Split, Tag 10

Um kurz nach vier steht der lustige Mann auf und nimmt um fünf den Bus zum Flughafen. Ab jetzt bin ich allein. In den letzten sieben Tagen sind wir im Durchschnitt 17.000 Schritte pro Tag gegangen, das werde ich nicht beibehalten können, und auch nicht wollen, denn ich bin ja zum Arbeiten hier. Passenderweise regnet es, ach was, es schüttet! Und hört gar nicht mehr auf. Es ist grau und kalt, ich sitze in der Wohnung und habe nichts zu berichten. Allerdings habe ich erfahren, dass jemand zu Hause krank ist und sich täglich meine Einträge vorlesen lässt, dass er das liebt und dass ich bitte mehr schreiben soll. Also werde ich schreiben, auch wenn ich nichts zu erzählen habe, ist doch klar. (Grüße gehen raus an alle, die krank sind.)

Irgendwann am Nachmittag lässt der Regen nach, und ich gehe einkaufen. Dann drehe ich schlauerweise mitsamt meinen Einkäufen noch eine Runde durch die Stadt, hole mir das Eis des Tages (Prioritäten!), und dann schüttet es wieder, ich habe zwar einen Schirm dabei, stelle mich aber trotzdem lieber einen Moment unter. Ich stehe am Katzenplatz. Der Katzenplatz heißt mit Sicherheit anders, den Namen habe ich ihm gegeben, weil dort auf einer etwas erhöhten Grünanlage ein paar kleine Katzenhäuschen stehen und die Katzen auch gefüttert werden. Bei dem Wetter sind nicht mal die Katzen da, vielleicht sind sie in ihren Häuschen, ich gucke nicht nach.
Mir ist kalt, die Wohnung liegt aber im fünften Stock, und oben ist einem dann doch wieder warm. Magie!


Foto von einem anderen Tag mit anderem Wetter.

Ich werde sehen, wie es mit dem Bloggen läuft. Ich bin jetzt nicht mehr im Urlaub oder auf Reisen, ich bin nicht mehr hier, um Dinge zu unternehmen und zu erleben, sondern um am Schreibtisch zu sitzen. Was genau ich da tue, weiß ich selbst noch nicht, und das ist mal wieder das Problem: das Anfangen mit einem neuen Roman ist für mich das Schwierigste. Wenn man erstmal Figuren hat und weiß, wohin die Geschichte gehen soll, dann geht es irgendwie, dann sind Zähigkeit und Sitzfleisch gefragt. Aber das Anfangen macht mir wirklich Probleme, ich habe schlimme Angst vor dem leeren Blatt.
Ich fange wieder an zu bloggen, um wieder ins Schreiben zu kommen. Ich habe gute Vorsätze. Yoga. Lesen. Schreiben.
 
Wolf Haas hatte seine Reihe von Brenner-Krimis mit einem sensationellen Kniff abgeschlossen (wird nicht verraten), mit dem glasklar war, dass wirklich Schluss ist. Aber irgendwann kam doch noch ein Band, und dann noch einer … Ich war ein bisschen ungehalten, ich fand, wenn man eine Sache beendet hat, dann soll man dazu stehen, Erfolg hin oder her. Aber dann! Dann las ich ein Interview, in dem er gefragt wurde, warum er denn nach diesem Ende doch noch einen weiteren Band geschrieben hat. Und Wolf Haas sagte, ACHTUNG: „Weil mir noch einer eingefallen ist.“ Sen-sa-tio-nell! Als würde einem kurz mal eben, quasi aus Versehen, ein Roman einfallen! Da war ich dann doch wieder versöhnt.

Eis: Zitrone. Von Hajduk, wo man eigentlich eine Schokoglasur angeboten bekommt, aber der ansonsten sehr freundliche Herr hat nicht gefragt. Pffft!

1 Kommentar

  1. Petra Rueß Samstag, 16. Mai 2026 um 23:04 Uhr [Link]

    Endlich mein Lueblingseis. Schmeckt auch ohne Schokoglasur. Man kann es aber auch mit Schokoeis kombinieren. 🍨

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