Wiesenhof

„Also, Sie haben jeden Tag tote Tiere, ja?“
„Was soll denn die Frage, bitte schön?“
„Also, haben Sie oder nicht?“
„Jetzt kommen Sie mir nicht auf die Tour!“

Könnte von Loriot sein. Ist es aber nicht. Es stammt vielmehr aus der Reportage über den Geflügel-Großproduzenten Wiesenhof, die gestern Abend in der ARD lief. Man wird davon ausgehen können, dass die Zustände in anderen Großmastanlagen nicht anders sind, Wiesenhof hier also stellvertretend für die gesamte industrielle Fleischproduktion steht.
Wer es gestern verpasst hat, kann den Bericht hier in der Mediathek sehen. Grauenvolle Bilder, teilweise zu wenig erklärt, wie ich finde, aber seht es Euch trotzdem an. Und dann möchte ich den Satz „Aber 12,- € ist einfach zu viel für ein Huhn“ bitte nicht mehr hören.

NACHTRAG: Noch so ein Satz, mit dem ich in dem Zusammenhang immer Schwierigkeiten habe, ist: „Aber das weiß man doch längst.“ Na und? Du weißt das. Ich auch. Wer es wissen wollte, weiß es. Aber sehr, sehr viele Leute, inklusive ich selbst bis vor zwei Jahren, machen absichtlich die Augen zu, weil sie es nicht wissen wollen. Und irgendwann machen sie sie vielleicht mal auf. Dass etwas bekannt ist, bedeutet ja nicht, dass es jedem bewusst ist, und ist überhaupt kein Grund, mit dem Aufklären aufzuhören.

Sachen mitmachen

Am Donnerstag, den 15. September, von 19.30 bis 23.00 Uhr gehe ich ins Rabatzz (Achtung, Ton). Das ist Hamburgs großer Indoorspielplatz, dort ist immer am dritten Donnerstag im Monat Ü-18-Abend. Den ganzen Abend klettern, Trampolin springen, rutschen! Und endlich in die Hüpfburg! Das nehme ich dem Weltgeist nämlich wirklich ein bisschen übel, dass er die Hüpfburgen erst erfunden hat, als ich schon zu groß dafür war.
Jedenfalls: das macht bestimmt am meisten Spaß, wenn viele mitgehen. Der Eintritt kostet 5,50 € (Hochseilgarten noch mal extra), und ich freu mich sehr, wenn Ihr mitgeht. Boah, ich freu mich sowieso, das wird bestimmt ein großer Spaß. Freifallrutsche! Bällebad! Riesentrampolin! Diese Wackeldinger!
Wer geht mit?

Geschenk von den Buddenbohms, die auch mitgehen. Dollstes Vorfreudegeschenk des Jahres!

Best of Klappentext

„Seit ihrem ersten Erscheinen vor zehn Jahren sind die „Lieblosen Legenden“ fast schon legendär geworden – und vielleicht auch die Welt, auf die ihre Lieblosigkeit gemünzt war. Aber die Liebe wie ihr Gegenteil klammern sich an ihren Gegenstand: so halten Hildesheimers Geschichten das Bild einer Welt fest, die es noch verdient, mit dem verwunderten Blick des Kindes und zugleich mit dem bösen des Satirikers angesehen zu werden; sie errötet unter diesen Blicken, aber das steht ihr.“

Wolfgang Hildesheimer: Lieblose Legenden. Bibliothek Suhrkamp, 1962.

Zitiert

Gestern gab ich meinen Namen ins Suchfenster bei Amazon ein, das tue ich gelegentlich. Da erschienen erwartungsgemäß lauter von mir übersetzte Bücher, und dazu ein Buch, mit dem ich gar nichts zu tun habe, von dessen Existenz ich nicht mal ahnte, dessen Verfasser ich nicht kenne:
Organisiert. Termine, Kontake, Aufgaben immer und überall im Griff von Karsten Siemer und Manfred Schwarz.
Wenn man dort den „Blick ins Buch“ anklickt, bekommt man anscheinend per Zufallsgenerator ein paar Seiten des Buchs gezeigt, mit etwas Glück ist Seite 14 dabei. Auf Seite 14 findet sich ein Kapitel über David Allens „Getting things done“, und ganz unten ist ein blaues Zitat-Kästchen eingefügt, in dem steht: „Pläne funktionieren aber nur bei Leuten, bei denen Pläne funktionieren. (Isabel Bogdan)“

Das würde mir bestimmt schmeicheln, wenn der Satz denn wirklich von mir wäre. Tatsächlich ist er aber von Blue Sky (der jetzt Giardino heißt). Ich nehme fast an, dass ich ihn mal ohne Quellenangabe bei Twitter zitiert habe oder irgendsowas, und jetzt steht da ungefragt in einem wildfremden Buch, ich hätte das gesagt. Das ist mir irgendwie unangenehm. Tut mir sehr leid, Giardino, ich wollte mich sicher nicht mit Deinen Federn schmücken lassen!