Fundstück

„Mit Geschichten ist es ganz einfach so, man setzt den Füllfederhalter aufs Papier und sieht ihm beim Schreiben zu, während man der Geschichte zuhört. Zwischendurch hält man inne und liest das zu Papier Gebrachte durch. Man streicht, ergänzt, merkt an. Von Zeit zu Zeit solle man Wirklichkeit und … ja was ist das eigentlich, was scheinbar darüber hinausgeht oder drunter durchströmt, was ist das, was ich hier mache?“

Michael Lentz, „Pazifik Exil“, S. 63

Vor ihr die Welt

Meike Winnemuth hat im Herbst bei „Wer wird Millionär“ einen Haufen Geld gewonnen und ist davon auf Weltreise gegangen. Ein Jahr lang wird sie jeweils für einen Monat in einer anderen Stadt leben. Es fing an mit Sydney im Januar, es folgen im Februar Buenos Aires, im März Mumbai, im April Tokyo, im Mai Shanghai, im Juni London, im Juli Kopenhagen, im August Riga, im September San Francisco, im Oktober Tel Aviv, im November Addis Abeba und im Dezember Havanna. Ich bin schwerstens beeindruckt. Ein bisschen neidisch auch, natürlich, aber ich weiß gar nicht, ob ich das selbst auch wollen würde. Ein Jahr ist ganz schön lang. But then again, sehr toll.
Unter Vor mir die Welt bloggt sie über ihre Reise. Und aus der Ferne betrachtet, beim Mitlesen, ist zumindest der Januar schon mal ratzfatz vergangen und war ein toller Monat.

Natur aus der Fabrik

„Ein Reaktor namens Kuh erzeugt täglich sechzig Liter Milch. Bevor diese in den Handel kommt, wird sie zerlegt, gerüttelt und neu zusammengesetzt. Ein Blick hinter die Kulissen einer Hochleistungsindustrie.“

Ein Artikel von Tanja Busse und Urs Willmann in der ZEIT.

Der Artikel reicht eigentlich, um einem den Appetit zu verderben, obwohl er sonderbar weichgespült ist und auf vieles gar nicht erst eingeht. Besonders seltsam ist gleich die erste Behauptung: „Solange DE 1300188124 nicht auf die Weide muss, geht es ihr blendend.“ Das darf nun wirklich bezweifelt werden, „blendend“ heißt in dem Fall ja nur, dass sie nicht tot umfällt. Und die Behauptung, Milch sei gesund, wird auch unhinterfragt nachgeplappert. Nun ja, trotzdem ein interessanter Artikel. Und dazu, dass Unfruchtbarkeit ein wachsendes Problem ist, möchte man den Kühen geradezu gratulieren. Gut gemacht, Mädels. Beziehungsweise: das ist wohl die einzige Möglichkeit kundzutun, dass man das – so als ganze Spezies – auf die Dauer nicht mitmacht.

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