Cornflakes

Neulich bekam ich schönes Kompliment von einer jungen Übersetzerkollegin, die meinte, sie hielte mich für eine tolle Übersetzerin, unter anderem deswegen, weil meine Sprache aktuell sei und nicht so verstaubt, und ich zum Beispiel bestimmt niemals nicht das unsägliche Wort „Frühstücksflocken“ in einer Übersetzung verwenden würde.
Da musste ich kurz die Luft anhalten und gestehen: natürlich benutze ich das Wort „Frühstücksflocken“. Wie soll man „Cereal“ denn sonst übersetzen? Müsli ist was anderes. Ich glaube, als wir Kinder waren, haben wir trotzdem für sämtliche Sorten Frühstücksflocken „Müsli“ gesagt, aber das macht man heute nicht mehr, heute ist Müsli Müsli.

Die junge Kollegin sagte, und berief sich dabei auf eine Umfrage im Studiengang „Literaturübersetzen“, man würde heute „Cornflakes“ sagen, egal, ob es sich um Cornflakes handle oder Rice Crispies oder was auch immer. Das Wort „Cornflakes“ bezeichne erstens Cornflakes und zweitens alle Sorten Frühstücksflocken.
Nu hab ich gerade mal wieder „Cereal“ da stehen und frage mich: „Cornflakes“, echt? Hat jemand eine Meinung? Mir kommt das komisch vor, aber ich lass mich ja auch gerne belehren.

„Wenn Du einkaufen gehst, bring noch ein paar Frühstücksflocken mit!“ Nee, wahrscheinlich wirklich nicht.

Saft

4 Zitronen
2 rosa Pampelmusen

auspressen. Das ergab bei mir heute 445 ml Saft. Den habe ich mit

200 gr Rohrohrzucker

aufgekocht und in eine Flasche gefüllt. Das ist alles. Und das ist unfassbar lecker. Erstmal gieße ich es mit Leitungswasser auf, weil gerade nix anderes da ist. Ich wette, mit eiskaltem Mineralwasser ist es noch erfrischender, und ich wette außerdem, dass es mit Weißwein oder Sekt ganz prima schmecken wird, und drittens wette ich, dass man es auch sehr gut mit heißem Wasser aufgießen kann. Viertens nehme ich an, dass es in Flaschen abgefüllt und dicht verschlossen eine Weile hält. Aber so‘n halber Liter Sirup geht hier bestimmt schnell weg, ich werde das also nicht ausprobieren, sondern in den nächsten Tagen wegtrinken. Hat insgesamt 10 Minuten gedauert. Nennt mich Küchengöttin.

NACHTRAG: Ein Drittel des Saftgewichts in Zucker reicht dicke.

Nochmal Fünf Bücher

Wie! süß! ist! das! denn! Da habe ich doch neulich fünf Lieblingsbücher zu Fünf Bücher beigesteuert, und nun liegt gestern das hier im Briefkasten. Ein Lesezeichen mit aufgeklebten Filz-Initialen. Handgebastelt. Auf der Rückseite das Fünf-Bücher-Logo, teils gestempelt, teils handgemalt mit Wachsmalstiften. Mit einem netten Dankeschön-Zettel dabei. Wenn ich nicht sowieso schon in das Projekt verliebt gewesen wäre, dann spätestens jetzt. Denn tatsächlich bin ich eine große Lesezeichenbenutzerin, bei mir werden keine Bücher auf die Nase gelegt und schon gar keine Eselsohren gemacht. Ich habe immer Lesezeichen, und das ist jetzt das erste wirklich persönliche. Mit meinen Initialen drauf. Dankeschön für das Dankeschön! Ich bin echt gerührt. Oder, etwas allgemeiner gesagt: Das Internet ist schön, weil Ihr schön seid. (Serotonic. Auch super. Auch aus dem Internet.)

Frank Schmeißer: Schurken überall!

Die streng geheimen, ultrawahren Aufzeichnungen des Superhelden „Das Gehirn“, alias Sebastian von Nervköter, und der unglaublichen Dreieinhalb

Die unglaublichen Dreieinhalb sind neben Sebastian von Nervköter auch noch Barbara Schwemme, genannt „Action-Bärbel“, weil sie so hibbelig ist und immer in Bewegung (was daran liegt, dass sie ihr Ritalin nicht nimmt), und Martin Koslowski, genannt „Das Chamäleon“, weil er so unauffällig, ja, geradezu unsichtbar ist. Der Halbe ist Martins imaginärer Freund Dieter, genannt „Der Hosenscheißer“, weil er noch mehr Angst vor allem hat als Martin. Da Sebastian und Action-Bärbel Dieter nicht sehen können, zählt er nur halb. Und das ist auch gut so, denn so gehen fast alle Abstimmungen im Superheldenteam zwei zu anderthalb aus. (Jaaa! Anderthalb! Hervorragend! Man könnte meinen, der Autor läse mein Blog. *hust*)
Eines Tages ist die supernette Klassenlehrerin der unglaublichen Dreieinhalb, Frau Daffodil, irgendwie nicht so fröhlich wie sonst. Die Dreieinhalb kriegen raus, dass aus ihrem Klassenzimmer bereits mehrfach Dinge gestohlen wurden: der Globus, das Lexikon, sowas. Und Frau Daffodil wird deswegen Ärger bekommen und womöglich ihren Job verlieren. Das wäre eine Katastrophe! Keine Frage, das ist ein Fall für die unglaublichen Dreieinhalb. Sie haben sofort die Schüler der Klasse 6b (b wie böse) in Verdacht, und ihren ebenso bösen Klassenlehrer Dr. Knarz gleich mit. Und dann passiert auch noch das, was Sebastian in dieser Situation am allerwenigsten gebrauchen kann: Tante Hella taucht auf. Oh weia. Tante Hella ist wirklich schlimm.
Und so müssen die unglaublichen Dreieinhalb bis zum finalen Showdown wirklich alle ihre Superheldenkräfte aufbringen und einige Rückschläge einstecken und ziemlich wilde Abenteuer überstehen. (Was möglicherweise auch daran liegt, dass ihre Pläne zum Teil ein klitzekleines Bisschen unausgegoren sind.) Bis dahin hat man sich jedenfalls prächtig amüsiert, und spannend ist es auch. Na gut: wenn man ungefähr 8-10 Jahre alt ist. Ich bin 43 und habe es trotzdem wirklich gerne und mit Vergnügen gelesen. Gott sei Dank! Denn ich fürchte mich ja immer ein bisschen, wenn mir jemand ein Buch schickt und hofft, dass ich drüber blogge. Weil, wenn ich es dann doof finde, dann ist das doof. Aber wenn es schön ist, umso schöner: Danke, Frank!
Wirklich wundervoll sind übrigens auch die Illustrationen von Jörg Mühle, über die habe ich sehr gelacht. Ich bestell gleich mal ein Exemplar für die Nichte, die neulich hier war und es angefangen hat und nicht mitnehmen durfte, weil ich selbst noch nicht durch war.

Frank Schmeißer (Jörg Mühle, Illustrationen): Schurken überall! Die streng geheimen, ultrawahren Aufzeichnungen des Superhelden „Das Gehirn“, alias Sebastian von Nervköter, und der unglaublichen Dreieinhalb. Ravensburger, 207 Seiten, 12,99 €