Was kann das Buch heutzutage sein?

Im Buch stecken sehr alte und extrem wirksame Verfahren von Unterhaltung und Unterweisung. Sie stammen aus vorschriftlicher Zeit, als Erzählen und Wissensvermittlung noch nicht getrennt waren. Nicht zuletzt diese Ahnenreihe verleiht dem Buch seinen Wert. Heute ist „Buch“ ein Teekesselchen: ein Gegenstand und das, was er mit uns macht. So kostbar mir Ersteres ist, am Ende ist Letzteres der Grund, warum ich mein Leben mit Büchern verbringe. Der Gegenstandscharakter ist großartig, aber kein Selbstzweck. Wenn wir es auf seine Haptik reduzieren, wird das Buch irgendwann kleinlaut, wie Vinyl für Vinylfetischisten. Seine Stärke liegt in dem, was es auslöst. Ein Buch ist die Differenz zwischen meinem Leben vor der Lektüre und danach.

… sagt Jo Lendle im Interview mit der FAZ

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