Madeira

Blumen

Man nennt Madeira auch Blumeninsel. Einen Hortensienflash, ich? Ach was. Sie waren überwältigend, diese Hortensien überall, zig Meter lange, zwei Meter hohe, üppig blühende Hortensienhecken, überall, wundervoll. Die Strelizien waren eigentlich schon verblüht, es gab nur noch ein paar halbherzig blühende Reste. Und Bananen sind keine Blumen, okay, aber irgendwie gehören sie rein, weil überall kleine Plantagen sind. Weiß jemand, wie die Blumen auf dem fünften Bild heißen? Die waren auch überall.
(Bei meinen Eltern im Vorgarten und auch in der Nachbarschaft wurden verblühte Hortensiendolden geklaut; jemand hat ihnen später erzählt, man könne die kiffen oder so. Echt? Nie gehört.)

Madeira

Autofahren
„Ihr müsst Euch einen Mietwagen nehmen“, sagten alle, und weil alle immer recht haben, nahmen wir uns also einen Mietwagen. Und siehe, es war gut. Allerdings: puh. Madeira ist eine felsige Insel mit unfassbar hohen Klippen, es geht eigentlich permanent bergauf oder bergab, und zwar aberhallo. Supersteile Haarnadelkurven, dauernd am Berg anfahren, und zwar mit Steigungen, von denen ich wirklich nicht sicher gewesen wäre, dass ein normales Auto sie überhaupt schafft. Ich kann Autofahren sowieso nicht leiden und muss es deshalb meistens nicht tun, und mit einem Mietwagen schon gar nicht. Und der lustige Mann hat das hier alles sehr cool gemacht, aber uiuiui. Ich freue mich dann auch wieder auf ebene Straßen und handhabbare Steigungen.
Die gute Nachricht ist: die Portugiesen, oder vielleicht speziell die Madeiraner, sind total entspannt. Bei allem, scheint’s, und so auch beim Autofahren. Sie fahren die Berge schneller hinunter als die Touristen, weil sie es gewohnt sind, aber sie drängeln nicht, hupen nicht, gestikulieren nicht – wenn irgendwas ist, dann warten sie einfach. Und wenn sie selbst einfach mal stehenbleiben wollen, um ein Schwätzchen mit jemandem am Straßenrand zu halten, dann wartet man eben dahinter, bis sie fertig sind. Total entspannt. Solange man keine Visionen von versagenden Bremsen hat.
Auch nett: es sind fast nur winzig kleine Autos unterwegs. Die großen können auch einen Teil der Straßen wahrscheinlich gar nicht befahren, weil zu eng, oder zumindest zu enge Kurven. Wobei, die Busse schaffen auch Erstaunliches.

Baden
Die Felsigkeit der Insel bedeutet außerdem: Für einen Strandurlaub eignet Madeira sich eher nicht, denn es gibt ungefähr gar keinen Strand. Ein paar kleine Kiesstrände, für die man dicke Liegeunterlagen und richtige Badeschuhe braucht, sonst macht es wirklich keinen Spaß. Und noch weniger, noch kleinere Sandstrände mit schwarzem Sand, die man erst mal finden muss (wir haben genau einen gefunden, an dem es so windig ist, dass man gesandstrahlt wird). Und dann gibt es einen aufgeschütteten Strand mit 40.000 Kubikmetern Wüstensand hinter Beton-Wellenbrechern. Man staunt, wie wenig 40.000 Kubikmeter sind.
Alles andere sind Klippen. Baden ist nicht unmöglich, aber wer Strand möchte, soll lieber woanders hinfahren.
Das Wasser allerdings ist unglaublich großartig, knapp über 20°C und kristallklar, wo auch immer wir gebadet haben. Davon kann ich gar nicht genug bekommen, Baden im Meer ist so wahnsinnig toll. Und so ein Schwimmbad mit herrlich glatten Betonflächen ist auch eine feine Sache.

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