ich komme wieder nicht voran, ich schaffe zu wenig, ich bin schlecht gelaunt, und warum bin ich eigentlich dauernd so müde? Nur weil Winter ist?
Was habe ich denn seit Weihnachten gemacht? Wie lange ist Weihnachten eigentlich schon her, oh, das sind ja nur 14 Tage. Was ich in der Zeit gemacht habe:
- Magen-Darm-Infekt überstanden
- Im Kindertheater gewesen
- Silvester bei Freunden gefeiert
- Party für 50 Leute geschmissen
- Auf einer Demo gewesen
- Ein Was-machen-die-da-Interview abgetippt und überarbeitet
- Ein weiteres Was-machen-die-da-Interview geführt
- Fast 120 Seiten übersetzt
- X beschissene Nachrichten aus aller Welt ertragen
Ähm, Frau Bogdan: „Ich schaff nichts“ ist möglicherweise eine Winzigkeit … sagen wir: unrealistisch. Verzerrte Wahrnehmung. Echtjetzma. Und müdesein ist in Ordnung.
Morgen übersetze ich die letzten Seiten, dann habe ich noch die Woche zum Überarbeiten, Freitag gebe ich ab. Freitag Nachmittag das nächste Interview für Was-machen-die-da. Oh, und Bloggeburtstag ist am Freitag auch! Der Zehnte! Unfassbar! Was mach ich denn, was mach ich denn? Zur Feier des Tages? Für nächsten Samstag ist dann jedenfalls ein gepflegter kleiner Zusammenbruch geplant. Jippie!
Und im Übrigen möchte ich jetzt für den Rest des Jahres nur noch gute Nachrichten hören. Wenn der zuständige Weltgeist sich da bitte drum kümmern könnte, es reicht jetzt mit den schlimmen Ereignissen. Liebe Menschen: Seid friedlich.
Kaum hat man verkündet, jetzt aber wirklich nicht mehr aus „Sachen machen“ vorzulesen, kommen doch noch zwei Termine:
Am 20. Januar lese ich zusammen mit Monika Mertens im Yachtclub im Nochtspeicher (Hamburg, St. Pauli), und weil es zu schön ist, kopiere ich hier nochmal die Ankündigung:
Wer immer noch glaubt, Literatinnen seien ausschließlich für sensible Seelchenschau zuständig: Meet Bogdan & Mertens! Diese Ladies haben, mit Verlaub, mehr Eier als so manch ein Zeitgenosse. Alle beide gehen – auf unterschiedlichen Wegen – souverän und furchtlos dorthin, wo sich jede Komfortzone längst ergeben hat, und bringen Stories mit, deren messerscharfe Komik der Surrealität der Welt auf Augenhöhe begegnet.
Isabel Bogdan, Schriftstellerin, Übersetzerin, Bloggerin, beweist nicht nur beim „Sachen machen“ (Rowohlt) den Mut zum Abwegigen, aber auch dort bravourös: Sie blamiert sich im Rhönrad, wohnt der Schlachtung eines Schweins bei, spielt Ping-Pong mit Punks, bewahrt Contenance auf einer Esoterikmesse, besichtigt einen Darm und headbangt mit den „Excrementory Grindfuckers“ in Wacken. Klingt nach einem großen Spaß? Ist es auch. Ihr kommender, jetzt schon preisgekrönter Roman wird bereits mit John Cleese’s „Fawlty Towers“ und Alan Bennett verglichen.
Auch Spoken-Word-Heldin Monika Mertens traut sich Dinge, die nur wenige andere wagen. Zum Beispiel morgens um 8:00 Uhr lächelnd in der Bahn zu sitzen oder Tankwarte zu umarmen. In ihren Stories zeigen Alltäglichkeiten plötzlich ihr wahres Gesicht – und dies ist ebenso schonungslos ehrlich wie bizarr komisch. Wo sich die Dame gemeinhin errötend abwendet, sieht Mertens erst recht hin und findet Worte, die wir brauchen: Über Männer, die wie Spechte küssen; Liebe, die in einem „pelzigen Wir“ gerinnt; und generell das Leben jenseits jeglicher Flauschigkeit.
Moderation: Friederike Moldenhauer und Tina Uebel
20. Januar 2015 • 20 Uhr • 9 Euro •
Nochtspeicher • Bernhard-Nocht-Str. 69a • Hamburg
***
Und am 6. Februar lese ich zusammen mit Maximilian Buddenbohm, Patricia Cammarata und Johannes Korten bei der GLS-Bank in Bochum Eine Runde ums Blog. Wenn ich es recht bedenke, kann ich da ja auch was aus dem Blog lesen, statt aus dem Buch. Mal überlegen. Habt Ihr Wünsche? Die Bank bittet um Anmeldung.
Fr., 6. Feb. 2015 | 19:30 Uhr
GLS Bank Bochum
Christstraße 9
44789 Bochum
Einritt frei
- Es ist jetzt ein bisschen blöd, das erst nach Weihnachten zu posten, aber: wer über die Anschaffung eines Readers nachdenkt, möchte vielleicht lieber einen Unbeleuchteten nehmen.
UPDATE: Vielleicht ist das auch Kokolores. Also: Kein iPad mit ins Bett. Beleuchtete Reader weiß man nicht.
- Einmal im Monat treffen sich zwölf Schülerinnen und Schüler der Frankfurter Schillerschule mit der S. Fischer-Lektorin Julia Bong, um gemeinsam Texte zu schreiben und darüber zu reden. Dabei passiert Erstaunliches.
- Stefan Mesch hat die bemerkenswertesten Buchcover des Frühjahrs 2015 gesammelt und gruppiert. Großartig, vielen Dank!
- Das Verlagsbüro Philipp hat ebenfalls gesammelt, und zwar die Träger von Literaturpreisen 2014.
- Die zauberhafte Karen Köhler hat mal wieder ein Interview gegeben, drüben bei Gérard Otremba. So toll wie immer.
- Und auch Paul Auster spricht über das Schreiben. Arrogant und interessant und am Ende ein bisschen rührend.
Der Ausblick auf 2015 macht mich ein bisschen schwindelig, das Jahr ist nämlich quasi schon durchgeplant. Hui!
Mitte Januar gebe ich die Übersetzung ab, an der ich gerade sitze. Und weil die ganz schön arbeitsintensiv ist, werde ich dann erstmal für den Rest des Monats nichts machen, ist der Plan, darauf freue ich mich schon, zehn Tage Pause.
Und dann fahren wir für ein Wochenende nach Wien, zusammen mit Falk und seiner Frau, das wird sicher schön. Wir gehen ins Theater, fünf Stunden Hans Henny Jahnn an der Burg. Ich bin sehr gespannt.
Danach wird es spannend, dann fange ich nämlich endlich an, mit meinem Lektor zusammen den Pfau zu bearbeiten. Darauf freue ich mich sehr und habe auch ein bisschen Angst, denn es soll natürlich gut werden, und ich fürchte, dass es schlecht ist (seit Juni nicht mehr reingeguckt). Aber vor allem freue ich mich, mit einem Profi daran zu arbeiten, der weiß, was er tut. Im Gegensatz zu mir. Sehr aufregend, das wird toll. Und soll im Mai fertig sein.
Oh, und im Frühjahr erscheinen zwei von mir übersetzte Bücher, die ich beide sehr geliebt habe: Jonathan Evisons Umweg nach Hause, das müsst Ihr bitte unbedingt alle lesen, und Jasper Ffordes Letzte Drachentöterin – endlich! After all these years! (Lange Geschichte: es war erst bei Eichborn, dann war Eichborn pleite, und so zog es sich hin. Jetzt gehört Eichborn zu Lübbe und die Drachentöterin erscheint bei Lübbe „one“.)
Im Mai gebe ich wieder ein fünftägiges Seminar, das gut vorbereitet sein will, und im Juni einen dreistündigen Workshop. Außerdem gibt es noch eine Premiere: Ich gebe eine Anthologie heraus, zusammen mit Anne von Canal. Jippie! Mehr verrate ich jetzt noch nicht. Sie erscheint im Frühjahr 2016, und so werde ich den Frühsommer damit verbringen, die entsprechenden Geschichten zu lektorieren. (Liebe befreundete Autoren, die ich nicht gefragt habe, ob ihr mitmacht: Es tut mir leid! Alle gehen nicht. Und wir sind schon voll.)
Und dann sind auch schon Sommerferien. Wir haben noch keine Pläne, wie immer. Ich staune ja immer über die Leute, die ihre Urlaube ein Jahr im Voraus buchen; wir haben uns noch nicht mal ein Ziel überlegt. Aber ich plane, keine Arbeit mitzunehmen. Schaumermal.
Nach den Sommerferien übersetze ich dann den zweiten Band der Trilogie, an deren erstem ich gerade sitze, und damit ist das Jahr arbeitsmäßig auch schon ziemlich verplant. Fast fürchte ich, dass noch etwas Interessantes kommt und ich absagen muss. Was für herrliche Luxussorgen! Im Oktober ist Buchmesse, und danach geht ja meistens alles ganz schnell und zack! ist schon wieder ein Jahr rum. 2016 beginnt dann damit, dass der Pfau endlich erscheint, das wird also noch aufregender.
Außerdem würden wir „Was machen die da“ in diesem Jahr gern irgendwo unterbringen. Bei einem Magazin. Oder einen finanzkräftigen Sponsor fürs Blog finden. Oder irgendeine andere Lösung, wie ein bisschen Geld reinkommen kann. Und dann am liebsten ein Buch draus machen. Man wird ja träumen dürfen!
Und zu guter Letzt ist noch ein weiteres kleines Bogdan-Buddenbohm-Projekt in Arbeit, das erzählen wir dann aber erst irgendwann im Herbst. Jippie!
Ich freue mich sehr, dass so unterschiedliche Dinge anliegen. Jahrelang habe ich mehr oder weniger leise vor mich hin ein Buch nach dem anderen übersetzt, das war auch wunderbar, aber jetzt freue ich mich, dass es so viel bunter geworden ist. Übersetzen, schreiben, herausgeben, Seminare, „Projekte“, das finde ich super.
Komm rein, 2015, mach’s Dir gemütlich, nimm Dir ’n Keks. Ich muss nur noch kurz das Buch fertigübersetzen, dann habe ich Zeit für dich. Das wird schön!
Vorsätze: mehr bloggen, mehr fernsehen, mehr lesen, weniger arbeiten. Euch allen wünsche ich ein ausgefülltes, aber nicht zu stressiges Jahr, Liebe, Gesundheit, Glück und Gemüse. Dance!
„Dance? Did you say: Dance? Come on, my boy!“