Gemüsekiste

Auf besonderen Wunsch. Auf Twitter und Facebook und privat kamen immer wieder Fragen, wie das denn nun genau funktioniert mit der Gemüsekiste. Nämlich so:
Ich kann nur für das Gut Wulksfelde sprechen, andere habe ich nicht ausprobiert, glaube aber, dass es überall ziemlich ähnlich läuft. In Wulksfelde gibt es verschiedene Sortimentskisten für Gemüse: Standard, Mutter-und-Kind-Schonkost, Rohkost und Regional. Alle diese Kisten gibt es in unterschiedlichen Größen, von 10,- bis 20,- bzw. 25,- € (in Fünferschritten). Dann gibt es eine Obstkiste in verschiedenen Größen ab 5,- € (in 2,50-Schritten). Und die „Minikiste“ mit Obst UND Gemüse für 10,- oder 15,- Euro. Und eine Käsekiste ab 6,- €. Wir brauchen zu zweit eine Zehnerkiste Gemüse, für fünf Euro Obst, plus ein paar einzeln dazu bestellte Dinge.

All diese Kisten kann man abonnieren, das heißt, einmal die Woche (oder alle zwei, drei, vier Wochen) kommt eine entsprechende Kiste. Man muss sie aber nicht abonnieren, sondern kann auch jede Woche einzeln bestellen. Es steht jede Woche aktuell auf der Webseite, was in der kommenden Woche in welcher Kiste ist, und dann kann man sich was aussuchen. Und mal diese, mal jene, mal eine große, mal eine kleine, mal gar keine Kiste bestellen. Und wenn man ein Gemüse überhaupt nicht mag, dann kann man es auf die „schwarze Liste“ setzen lassen, und dann wird es, falls es zur Kiste gehört, durch etwas anderes ersetzt.
Alles völlig flexibel. Desweiteren gibt es Fleisch, Milchprodukte aller Art, Sojaprodukte, Brot, Kosmetik, einige Haushaltskleinigkeiten, Säfte, Süßigkeiten, und. so. weiter. Eigentlich ungefähr alles, was es in jedem anderen Supermarkt auch gibt, nur eben online und bio. Kann man alles auch einzeln bestellen.
Das einzige, was nicht flexibel ist, ist der Liefertermin. Jeden Wochentag wird ein anderes Gebiet beliefert, das heißt, man bekommt mitgeteilt, wann dort, wo man wohnt, geliefert wird, und das wars. Bei uns ist es Mittwochs nachmittags, dann klingelt der freundliche Fahrer, ruft „die Vitamine sind da!“ in die Sprechanlage, trägt die Kisten hoch und nimmt die leeren von der Vorwoche wieder mit. Und für falls man nicht da ist, vereinbart man, wo er die Kiste abstellen soll.

Ich freue mich immer besonders über die Dinge, die ich nie im Leben im Laden gekauft hätte. Postelein, nie gehört (stellt sich raus: klingt poetischer als es schmeckt, nämlich eher nach nicht viel, sieht aber hübsch aus), Pastinaken (irgendwie überflüssig), Mangold (yeah!), Spinat (kam in meiner Welt bisher aus viereckigen Packungen, ist aber frisch viel leckerer), Fenchel (yeah!), Rotkohl (kam in meiner Welt bisher aus dem Glas, ist aber frisch viel leckerer), rote Beete (war in meiner Welt bisher ekelhaft, ist aber frisch total lecker) und so weiter. Diesmal sind Schwarzwurzeln drin, noch habe ich keine Ahnung, was man damit macht, ich bin gespannt. Und so lerne ich auf meine alten Tage noch das Kochen, lauter tolle Sachen, es macht Spaß, und ich finde es super. Und das Allertollste ist: ich muss kaum noch zu Penny, denn inzwischen bestelle ich auch Milch und Kartoffeln und Zwiebeln und Eier und alles mögliche dort. Von Penny holen wir nur noch Klopapier (es heißt „Happy End“).
Ich freue mir jede Woche einen Keks, dass mir einfach all dieses tolle Essen gebracht wird und ich nichts zu tun brauche. Das einzige, was mich zwischendurch ein bisschen genervt hat, waren die Möhren. Es waren JEDE Woche in JEDER Kiste Möhren. Nichts gegen Möhren, aber jede Woche? Ich habe dann angefangen, Möhrenkuchen zu backen. Gute Sache. Und manchmal habe ich einfach in das Mitteilungsfeld unter der Bestellung geschrieben, ob sie die Möhren bitte durch irgendwas ersetzen könnten. War immer überhaupt kein Problem, dann kam halt was anderes. Wenn man gleich einen Wunsch anmeldet, kommt der. Im Moment sind auch nicht immer und in jeder Kiste welche. Ein einziges Mal schimmelten zwei Nektarinen zwei Tage nach der Lieferung. Da habe ich eine Mail geschickt und postwendend Antwort bekommen, das täte ihnen leid, sie schlügen vor, mir für die nächste Bestellung 3,50 € gutschreiben, ob das in Ordnung sei. Super.

Ach so: bei Bestellungen unter 25,- kommt eine Liefergebühr von 2,50 dazu. Und die Kisten kosten Pfand (Isolierkisten für Milch und Käse und so sogar ziemlich viel), aber das gibt’s natürlich bei der nächsten Lieferung zurück. Bezahlt wird per Bankeinzug, Rechnung liegt bei. Ich bin, wie man vielleicht merkt, total begeistert.

17 Kommentare

  1. pia Mittwoch, 17. November 2010 um 17:38 Uhr [Link]

    herzlich willkommen im kistenzirkel. wir sind im sechsten jahr damit, mal mit kleinen pausen dazwischen (regional-saisonal im winter ist nicht soooo der bringer), aber unsere erfahrung deckt sich exakt mit der hier beschriebenen. inklusive der „jede woche möhren“. (zum glück essen die kinder gern und ausführlich, warum auch immer, rohes zeug).

  2. Kristin Mittwoch, 17. November 2010 um 17:42 Uhr [Link]

    Das ist eine super- und zeitsparende Sache, ich habe es mir auch schon überlegt. Und die Dinge sehen irgendwie sehr, sehr lecker aus. (Käse in allen Varianten – herrlich!) Mal sehen, vielleicht probiere ich es doch mal aus.

    LGKristin

  3. Maximilian Buddenbohm Mittwoch, 17. November 2010 um 18:39 Uhr [Link]

    Bestellt.

  4. Isabel Bogdan Mittwoch, 17. November 2010 um 19:06 Uhr [Link]

    Demnächst können wir dem Fahrer dann kleine Botschaften mitschicken. Einmal quer durch die hamburger Bloggerlandschaft.

  5. MonikaZH Mittwoch, 17. November 2010 um 19:29 Uhr [Link]

    das gibts doch sicher auch in der Schweiz… – muss ich dringend mal auf die Suche gehen.

  6. Frische Brise Mittwoch, 17. November 2010 um 19:31 Uhr [Link]

    Wir machen das seit fast vier Jahren. Ich bin immernoch begeistert.
    Erst in Berlin aus Brodowin. Jetzt seit einem Jahr in Hamburg auch aus Wulksfelde.

    Ich habe hier ein sehr leckeres Schwarzwurzelrezept: http://berlinerluftinhamburg.blogspot.com/2010/11/biokistentag-und-rezept.html

    Guten Appetit!

  7. Isabel Bogdan Mittwoch, 17. November 2010 um 19:37 Uhr [Link]

    Ha! Super, danke!

  8. Zahnwart Donnerstag, 18. November 2010 um 10:05 Uhr [Link]

    Klingt lecker – ich überlege auch. (Aber, ach, ich bin sooo unflexibel. Und kochen mag ich eigentlich auch nur am Wochenende. Ob das was bringt? Der Wochenmarkt auf dem Großneumarkt hat doch auch was für sich, insbesondere der Käsestand.) Nur: Pastinaken sind nicht überflüssig. Pastinaken geben Suppe, Eintopf, Brei und Soße eine leckere, zurückhaltende, irgendwie sellerieartige Note ohne den Nervfaktor von Sellerie, ich möchte nicht auf sie verzichten.

  9. Isabel Bogdan Donnerstag, 18. November 2010 um 10:44 Uhr [Link]

    Ja, hab ich auch immer damit gemacht. In der Suppe versteckt. Und in den Brei ist der nächste Plan, Pastinaken-Kartoffelpüree.
    Kochen am Wochenende ist doch super, da ist das Gemüse vom Mittwoch noch frisch und Du kannst gleich für Montag und Dienstag mitkochen.

  10. Alice Gonzalez Donnerstag, 18. November 2010 um 13:55 Uhr [Link]

    Sehr sehr lecker sind sie auch als Puffer! Wie Kartoffelpuffer zubereiten, mit höchstens anderthalb Löffeln Mehl und einem Ei. Mein Lieblings!

  11. Birke Donnerstag, 18. November 2010 um 15:58 Uhr [Link]

    Pastinaken sind nicht überflüssig, sondern gehören in eine Süßkartoffel-Pastinaken-Suppe. Zwei Süßkartoffeln plus eine oder zwei Pastinaken würfeln, andünsten, mit (wenig) Gemüsebrühe ablöschen. Kurz garen, pürieren, mit Rotwein-Essig oder Sherry oder so abschmecken. Ich finde, dann schmecken die Pastinaken nach einem Hauch Lakritz – wunderbar.

  12. Frische Brise Freitag, 19. November 2010 um 09:08 Uhr [Link]

    Zum Pastinakenproblem kann ich noch dieses sensationelle Rezept beisteuern: „Pastinaken- Apfel- Suppe“:

    http://berlinerluftinhamburg.blogspot.com/2010/02/schnee-und-frische-dinge.html

    Sehr lecker und interessant, wirklich!

  13. Isabel Bogdan Freitag, 19. November 2010 um 10:11 Uhr [Link]

    Oh, wow, die klingt toll. Vielen Dank!

  14. Isabel Bogdan Freitag, 19. November 2010 um 10:12 Uhr [Link]

    Süßkartoffeln, Birke, habe ich mich noch gar nicht getraut. Ich habe immer Kisten genommen, in denen keine drin waren.

  15. Birke Freitag, 19. November 2010 um 13:47 Uhr [Link]

    Nur Mut, Isabel! Ich bin eigentlich eine eher langweilige Köchin, das Rezept habe ich von einer Freundin, die im Hotelfach gearbeitet hat.

    „Scharfe Süßkartoffelsuppe“ ist übrigens auch einen Versuch wert. Nach dem Pürieren einfach mit Cayenne-Pfeffer oder so würzen.

    Ich mag’s aber grundsätzlich eher schlicht, weil ich finde, dass gutes Gemüse oft einen wunderbaren Eigengeschmack hat, den es immer wieder neu zu entdecken gilt.

  16. Gemüsekiste « Herzdamengeschichten Dienstag, 5. April 2011 um 04:27 Uhr [Link]

    [...] habe jetzt nach langer Überlegung auch eine Gemüsekiste bestellt (siehe hierzu auch bei Isa), habe aber eine ganz andere Motivation. Eine Motivation, die ich so von meinen Freunden noch nicht [...]

  17. Besser ist das: Gemüse Mittwoch, 10. April 2013 um 00:15 Uhr [Link]

    [...] jetzt Gemüse von einem Biohof aus der Region (Gut Wulksfelde. Wie das genau funktioniert, habe ich hier schon mal aufgeschrieben). Der Hof produziert und liefert aber nicht nur Gemüse, sondern betreibt außerdem einen [...]

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