Sachen machen

Mittwoch! Kolumnentag! Schon wieder was mit Schiffen! Als Adelhaid und ich Ende September auf Helgoland waren, durften wir mit dem Seenotrettungskreuzer Hermann Marwede zurückfahren. Wie es war, kann man hier schon an meinem dümmlichen Grinsen sehen, für den ausführlicheren Bericht bitte das Bild anklicken.

Kürbis-Birnen-Risotto

1 Kürbis
2 Zwiebeln
1 Birne
250 gr Risottoreis
Weißwein
Brühe
Parmesan
Pfeffer
Salz

Kürbis für 10-15 Minuten bei 150°C in den Ofen legen. Dann kann man ihn hinterher leichter schneiden. Währenddessen die Zwiebeln in Ringe schneiden und in Olivenöl anbraten. Den Risottoreis dazugeben, bisschen mit anbraten. Mit Weißwein ablöschen.
Kürbis entkernen und kleinschneiden, zum Reis geben. Dann das übliche Risotto-Prozedere: Bisschen heiße Brühe dazugeben, rühren, mehr Brühe, mehr rühren, da capo al fine. Zwischendrin die kleingeschnittene Birne zugeben – je weicher sie ist, desto später. Wenn’s kleine Birnen sind, dürfen es auch zwei sein.
Am Ende geriebenen Parmesan unterrühren. Nachwürzen mit Pfeffer und Salz.

Das Rezept stammt im Wesentlichen hier her, da kommen noch Kürbiskerne und Kürbiskernöl rein. Schadet bestimmt auch nicht. Und sie macht ein bisschen mehr Zirkus mit den Zwiebeln, den hab ich mir gespart.

Post!

Mail von meinem Kollegen Ulrich Blumenbach. Ihr erinnert Euch? Übersetzer von David Foster Wallace. Er schreibt zum Betreff „Lass uns gehen“:

Nabend allerseits,
ich habe keinen Blog, wo ich den Schaum vor dem Mund zum Dokument eintrocknen könnte, also muss ich es in einer Rund-Mail machen, die Ihr alle gern sofort löschen könnt. Seit achtzehn Jahren versuche ich, mit meinen sprachbewussteren Kollegen und Kolleginnen gegen die Anglizismen anzugehen, die durch schlecht synchronisierte Fernsehserien aus Großbritannien und den USA für eine akzelerierende Neandertalisierung der deutschen Sprache sorgen. Eine durchaus verehrte Kollegin
[das bin ich, das bin ihich! IB] verteidigt diese grassierende Aufforderung als „Weihnachtsimperativ“ wegen jahrhundertealter Zeilen wie „Lasst uns froh und munter sein“ oder „Lasset uns nun gehen …“, aber ich alter Sturkopf beharre darauf, dass „Lass uns gehen“ für „Let’s go“ ein Anglizismus ist, den wir nicht brauchen, weil er keine Lücke in der deutschen Sprache füllt. Und was sehe ich heute im korrigierten Englischtest, den mir meine Tochter zur Unterschrift vorlegt? Die Lehrerin hat ihr einen Punkt abgezogen, weil sie „Let’s go“ mit „Gehen wir“ übersetzt hat. Meine Tochter wird dafür bestraft, gutes Deutsch zu schreiben! Vielleicht bin ich ja ein Reaktionär der Sorte, die Pfützen stehenlässt, weil sie noch von der Sintflut herrühren könnten, aber DAS ist für mich der Untergang des Abendlandes, ähm, des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Zunge, ach Scheiße, was weiß denn ich.

Ich seh das mit dem Weihnachtsimperativ und vielleicht überhaupt mit den Anglizismen ja ein bisschen entspannter, aber das ändert natürlich nichts dran, dass Ulrich zumindest in sofern recht hat, dass „Gehen wir“ eine völlig in-Ordnunge Übersetzung ist, vielleicht sogar schöner als „Lass uns gehen“. Dass nun aber Ulrich Blumenbachs Tochter mehr vom Übersetzen verstanden hat als ihre Lehrerin, das wundert mich nicht wirklich.