Split, Tag 19

Nur noch heute, morgen, übermorgen. Herrje! Wie ging das denn jetzt wieder so schnell? Ich verbringe den Vormittag arbeitsam am Schreibtisch auf der Terrasse und versuche es zur Abwechslung damit, beruhigend auf die Möwen einzureden, statt sie anzubrüllen. Funktioniert nicht. Dann gehe ich quer durch die Stadt zur neuentdeckten Badestelle, das ist ein schöner Spaziergang von einer guten halben Stunde. Dort angekommen, frage ich zwei freundlich aussehende ältere Damen (ohne Kreuzworträtselheft), ob sie auf meine Sachen aufpassen und gehe ins Wasser und möchte am liebsten gar nicht mehr raus. Wieso tut einem das so gut, im Wasser zu sein, vor allem in natürlichem Wasser, ich liebe das so sehr. Es kommt mir vor, als wäre das Wasser im Laufe meiner Tage hier bereits wärmer geworden, es hat jetzt exakt die perfekte Temperatur. Wenn es an der Luft 30°C sind, darf das Wasser nicht allzu warm sein, sondern ungefähr haargenau so, wie es jetzt ist. Als ich aus dem Wasser komme und auf mein Handy gucke, ist da eine Mail von der Fluggesellschaft, dass ich jetzt schon online einchecken kann. Isch möschte das nisch!
Auf dem Rückweg beschließe ich, dass das Eis, das ich auf dem Hinweg gegessen habe, strenggenommen das Nachholeis von vorgestern gewesen sein muss und hole mir noch eins für heute. Regeln sind Regeln! Der Eisverkäufer bei Hajduk kennt mich jetzt.
Dann kaufe ich ein bisschen zu viel ein, schleppe alles in den fünften Stock und setze mich wieder auf die Terrasse. Heute Abend will ich mir Salat machen.
Aber erstmal sitze ich so da, still und zurückgelehnt auf meinem Stuhl, und gucke den Mauerseglern zu, und plötzlich wackelt es, und in der Wohnung klappert etwas, es ist also nicht mein Kreislauf oder eine plötzliche Gleichgewichtsstörung. Verrückt, ich glaube, mein letztes Erdbeben war in Japan, und das ist wirklich ewig her. Es war aber auch schon wieder vorbei, als ich gerade „huch, Erdbeben“ dachte.
Nur noch zwei Tage. Ich könnte gut noch bleiben.

Nacholeis von vorgestern: Schokolade-Karamell-Haselnuss

Eis von heute: Blaubeer mit Schokoglasur

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