Anderswo: Das Feuilleton

Huch, da ist doch glatt schon wieder ein kleines Feuilleton zusammengekommen.

- Ekkehard Knörer erzählt vom Krie, wie das früher mit den Blogs war. Ganz früher. So vor 10-15 Jahren, als das mit den Blogs erst anfing, als man dieses neue Phänomen noch mit „Internettagebuch“ erklärte, als es eine Antville-Community gab, als ich auch anfing mit dem Bloggen. Ich habe die auch alle gelesen, die da erwähnt werden. Das ist ein nostalgischer Text, ich weiß nicht, ob Leute was damit anfangen können, die nicht dabei waren, ich jedenfalls werde mit nostalgisch.

-Johann Dehoust erkundet den Hamburger Hansaplatz.

- Rainer Moritz in der NZZ über die Bedeutungslosigkeit des Literaturkritikers. Ach Mensch, das arme Hascherl! Hihi.

- Christopher Schmidt, leitender Literaturredakteur der Süddeutschen, ist gestorben.

- Klaus Ungerer hat jede Menge Buchideen. Und eine tolle Agentin.

- Nicht schön: Bei Hugendubel (mindestens in in Ulm und Frankfurt) werden rechtspopulistische und verschwörungstheoretische Bücher prominent präsentiert und beworben. Die Kette beruft sich auf Meinungs- und Pressefreiheit. Werte, die mir heilig sind. Das bedeutet für mich dann allerdings, vorerst nicht in einem Laden einzukaufen, der (meiner Meinung nach) menschenverachtende, wahrheitsverzerrende Werke promotet.

- Jan Wagner war eine Woche im Iran und erzählt im Deutschlandfunk von seinen Begegnungen. (Dönchen am Rande: neulich kam ich ins Wohnzimmer, wo der lustige Mann fernsah. Sagt er: „Wollen wir nicht mal in den Iran fahren?“ Ich: „Hä?“ Er: „Da lief gerade eine Reportage über junge Künstler im Iran, das ist alles so großartig! An den Kunsthochschulen sind lauter junge, ganz tolle Frauen, die machen SO tolle Sachen! Eine Frau hat aus ihren eigenen Haaren und denen ihrer Mutter ein Kopftuch gewebt. Wie großartig ist das denn bitte? Ich glaube, die rocken das da, die jungen Frauen. So super. Mal ehrlich: Diese bärtigen, alten Männer, die sind doch ein Auslaufmodell.“)

- Kaffee ist fertig! Oder halt nicht. Beim Hanser-Verlag.

- Youtube-Fundstück, beziehungsweise Elbphilharmonie-dann-doch-keine-Tickets-mehr-bekommen-Fundstück: Das Herbert Pixner Projekt.

Anderswo: Das Feuilleton

– Die NZZ hatte ein ganzes Dossier über das Übersetzen. Mit Statements der Kollegen Gabriele Leupold, Ulrich Blumenbach und Burkhard Kröber.

- Kinderbuchautoren können von ihrer Arbeit nicht leben. Thomas Fuchs im Deutschlandradio Kultur. Ich finde es ja immer schade, wenn bei solchen Gelegenheiten gar nicht wirklich über Geld gesprochen wird – ich hätte immer gerne konkrete Zahlen, was bekommt man denn für welche Sorte Buch üblicherweise, und wie lange sitzt man dran?

- Frauen sind im Literaturbetrieb in der Überzahl. Allerdings sind die oberen Etagen immer noch meist mit Männern besetzt. Ein Gespräch mit Susanne Krones beim Deutschlandradio Kultur. (Irgendwann wird mal darüber gesprochen werden, wie Männer es eigentlich schaffen, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen. Aber offenbar nicht heute, nicht morgen und nicht übermorgen.)

- Eine Frau macht sich gerade selbst zur Chefin: Julia Eisele, mit der ich vor hundert Jahren mal zusammengearbeitet habe, als sie noch bei Goldmann war, gründet einen eigenen Verlag. Toi, toi, toi, Julia, ich drücke alle Daumen!

- David Hugendick (Die ZEIT) beim Openmike in einem Interview zur Literaturkritik und dazu, wie ein Buch ins Feuilleton kommt.

- Uwe Ebbinghaus im FAZ-Blog über die Songtexte von Sven Regener bzw. Element of Crime. Speziell Delmenhorst. Wenn wir zu den Schwiegereltern fahren, kommen wir zwangsläufig durch Delmenhorst, ich werde den Song dann immer für den Rest des Wochenendes nicht mehr los. Wie ich den Artikel finde, weiß ich noch nicht recht.

- Die Sterne werden 25. Hier ein schönes Gespräch mit Frank Spilker und Thomas Wenzel.
Sehr charmant auch das „Unboxing“-Video zum Jubiläumsalbum, für das jede Menge andere Musiker Sternesongs eingespielt haben. „Super schön!“

Simone Lia (Ingo Herzke): Marcus

Marcus ist ein Wurm. Seine Lieblingsfarbe ist braun, weil Matsch braun ist und er Matsch richtig, richtig, richtig gern mag. Durch einen ziemlich blöden Zufall landet Marcus auf dem Teller von Laurence. Laurence ist ein Huhn. Beziehungsweise Laurence sieht genau aus wie ein Huhn, aber eigentlich, tief innen drin, ist er ein Flamingo. Das glaubt ihm nur niemand. Jedenfalls sieht er also aus wie ein Huhn, und Marcus liegt auf seinem Teller und ist ein Wurm, was zweifellos eine ziemlich unschöne Situation ist. Er sagt schnell und vor Schreck ganz laut „ICH HEISSE MARCUS. MEINE LIEBLINGSFARBE IST BRAUN UND MEIN HOBBY LÖCHER IN DIE ERDE GRABEN“ und so weiter, und dann verwickelt er Laurence in ein Gespräch. Der erklärt ihm die Sache mit dem Flamingo, und dass er deswegen unbedingt nach Afrika möchte, zu den anderen Flamingos, aber den Weg nicht kennt. Marcus ist super im Wegefinden, oder behauptet das jedenfalls vorsichtshalber, also machen sie sich gemeinsam auf den Weg nach Afrika, zu den anderen Flamingos, und erleben dabei aufregende Abenteuer. Und das ist natürlich alles ganz zauberhaft und herzerwärmend und auch ganz schön spannend, sie begegnen nämlich auch ziemlich bösen Tieren und bringen ihnen das Beatboxen bei, um nicht beide zusammen im Eintopf zu landen. Hinterher haben natürlich alle etwas gelernt und etwas erlebt und ganz wunderbare neue Freundschaften geschlossen und neues Selbstbewusstsein gewonnen. Und ganz wundervoll illustriert ist es auch. Und jetzt alle: Hach! So schön.

Simone Lia (Ingo Herzke): Marcus. Königskinder, 15,99 €

Frisch gestrichen

Guckt mal, is a blog wurde renoviert! Ich finds hübsch. Bleibt sich treu, aber der Pfau ist nicht mehr so prominent. So hatte ich mir das gewünscht. Und die Reaktionen von Facebook und Twitter sollten jetzt auch hier landen, das müssen wir aber noch ausprobieren, ob es wirklich funktioniert. Kommt rein, nehmt Euch ’n Keks, und wenn es noch irgendwo zu sehr nach Farbe riecht oder etwas nicht funktioniert oder doof ist, sagt Bescheid. Sekt für alle! *pling*
Und ein lautes Danke an Sero und Christian, Ihr seid die besten!

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