in die Kindheit zurückholt. Und ein paar exzentrische Nachbarinnen. Lauter tolle Frauen, unter denen CeeCee wieder zu sich findet. (Männer: keine. Kinder auch nicht.)
Es mag nicht die ganz hohe Literatur sein. Aber ein schöner Schmöker, wirklich ergreifend, ich habe beim Übersetzen geweint. Außerdem duftet das Buch von oben bis unten nach Blumen und Garten und Sommer und Gebäck und lauter leckerem Essen, vor allem nach Zimtschnecken. Tatsächlich hat es sogar dafür gesorgt, dass ich beim Übersetzen selbst anfing, Zimtschnecken zu backen (mit mittelprächtigem Erfolg) und meine halbe Twitter-Timeline damit ansteckte. Und es muss dringend verfilmt werden, mit Whoopie Goldberg als Oletta und Meryl Streep als Miz Goodpepper und Kathy Bates als Miz Hobbs.
Ich mag das Buch sehr, und es ist jetzt gerade erschienen. Wenn Ihr was fürs Herz mögt.

Fastenzeit

Bis Ostern werde ich mich von Twitter und Facebook fernhalten, den blöden Zeitfressern. Gebloggt wird weiter, vielleicht kommt es dem Bloggen ja sogar zugute. Und vor allem meiner Konzentration auf Anderes, Wichtigeres. Denn so wichtig soziale Netzwerke auch sind, sie kosten einfach viel Zeit, und ich neige dazu, das Maß zu verlieren und zu viel dort herumzuhängen. 40 Tage ohne meine schlimmsten Süchtigmacher; soweit ich mich erinnere, ist das trotz meiner katholischen Vergangenheit das erste Mal, dass ich wirklich faste. Trifft sich gut, dass ich sowieso gerade viel zu tun habe.
Heute Nachmittag lasse ich den Mann neue Passwörter eingeben, die ich nicht kenne. Damit ich gar nicht erst in Versuchung gerate. (Oder gildet Fasten nur, wenn die Versuchung möglichst groß ist?)
Ich werde so viel Zeit für tolle Dinge haben! Bücher lesen! Yeah! Und, äh, ach ja. Arbeiten! Jippie!

[Angeregt von Giardino, der allerdings auch aufs Bloggen verzichtet. Und Percanta macht auch mit.]

Gastbeitrag

Der Eintrag hier drunter stammt von Adelhaid. Und das kam so:

Nicwest und ich antworteten Dinge wie: wir hätten keine Zeit und wüssten nicht worüber, Nicwest sprach von Gastbloggen, und zack! fragt Adelhaid nach einem Thema. Ich sagte „Kuchen und Theater“, weil ich gerade an Kuchen denken musste und heute Abend ins Theater gehe, und dann fiel mir ein, dass ich aber kein Kuchenrezept und keine Theaterkritik wollte. Und schon schreibt mir Adelhaid eine lange Geschichte. Hervorragend! Danke sehr!

Und für Nicwest hat sie auch einen Gastbeitrag geschrieben. Über Zimmerpflanzen.

Tante Isas kleiner Kochtipp

… für superleckere Pastinakengerichte: sehr geringe Mengen Pastinaken in sehr großen Mengen anderem Gemüse unterbringen. Beim Essen Augen zu und durch, die Pastinaken als erstes rausfischen und schnell runter damit, dann in Ruhe den Rest des Eintopfs oder der Suppe oder was auch immer genießen. Noch köstlicher wird es, wenn man die Pastinaken gleich ganz weglässt.
Keine Ursache.

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