Hans Peter Richter: Damals war es Friedrich
„Damals war es Friedrich“ war, glaube ich, meine allererste Schullektüre, es wird in der fünften Klasse gewesen sein. Ich habe es sehr gemocht, das weiß ich noch, und ich weiß auch noch den ersten Satz: „Irgendwer hatte ihn Polycarp getauft.“ Polycarp war der Gartenzwerg im Vorgarten des Mietshauses, und der Name war unter anderem deswegen ein bisschen lustig, weil jemand in meiner Klasse mit Nachnamen Carp hieß. In der Geschichte geht es um die Freundschaft zweier Jungen in der Nazizeit; es stellt sich dann heraus, dass einer der beiden Jude ist. Mehr weiß ich nicht mehr, ich habe das Buch auch nicht mehr. Wir hatten auch nicht diese Ausgabe, sondern eine andere. Aber ich fand es toll und habe es gerne gelesen und fand es auch super, ein ganzes Buch zusammen mit der Klasse zu lesen. In der Schule Bücher lesen: super Sache.
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„Was Kunst ist, wissen Sie ebensogut wie ich, es ist nichts weiter als Rhythmus. Wenn das aber wahr ist, so beschwer ich mich nicht mit Imitation oder mit Seele, sondern gebe schlicht und einfach Rhythmus mit jedem beliebigen Material, Straßenbahnfahrscheinen, Ölfarbe, Holzklötze, ja, da staunen Sie Bauklötze, oder mit dem Wort in der Dichtung, dem Ton in der Musik, oder wie Sie wollen. Darum sehen Sie sich nicht das Material an, denn das ist unwesentlich. Suchen Sie nicht versteckt irgendeine Imitation von Natur, fragen Sie nicht nach Seelenstimmungen, sondern suchen Sie trotz des ungewöhnlichen Materials, den Rhythmus in Form und Farbe zu erkennen. Mit Bolschewismus hat das ebensowenig zu tun wie der moderne Bubikopf. Dafür ist es die Essenz aller Kunst, das heißt, jedes Kunstwerk aller Zeiten musste diese primäre Forderung erfüllen, Rhythmus zu sein, sonst war es nicht Kunst.“??
Kurt Schwitters, 1926
(Schon mal gebloggt. Aber egal. Kann man nicht oft genug sagen.)

Lolita. Lolita wollte ich schon immer mal lesen. Um klassische Bildung nachzuholen. Und weil es alle toll finden, ich kenne niemanden, der es gelesen hat und nicht liebt. Man hat es mir hundertmal ans Herz gelegt. Wie man sieht, besitze ich es ja auch schon. Aber jetzt übersetze ich gerade ein Buch über die erwachende Sexualität dreizehnjähriger Mädchen, die sich in mitte-vierzig-jährige Männer verlieben, und das ist alles sehr unangenehm, die Männer ebenso wie die Mädchen, die ganze Atmosphäre ist schmierig. Soll ja bei Lolita nicht so sein. Schaumermal. Nach dieser Übersetzung brauche ich jedenfalls erstmal was ohne Pädophile.
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Lieber B., jetzt kenne ich zwar Ihren Namen, weiß aber sonst nichts über Sie. Google nennt mir einen Diplomaten, einen Rechtsanwalt, einen Facharzt für Innere Medizin, einen Fotografen, einen ITler und so weiter, man wundert sich, wieviele Leute gleichen Namens es gibt. Dabei klingt er gar nicht so gängig. Jedenfalls: ich freu mich wie verrückt! Vielen Dank! Wenn Sie mir eine kleine Mail schicken, bedanke ich mich auch persönlich. Die CD läuft schon und gefällt mir sehr. Feine Sache, so ein Wunschzettel.
NACHTRAG 28.10.: Die CD läuft durch, seitdem ich sie gestern Abend ausgepackt habe. Und jetzt muss ich was beichten. Ich habe beim Auspacken nämlich kurz gedacht: „schade“. Weil es die Live-CD ist, und auf dem Wunschzettel das Studioalbum gestanden hatte, weil ich Live-CDs normalerweise nicht so mag, denn was interessieren mich die Ansagen zwischen den Liedern und das Publikumsgeschrei. Aber. ABER! Was für eine richtige Entscheidung! Plötzlich ist hier Stimmung im Arbeitszimmer, das ist total toll, man möchte SOFORT auf ein Clueso-Konzert gehen und mitsingen. 17. Februar ist schon notiert, Alsterdorfer Sporthalle leider, aber egal. Vielen Dank, das ist wirklich eine total tolle CD und ich freu mich riesig.
Spring forward, fall back.
oder
Im Frühling stellt man die Stühle VORs Café, im Herbst holt man sie wieder ZURÜCK.
Gern geschehen. Kann ich auch im Frühjahr gerne noch mal.