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So. Damit ich Euch jetzt nicht wochenlang mit jedem kleinen Feedback zum Buch einzeln langweile – ich habe nämlich so eine leise Ahnung, dass das für Euch nicht ganz so aufregend ist wie für mich – kommt das jetzt gesammelt hierhin und wird laufend ergänzt.
Horst Evers:
Die meisten Dinge sind, wenn Isabel Bogdan sie erlebt, viel schöner, als wenn man sie selbst erleben müsste. Außerdem liebe ich es, so viele Dinge erleben zu können, ohne aufstehen zu müssen. Das ist Lebensqualität.
BRIGITTE:
Die Autorin probiert aus, was sie interessiert, und beschreibt, wie sich das anfühlt. Als Stand-up-Paddlerin balanciert sie übers Wasser, findet Spinning „idiotisch“, genießt eine chinesische Massage, bezwingt das Rhönrad. Und erzählt davon so, dass die Entscheidung „Wär das was für mich?“ leichtfällt.
Martina Stöcker, Rheinische Post (leider nicht online):
Das Buch ist ideal für Couchpotatos und Feiglinge, weil es anstachelt, verrückte und unverrückte Sachen zu machen.
Falk Schreiber:
Weil Bogdan nämlich gut, sehr, sehr gut schreiben kann, Alltagsbeobachtungen, Lektüretipps, grundsätzliches Generve. Was sie in einer ureigenen Sprache überaus charmant zu Papier beziehungsweise Webspace bringt. Das mit der ureigenen Sprache ist allerdings auch selbstverständlich, weil Isabel Bogdan im Hauptberuf Übersetzerin ist, und da geht sie mit Sprache professionell um, also, “professionell” im Sinne von “kreativ”.
Pia Ziefle:
Die schönste Geschichte aber ist und bleibt die Wackenstory. Die ist voller Herz und braucht weder Landwirte noch Metaler noch andere skurile Gestalten um zu wirken. Nur Isas Art, das alles zu sehen. Mehr davon!
Simone Dalbert, Buchhändlerin:
Danke für dieses tolle Buch! Es macht wahnsinnig gute Laune und Lust, einfach mal wieder was zu machen. Freue mich schon darauf, es den Kunden ans Herz legen zu dürfen.
Miahira bei Amazon:
Mein liebstes Buch der letzten Monate.
Birgit Ehrenberg, frauenzimmer.de
Frau Bogdan lässt sich dauerhaft vom Leben inspirieren, probiert ständig etwas Neues aus, traut sich was, traut sich viel, geht aus dem Haus, schaut sich um, prüft, genießt, geht an ihre Grenzen. Das erzählt sie in ihrem Buch.
Und all das ganz verspielt, neugierig wie ein Kind.
Emily von Papiergeflüster:
“Sachen machen” ist eine Mischung aus einfach nur lustigen Berichten, bei denen die Lebensfreude und der Spaß schier aus den Seiten purzeln, und interessanten Geschichten mit nicht ganz unernstem Hintergrund. Aber ohne den belehrenden Zeigefinger. Die kurzen Kapitel laden ein, immer mal wieder zwischendurch gelesen zu werden. Und schwupps, hat man schon wieder eine mehr gelesen, als man eigentlich wollte.
Ein Gute-Laune-Buch, das ich jedem ohne Bedenken in den Urlaubskoffer legen würde.
Caro von der lesenden Minderheit:
Und das beschreibt sie so herrlich lustig und komisch, daß man das Gefühl hat, man hätte es selbst erlebt.
Klusi liest:
Sie scheint enorm viel Spaß bei ihren Erlebnissen gehabt zu haben, denn das Buch sprüht förmlich vor Lebenslust, die regelrecht ansteckend wirkt.
Nina von Libromanie:
Humorvoll und vor allem ehrlich schildert sie ihre Erlebnisse und hätte sich, wenn es nach mir gegangen wäre, nicht immer ganz so kurz fassen müssen, denn manche Kolumnen enden ein bisschen abrupt. Wahrscheinlich empfinde ich das aber nur so, weil mir das Lesen so großen Spaß gemacht hat und ich gerne länger mit dem Buch verweilt hätte, das – mit Rhönrad-Daumenkino – im Übrigen auch sehr hübsch aufgemacht ist.
Szene Hamburg und MoPo
Natascha Zeljko in Myself („Favoriten im August“):
Isabel Bogdan gelingt es, mit „Sachen machen“ selbst Zuhausebleiber wie mich zu mehr Aktivität zu animieren.
Biggi Mestmäcker:
Ich fing an zu lesen und ärgerte mich, dass gerade niemand meiner Familie in der Nähe war. Denn die Geschichten von Isabel Bogdan in “Sachen machen” sind derart, dass man sie immer gleich allen Umsitzenden vorlesen möchte. Die kann man nicht lesen und für sich behalten. Das geht gar nicht. Einmal gab ich meiner Tochter das Buch in die Hand und machte sie auf einen Absatz aufmerksam: “Hier lies mal” – das hätte ich nicht tun sollen – für die nächste Stunde war ich das das Buch erst mal los. Sie hatte sich festgelesen.
Sneakergirls:
Klingt alles spaßig, war es in den meisten Fällen auch, und großen Spaß macht es zudem, Isa dabei zu begleiten. Isa zeigt uns, warum man seinen inneren Schweinehund auch einfach mal überwinden und sich zu viel mehr hinreißen lassen sollte. Ausprobieren, nicht lang schnacken, Kopp in Nacken, Sachen machen.
Anne Schüssler:
Das andere Schöne ist, dass Isabel so begeisterungsfähig ist und das auch so rüberbringt. Denn meistens, so stellt sich raus, ist so eine Sache ziemlich toll. Und wenn eine Sache nicht so toll ist, dann sagt Isabel das auch und das ist dann auch gut (der Darm war nämlich echt eher enttäuschend).
Cleo:
Zu guter Letzt lese ich derzeit meist 1-2 Geschichten am Abend Sachen machen: Was ich immer schon tun wollte von Isabel Bogdan und merke mal wieder, dass ich ein großer Fan von Kolumnen bin. Frau Bogdan schreibt locker, lässig und lustig, was mir eine große Freude bereitet und ich nach jeder Geschichte hoffe, dass das Buch noch nicht allzu schnell ausgelesen sein mag.
Ka:
Bei allem Humor hält die Autorin mit ihrer Meinung und Kritik jedoch nicht hinter dem Berg, was das Lesen natürlich noch ansprechender macht.
Wolfgang Weber, Badische Neuste Nachrichten:
Das schöne an dem Buch ist, dass sich Isabel Bogdan die kindliche Freude am „Sachenmachen“ bewahrt hat. So schreibt sie übers Parakiting […]: „Es ist herzerwärmend sensationell supertoll, ich verdrücke tatsächlich ein Tränchen, weil es so umwerfend und ergreifend schön ist.“ Wer nach diesen Worten nicht ebenfalls Lust aufs Sachenmachen bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen.
Serotonic:
Es ist geradezu unverfroren, mit welcher Leichtigkeit die liebe Frau Bogdan Dinge tut, zu denen ich nie-niemals den Arsch hoch bekommen würde. Tischtennis mit Punks! Stand-Up-Paddling! Rhönrad-Turnen! Es ist ein Fest.
Und das vor allem, weil Frau Bogdan sie so urkomisch beschreibt: Mit einer gehörigen Portion Selbstironie und irrsinnig viel Neugierde und Tatendrang; es liest sich, als würde ein fröhliches Lied gepfiffen, während einem die Sonne zart aufs Haupte scheint.
Lesungsanfragen bitte über Jacqueline Nelissen bei KiWi: jnellissen(at)kiwi-verlag.de
Wird laufend ergänzt und aktualisiert.
Uhrzeiten und Eintrittspreise bitte direkt beim verlinkten Veranstaltungsort verifizieren.
MÄRZ
08.03.26 Podiumsgespräch Freundinnen! Mit Mona Ameziane, Shida Bazyar, Isabel Bogdan, Alina Bronsky und Katharina Hagena, Balloni-Hallen, Köln, im Rahmen der LitCologne
Maximilian: I, II, III, IV; Fotos.
Sven: Zu Besuch auf Helgoland, Akku aufladen, Felsen-Flausch, Schifffahrtsabenteuer, Hamburg-Berlin auf Helgoland; Fotos.
Adelhaid: Tag eins, Tag zwei, Tag drei.
Señor Rolando: Apart auf Helgoland, Von Zimmern und Farben.
Markus: Reif für die Insel, Vögelfilm, Bilder einer Klassenfahrt.
Stefan: Erste iPhone-Bilder, Fotolovestory am Lummenfelsen.
Oliver: Kein Flausch, Ein Wochenende auf Zollfrei.
Nadine: Liebelei.
Extramittel: Helgoland, hach!
Wird laufend aktualisiert.
Und hier noch mal der Link zu unserem wirklich wundervollen Gastgeberhotel.
Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich inzwischen auf Helgoland war. Die Insel hat mich beim ersten Mal schon gekriegt, und sie kriegt mich jedes Mal wieder. Im Frühsommer 2009 zum ersten Mal, dann mit dem Mann, mit Freunden, und jetzt zum zweiten Mal mit Leuten aus dem Internet. Wir nennen es „Klassenfahrt“, und die Klasse von 2012 war etwas anders, aber genauso zauberhaft wie die von 2011. Fünfzehn Erwachsene und fünf kleine Kinder. Und das Aparthotel Klassik, in dem wir wohnen durften, war so zauberhaft wie eh und je.
Klassenfahrer unterteilen sich in zwei Gruppen: solche, die fragen, ab wann es Frühstück gibt, und solche, die fragen, bis wann es Frühstück gibt. Überschneidungen mit dem Feature „Kinder dabeihaben“ sind sicher rein zufällig. Wir hatten die fünf zauberhaftesten Kinder der Welt dabei (mit Ausnahme des sechsten zauberhaftesten Kindes der Welt, das letztes Mal mit war und diesmal leider nicht konnte). Und es ist ja so: auf dieser Insel ist alles so langsam und so durch und durch entspannt, das steckt nicht nur die Erwachsenen sofort an, sondern eben auch die Kinder. Und so haben fünf Kinder im Kindergartenalter, allesamt noch nicht mal in der Schule, sich in drei kompletten Tagen nicht ein einziges Mal gestritten, es gab keine nennenswerten Tränen (außer mal wehgetan), sie haben zusammen gespielt und gebuddelt und Steine gesammelt und Schiffe geguckt und mit den Erwachsenen Quatsch gemacht und Bücher gelesen und gegessen und sich unfassbar gut benommen und besonders schöne Steine sogar verschenkt. Zum Beispiel an mich, meine Handtasche war dann irgendwann voll.
Es war die zweite Klassenfahrt und schon ein irgendwie eingespielter Ablauf. Freitag früh aufs Schiff, Mittags Ankunft auf Helgoland. Alle schon vollkommen erschöpft von der Seeluft, erstmal Mittagsschläfchen. Also, alle außer den Eltern mit Kindern, die schon in der Karre oder auf dem Schiff geschlafen haben. Die Eltern also auf den Spielplatz, kinderlose Erwachsene ins Bett, Fotografen gleich mal die erste Tour machen. Dann schnell alle ein Fischbrötchen auf die Hand (so schnell, wie es mit 20 Leuten eben geht, also eher überhaupt nicht schnell) und aufs Oberland, zu den Vögelfelsen. Unterwegs Pröbchen kaufen, irgendwo oben dann die erste Schlucktied. Mit dem ersten Alkohol kommen die ersten schlimmen Vögelwitze (#irgendwasmitvögeln), aber in Wahrheit sind alle beeindruckt, und das ist ja auch wirklich ein imposantes Naturschauspiel. Basstölpel und Trottellummen, zu Hunderten, Geschrei und Gestank und Präzisionsfliegen und Multikulti-Wohnen auf kleinstem Raum und diese unglaubliche Eleganz.
Abends Essen im Aquariumscafé, anschließend Pyjamaparty aufm Zimmer, womöglich wird schon wieder Alkohol getrunken.
Samstag dann das andere große Helgoländer Naturschauspiel: Robben auf der Düne. Wieder machen alle dieselben Robbenfotos, außer dass wir diesmal professionelle Fotografen dabeihaben, die werden bestimmt bessere Bilder haben. Die Düne: Sand, Sand, Sand, Robben, Steine, Dünencafé, Sand, Robben, Strandkörbe, mehr Steine, und Blau, so weit das Auge reicht. Ich beschließe, einen Blogeintrag über die Farbe Blau zu schreiben, darüber, wie viele Blautöne das sind, und wie glücklich es einen macht, dieses Blau, das Wasser, der Himmel, wie kann es sein, dass eine Farbe einen so glücklich macht? Grün kann das auch, manchmal, aber Blau kann es immer. Dummerweise ist Maximilian mir damit zuvorgekommen. Wir haben nicht darüber gesprochen, muss Gedankenübertragung gewesen sein. Die Superkinder sind irgendwann ganz erschöpft vom Laufen im Sand, verständlicherweise, das ist ja auch anstrengend, und müssen getragen werden. Das ist dann auch für die Großen anstrengend, und natürlich endet die Inselrunde im Dünencafé, und natürlich bleiben wir da einfach sitzen und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und verteilen Sonnenmilch und bestellen noch eine Pommes und noch ein Eis und noch einen Kakao und noch ein Bier und zwischendurch buddeln wir ein bisschen und reden dummes Zeug und grinsen dümmlich und sagen, wie schön das ist, und wie gut wir es haben. Und niemand guckt einen komisch an, wenn man zwischendurch das Handy zückt, alle Handys liegen sowieso auf dem Tisch und alle twittern und viele foursquaren und der eine liest dann, was der andere getwittert hat und lacht und liest es allen vor, und das Beste daran ist: alle finden es normal. Und dann macht einer einen Witz, und alle lachen, und einer fragt „Wer twittert das?“, und ein anderer sagt „Hab schon“, und alles ist gut. Bis einer feststellt „Mein Gott, hier sind ja lauter Nerds“ und alles noch besser ist. Unsere Gesichter bekommen langsam andere Farben.
Abends irgendwo essen, irgendwo noch ein Bier, nur noch vier Leute gehen in die Älteste Disco der Welt (oder Deutschlands? Egal) und auch sie sind gegen eins im Bett. Seeluft macht müde. Und glücklich.
Sonntag dann allgemeines Abhängen, alle machen so vor sich hin, wozu sie Lust haben, die meisten Kinder gehen die Feuerwehr besichtigen, das größte Kind und ein Großteil der Erwachsenen treffen sich zum Trampolinspringen und Minigolfen. Trampolinpringen ist ein ganz großer Spaß und erstaunlich anstrengend, hinterher auf festem Boden Hüpfen ein ganz verblüffendes Gefühl. Minigolf dauert mir dann doch ein bisschen zu lang dafür, dass man das Meer nicht sieht. Zu wenig blau, nur der Himmel, der ist immer noch blau, beziehungsweise nach einem etwas graueren Morgen wieder knallblau. Unfassbar, wie diese Insel das immer macht. Immer schönes Wetter, scheints.
Nach dem Minigolfen noch schnell etwas essen, und dann fährt auch schon das Schiff. Bei etwas schaukeliger See bleiben die meisten drinnen, aber ich stehe draußen und gucke aufs Wasser und in den Himmel und sehe hinten die Insel kleiner werden und mir spritzt Gischt ins Gesicht und meine Lippen schmecken ganz salzig. „Sag mal, weinst Du, oder ist das die Gischt“, denke ich, und nein, ich weine nicht, obwohl es schon wieder so schön war, dass man das glatt mal könnte. Ein bisschen weinen vor lauter Sonne und Blau und Inselseligkeit.
Allerdings ist es auch wirklich so, dass Seeluft müde macht, deswegen kann ich jetzt keinen besseren Text mehr aus diesem eilig reingehackten Kurzbericht machen, sondern verfatze mich sofortestens ins Bett, denn morgen geht das mit dem Arbeiten wieder los, und zwar aberhallo und vollepulle.
Liebe Mitfahrer, ihr wart super. Echtma. Danke. Und liebes Aparthotel Klassik, du weißt ja, dass wir dich liebhaben. Danke, sehr.
Links zu den Berichten der anderen und Fotos kommen demnächst noch. *umkipp*

Knapp zwei Wochen nach unserem ersten Ausflug klingelt mein Telefon, Sohn II ist dran. Meiiine Patentante! Meine Isa bist! Patentante! Ausflug! Meine! Im Hintergrund die Stimmen der Eltern, ich höre raus: Sonntag. Ja, sage ich, gerne, dann hole ich Dich am Sonntag wieder ab. Wollen wir Schiffe gucken? – Jaaaa!, ruft er, Ssiffe gucken!
Am Sonntag trete ich aus dem Aufzug: Meiiine Isa! Hach. Und wie er strahlt. Einfach so, weil ich da bin. Und weil wir gleich losgehen, Zug fahren und Schiffe gucken.
Erstmal kommen wir allerdings nicht besonders weit, denn direkt vor der Haustür ist der Spielplatz. Gut, denke ich, dann eben erstmal Spielplatz. Wir haben ja ohnehin nicht wirklich ein Ziel – ich dachte, wir könnten zum Hafen fahren, das fand er auch gut, aber wenn er jetzt erstmal auf den Spielplatz will, meinetwegen. Ich glaube, das ist ein echtes Patentantenprivileg: Wir müssen nichts. Eltern haben wahrscheinlich meistens einen Zeitplan, ein Ziel, müssen irgendwohin. Sie haben kaum mal die Möglichkeit, das Kind bestimmen zu lassen. Ich hingegen kann einfach in Ruhe und im Tempo des Kindes mit ihm durch die Gegend stromern und mal gucken, was es so zu entdecken gibt. Zum Beispiel dann, wenn das Kind sich flach auf den Bauch legt und mit dem Fingernagel einzelne Sandkörner aus irgendeiner Ritze pult.
Wir bauen im Spielplatzsand ein paar Straßen, indem wir mit der Schaufel, die dort rumliegt, ein Stück Sand glattstreichen. Dann stecken wir kleine Stöckchen als Ampeln rein und klären nochmal die Sache mit Rot und Grün und Stehenbleiben und Warten und Autos. Ich glaube, so richtig kapiert hat er das noch nicht. Und so langsam denke ich, wir könnten dann auch mal los zum Bahnhof, wenn wir es heute noch zu den Schiffen schaffen wollen. Das Kind indes sagt: nein. Oder tut so, als hätte es mich nicht gehört. Noch fünf Minuten, sage ich, dann gehen wir zu den Zügen. Zug fahren! Schiffe gucken! Das Kind schüttelt den Kopf. Drei Minuten später sage ich: So, dann wollen wir mal los! Das Kind baut Straßen. Drei Minuten später sage ich: Na komm, wir gehen Schiffe gucken! Das Kind backt Schokoladenkuchen.
Irgendwann habe ich ihn endlich losgeeist, wir gehen einige Meter in die richtige Richtung, da kommen Freunde auf den Spielplatz. Geht weg, denke ich, gerade hatte ich ihn so weit! Oben am Fenster steht die Herzdame und lacht sich kaputt. Das Kind spielt.
Dann ganz plötzlich steht es auf und marschiert los. Sein eigener Entschluss. Allerdings kommen wir schon wieder nicht besonders weit, auf dem Weg zum Bahnhof muss ich an das Lied von Wir sind Helden denken:
Du bleibst, kaum kannst Du laufen
alle zwei Meter stehn
und du fällst auf die Knie
um noch ein Wunder zu sehn.
Ja, haha, wenn er zwischen den Wundern wenigstens zwei Meter weit käme! Es fühlt sich eher an wie: zwei Meter vor, einen Meter neunzig zurück. Und wieder auf den Bauch legen, Wunder gucken. Bei den meisten Wundern handelt es sich um Sand oder leere Bonbonpapierchen, nichts, was man als Erwachsener spontan nachvollziehen könnte. Bei allem Vorsatz, uns einfach nur treiben zu lassen und nichts vorzuhaben und das Tempo des Kindes mitzumachen – ich merke doch, dass es eine Geduldsprobe ist. Lockermachen, sage ich mir, niemand hat bestimmt, dass wir es in unter einer Stunde zum Bahnhof schaffen müssen. Und am nächsten Wunder zieh ich ihn vorbei.

Dann wieder dasselbe wie schon auf dem Spielplatz: Auf einmal beschließt der Junge, dass es jetzt weitergeht, er marschiert los, rennt ein Stück, und ruckzuck sind wir plötzlich am Bahnhof. Und steigen in einen großen Zug! Das Kind strahlt. Großer Zug! Und wir sitzen drin! Und der Zug wackelt! Wie toll ist das denn! Und laut ist er! Ach, wie wundervoll. Und dann passiert noch was total Tolles: Wir sind in eine U-Bahn gestiegen, unterirdisch, und auf einmal geht es ein bisschen hoch und dann raus, ins Freie, und hoch oben über der Stadt her zum Hafen. Also, mal ehrlich jetzt: Das finde auch ich immer noch toll. Mit der U3 am Hafen entlang zu fahren.
An den Landungsbrücken steigen wir aus und trödeln ein bisschen herum. Wir gucken von oben auf die Schiffe, ganz hinten sind große Kräne, auf der anderen Seite die Elbphilharmonie. Das Kind steht vor einem blickdichten Geländer und möchte hochgehoben werden, um drübergucken zu können, logisch. Hundert Meter weiter ist ein Gitter, da könnte es durchgucken, ohne dass ich es hochheben müsste. Ich sage, komm, lass uns ein Stück weitergehen, da kannst Du besser gucken. Er geht einen Meter weiter und möchte wieder hochgehoben werden. Woher soll er auch verstanden haben, dass ich „hundert Meter weiter“ meinte? Die Welt ist so groß.
Wir treffen einen Straßenmusikanten, der Gitarre spielt und eine ganz tolle Maschine dabeihat, an der verschiedene kleine Figürchen kleine Bewegungen machen. Wirklich super, er bedient sie mit den Knien. Für das Kind aber viel toller: Es gibt eine kleine Sammlung von Geräuschmachern und die Erlaubnis, mitzumusizieren. Das Kind haut eine Weile auf den Klaviertasten herum, es hupt und quietscht und dengelt – ganz großer Spaß. Und dann wirft er dem Musiker ganz stolz eine Münze in den Hut.

Und dann fahren wir auch schon wieder zurück, es ist spät geworden über all der Trödelei, aber das macht ja nichts. Wir steigen wieder in die U-Bahn und kaufen auf dem Heimweg noch ein paar Blumen für die Mama. Er sucht sie selbst aus und trägt sie vom Bahnhof den ganzen Weg allein nach Hause. Allerdings muss ich zwischendurch auch etwas tragen, nämlich Sohn II. Erst geht er eine Weile an meiner Hand, was normalerweise überhaupt nicht in Frage kommt („alleine!“). Dann schmiegt er seine Wange an meine Hand. Dann muss ich ihn ein Stück tragen, aber das ist auch in Ordnung, er war ganz schön lange auf den Beinen. Und immer ganz allein die Treppen rauf und runter, so eine normale Treppenstufe ist verdammt hoch, wenn man zweieinhalb ist. Ich trage ihn ein Stück, dann sage ich, dass er ganz schön schwer ist, so ein großer Junge, und ob er nicht vielleicht doch noch ein Stück alleine laufen kann? Nein, sagt er, kann nicht alleine laufen. Drei Schritte später sagt er: Kann noch ein S-tück alleine laufen. Hach.
Abends eine Mail von Maximilian: Sohn II habe sich in der Bettkante verbissen und raune mit tiefer Stimme: Isaaa.
Sagte ich letztes Mal, es sei schön, wenn man jemanden mit so einfachen Mitteln so glücklich machen kann? Stimmt ja auch. Aber die Wahrheit ist: mich selbst macht es auch glücklich.