Moritz Rinke: Also sprach Metzelder zu Mertesacker … Lauter Liebeserklärungen an den Fußball

Moritz Rinke ist in erster Linie Dramatiker, hat aber vor zwei Jahren auch seinen ersten Roman veröffentlicht („Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“), den ich mit großer Begeisterung gelesen habe. Und außerdem ist er Stürmer der Fußballnationalmannschaft der Autoren, kurz Autonama. Ja, die gibt es wirklich, sie wird von der Kulturstiftung des DFB getragen. Mir ist Fußball eigentlich ziemlich egal (außer wenn ich gerade selbst im Stadion bin).
 
Neulich habe ich ja schon Thomas Pletzingers Basketballbuch gelesen, obwohl Basketball mir total egal ist. Ich glaube, sowas mache ich jetzt öfter, denn das hat beide Male super funktioniert, und jetzt will ich nicht nur mit Thomas Pletzinger zum Basketball, sondern auch mit Moritz Rinke ins Fußballstadion.
Denn hey: dieses Buch ist wirklich ein ganz großer Spaß. Es versammelt auf 200 Seiten lauter kürzere Texte über Fußball, die sich im Laufe einiger Jahre so angesammelt haben, angefangen mit der WM 2006, über die EM 2008, WM 2010 und die WM der Frauen 2011 bis zur Autonama und abschließenden Texten über die Liebe (zum Fußball natürlich).
Da jobbt Moritz Rinke 2006 als Poolwärter im Hotel der Nationalmannschaft (ich hätte das ja geglaubt, wenn nicht im Klappentext stünde „Rinke imaginiert sich als Poolwächter der deutschen Nationalmannschaft ins Schlosshotel“), da schreibt Angela Merkel eine Reihe von wirklich zauberhaften Liebesbriefen an Bastian Schweinsteiger, und zwischendurch lesen wir immer wieder kleine dramatische Szenen aus Hotelzimmern, in denen plötzlich Lehmanns Bettdecke flattert oder Frau Klose anruft oder wir bei Rehhagels mit am Frühstückstisch sitzen. Ganz großer Spaß, mehrfach schallendes Gelächter. Hey, Anke, Du musst das lesen, wegen Gurken-Gómez – ach guck, musst Du gar nicht: steht auch hier. Sollst Du aber trotzdem! Und alle anderen auch! Egal, ob Ihr Euch für Fußball interessiert, das ist wirklich wurscht.
Und jetzt gehe ich googeln, was genau eigentlich damals in Cordoba passiert ist.

Moritz Rinke wohnt im Regal zwischen Monika Rinck und Meg Rossoff.

Moritz Rinke: Also sprach Metzelder zu Mertesacker … Lauter Liebeserklärungen an den Fußball. KiWi-Taschenbuch, 200 Seiten. 7,99 €.
Hörbuch, gelesen von Moritz Rinke, Stefan Kaminski und Christoph Metzelder, Jumbo Neue Medien, 10,00 €.

Es ist da!

Also, hier. Bei mir. In den Buchhandlungen noch nicht, da ist es erst am 2. Juli. Aber ich habe heute die beiden ersten Exemplare vorab bekommen und muss jetzt den Rest des Tages davorsitzen und sie anstaunen. Hach. So schön geworden! Yeahyeahyeah! *hüpft herum*

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Noch mehr Neues

Schon wieder Neuigkeiten im Blog: Die Bücher, die ich hier empfehle, werden ab sofort bei der Osianderschen Buchhandlung verlinkt. Das ist ein Familienbetrieb mit insgesamt 25 Filialen in 19 Städten in Süddeutschland. Wenn Ihr über einen Klick von hier aus auf die Osiandersche Webseite gelangt und dort etwas kauft, dann bekomme ich einen winzigen Teil der erwirtschafteten Umsätze ab. (Der Versand ist dort ebenso schnell und kostenlos wie anderswo.) Schaumermal, ob da irgendwas bei rumkommt. Erstmal muss ich das auch technisch hinkriegen: das hier ist eine kleine Testverlinkung.

Eine kleine Ergänzung …

… zu meinem Artikel über Geld. Juli Zeh und Ilja Trojanow schreiben in der FAZ:

Ein paar Zahlen zur Aufklärung: Ein belletristisches Werk, das sich dreitausend Mal verkauft, ist in Deutschland kein Flop. Fünftausend verkaufte Exemplare sind ein Achtungserfolg, zehntausend ein richtiger Erfolg. Mit zwanzigtausend verkauften Büchern wird man bereits als „Bestsellerautor“ tituliert. Bei branchenüblichen Tantiemen von zehn Prozent und einem Ladenpreis von rund 20 Euro liegt der Gesamtverdienst eines „normal“ erfolgreichen Autors also zwischen 6.000 und 40.000 Euro – vor Steuern. Geht man von zwei bis drei Jahren Arbeitszeit für die Fertigstellung eines Romans aus, kommt man auf ein Monatsgehalt zwischen „fast nicht vorhanden“ und „äußerst bescheiden“. Mit dem Internet oder Raubkopierern hat diese missliche Lage überhaupt nichts zu tun.

Also eher eine Bestätigung meiner Zahlen als eine Ergänzung. Ich möchte nur noch anmerken, dass die beiden hier erstens von Hardcovern reden – im Taschenbuch bekommt der Autor 5% von einem halb so hohen Nettoladenpreis – und dass zweitens diese 6.000-40.000 nicht, wie sie sagen, der Gesamtverdienst vor Steuern sind, sondern die Gesamteinnahmen. Davon ziehen wir erstmal schön alle Ausgaben ab, und dann versteuern wir den Rest. Das Monatseinkommen liegt also deutlich näher bei „fast nicht vorhanden“ als bei „äußerst bescheiden“.

Bitte hier den ganzen Artikel lesen.

Erinnerung: Diesen Sonntag!

Poeten im Park

Der Jenischpark ist wieder angerichtet: die Bäume sind grün, das Gras ist frisch, die Vöglein zwitschern, und die Elbe plätschert im Hintergrund wie schon vor Jahrhunderten. Es ist also alles bereit für die Poeten, die sich alljährlich in die Parklandschaft einpassen, um neue Texte zu lesen. Mit dabei sind in diesem Jahr: Cenk Bekdemir, Isabel Bogdan und Alexander Posch, Moderation: Friederike Moldenhauer.

Mit freundlicher Unterstützung der Freunde des Jenischparks e.V.

Sonntag, 10. Juni, 12 Uhr, Jenischpark
Treffpunkt: Freitreppe Jenisch-Haus,
Baron-Voght-Straße 50
Hamburg-Othmarschen

Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Literatur-Altonale

Und das Beste ist: mit ein bisschen Glück brauche ich nicht von Zetteln abzulesen, sondern kann aus dem ersten Vorabexemplar des Buches lesen! Jippie! Mir muss nur noch der Postgott hold sein.

[Alle Lesungstermine finden sich auch immer hier, unter „liest“ im Headermenü.]

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