Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.

Ach ja, Tagebuchbloggen! Finde ich ja bei anderen immer total interessant, bei mir selbst sterbenslangweilig. Die langweiligste Geschichte ist die von heute.
Dann tut mir also der Fuß ein bisschen weh, der rechte, der operierte. Als wäre mir etwas draufgefallen, als hätte ich da einen blauen Fleck oder sowas, aber es ist nichts draufgefallen. Macht ja auch alles nix, sowas behandle ich normalerweise mit Ignorieren, und der rechte Fuß jault ja eh gelegentlich. Oder um es mit meiner Tante Ingrid zu sagen: Was von allein gekommen ist, wird auch von allein wieder gehen. So schlimm ist es nicht, und ich neige ja nicht so zum Jammern.
Sondern laufe lieber eine Runde, das hilft ja bekanntlich gegen alles. Nur gegen Fußschmerzen dann halt doch nicht, eher im Gegenteil, zum Ende der Runde tut es dann doch wieder mehr weh. Und dann ziemlich. Und das hört auch übers Wochenende nicht auf und wird nicht besser. Der Fuß ist geschwollen. Am Montag Mittag rufe ich bei der Lieblingsärztin („Physikalische und Rehabilitative Medizin“) an; fünf Minuten nach Ende der Telefonsprechzeit. Dienstag beginnt die Telefonsprechzeit erst um 12, und an dem Nachmittag geht nichts mehr. Mittwoch morgen könne ich kommen, „sonst erst wieder ab April“.
Ich verlege also gleich zwei Mittwochmorgentermine und bin heute um halb neun da. Als erste. Komme trotzdem erst um neun dran, das ist nett, denn zufällig kommt auch gerade eine Freundin zu derselben Ärztin, und ich freu mich sehr, sie zu treffen. Wir sind jetzt in dem Alter, in dem man sich zufällig im Wartezimmer trifft, scheint’s.
Die Ärztin sagt das gleiche, was auch schon mein medizinisch nicht sehr bewanderter Kopf und Dr. Google gesagt haben: Verdacht auf Stressfraktur. Ermüdungsbruch. Ich soll ein Röntgenbild machen lassen, und nein, das geht nicht hier. Auch wenn sie in der Fachklinik mit drin ist, aber da dürfen nur Operateure Röntgenbilder machen. Bescheuert, aber so steht’s geschrieben. Ich muss woanders hin. Wenn man auf dem Bild nichts sieht, MRT-Termin ausmachen. Wenn man was sieht, dann zum Chirurgen (wieso kann ich nicht zu ihr zurück? Weil der Chirurg … ich hab’s schon vergessen). Ob sie einen kennt, frage ich. Ja, sagt sie, Dr. S., da sei ich doch auch schon mal gewesen. Ach, und wenn ich schon dabei sei, solle ich auch gleich mal meine Knochendichte messen lassen, von wegen Osteoporose. Und im Übrigen könne das auch ein Gichtanfall sein, ob mit meiner Harnsäure alles in Ordnung sei? – Äh keine Ahnung? – Es sehe auch nicht nach Gicht aus, sagt sie.
Ich fahre also mit der U-Bahn zu Dr. S., wo man mich gleich wieder wegschickt, auf der Überweisung stehe ja „Radiologie“. Aber da steht auch erstmal Röntgen, sage ich, und ich wurde doch hier schon mal geröntgt. Ja, schon, aber sie seien keine Radiologen. Ich müsse also … gut 10 Minuten Fußweg, Spitzenidee mit meinem Fuß.
In der radiologischen Praxis warte ich wieder eine Weile. Und dann ist auf den Bildern nichts zu sehen. Um einen Termin fürs MRT auszumachen, muss ich bitte noch hoch in den vierten Stock. Für die Knochendichtemessung können wir auch hier einen Termin machen, der ist dann allerdings nicht hier, sondern in Altona. HERRGOTTNOCHMAL! Ich habe jetzt einen Termin Anfang Februar zur Knochendichtemessung in Altona. Und am Montag einen zum MRT in der Stadt.
Was ich bis Montag mit meinem inzwischen doch beschissen schmerzenden Fuß machen soll – keine Ahnung. Ich habe der Superärztin gemailt, mal sehen, was sie antwortet. Schmerzmittel, hochlegen, nicht rumlaufen, schätze ich. Ich will aufn Arm.

17 Kommentare

  1. Lars Immisch Mittwoch, 9. Januar 2019 um 17:52 Uhr [Link]

    Die unbelehrbaren Nicht-Facebooker (aka die Datenveganer) danken.

  2. Conni Sandmann Mittwoch, 9. Januar 2019 um 17:57 Uhr [Link]

    Ohje, Du arme!
    Hochlegen und Arnikasalbe zum Abschwellen geht immer. (und man hat immerhin das Gefühl sich zu kümmern)
    Gute Besserung!

  3. Vinni rabensturmig Mittwoch, 9. Januar 2019 um 17:58 Uhr [Link]

    Oje, gute Besserung 🍀

  4. Sammelmappe Mittwoch, 9. Januar 2019 um 18:10 Uhr [Link]

    Alles Liebe, gute Besserung und starke Nerven!

  5. stedten*hopp Mittwoch, 9. Januar 2019 um 18:55 Uhr [Link]

    Aua! So ein Mist. Gute, schnelle Besserung!!

  6. giardino Mittwoch, 9. Januar 2019 um 19:52 Uhr [Link]

    Och nee, sowas braucht doch kein Mensch. Gute Besserung (und notfalls: gute Schmerzmittel)!

  7. Kaltmamsell Mittwoch, 9. Januar 2019 um 20:59 Uhr [Link]

    Ach geh, das ist doch doof. Ich wünsche dir, dass sich der blöde Fuß ans von-allein-Gehen hält.

  8. adelhaid Donnerstag, 10. Januar 2019 um 09:17 Uhr [Link]

    Tja. Hochlegen, Schmerzmittel, Tee trinken, Buch lesen.
    Ich hab letztes Jahr recht wenig Schmerzmittel gebraucht. Aber hochlegen war echt wichtig.
    Ansonsten – beim Laufen festes Schuhwerk fest binden.
    Gute Besserung

  9. LiFe Donnerstag, 10. Januar 2019 um 14:33 Uhr [Link]

    Die Stewardessen, gerade Stewardessen kennen sich sehr gut aus, sie empfehlen einen Chirurgen in Berlin. Allerdings wenn es den Hallux betrifft. Einmal las ich einen Namen eines Chirurgen in Düsseldorf und einer Freundin sagte ich: Nur X (Name unterdrückt) kann dir helfen! Sie hatte mich angeschaut, als hätte ich eine an der Waffel. Später besuchte sie mich wieder, sie hatte nämlich den Chirurgen gegoogelt und wir hatten so gelacht! Lachen ist die beste Medizin!

  10. Katrin Sonntag, 13. Januar 2019 um 14:24 Uhr [Link]

    Puh… gute Besserung für dich

  11. Isabel Bogdan Montag, 14. Januar 2019 um 17:51 Uhr [Link]

    Ärztliches Bulletin: Nach nur einer Woche und vier Ärzten ist dann jetzt auch amtlich, was Dr. Google schon vor einer Woche diagnostiziert hatte: Ermüdungsbruch im Mittelfußknochen. Was das für die Behandlung bedeutet – nun ja, das weiß man natürlich nicht, dazu muss ja jetzt mindestens noch ein fünfter Arzt die MRT-Bilder sehen und sich was dazu überlegen. Wie lange es dauert, bis ich einen Termin irgendwo kriege, man weiß es nicht. Es gibt noch Ärzte in Hamburg, bei denen ich nicht war. Dabei war eigentlich von Anfang an offensichtlich, was es ist, es hat auch niemand dran gezweifelt. Aber dann spazier ich halt auf meinem kaputten Fuß noch ein paar Tage durch die Stadt, ne? Was soll der Geiz, immer weg mit den ollen Knochen.

  12. LiFe Montag, 14. Januar 2019 um 19:57 Uhr [Link]

    Zufällig traf ich eine Krankenschwester. Heute. Probleme mit der Schulter. Ihr Orthopäde, so sagte sie es mir hält nicht viel von MRT. Eine Röntgenaufnahme sei genauer.

  13. LiFe Montag, 14. Januar 2019 um 20:01 Uhr [Link]

    Upps, ist geröntgt worden!

  14. FrauC Dienstag, 15. Januar 2019 um 15:44 Uhr [Link]

    Sowas hatte ich auch mal, wurde erst nach einiger Zeit diagnostiziert. Der Arzr meinte, jetzt sei es eh zu spät, also feste Schuhe tragen, hochlegen, ggf. mal kühlen, nicht so viel rumlaufen, dann geht das auch von selber weg. So war’s. Gute Besserung!

  15. Isabel Bogdan Donnerstag, 17. Januar 2019 um 10:54 Uhr [Link]

    Weiter ging’s: Ich bin also am nächsten Tag mit den MRT-Bildern zum Chirurgen gegangen, wie die Superärztin gesagt hatte. Beim Chirurgen wurde ich, genau: Weggeschickt. Ich bräuchte eine Überweisung. Und den Befundbericht. Die Bilder allein würden nicht genügen, und der Befund sei dann ja wohl von der Radiologie an die erstbehandelnde Ärztin gegangen. Und ohne Überweisung gehe schon mal gar nichts.
    Also rufe ich noch aus der chirurgischen Praxis bei der Erst-Ärztin an, damit sie das schnell faxen. Es ist aber bereits wieder Dienstag, und erst ab 12:00 Telefonsprechstunde. Die chirurgische Praxis sagt, ich soll um halb drei wiederkommen. Mit dem gebrochenen Fuß also erstmal wieder nach Hause. Ab 12:00 Uhr versuche ich eine halbe Stunde lang, die Ärztin zu erreichen. Erreiche schließlich die Helferin, die keine Überweisung ausstellen kann, und die Ärztin sei gerade in einer Behandlung, das könne dauern, sie würde zurückrufen. Und den Befund hätten sie aus der Radiologie nicht bekommen. Ich rufe in der Radiologie an, sie sagen, sie haben den Befund am Montag Abend an die Ärztin gefaxt und faxen ihn sofort noch mal, auch an den Chirurgen.
    Kurz bevor ich losmuss, ruft die Praxis der Ärztin an, der Befund sei jetzt da. Sie würden das alles fertigmachen und an den Chirurgen schicken. Ich sage noch mal, dass es dringend ist, vor allem die Überweisung, weil ich JETZT losmuss zum Chirurgen. Jaja, alles klar, und danach solle ich übrigens bitte noch mal bei ihnen vorbeikommen, weil ich noch eine Datenschutzerklärung unterschreiben muss, ohne die dürften sie den Befund eigentlich gar nicht weiterleiten. Ich sage jaja und denke: den Teufel werde ich tun, noch einen Meter mehr als nötig auf dem Fuß rumzulaufen. Sollen sie mir schicken.
    Wieder beim Chirugen: Ja, der Befund sei da, von der Radiologischen Praxis. Von der angeblichen Superärztin: Nichts, keine Überweisung. Das mache aber nix, sagt die Sprechstundenhilfe – eine andere als die, die mich morgens weggeschickt hatte, weil sie ohne Überweisung gar nichts machen dürfe.
    Ich bekomme endlich den Arzt zu sehen. Die Sache dauert fünf Minuten. Er verschreibt mir einen Vorfußentlastungsschuh, einen krasseren als den, den ich schon seit fünf Tagen trage, weil ich ihn noch zu Hause hatte. Als ich gehe, frage ich die Helferinnen vorsichtshalber nicht, ob die Überweisung inzwischen eingetroffen ist.
    Habemus Diagnose und Vorfußentlastungsschuh, halleluja.

    Zu Hause schreibe ich der Ärztin eine Mail. Ob sie mir die Datenschutzerklärung nicht mailen kann. Sie kann nichts mailen, mailt sie, sie schickt es mit der Post.
    Heute kommt eine neue Mail von ihrem Praxisteam, sie hätten die Überweisung und die Datenschutzerklärung gestern per Post an mich geschickt.
    Am Mittwoch. Per Post. An mich.
    Statt, wie verabredet, SOFORT nach unserem Telefonat am Dienstag per Fax an die chirurgische Praxis.

    Hiermit wird der Superärztin und ihrem Team offiziell das Super- entzogen. Klar, die haben wahrscheinlich alles richtig gemacht. Schicken mir die Überweisung zusammen mit der Datenschutzerklärung, und den Befund dann erst an den anderen Arzt, wenn die Datenschutzerklärung da ist. Aber.

    So ein kleiner Ermüdungsbruch und vier Wochen Vorfußentlastungsschuh: geschenkt.
    Aber eine Woche lang mit gebrochenem Fuß von einem Arzt zum anderen geschickt zu werden, ist doch, ACHTUNG: für die Füße.

  16. Isabel Bogdan Samstag, 19. Januar 2019 um 23:43 Uhr [Link]

    Die Überweisung kam am Freitag hier an. Mit der Post. Statt am Dienstag per Fax beim Chirurgen. Hätte ich darauf gewartet, bzw. hätte die zweite Helferin in der chirurgischen Praxis mich auch wieder weggeschickt, hätte ich erst nächste Woche einen Termin bekommen und wäre dann insgesamt zwei geschlagene Wochen mit gebrochenem Fuß von einem Arzt zum anderen gelaufen und hätte Zettel zusammengesucht. Kannste dir nicht ausdenken.
    Ich unterschreibe dann mal die Datenschutzerklärung und schicke sie zurück. Vermutlich schicken sie mir den Befund dann auch mit der Post zu. Den sie am Dienstag schon zum Chrirugen hätten faxen sollen. Wenn sie die Datenschutzerklärung, na, vielleicht am Dienstag bekommen und am Mittwoch den Befund losschicken, könnte er schon Donnerstag hier sein. Bis dahin wären dann … ach, egal. Ich habe meinen Vorfußentlastungsschuh und einen Termin beim Chirurgen zur Nachkontrolle in vier Wochen. Himmel, ist das langweilig.

  17. LiFe Sonntag, 20. Januar 2019 um 09:50 Uhr [Link]

    Thales, man muss wie Thales einen außergewöhnlichen Plan verfolgen. Von seiner Arbeit alleine als ÜberseterIn/AutorIn kann man nicht leben. Eine Bremse und Sorgen sind vorprogrammiert. Nur so angedeutet.

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