Geht das wieder los.

Also waren wir ein paar Tage in Manchester, einfach so, weil Herbstferien waren und es günstige Direktflüge von Hamburg nach Manchester gab und der Mann da schon immer mal hin wollte. Darüber wäre dann vielleicht noch zu bloggen. Gelesen habe ich dort Ankes Deern, darüber müsste ich dann wohl auch was schreiben. (Kurzfassung: gutes Buch, logisch. Lesen.) Außerdem habe ich dort zwei „Sachen“ gemacht. Sonntag sind wir zurückgekommen, Montag habe ich über die eine Sache geschrieben, Dienstag wollte ich die andere schreiben, habe aber ü-ber-haupt nichts auf die Reihe bekommen. Passiert ja auch mal.
War aber schlecht, denn Mittwoch bin ich auf die Buchmesse gefahren. Worüber ich natürlich auch noch bloggen könnte, wenn ich könnte. Heute bin ich wiedergekommen. Im Zug auf der Hin- und Rückfahrt habe ich immerhin einen Teil der Fahne gelesen, die spätestens am Dienstag im Verlag sein muss. Morgen habe ich schon wieder einen Sachenmachentermin, der wahrscheinlich einen Großteil des Tages beanspruchen wird, das heißt, heute Abend und den kleinen Rest des morgigen Tages und vielleicht noch einen Schnipsel Montag muss ich mit der Fahne verbringen, um dann sofortamente die zwei noch ungeschrieben „Sachen“ zu schreiben, denn ich habe ja bekanntermaßen so ein schlechtes Gedächtnis, dass sowas sofort gemacht werden muss, sonst habe ich ratzfatz alles vergessen. Dienstag habe ich aber auch nur so halb Zeit, denn da mache ich schon wieder die nächste Sache. Nebenbei muss ich übrigens auch noch am 1. Dezember eine Romanübersetzung abgeben und dann halt am 1. Januar das Sachenmachenbuch, deswegen mache ich ja dauernd Sachen und komme zu sonst nix. Wisster Bescheid.
Das soll auch gar kein Gejammer sein, wird schon alles hinhauen, wie immer, ich muss halt nur jetzt verschärft ran. Kann also sein, dass es hier in den nächsten Tagen oder Wochen keine längeren Texte gibt.

Being German

1. Wir gehen durch Manchester. Ein Mann kommt uns entgegen, sieht uns kurz an, reißt den Arm hoch, brüllt „Sieg Heil!“ und marschiert an uns vorbei.
2. Tischnachbar in der Kneipe (strahlt): „From Germany! Oh! Thank you! Thank you and all the other German taxpayers for bailing us all out of the Euro crisis!“

Sachen machen

Die neue Kolumne ist da! Schon seit Mittwoch, aber ich war unterwegs, daher erst jetzt der Hinweis: Ich habe eine Wildsau getauft. Naja, nicht ganz. Ich war bei einer Schiffstaufe.

Bei der Schiffstaufe hatte ich diesen Ohrwurm, konnte mich aber nur an zwei Zeilen Text erinnern, ich bin der Präsident! Ich werde heute eine Fäääähre taufen!. Als ich dann den Text dazu schrieb, hatte ich den Ohrwurm natürlich wieder und hörte mir das Lied auf YouTube an. Mehrfach. Diesmal wurmte es mein Ohr gleich mehrere Tage lang, und der Text blieb auch gleich hängen.
Dann fuhr ich mit Adelhaid nach Helgoland. Ich stieg in Hamburg in den Katamaran, sie stieg in Cuxhaven dazu, und schon auf der Hinfahrt fiel zum ersten Mal das Wort „Fähre“. Ich murmelte Fääähre taufen. Und erzählte Adelhaid von diesem hartnäckigen Ohrwurm. Sie kannte das Lied, sie sagte, sie sei der Präsident. Kaum im Hotel angekommen, hörten wir das Lied auf YouTube. Und nochmal.
Und wurden es geschlagene sechs Tage nicht mehr los. Wenn der Hubschrauber landete, sagten wir: da ist ja auch mein Heeeli! Wenn Rentnergruppen zu sehen waren, was sie auf der Insel immer sind: ich grüße alle Herzpatienten! Wenn der Krankenwagen mit Blaulicht kam: Tatütata, der Präsident! Wenn wir am Alfred-Wegener-Institut vorbeikamen: ich freu mich, dass die Jugend wieder forscht. Sie forscht! Abends sagte eine von uns ich mach jetzt bubu, und die andere fragte bist du extrem erschöpft? und die erste murmelte ich brauch nur vier Stunden Schlaf. Und wenn es gerade keinen Anlass für irgendwas gab, fing garantiert eine von uns wieder an mit Fääähre taufen! oder sagte einfach Krööötentunnel, und die andere hat sie verflucht. Es war unerträglich, wir waren unerträglich, und wir haben sowieso sechs Tage durchgekichert, aber das sagte ich womöglich schon. Als ich nach Hause kam, habe ich gleich noch den Mann angesteckt. Grauenhaft. Klickts ruhig an, hört es drei-vier Mal, Ihr werdet schon sehen. Ihr solltet fleißiger sein! Ich weiß nicht, ob ich die Worte Fähre, Präsident, Herzpatienten, Heli, Krötentunnel, Getreide oder Jugend forscht jemals wieder hören kann, ohne sofort an Rainald Grebe zu denken. Schönen Dank auch, Herr Grebe.
Als wir auf Helgoland waren, haben es viele auf Twitter mitgelesen, ziemlich viele dürften nicht verstanden haben, warum wir tagelang kryptische Sätze wie ich bin der Schirmherr dieses Krötentunnels oder Ihr seid alles faule Säcke twitterten: dieser Text hier war der Anlass. Bittesehr, DIE STAPELLAUF. Hat mit Fähren ebensowenig zu tun wie mit Präsidenten. Dafür aber mit einem Eisbrecher.

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