Was machen die da? Heiko Wohlgemuth

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Diese Hand steckt regelmäßig in einem der Helden Eurer Kindheit (meiner nicht, wir hatten keinen Fernseher). Sie gehört Heiko Wohlgemuth, der ansonsten Schauspieler und Theaterautor ist. Am Samstag hatte sein neues Stück „Der kleine Störtebeker“ am Hamburger Schmidt-Theater Premiere, und ich bin sehr, sehr neidisch, dass die Buddenbohms ohne mich dort waren.
Wir haben Heiko am Freitag im Theater getroffen, am Tag vor der Premiere, und es überrascht mich nicht, dass die Buddenbohms so begeistert von dem Stück waren. Denn Begeisterung ist das, was Heiko sowieso versprüht, Spaß an dem, was er macht, die Ideen platzen ihm geradezu aus allen Poren. Es hat großen Spaß gemacht, ihn zu treffen, und ist hier nachzulesen.

Echte Übersetzungsprobleme

Es wurde mehrfach angemahnt, ich solle wieder öfter übers Übersetzen schreiben. Hier hab ich was:

After that, he would go to his father’s old Prep school and then his father’s old Public school.

Die „Prep school“ ist eine Privatschule. Sie bereitet auf den Besuch der sogenannten „Public school“ vor, was ebenfalls eine Privatschule ist. Aus beidem einfach „Privatschule“ zu machen, funktioniert in diesem Satz also nicht, das würde ja sinnlos.

Das Problem ist ein Grundsätzliches, das immer wieder auftaucht, wenn in verschiedenen Ländern Dinge unterschiedlich organisiert sind, wenn die Strukturen anders sind. Das gilt beispielsweise auch für Militär- oder Polizeiränge, man kann einen „Constable“ nicht wirklich mit „Wachtmeister“ übersetzen. Da sind wir es bei Übersetzungen aus dem Englischen inzwischen gewohnt, dass Dienstgrade auch im Deutschen Text auf Englisch stehenbleibem.
In diesem Fall hier kann ich „Prep school“ und „Public school“ aber nicht gut auf Englisch benutzen, denn bei „Public school“ denken die allermeisten Leser automatisch, es handle sich um eine öffentliche, also staatliche Schule. Aber das ist es eben nicht, es hört sich nur so an.

Ich bin jetzt auf „private Mittelschule“ und „private Oberschule“ ausgewichen. Das ist natürlich auch nicht ganz befriedigend, weil die Systeme in England und Deutschland eben unterschiedlich sind. Die „Prep school“ besucht man von ca. 8 bis 11 Jahren, das ist nicht ganz das, was bei uns die Mittelschule oder Mittelstufe ist. Aber eine bessere Lösung habe ich nicht.

Lesungen

Man munkelt, es gebe noch vereinzelt Menschen, die „Sachen machen“ nicht auswendig mitsprechen können. Deswegen lese ich noch zweimal daraus vor, aber das sind dann wirklich die beiden letzten Male. Also quasi letzte Chance!

Am Freitag, den 7. November lese ich zusammen mit Maximilian Buddenbohm, Patricia Cammarata und Johannes Korten bei der GLS-Bank in Bochum. Man darf sich sogar Beiträge wünschen. Das ist eine Bloglesung, vielleicht lese ich also was aus dem Blog und gar nicht aus Sachen machen. Die GLS bittet um Anmeldung. Beginn: 19:30, Eintritt frei.

Die Lesung ist abgesagt wegen des Lokführerstreiks. Sehr blöd, sehr schade, aber hey: Wir haben einen Ersatztermin! Und zwar am 6. Februar. Kann man sich schon gleich für anmelden!

***

Am Montag, dem 10. November lese ich wieder in Hamburg, und zwar im Büchereck Niendorf. Ich weiß gar nicht, wie mir diese zauberhafte Buchhandlung bis vor Kurzem entgehen konnte. Könnte natürlich daran liegen, dass ich noch nie in Niendorf war. Aber dann lernte ich die Buchhändlerin Christiane Hoffmeister kennen und war neulich zu einer Twitterer-Veranstaltung dort eingeladen und fand alles ganz wundervoll. Tolle Buchhandlung, das wird sicher auch ein schöner Abend. Also kommt alle! Es ist quasi die Finissage der Sachen-machen-Lesungen. Und es gibt Wein.

Büchereck Niendorf Nord
Nordalbinger Weg 15
22455 Hamburg
19.30 Uhr
Eintritt: 8,-€

Anderswo

- Suhrkamp darf jetzt eine Aktiengesellschaft werden. Ich habe es aufgegeben, mir da eine Meinung bilden zu wollen, bin aber beeindruckt, wie sie es immer noch schaffen, tolle Bücher zu machen.

- Die Wiener Zeitung über Katy Derbyshire. Und ich kenne sie! Wir sind sogar befreundet! I‘m so proud of you, fleischgewordene Schnittstelle! (Ihr kennt das bestimmt alle, aber hier noch mal der Link zu Katys Blog: Love German Books.)

- Corinne Pulver in der Welt über ihre Rolle als Geliebte von Siegfried Unseld und Martin Walser. Unangenehm, auf verschiedenen Ebenen.

- Der zauberhafte kleine Verlag Voland und Quist hat eine wundervolle neue App herausgebracht: A story a day liefert einem für 3,59 im Monat jeden Tag eine kleine Geschichte. Monatlich kündbar. Die App selbst und die ersten fünf Geschichten sind gratis.

- Julia Dombrowski gibt Geflüchteten Deutschunterricht. Was den Leuten oft fehlt, sind Wörterbücher. Gesucht werden Wörterbücher aus unterschiedlichsten Sprachen ins Deutsche, hier mehr dazu. Wer welche übrig hat, kann sie an Julia schicken. Wer keine übrig hat, kann natürlich auch in der Buchhandlung des Vertrauens welche kaufen und schicken.

- Apropos Flüchtlinge: Birte Vogel hat ein neues Blog aufgesetzt, auf dem sie Hilfprojekte und -intitiativen für Flüchtlinge sammelt: Wie kann ich helfen?

Frisch gestrichen!

Ein neuer Header, eine neue Schrift, eine neue Farbe dazu, die alte ein bisschen abgedunkelt, hier und da ein bisschen Staub gewischt, und schon ist mein Internetwohnzimmer frisch renoviert. Danke, serotonic, du bist die Beste, wie immer! Ich find’s superschön. Hach. (Und jetzt alle!)