Helgoland, dritter Tag

Es ist immer so schnell vorbei. Am Freitag sind wir angekommen, es war strahlend blauer Himmel, herrlich, sonnig, warm. Am Samstag alles grau, neblig, undurchdringlich, den ganzen Tag. Machte aber nichts. Heute Morgen aufgewacht und vor dem Fenster war wieder alles blau, Himmel blau, Wasser blau, Geglitzer. Da fährt man natürlich auf die Düne und macht zum hundertsten Mal dieselben Robbenfotos. Und dann nachmittags bei immer noch strahlendem Blau mit dem Schiff nach Hause.
In drei Wochen fahre ich übrigens schon wieder hin und werde dieselben Robbenfotos und Basstölpelfotos und überhaupt Inselfotos zum hunderteinsten Mal machen. Weil es einfach immer wieder überwältigend ist. Es braucht so wenig, um froh zu sein, Meer oder Sonne, das reicht eigentlich schon. Wenn beides zusammenkommt, muss ich dauernd „hach“ seufzen.

Helgoland

So war das Wetter gestern. Strahlend blauer Himmel, spiegelglatte See. Die ersten Basstölpel sind schon da und balzen, Trottellummen haben wir noch keine gesehen. Dafür draußen gesessen, Alster getrunken, in die Sonne geguckt und gekichert. Sofortiges Zuhausegefühl, ich habe vergessen, wie oft ich inzwischen schon hier war, aber die Insel ist ja auch so klein, dass man sofort alles kennt und daher sofort wieder zu Hause ist. Heute ist es grau und neblig, aber das macht nichts.
Ich habe mir aus Versehen eine Jacke gekauft.

Ceterum censeo …

… dass in Zustandsbeschreibungen für gebrauchte Bücher eine Pflichtrubrik „Geruch“ eingeführt werden muss.
Pfuäch.

[File under: Ich weiß schon, warum ich lieber neue Bücher habe.]

Wunschzettel „Sachen machen“

Was mir zum Sachenmachen-Glück noch fehlt, also: was ich total gerne machen würde, aber nicht von allein rankomme, also: wenn Ihr vielleicht, Ihr wisst schon.

- Tupper-Party. Da muss man wohl eingeladen werden. Und/oder eine Manomama-Party. Letzteres auch aus Eigeninteresse, aber Tupper würde für eine lustige Kolumne wahrscheinlich mehr hergeben. Weil ich glaube, dass da auf sehr raffinierte Weise Bedürfnisse geweckt werden, die man vorher gar nicht hatte.

- Reiten. Wahrscheinlich könnte ich in eine beliebige Reitschule gehen und mal eine Stunde auf einem apathischen Schulpferd im Kreis in der Halle rumlatschen. Viel lieber würde ich aber ausreiten, in die Welt, in den Wald, auf einem Pferd, das zwar freundlich ist, aber nicht total stumpf. Wenn also zufällig jemand ein Zweitpferd übrig hätte und mit mir zusammen ausreiten wollte (weil, alleine traue ich mich nicht. Und na gut, meinetwegen auch in der Halle im Kreis), würde ich das sehr, sehr gern machen. Ich war ein Pferdemädchen, so mit 12, wenn man halt Pferdemädchen ist, das ist also 30 Jahre her. Seitdem habe ich vielleicht dreimal auf einem Pferd gesessen, ich „kann“ also durchaus nicht reiten, aber wenn man mir glaubhaft versichert, dass das Pferd freundlich ist, dann habe ich keine Angst. Wohl aber Respekt, ziemlichen.

- LARP. Ist jemand in der Hamburger Szene unterwegs und nimmt mich mal mit? Warnung: Ich habe Vorurteile. Ich glaube, LARPer haben einen an der Waffel. Aber das macht ja wahrscheinlich nichts, das dachte ich von den Leuten in Wacken auch. Und dann fand ich es super. (Und wer ist schon normal, ich wahrscheinlich nicht.)

- Geburt. Ich wäre wahnsinnig gerne mal bei einer Geburt dabei. Ich würde auf Wunsch einfach stumm in einer Ecke stehen und mich unsichtbar machen oder Händchen halten und beruhigend brummen oder die Glitzerpuschel schwenken und anfeuern. Und natürlich würde ich komplett anonymisiert schreiben und trotzdem nur Abgesegnetes veröffentlichen. Aber vermutlich wollt Ihr außer Euren Männern und medizinischem Personal alle niemanden dabeihaben, hm? Dachte ich mir.

Alles weitere gern unter ibogdan kringel gmx punkt de.

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