Film: Star Wars

Jo. Habt ihr nicht gedacht, hm? Zu Recht. Das ist nicht meine Sorte Film. Aber ich bin ja lernwillig, und außerdem hat mich the one and only Nora Gomringer gefragt, ob wir zusammen reingehen wollen, und wer wäre ich, da nein zu sagen? Also. Star Wars VII, Das Erwachen der Macht. Ich habe noch nie einen Star-Wars-Film gesehen. Glaube ich. Aber beschwören würde ich auch das nicht. Ich weiß natürlich ungefähr, worum es geht, um den ewigen Kampf Gut gegen Böse. Darth Vader und der Imperator sind die Bösen, Han Solo und Luke Skywalker und Prinzessin Leia die Guten, Obi Wan Kenobi weiß ich nicht, ich kenne nur diese Namen und wüsste nicht mal, wie die alle aussehen. Chewbacca, so ein haariges Monster; R2D2, ein freundlicher Roboter, von dem ich sogar weiß, wie er aussieht. Lichtschwerter. Todesstern. Klonkrieger, Storm Trooper, Jedi-Ritter. Das ist so das, was an Star-Wars-Wissen in einen einsickert, wenn man sich nicht dafür interessiert. Aber es ist ja nie zu spät, Lücken zu schließen.

Ich nehme an, man hat ein bisschen mehr vom Film, wenn man die anderen auch gesehen hat. Jedenfalls: Darth Vader gibt es nicht mehr, es gibt jetzt einen, der fast genauso aussieht. Der Imperator sieht jetzt auch irgendwie anders aus und heißt anders. Der Todesstern ist jetzt größer. Ein geflohener Storm Trooper, eine Schrottsammlerin von einem Wüstenplaneten und Han Solo müssen die Welt retten, den Todesstern kaputtmachen und den verschwundenen Luke Skywalker finden, und das ist natürlich alles total gefährlich und geht nicht ohne Verluste, aber ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sage: Am Ende siegen die Guten dann doch. Bis dahin ist es im Kino allerdings sehr, sehr laut, und man hat sehr viele sehr rasante Kamerafahrten in sehr langen Verfolgungsjagden und Kampfszenen hinter sich. Ich weiß nicht, ob das auch Übungssache ist, aber ich verstehe diese Szenen nicht mal. Soll man die verstehen können? Ich meine, kann irgendjemand in dem Tempo sehen, wer da wo hinfliegt, wer wer ist, wer warum wo eine Kurve dreht, so Zeug? Ich sehe nur ein Durcheinanderrasen von Raumschiffen bei höllischer Lautstärke. Jenun, ich weiß, dass das so gehört. Kann man machen, macht auch Herzklopfen, und ich war froh, dass wir es nicht in 3D gesehen haben, das hätte mich vermutlich überfordert.
Ein, zwei Momente fürs Herz gibt es auch, das ist schön. Ansonsten ist es mir zu viel Kampf und Raserei und Lautstärke. Immerhin, die Heldin ist eine Frau, und sie hat mehr technischen Sachverstand und ist flinker im Kopf als die Männer alle zusammen. Das Schönste am Film war eigentlich, dass Nora neben mir gelegentlich „oh nein“ oder Ähnliches stöhnte, wenn etwas Schlimmes passierte, und dass sie spontan nach meiner Hand griff, als [jemand] entführt wurde.
Mir fehlt vermutlich schlicht das Vokabular und die Erfahrung, um etwas über den Film zu sagen. Aber ich erkläre hiermit feierlich, auch weiterhin gelegentlich Dinge zu tun, die mich nicht interessieren. Denn spannend war es natürlich schon, auch wenn man vorher schon weiß, dass das Gute siegen wird, more or less. Und auch wenn es mich hinterher immer noch einigermaßen kalt lässt. Bis auf den kleinen neuen Roboter BB-8 natürlich, der ist wirklich zauberhaft.

Bechdeltest:
1. Mehr als eine Frau in einer Hauptrolle: Immerhin, die Heldin ist eine Frau. Es sind zwei oder drei Haupthelden, aber sie ist schon der Star, oder? Und Prinzessin Leia gildet auch noch als Hauptrolle, oder? Dann also: Ja.
2. Die miteinander sprechen: Ich glaube, ja. Wenn auch nicht besonders ausführlich, weil Leia halt doch nur kurz vorkommt. Oh, und dann gibt es noch die schildkrötige alte Frau, aber das ist auch nicht wirklich eine Hauptrolle.
3. Über etwas anderes als einen Mann: Wenn sie wirklich miteinander reden, dann wohl ja! Hossa! Allerdings ist es in Wahrheit wirklich ein ziemliches Männerding.

BONUSMATERIAL: Herr Formschub hat gebastelt.

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Film: Die Peanuts

Ich war tatsächlich schon wieder im Kino. Zweimal! In zwei Filmen, die so gar nicht nach mir aussehen. Erstens: Die Peanuts. Was zudem noch (jaja, schon gut) mein erster 3D-Film war.

Ach Gott, ist das süüüß! Charlie Brown, bekanntermaßen ein Loser, dem nichts recht gelingen will, verliebt sich unsterblich in das kleine, rothaarige Mädchen, das neu in der Klasse ist und außerdem auch noch gegenüber wohnt. Er traut sich aber kaum, mit ihr zu sprechen, außerdem ist er überzeugt, erstmal irgendwelche Heldentaten vollbringen zu müssen, um ihrer würdig zu sein. Natürlich gehen alle Versuche in Sachen Heldentat auf die ein oder andere Weise schief. Aber irgendwie halt auch nicht. Und dann gibt es eine Parallelgeschichte mit Snoopy als tollkühnem Flieger auf seiner Hundehütte, der eine Prinzessin retten muss. Bzw. einen Roman drüber schreiben.
Ganz ehrlich: Diese Parallelgeschichte hätte ich nicht gebraucht. Sie besteht hauptsächlich aus rasanten Flugmanövern und dient vielleicht vor allem dazu, den ED-Effekt zu nutzen. Zu zeigen, was damit so geht. Und der 3D-Effekt ist das zweite, was ich an dem Film nicht gebraucht hätte, mir hätten zwei Dimensionen und eine Geschichte gereicht. Die allerdings – die Liebesgeschichte des Pechvogels Charlie Brown – ist wirklich ganz herzallerliebst und lustig und bezaubernd. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich an die übergroßen Köpfe (ja, auch im Verhältnis zum Comic) und die insgesamt etwas andere und arg bunte Optik zu gewöhnen. Aber dann: doch, doch. Das ist wirklich süß. Kann man gut machen.

Hallo, 2016!

Wow, 2016. Das Jahr, in dem mein erster eigener Roman erscheint. Und das war bisher schon so aufregend, dass ich jetzt wirklich mit den Hufen scharre. Am 18. Februar erscheint „Der Pfau“ bei KiWi, dem besten Verlag der Welt, und gleichzeitig als Hörbuch bei Argon, gelesen von the one and only Christoph Maria Herbst.

Noch sieben Wochen. *hibbel*

Bis Ende Januar muss ich dummerweise noch ziemlich viel übersetzen. Oder vielleicht eher „glücklicherweise“, denn sonst würde ich alles in Grund und Boden hibbeln. Aber es fühlt sich an, als müsste ich jetzt sozusagen noch den Rest aus dem letzten Jahr zu Ende erledigen, und dann, Mitte Februar, geht das los, was dieses Jahr hoffentlich ausmachen wird. Ich hoffe auf eine kleine Lesereise, auf Unterwegssein, auf Buchhandlungen und Kneipen und Messen und Veranstaltungen. Im Moment lässt es sich gut an, es gibt sogar schon erste Anfragen, aber ich bemühe mich, den Ball flach zu halten und nicht zu viel zu erwarten. Denn natürlich habe ich auch Angst vor Enttäuschung, ich habe mit meiner Hibbeligkeit hier im Blog und auf Facebook so viele angesteckt, dass ich jetzt fürchte, dass am Ende alle enttäuscht sind. Und dass ich selbst enttäuscht bin, wenn es dann nicht gut läuft, und dass der Verlag enttäuscht ist … Nu ja. So oder so, ich kann es jedenfalls kaum erwarten, dass das Buch endlich erscheint.

Im Mai erscheinen dann auch noch zwei weitere Bücher: Der zweite Band von Jane Gardam, der mir großen Spaß gemacht hat (im Moment sitze ich am dritten, der erscheint dann im Herbst), und die Anthologie Irgendwo ins grüne Meer, die ich zusammen mit Anne von Canal herausgebe, und für die die Crème der deutschen Literaturszene uns Geschichten über Inseln geschrieben hat. Mein erstes Mal als Herausgeberin! Und so tolle Geschichten von so tollen Leuten drin!

Im Frühjahr hätte ich auch den nächsten Roman von Jonathan Evison übersetzen sollen. Und wollen. Es hat mich einiges an Überwindung gekostet, das abzusagen. Aber wenn der Pfau auch nur halb so gut läuft wie erhofft, dann würde das nächste Jahr mit dieser Übersetzung schon wieder genauso anstrengend wie das letzte. Und das war ein bisschen zu viel. Nein, ich möchte im Frühjahr entspannt Zeit für Lesungen haben. Und wenn keine kommen, dann macht es nichts, dann lasse ich es mal etwas langsamer angehen, das ist gar keine blöde Vorstellung. Nachdem ich dann doch abgesagt hatte, war ich jedenfalls so erleichtert, dass das wohl richtig gewesen sein muss. Auch wenn es mir wirklich, wirklich leid tut um Evison, ich habe ihn sehr gerne übersetzt.
Im Herbst geht es dann auch gleich weiter mit einem dicken Erzählungsband von Jane Gardam, der vermutlich irgendwann im Frühjahr 2017 abgegeben werden soll. Und damit sind das erstmal genug berufliche Pläne für 2016.

Große Reisen sind noch nicht gebucht, aber sowas machen wir ja eh immer eher kurzfristig. Im März bin ich auf der Leipziger Buchmesse. Helgoland und Klagenfurt stehen wieder auf dem Programm, und ich würde gern irgendwann nach Schottland, um „unseren“ Schotten live zu erzählen, wie es mit dem Pfau gelaufen ist. Außerdem waren wir schon 2015 nicht dort, das kann ja auch nicht richtig sein.
Ich war 2015 öfter als sonst im Theater und im Kino, das möchte ich unbedingt beibehalten. Zu Weihnachten habe ich eine Thalia-Card bekommen, mit der man alle Eintrittskarten fürs Thalia-Theater zum halben Preis bekommt, das werde ich hoffentlich kräftig ausnutzen. Und mehr Filme gucken. Und endlich wieder mehr lesen, das ist im letzten Jahr eindeutig zu kurz gekommen, vor lauter Arbeit. Denn wenn ich bis halb zwölf an einer Übersetzung sitze, kann ich nicht ins Bett gehen und gleich das nächste Buch aufschlagen. Aber wenn ich 2016 hoffentlich öfter mit der Bahn unterwegs bin, dann komme ich hoffentlich wieder mehr zum Lesen.

Also: Komm rein, 2016, nimm dir ’n Keks. Kann losgehen, ich bin total gespannt.

Happy New Year!

Ein gutes neues Jahr Euch allen. Ein gesundes und glückliches. Seid nett zu einander. Seid nett zu allen. Passt auf Euch auf, aber nehmt euch selbst nicht zu wichtig. Seid neugierig. Seid mutig. Seid großzügig. Macht Sachen. Macht Unsinn. Denkt daran, dass die anderen auch alle ihre Kämpfe zu kämpfen oder ihr Päckchen zu tragen haben. Verzeiht. Lebt, lacht, liebt und küsst. Wear sunscreen.
Ich wünsche Euch ganz viele Tage, an denen Ihr einverstanden seid. Mit dem, was irgendwann sein kann, und allem, was war.

Tschüss, 2015

Du warst ein arbeitsreiches Jahr. Ich habe knapp zwei Bücher übersetzt, eins zu Ende geschrieben, also X mal überarbeitet und ergänzt, und eins herausgegeben (mit Anne von Canal). Ich habe zusammen mit Maximilian insgesamt achtzehn Was-machen-die-da-Interviews geführt und zu lesbaren Texten verarbeitet, davon sechs für die Zeitschrift Nido, also endlich mal bezahlt. Ich habe ein fünftägiges Seminar und einen halbtägigen Workshop geleitet, mehrere Vorträge gehalten und selbst ein Seminar für Seminarleiter besucht. Überhaupt war ich ganz schön viel unterwegs. Und ich habe festgestellt, dass es wohl Unsinn ist, wenn ich manchmal denke, ich kriege ich nichts auf die Reihe. Das stimmt nämlich gar nicht.
Seit 16 Jahren übersetze ich Bücher. Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal so richtig das Gefühl, dass meine Arbeit wahrgenommen wird, es gibt viel Lob für die Gardam-Übersetzung, und das tut mal richtig gut. Im Moment arbeite ich fast nur noch für KiWi und Hanser Berlin, und besser kann man es wohl kaum haben. Es macht mit beiden Verlagen großen Spaß, ich arbeite mit allen Beteiligten sehr gerne zusammen.
Das Aufregendste war natürlich Der Pfau. Und der hörte auch nicht auf, aufregend zu sein, auch als die eigentliche Schreib-Arbeit dann wirklich getan war und er in Satz und in Druck ging. Irgendwie passierte trotzdem immer noch was Neues, ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so dauerhaft auf Adrenalin gewesen wäre. Ein ganz großes Ding war natürlich die Meldung, dass Christoph Maria Herbst das Hörbuch lesen möchte – inzwischen hat er das tatsächlich getan, und ich habe es schon gehört und bin hingerissen, es ist wirklich großartig geworden.
Der andere große, aufregende Moment war der, in dem ich mein Buch zum ersten Mal in der Hand hatte. Ich habe mich noch nicht richtig getraut, darin zu lesen, aber es sieht unfassbar toll aus, und ich bin wirklich sehr glücklich damit, wie das bisher alles gelaufen ist. Wie es weitergeht, wird sich dann im nächsten Jahr weisen, wenn es erscheint.

Privat sind wir ebenfalls ein bisschen gereist. Im Januar waren wir für ein Wochenende in Wien, zusammen mit Falk und der schönen, klugen Frau. Kultur gucken und Mehlspeisen essen, hervorragendes Programm. Im März ein paar Tage auf Amrum, ich hatte ja keine Ahnung, wie schön es dort ist! Im April war für eine Woche meine Nichte hier, das habe ich sehr genossen. Im Mai war ich drei Tage auf Helgoland, um eine Inselgeschichte zu schreiben, was irgendwie nicht geklappt hat. Anfang Juli war ich wieder zum Bachmannwettbewerb in Klagenfurt, das war auch wieder sehr schön. So viele nette Leute, schönes Wetter, der Wörthersee. Für die Sommerferien waren wir lange unentschlossen und sind dann kurzfristig für ein paar Tage in der Normandie gelandet. Das war schön, aber wettermäßig wäre da noch was gegangen. Im Oktober war erst die Buchmesse, dann waren wir 10 Tage in Israel. Ich habe über fast nichts davon gebloggt, das ist wirklich blöd, denn eigentlich lese ich diese Sachen auch immer gern später noch mal nach. Ich kann mir ja mal wieder Besserung vornehmen. Seufz.
Auch nicht gebloggt habe ich darüber, dass ich im letzten Jahr mehrfach im Theater war. Dabei war es fast immer toll. Es war alles dabei, vom Kindermusical im Schmidt auf der Reeperbahn bis zum Wiener Burgtheater. Der Plan ist, das auch nächstes Jahr beizubehalten, ebenso wie gelegentliche Kinobesuche. Unsere Wohnzimmerlesungen hatten ein bisschen Pause, weil sich einfach wenig ergeben hat, aber zwei haben wir gemacht, und das war auch wieder sehr fein. Auch das soll nächstes Jahr weitergehen.
Es sind ein paar neue Menschen in mein Leben getreten, über die ich mich sehr freue, über Wasmachendieda, übers Internet oder sogar aus der Kohlenstoffwelt. Was für tolle Leute man da immer wieder kennenlernt! Und am allerliebsten habe ich es, wenn ich diese Leute miteinander verkuppeln kann, wenn ich sagen kann: Ich kenne da jemanden, der könnte das-und-das, ich geb dir mal die Mailadresse. Und wenn ich damit Leute glücklich machen kann.

Wir halten fest: es war ein rappelvolles Jahr. Ich habe viel gearbeitet, war viel unterwegs und bin tatsächlich ein wenig erschöpft. Erschöpft und sehr glücklich, denn es war alles tolle Arbeit, die ich gern gemacht habe und für die ich großartiges Feedback bekommen habe. Wenn es nervige Arbeit gewesen wäre, hätte ich sicher nicht so viel geschafft oder wäre jetzt nicht „ein wenig erschöpft“, sondern fix und fertig.
Sowieso bin ich ein Glückskind und habe ein schönes Leben. Danke, Leben.