Buy local: garment

    [Vor einem halben Jahr habe ich hier Annette Rufeger vorgestellt, jetzt sind die Kolleginnen von garment dran. Disclosure: Ich bekomme für diesen Eintrag etwas. Und wie bisher immer bei Blogwerbung war es meine Idee. Ich trage schon seit Jahren vorzugsweise garment-Kleider, tue das hier also aus reinster Überzeugung. Und außerdem, weil es in meine Reihe Besser ist das passt. Buy local.]

 
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Mode und ich, das war immer eine etwas distanzierte Beziehung. Ich war lange der Jeans-und-Pulli-Typ, habe nie etwas gewagt, wäre zwar gern cooler gewesen, aber irgendwie hat es nie geklappt. Ich habe nie kapiert, was genau die Coolen anders machen als ich. Ich sah langweilig und brav aus, nichts dran auszusetzen, aber eben öde. Ich erinnere mich noch genau, wann und wo ich das erste Mal Stiefel zum Rock getragen habe, da habe ich mich geradezu verrucht gefühlt. Heute frage ich mich, wie ich je etwas anderes tragen konnte als Rock und Stiefel, inzwischen wohne ich quasi darin. Eine Zeitlang habe ich mich beim Einkaufen immer mal gefragt „würde Gesine das tragen“, denn Gesine sieht immer sensationell aus. Toller Trick, hat manchmal geholfen.

2005 zogen wir nach Hamburg. Gerade mal nachgeguckt: im alten Blog steht am 24. April 2006 als kurze Notiz: Mein neuer Lieblingsladen wird mit sofortiger Wirkung garment in der Marktstraße. Da war ich zum ersten Mal zufällig in den Laden geraten und hatte vom ersten Blick an das Gefühl: das ist meins. So will ich aussehen, das möchte ich tragen, das ist genau meine Kleidung. Klassisch, schlicht, aber nie langweilig. Endlich.
Ein halbes Jahr später hörte ich auf zu rauchen und nahm in rasantem Tempo sieben Kilo zu. Ich habe quasi von heute auf morgen nur noch Röcke getragen, weil meine Hosen mir nicht mehr passten. Bei Röcken ist es egal, dann rutschen sie halt ein Stückchen weiter hoch. Die Röcke kamen von garment, fast alle. Ich bekam so viele Komplimente wie noch nie.

Kurz drauf ging dann auch der lustige Mann mit und kauft seither ebenfalls bei garment. Und ist ebenfalls so überzeugt von den Sachen, dass er jetzt nach geschlagenen neun Jahren is a blog zum ersten Mal hier auftaucht.

garment sind Ullinca Schröder und Kathrin Müller. Wir waren mit Ullinca und Maximilian in der Hafencity und haben Quatsch gemacht. Tadaaa!

AxelSchiff

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Was garment macht, hat eigentlich nicht viel mit Mode zu tun, sondern vielmehr mit Stil. Und der Stil ist extrem reduziert, die Schnitte sehr schlicht, meist schmal, ein bisschen Sixties, ein bisschen britisch. Und alles in hochwertigen, alltagstauglichen Materialien und in einer leider so unfassbar guten Verarbeitung, dass einfach nie irgendwas kaputtgeht. Man hat also selten Grund, etwas Neues zu kaufen, außer dass eben alles so schön ist. Die Kleider! Und die Jacken! Mit diesen Kapuzen! (Hier nicht im Bild, es war zu warm.) Und die Röcke sowieso, Röcke hat man ja eh nie genug. Und Hosen. Die meisten Hosen nähen sie unten erst um, wenn man sie kauft – ich verstehe nicht, warum das nicht alle so machen, es macht die Sache so viel einfacher. Und habe ich schon die Kleider erwähnt? Die KLEIDER!

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Für Herren ist es genauso: Hemden, Hosen, Jacken, Anzüge, Mäntel, alles super. Ich bin vor allem immer wieder verliebt in die Details. Die kontrastfarbig eingefassten Knopflöcher. In der verdeckten Knopfleiste. Die schrägen, quasi unsichtbaren Eingrifftaschen in den vorderen Kleidernähten. Die dezent versenkten Reißverschlüsse. Die Kragen. Hach.

Und das Beste ist, es ist genau das Gegenteil von fast fashion. Nichts wird unmodern, nichts geht kaputt. Man wirft nicht alle Naselang etwas weg. Die Stoffe kommen vor allem aus England und Italien, entworfen und zugeschnitten wird in Hamburg, genäht teils hier, teils in Polen. Die Sachen sind logischerweise nicht ganz billig, aber wirklich jeden Cent wert. Und ich freue mich außerdem, weil ich sogenanntes Shoppen nicht leiden kann. „Bummeln“ womöglich, von einem Laden in den nächsten, der Horror. Also gucke ich immer mal in die beiden Lieblingsläden, wenn ich gerade in der Nähe bin (oder wenn sie Schlussverkauf machen), dazu ein paar Basics vom Ökodealer, fertig. Das Leben kann so einfach sein. Ein-zwei echte Lieblingsläden, immer gut angezogen. Und ich muss nie wieder zu H+M oder P+C.

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2006 hat es angefangen und sich bis heute nicht geändert. garment macht immer noch haargenau die Kleidung, die ich tragen will. Und die der lustige Mann tragen will. Und in der ich plötzlich nicht mehr die Uncoole bin, sondern die, die gerne mal einen Hauch overdressed ist, und zwar aus Überzeugung. Die Komplimente bekommt, weil sie „immer so stylische Sachen“ hat. Ich! Das muss man sich mal vorstellen. Wir haben hier schon so einen running gag, wenn wir zu zweit vorm Kleiderschrank stehen und einer sagt: „Was soll ich denn anziehen?“, dann sagt der andere: „Was von garment“, und wir müssen lachen. Keine Sorge, in Wahrheit laufen wir natürlich nicht im Partnerlook herum.

AxelIsaBlumen

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garment-Kleider gibt es in Shops in Hamburg, München und Köln und im Onlineshop.

Alle Bilder: Maximilian Buddenbohm
Alle Kleidungsstücke: garment

Danke, Axel, Maximilian und garment! Das hat großen Spaß gemacht.

Was machen die da? Stevan Paul und Andrea Thode

Stevan Paul war einer der ersten Menschen, die ich im Internet kennenlernte. Und einer der ersten, die ich dann in Hamburg „in echt“ traf. Wir haben jahrelang zusammen Kaffee.Satz.Lesen organisiert (zu dritt mit Sven Heine), haben ziemlich genau gleichzeitig angefangen zu bloggen und haben schon sehr viel und sehr gut zusammen gegessen.
Essen ist auch sein Beruf, er hat Koch gelernt und arbeitet heute als Foodstylist und Autor. Er denkt sich – beispielsweise für Zeitschriften – Rezepte aus, bereitet sie zu, sorgt dafür, dass es hübsch aussieht, und Andrea Thode fotografiert das Ergebnis. Normalerweise machen sie das in der Redaktion, aber die zog just gerade um, sodass sie ausnahmsweise bei Stevan zu Hause arbeiteten, als wir zu Besuch kamen. Das Schönste war, dass wir die Sachen danach essen durften. Nein, halt, das Schönste war zu sehen, wie entspannt und professionell die beiden zusammen arbeiten. Bitte aufs Bild klicken:

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PS: Meistbenutztes Kochbuch in diesem Haushalt seit einem halben Jahr: Deutschland Vegetarisch von Stevan Paul.

Anderswo

Lange kein „Anderswo“ mehr gepostet. Man kommt ja zu nix, deswegen sind jetzt ein paar ältere Schätzchen dabei.

Zuerst aber das Aktuellste und Wichtigste: Juli Zeh hat mal wieder einen Brief an Frau Merkel geschrieben. Bitte dringend lesen, er ist sehr gut und wichtig.

Sehr sympathischer „Steuertrick“: Heini Staudinger wollte den bei ihm angestellen alleinerziehenden Müttern mehr Gehalt zahlen. Damit das auch bei ihnen ankommt, hat er sich etwas einfallen lassen.

Auch für Buchhandlungen sind es gerade keine sonderlichen guten Zeiten, aber man kann auch als auch als Buchhandlung einiges richtig machen. Wie zum Beispiel Ocelot in Berlin.

Apropos Bücher: ihr habt alle schon Saša Stanišićs „Vor dem Fest“ gelesen, ja? Gut. Ich bin immer noch nicht durch, weil ich gerade intensiv am Schreiben bin, da kann ich irgendwie nicht lesen. Aber dass es super ist, weiß ich trotzdem. Jedenfalls: es gibt ein Blog mit den Szenen, die es nicht ins Buch geschafft haben. Nicht, weil sie schwach wären oder so, ganz im Gegenteil. Bitte hier: Fürstenfelde. Die kurzen Szenen funktionieren auch als einzelne Miniaturen. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, wird hier sicher Lust darauf bekommen.

Macht ebenfalls Lust, auf Lesen und auf Essen: Fictitious Dishes. Fotos von literarischen Mahlzeiten.

In den USA wird über Triggerwarnungen auf Literatur diskutiert. Schwieriges Thema, ich habe keine Meinung dazu. Ich bin aber glücklicherweise auch nicht traumatisiert.

Dagegen eindeutig aus der Abteilung „alle bekloppt“: In Köln ist es jetzt verboten, schmutzige Häuser sauberzumachen.

Neues vom Urheberrecht: Was ist eigentlich, wenn jemand gar nicht selbst kreativ ist, sondern nur aufschreibt, was Jesus ihm diktiert? Hat schon jemand „alle bekloppt“ gesagt?