Lesung mit Ingo Herzke, Annette Kopetzki, Miriam Mandelkow, Friederike Meltendorf und Eva Profousová
1. März 2013, 20 Uhr
Ort: Kulturetage Altona
Große Bergstraße 160, 22767 Hamburg
Eintritt 5 Euro, für VdÜ-Mitglieder frei
Was haben ein englischer Elfjähriger auf der Flucht, eine Sizilianerin im Beichtstuhl und ein russischer Anarcho gemeinsam? Sie müssen reden, und zwar auf Deutsch.
Fünf Übersetzerinnen lassen laute und leise, wütende und verzagte Figuren aus englischen, italienischen, amerikanischen, russischen und tschechischen Romanen zu Wort kommen und umkreisen dabei verschiedene Aspekte des Übersetzens gesprochener Sprache wie Slang, Dialekt, Jugendsprache und Flüche – eine Suche.
Autoren: Alan Bennett, Andrea Camilleri, DJ Stalingrad, Tom Kelly, Pier Paolo Pasolini, Richard Price, Jaroslav Rudis, Jáchym Topol, David Vann und andere.
Eine Veranstaltung der Weltlesebühne, gefördert von der Robert Bosch Stiftung und dem Verband deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ).
- Bräuchte ich einen Schlafplatz in Zürich, und hätte ich sehr viel Geld, dann würde ich dieses Hotel buchen. Was für eine Bibliothek! (Liebes Hotel B2, ich bin ja durchaus käuflich. Ladet mich doch ein, ich bleibe zwei-drei Tage und gucke mir die Bibliothek und das Hotel und die Stadt an, und dann schreibe ich, wie toll es ist. Hm?)
- Ein Fotoprojekt zu den Orten, an denen 1933 Bücher verbrannt wurden: verbrannte Orte. Dasselbe Projekt bei Kwerfeldein und bei Krautreporter – man kann das Projekt auch finanziell unterstützen.
Unabhängig davon: Das Blog von Birgit Ebbert über die Bücherverbrennung.
- Thematisch passend: eine App zu den Hamburger Stolpersteinen (gibt es bestimmt auch für andere Städte), mit der man über verschiedene Suchfunktionen Informationen zu den jeweiligen Personen findet, Biografien, weitere Stolpersteine in der Straße und so weiter. Ich finde das Projekt „Stolpersteine“ ja sensationell gut. Man kann übrigens auch Patenschaften für einzelne Stolpersteine übernehmen, mehr dazu hier.
- Katy hat ein neues Blog: In which she goes out drinking with German writers. Going dutch with German writers. Wundervolle Idee, ich bin sehr gespannt. Und ein bisschen neidisch, man sollte wahrscheinlich sowieso viel öfter mit Autoren trinken gehen. („To go dutch“ heißt übrigens, dass man getrennt bezahlt.)
Ich bin natürlich nicht die einzige, die sich gerade um Lyrik bemüht – Anne Schüssler hat nämlich etwas ganz Tolles angefangen, sie bedichtet Postkarten. Das heißt, sie schreibt Gedichte über das, was vorne drauf ist, und verschickt die Karten dann. Die erste ging an Kiki, und die zweite habe ich bekommen! Hurra! Vielen Dank, Anne!
Vorne drauf ist, sehr schön passend zum lyrischen Thema der letzten Tage, Köhlers Schwein von Michael Sowa. Und gedichtet hat Anne natürlich Limericks, das wäre ja quasi gar nicht anders gegangen. Gleich drei Stück!
I
Ein sportliches Ferkel aus Bergheim,
das wollte viel lieber ein Fisch sein.
Drum sprang es ins Wasser
doch wurd es nur nasser
und metamorphierte zum Schwimmschwein.
II
Eine ehrgeiz‘ge Sau aus Neuwilen,
der die Wettbewerbsregeln missfielen,
trainierte doch heiter,
schwamm schneller und weiter,
und träumt nachts von olympischen Spielen.
III
Ein Altbademeister aus Lahr,
der wusste nicht, wie ihm geschah,
als vom Einmeterbrett
sehr grazil und adrett
ein Schwein in den See sprang, echt wahr!
(Es spräche vermutlich rein gar nichts dagegen, wenn auch da noch jemand mitspielen wöllte. Wo ihr gerade so schön in Schwung seid und ich arbeiten muss.)
das ist ja der Wahnsinn. Da bemüht man sich geschlagene acht Jahre lang um gepflegte Blog-Konversation, und kaum legt man, Verzeihung, die Titten auf den Tisch, da geht es hier rund. Über dreihundert Kommentare in zwei Tagen: unfassbar. Und noch viel unfassbarer ist die Qualität der Kommentare – ich habe tatsächlich keinen einzigen Kommentar wegmoderiert, es war kein Totalausfall dabei (und kaum habe ich das geschrieben, da macht sich die zweite über Dicke lustig. Deswegen sei hier nochmal ausdrücklich gesagt, dass ich das nicht möchte).
Und irgendwie rührt es mich geradezu, wie kann man denn so wundervolle Kommentatoren haben? Bei denen es in über dreihundert Sexkommentaren immer noch gesittet zugeht? Ich glaube wirklich, ich habe die besten Blogleser der Welt. Vielen Dank Euch allen.
Vor lauter Limericken habe ich dann gar nichts zum Tag der Muttersprache geschrieben, der gestern war (nicht, dass ich wüsste, was ich hätte schreiben wollen), und nichts zum Tod von Otfried Preußler. Claus Ast vom Skizzenblog hat das schönste Bild dazu gezeichnet, dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen:
Im nicht-virtuellen Leben passiert gerade nicht so viel. Ich muss Mitte März ein Buch abgeben, und natürlich habe ich am Anfang wieder eher langsam losgelegt mit der Übersetzung, sodass ich das Tempo jetzt anziehen muss, ich sitze also bis spät nachts am Schreibtisch. Danach lese ich kein Buch mehr, und Filme gucke ich schon gar nicht, sondern falle nur noch ins Bett. Sämtliche Pläne – ein Buch pro Woche, ein Film pro Woche, jeden Tag etwas wegwerfen – liegen auf Eis, aber das kommt dann alles wieder. Das übliche: Wenn ich das Buch abgegeben habe, dann! Was ich dann alles schaffe! Und dann wird es auch Frühling. Bitte. Danke.
Vorangegangen ist es mit dem Thema Blogwerbung: Ab 9. März wird da oben rechts die erste Werbung zu sehen sein, und zwar absolut meine Wunschwerbung, ich freu mich sehr!
Und jetzt weiter im Text.
Ein Blogkommentator aus Hessen
wollt Anstand und Sitte vergessen,
die schmutzige Dichtung
war eher seine Richtung,
da warn Blogs wohl die rechten Adressen.
Gebt’s zu, Ihr anderen habt nur drauf gewartet, dass irgendwer es als erster sagt. Also dann: die Schweinkram-Limerick-Challenge. Dann legt mal los.
Zur Erinnerung: NicWest hat mal aufgeschrieben, wie ein Limerick geht. Reimschema aabba, drei Hebungen in den Zeilen 1, 2 und 5, und nur zwei Hebungen in den Zeilen 3 und 4. Alles klar?