Donnerstag, 7. Mai
Es fühlt sich ein bisschen seltsam an, ganz allein nach Split zu fliegen, ungewohnt, eine Reise allein anzutreten, aber der lustige Mann wird nachkommen. Und dann muss er nach einer Woche zurück, denn die Schule fängt wieder an, ich aber bleibe noch für den Rest des Monats. Meine Freundin Alida hat eine Wohnung in Split, sie sagt schon lange, wir sollen kommen, sie zeigt uns ihre Stadt, sie geht für die Zeit zu ihrer Mutter, ich kann bleiben, solange ich will, wir schreiben zusammen. Jetzt musste sie leider doch zu Hause in Deutschland bleiben, und ich bin ohne sie hier.
Aber ich bin ja schon groß und finde den Weg in ihre Wohnung in Split auch alleine. Ich schicke ihr Fotos nach Münster, sie freut sich, dass ich gut angekommen bin und schickt mir gleich die ersten Tipps. Ich gehe raus und Richtung Altstadt, der Weg findet sich quasi von allein, man sieht schon von der riesigen Terrasse im fünften Stock das Meer, da will ich hin, das ist die richtige Richtung! Es ist alles fußläufig erreichbar, man geht nur wenige Schritte und ist schon in der Altstadt, ich gehe eine Fußgängerstraße hinunter, unten glitzert die Adria, und auf einer Bühne singt ein Chor mehrstimmig in einer abartigen Lautstärke, und mir kommen tatsächlich plötzlich die Tränen, weil es so schön ist. Das Meer, die Stadt, der Gesang, die Palmen, die Menschen. Auf der Uferpromenade ist ein Markt, ich lasse mich von Stand zu Stand treiben, es gibt so bunte Klapperenten für Kinder, die man an einem Stab vor sich herschiebt, sehr viele Kinder schieben solche Enten, und es gibt unfassbare Mengen von Kochlöffeln zu kaufen, manche Leute kaufen ganze Kochlöffelsträuße. Alida lacht, als ich sie frage, was das mit den Kochlöffeln ist, sie sagt, das ist bei diesem Fest immer so, da kaufen die Leute Kochlöffel. Es sei das Fest des heiligen Duje, des Schutzpatrons der Stadt. Jetzt, drei Tage später, ärgere ich mich, wieso habe ich keinen Kochlöffel gekauft? Okay, ich brauche keinen Kochlöffel. Andererseits, braucht man nicht immer Kochlöffel, sind Kochlöffel nicht ein essenzielles Accessoire des Lebens? Wie dumm kann man sein? Die Stadt ist rappeldickevoll, auf den Plätzen sind Bühnen aufgebaut, überall ist Musik in irrer Lautstärke. Es ist gar nicht so warm, um die 20°C, nicht viel wärmer als in Hamburg, aber es fühlt sich anders an. Ich esse ein Eis, die beiden immerwährenden allgemeingültigen Urlaubsregeln lauten bekanntlich: 1. einmal am Tag ein Eis, 2. einmal am Tag ins Wasser. Letzteres habe ich schon mal gleich nicht gemacht, das Wasser dürfte aber auch noch ganz schön kalt sein. Eis: Joghurt-Amarena.



Freitag, 8. Mai
Spoiler: Schon wieder Regel zwei missachtet, Regel eins ordnungsgemäß absolviert. Aber erstmal ausschlafen, Yoga (das ist eigentlich seit langem einen eigenen Blogeintrag wert, wie ich plötzlich zur Yogamaus mutiert bin), Koffer auspacken, die Wohnung in Besitz nehmen, ankommen. Und dann lasse ich mich einfach wieder den Großteil des Tages durch die Stadt treiben, esse irgendwo etwas und lese dabei Olivas Garten, entdecke Läden für Badeentchen oder Weihnachtsdeko, setze mich mit dem Eis (Schokolade) auf eine Bank am Meer und gucke Schiffe und Menschen und denke: was für ein schönes Leben. Echtjetztma. Spät am Abend kommt der Mann, ich hole ihn am Busbahnhof ab und finde das irgendwie romantisch. Es ist schön, dass er da ist und wir eine Woche lang alles gemeinsam erkunden können, bevor ich dann zwei Wochen zum Schreiben allein hier bin.




Samstag, 9. Mai
Die Wettervorhersage für die nächsten Tage sieht nicht so richtig gut aus. Heute soll es noch recht sonnig sein, die nächsten Tage stehen immer Wolken und sowas wie „70% Regenwahrscheinlichkeit“ in der App. Also beschließen wir, gleich am ersten Tag einen Ausflug auf die Insel Brač zu machen, da soll es schön sein. Das Schiff fährt eine Stunde, und das wollen wir natürlich bei schönem Wetter machen.
Richtige Entscheidung! Wir schippern rüber und laufen dort erst ein bisschen durchs Dorf und dann einfach immer weiter an der Küste entlang, es ist wirklich herrlich, alles duftet nach Pinien, es sind kaum Leute unterwegs, das Wasser glitzert, es geht kaum ein Lüftchen und fühlt sich viel wärmer an als 20°C.
Der lustige Mann ist natürlich klüger als ich, er hat sich Badelatschen eingepackt. Vor vielen Jahren waren wir schon mal in Kroatien, ich hätte wissen können, dass „Strand“ hier nicht „Sand“ bedeutet. Ich besitze sogar richtige Badeschuhe, sie liegen zu Hause im Schrank. Aber wir finden eine Stelle, wo von einem Betonsteg aus eine Treppe ins Wasser führt und man nicht barfuß über Steine muss, und heiliger Duje, ist das kalt! Und ist das herrlich! Wir haben im Mittelmeer gebadet!
Eis: Dunkle Schokolade.










Die blaue Olga ist eine Schmuckkollektion mit Kettenanhängern und inzwischen auch Ringen von der großartigen Kat Menschik. Aus Porzellan und wunderschön. Zuerst trug Kat die Anhänger selbst, um den Praxistest zu machen. Ob die Fassung hält, ob die Farbe bleibt, sowas. Auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig quiekten natürlich alle Frauen (allen voran ich): Wie toll, kann ich kaufen?
Im Herbst 2019 war die Testphase abgeschlossen, und Kat ging mit dem Schmuck online. Zehn verschiedene Motive in einer Auflage von jeweils fünfundzwanzig Exemplaren. Wenn die verkauft sind, ist Schluss, dann gibt es ein neues Motiv. Ich ging sofort auf die Webseite, sah den Preis und schluckte erstmal. Es ist Kunst, es ist Handarbeit, es ist eine limitierte Auflage – der Preis ist total in Ordnung, aber sowas kaufe ich doch nicht mal eben im Vorbeiklicken.
Kurz vor Weihnachten fragte das Hamburger Abendblatt ein paar Kulturschaffende: Was wünschen Sie sich für sich persönlich? Und wenn Geld keine Rolle spielt? Was wünschen Sie sich für das Hamburger Kulturleben? Und wenn Geld keine Rolle spielt? Wem würden Sie gern etwas schenken? Von wem hätten Sie gern ein Geschenk? … und so weiter. Ich antwortete dies und das, und für mich persönlich, wenn Geld keine Rolle spielt, vielleicht eine blaue Olga von Kat Menschik. Der Fragebogen erschien, und ich schickte Kat ein Foto davon.

Kat reagierte auf zwei Weisen: sie postete das Foto auf Facebook, und sie bot mir einen Freundschaftspreis für eine blaue Olga an. Und irgendwie fand ich dann doch, dass ich eine haben müsste, „Laufen“ war im Herbst erschienen und lief gut, und ich dachte, ich schenke mir einfach selbst eine. Es wurde Weihnachten und Neujahr, ich brauchte ein bisschen, um mich zu entscheiden und mir ein Motiv auszusuchen. Anfang Januar war ich soweit, ich schrieb Kat an einem Nachmittag eine Nachricht, welchen Kettenanhänger ich gern hätte.
Am nächsten Morgen lag er im Briefkasten. Ich staunte kurz, wie schnell das ging, öffnete das Päckchen, und: es war der falsche Anhänger. Dabei lag eine kleine Karte von einer mir völlig unbekannten gemeinsamen Facebookfreundin, die meinen Wunsch gesehen hatte und mir die blaue Olga mit dem Motiv der Charlotte Ritter geschenkt hat. Einfach so. Aus Nettigkeit.
Nachdem ich meine Kinnlade wieder hochgeklappt hatte, schrieb ich zuerst Kat: wer ist das, spinnt die, warum tut sie das, kennst du sie? Kat antwortete, dass sie die Dame auch nicht kenne, aber das Gefühl habe, sie spinne nicht, und ich könne es annehmen. Wenn es mir aber zu viel sei, könne ich den Anhänger natürlich auch einfach zurückschicken, gar kein Problem.
Ich versuchte zu googeln, ob man herausbekommen kann, ob die Dame sehr reich ist, kann man aber nicht. Dann schrieb ich sie an. Bedankte mich und fragte, ob sie vielleicht spinne. Oder ob sie ein bis zwei Nullen übersehen habe. Nein, schrieb sie, sie habe mir einfach eine Freude machen wollen. Einfach nur so. Sie freut sich, wenn ich mich freue. (Und nein, sie ist nicht sehr reich.)
Wir plauderten ein bisschen, irgendwann kam: „Ich habe nur zwei Bitten.“ Aaaaah, dachte ich, jetzt kommt’s. Jetzt kommt „ich habe einen Roman geschrieben, kannst du den mal lesen / mich bei deinem Verlag / deiner Agentur empfehlen“ oder sowas. Das kam aber nicht, die zwei Bitten waren: Erstens, dass ich ihren Namen nicht an die große Glocke hänge, und zweitens, dass ich den Anhänger ganz oft trage, damit möglichst viele Menschen diese schöne Arbeit sehen.
Das war alles.
Sofort ein Foto gemacht, um es der Schenkerin und Kat zu schicken.
Das ist jetzt sechs Jahre her, und ich staune eigentlich immer noch. Einmal haben wir uns getroffen, als ich gerade in ihrer Stadt war. Wir haben in einer Bäckereikettenfiliale einen Kaffee getrunken, es war total nett. Ein andermal trafen wir uns zufällig auf der Buchmesse, und fünf Minuten später auch noch Kat, das war schön. Es ist nicht so, dass sie mir seitdem auf die Pelle rückt oder sich für meine beste Freundin hält. Ich habe mich auch an beide Wünsche der Schenkerin gehalten: ich nenne ihren Namen nicht, obwohl ich diese Geschichte sehr oft erzähle. Und ich trage die Kette praktisch nonstop. Ich bin noch nie so oft auf ein Kleidungsstück oder Accessoire angesprochen worden wie auf die blaue Olga, allerdings habe ich auch noch nie eins so ausdauernd getragen. Wenn ich sie gelegentlich mal nicht umhabe, werde ich gefragt, wo denn meine schöne Kette sei. Dieses Geschenk rührt mich bis heute, es war einfach ein random act of kindness.

Man kann mich bildergoogeln, auf den meisten Fotos der letztes sechs Jahre werde ich die Kette tragen. Auch auf den offiziellen. (Foto: Heike Blenk)
PS: Ein Gedanke, der mir erst später kam: Wenn es ein Mann gewesen wäre, hätte ich es wahrscheinlich nicht annehmen können. Was natürlich auch blöd ist.
PPS: Charlotte Ritter, die auf meiner blauen Olga zu sehen ist, ist eine Figur von Volker Kutscher aus der Reihe um Gereon Rath. Ich habe weder die Romane gelesen, noch die Serie Babylon Berlin gesehen. Charly Ritter ist die Coverillustration von Volker Kutschers / Kat Menschiks Moabit aus derselben Reihe. Irgendwann werde ich das nachholen.
Morgen vor drei Wochen habe ich den Pfau abgegeben. „Abgegeben“ bedeutet: an meine Agentin geschickt. Die aber natürlich auch noch was anderes zu tun hat, als ausgerechnet meinen Pfau sofort zu lesen. Seither warte ich also auf Feedback und kriege nichts anderes auf die Reihe. Das ist ziemlich albern, denn es ist ja so: Der komplette Pfau hat 180 Seiten. Meine Agentin hat irgendwann schon mal 130 Seiten gelesen, es kommt jetzt also für sie nicht die große Überraschung. Es ist nichts komplett Anderes als sie dachte, sie weiß, was kommt, und das kommt auch. Von daher wird auch ihr Feedback für mich keine komplette Überraschung sein. Sie wird weder sagen „Sorry, ich find’s saublöd, such dir ne andere“, noch sonst irgendwas total Unerwartetes. Sie wird ein paar Verbesserungsvorschläge haben, die vermutlich klug und durchdacht sind, dann werde ich noch mal kurz ranmüssen – ich weiß ja im Prinzip auch, wo es noch hakt – und dann schicken wir es an Verlage. Dann habe ich Grund zur Nervosität. Aber nicht jetzt.
Und was ist? Ich tigere Rillen in den Boden und kriege sonst nichts auf die Reihe. „Lauter neue Ideen“? Nee, nix. Leere im Kopf.
Ich blogge nicht mal, mir fällt nichts ein, ich war im Kino und habe nicht drüber geschrieben, wir hatten die Elektriker hier, über deren Unbeholfenheit man sich trefflich mokieren könnte, unser Nummernschild wurde geklaut, ich blogge trotzdem nicht. Und es ist auch nicht so, dass ich nichts zu tun hätte, ich habe genug zu übersetzen, die nächsten Wasmachendieda-Termine stehen an, und dann bin ich demnächst auch noch dauernd unterwegs. Was mache ich? Nichts. Wenn der beste Ehemann von allen mich nicht gelegentlich aus der Tür schubsen würde, würde ich nicht mal laufen.
So kann es nicht weitergehen, ich gehe mir ja selbst auf die Nerven. Und so wird es auch nicht weitergehen, denn Anfang der Woche werde ich sowohl mit meiner Agentin sprechen, als auch mit der Lektorin der supereiligen Übersetzung, die ich mit einem Lieblingskollegen zusammen mache, und zwar ab ungefähr genau jetzt. Berühmter Autor, ich freu mich sehr drauf, das erzähle ich dann demnächst. Jetzt lese ich erstmal das betreffende Buch. Ach ja, das ist übrigens nicht das einzige, was ich jetzt aber wirklich endlich mal lesen sollte. Ab morgen wird alles besser, dann wird in die Hände gespuckt und tschakka. Dochdoch, wirklich.
Du sollst das Jahr werden, in dem ich meinen Roman fertigschreibe. Damit er am liebsten im Frühjahr 2015 erscheinen kann, das ist der grobe Plan. (Für Herbst 2014 ist ja wohl schon alles geplant. Und ja, ich weiß, dass Pläne nicht immer das tun, was man von ihnen möchte.)
2014 soll überhaupt das Jahr werden, in dem ich mehr schreibe. Ich möchte mich endlich darum kümmern, irgendetwas Regelmäßiges für Geld zu schreiben. Oder überhaupt mal für Geld zu schreiben. Eine Kolumne vielleicht, oder eine Artikelreihe über irgendwas, das ich mir noch überlegen müsste. Gern übers Sachenmachen oder Ähnliches, ein-zwei Ideen habe ich schon, dummerweise kenne ich mich auf dem Zeitschriftenmarkt dermaßen wenig aus, dass ich nicht mal wüsste, wo ich es vorschlagen könnte. Also, Plan für 2014.
Außerdem bleibt das Filmprojekt, ich will mehr Filme gucken, und auch mehr Bücher lesen. Vielleicht ein bisschen meine Internetsucht im Zaum halten. Also quasi das Übliche. Urlaubspläne wachsen langsam, aber gebucht und beschlossen ist noch nichts, außer zwei Tagen Ostsee Ende Januar.
Ansonsten soll erstmal mein rechter Fuß zu Ende heilen und dann total super sein, vielleicht lasse ich dann noch dieses Jahr den linken machen. Es wird sich alles weisen; ich sehe dem Jahr entspannt entgegen, große Pläne gibt es keine; mal sehen, was kommt.
Schön, dass Du da bist, 2014. Komm rein, nimm Dir’n Keks, fühl dich wie zu Hause.
Letztes Jahr schrieb ich an dieser Stelle, dass 2012 das Jahr war, in dem ich plötzlich Autorin war. „Sachen machen“ ist erschienen, außerdem ein paar Kurzgeschichten in Anthologien. Genauer gesagt: alle, die ich je geschrieben habe.
Daran hat sich nichts geändert, es ist nichts hinzugekommen, 2013 ist nichts Neues erschienen (nichts Eigenes; Übersetzungen schon). Trotzdem war 2013 das Jahr, in dem ich ernst gemacht habe mit dem Schreiben. Ich habe mir eine Agentin gesucht, die mir erstmal Druck machen und meinen Roman dann an den Verlag bringen soll, und ich habe seit den Sommerferien keine Übersetzungsaufträge mehr angenommen, weil ich diesen Roman halt auch erstmal schreiben muss. Allerdings habe ich seitdem an reiner Textmenge nicht übertrieben viel produziert. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen (saublöder Insiderwitz).
Im ersten Halbjahr war ich noch sehr fleißig. Von Januar bis Juni habe ich zweieinhalb Bücher übersetzt und ein mehrtägiges Seminar gegeben. Und ich habe ein Stipendium bekommen! Im Blog habe ich in dieser Zeit die Besser-ist-das-Einträge geschrieben. Da habe ich ein etwas schlechtes Gewissen, das hängt irgendwie noch in der Luft, es fehlt einiges, das muss noch weitergehen und zu irgendeiner Art von Abschluss gebracht werden. Erst kurz vor den Sommerferien habe ich dann mal ausgerechnet, wieviele Seiten ich seit dem letzten August übersetzt hatte – ich weiß es jetzt nicht mehr, aber es war ganz schön viel. In den Sommerferien habe ich dann auch gemerkt, dass ich einigermaßen erschöpft war und die Ferien gut gebrauchen konnte.
Wir waren tatsächlich fast die gesamten Ferien in Schottland, fünf Wochen lang. Dort habe ich geschrieben, aber auch sehr, sehr ausgiebig nichts getan, was wundervoll war. Wir haben im Bach gebadet, waren auf dem Folk-Festival in Stonehaven, haben in der Sonne gesessen (doch, ehrlich) und in die Gegend geguckt und vor allem viel mit Freunden zusammengesessen und geredet und gegessen.
Nach den Sommerferien ging dann irgendwie alles ganz schnell. An einem der letzten Augusttage kam der Anruf, ob ich möglicherweise für einen Monat nach China wolle, und zwar noch vor Mitte Dezember. Also irgendwann in den nächsten paar Wochen. Die offizielle Einladung kam Mitte September. Ebenfalls im September bin ich beim Alsterlauf mitgelaufen. Mein erstes Mal zehn Kilometer, mein erster Volkslauf! Anfang Oktober war Buchmesse in Frankfurt, Ende Oktober die Blogger-Klassenfahrt nach Helgoland, und dann war ich tatsächlich den ganzen November in China. Woah!
Und weil mir so ein Monat in China nicht aufregend genug ist für ein Jahresende, habe ich mir dann im Dezember den ersten Fuß operieren lassen (wer es nicht mitbekommen hat: Hallux Valgus, eine Routinesache, alles gut). Der zweite kommt irgendwann auch noch dran. Den Dezember habe ich also zu großen Teilen zu Hause auf dem Sofa verbracht. Heute habe ich den ersten Spaziergang gemacht! Nur kurz und mit einer längeren Pause auf einer Parkbank, aber es war so schönes Wetter draußen und hat sehr gutgetan. Ich brauche die Krücken nicht mehr, und mit dem Vorfußentlastungsschuh geht es ganz gut.
Der Roman ist im Moment etwas mehr als 120 Seiten lang. Das ist vielleicht keine irre Menge, aber hey, es ist ja auch mein erster, ich muss das noch lernen. Oder halt lernen, dass ich es nicht kann. Schaumermal. Der Plan ist immer noch, bis zur Leipziger Buchmesse fertig zu werden. Das Ende der Geschichte ist schon fast erreicht, glaube ich, ich muss aber vorne noch ein bisschen was auffüllen und umarbeiten. So oder so wird es kein dicker Schinken werden, sondern eher ein schmales Romänchen.
Was das Blog angeht, war 2013 das Jahr, in dem ich das erste Mal Werbung gemacht habe – das ging unglaublich reibungslos und super. Zwei Kunden, nämlich Kiepenheuer & Witsch und die GLS-Bank, hatten abwechselnd den Platz da oben rechts; beide Unternehmen habe ich direkt angesprochen, weil ich sie sowieso gut finde und gerne für sie werbe. Ich hoffe, dass das nächstes Jahr genau so prima weiterläuft. Außerdem habe ich für Annette Rufeger gegen Naturalien gemodelt, das hat großen Spaß gemacht, sowas möchte ich auch gern weitermachen. Natürlich weiterhin nur mit Unternehmen, die ich eh gut finde, es wird hier sicher nie Coca-Cola- oder H+M-Werbung geben.
Das Filmprojekt, das ich Anfang des Jahres gestartet hatte – „jede Woche ein Film“ – ist, ähm, nun ja. Gelesen habe ich auch viel zu wenig. Ach so, aber ich war ja dieses Jahr noch in der Ausstellung Besser scheitern. Hätte ich fast vergessen. Und nächstes Jahr ist ja auch noch ein Jahr.
Danke für das schöne Leben, Weltgeist. Weitermachen, bitte.