Wolf Erlbruch: Frau Meier, die Amsel

Frau Meier macht sich Sorgen. Ob sie vielleicht zu wenig Rosinen in den Kuchen getan hat, oder dass ein Bus vor ihrem Haus im Schnee ausrutschen und verunglücken könnte, und ob sie dann genug Kuchen hat für die Ausflügler, die in dem umgekippten Bus saßen. Oder ob die Sonne morgen wieder aufgeht, und wenn nicht, ob ihre Radieschen dann noch wachsen.
Herr Meier macht sich keine Sorgen. Er kocht ihr einen Pfefferminztee und geht ansonsten meist gerade einem seiner zahllosen Hobbys nach. Auf den Bildern allerdings sieht man auch, dass er seine Frau trägt.
Eines Tages findet Frau Meier eine kleine Amsel, die aus dem Nest gefallen ist. Sie päppelt sie hoch, baut ihr ein Nest und füttert sie. Herr Meier sagt „Tu, was Du nicht lassen kannst“. Als das Amselkind groß genug ist, findet Frau Meier, dass es fliegen lernen muss. Aber wie soll man ihm das beibringen? Den Rest verrate ich nicht.

Genau, Wolf Erlbruch ist der mit Ente, Tod und Tulpe und Die große Frage, die ihr hoffentlich alle kennt. Die liebe ich beide so sehr, dass ich in alles reingucke, was von Wolf Erlbruch illustriert ist.
„Reingucken“ heißt dann meistens, und so auch hier: komplett lesen, das ist ein Buch für 10 Minuten. Und dann habe ich es sofort erstens verschenkt und zweitens auf meinen Wunschzettel gesetzt, weil: wunderschönes Buch. Schöne Geschichte, wundervoll illustriert, wie immer. Was fürs Herz und zum Hinter-die-Löffel-Schreiben. Und übrigens kann man nicht nur von Wolf Erlbruch ziemlich unbesehen alles kaufen, sondern überhaupt alles aus dem Peter Hammer-Verlag, scheint mir. Die machen offenbar nur tolle Sachen. Oder jedenfalls sehr viele.

Vielen Dank für dieses Geschenk, Maximilian! Ich freu mich mächtig.

Wolf Erlbruch: Frau Meier, die Amsel. Peter Hammer-Verlag. Gibt es in zwei verschiedenen Größen, das Große ist ca. 28,5 x 25 cm groß und kostet 13,90 €, das kleine ist … ähm, kleiner halt und kostet 8,90 €.

Geht das wieder los.

Also waren wir ein paar Tage in Manchester, einfach so, weil Herbstferien waren und es günstige Direktflüge von Hamburg nach Manchester gab und der Mann da schon immer mal hin wollte. Darüber wäre dann vielleicht noch zu bloggen. Gelesen habe ich dort Ankes Deern, darüber müsste ich dann wohl auch was schreiben. (Kurzfassung: gutes Buch, logisch. Lesen.) Außerdem habe ich dort zwei „Sachen“ gemacht. Sonntag sind wir zurückgekommen, Montag habe ich über die eine Sache geschrieben, Dienstag wollte ich die andere schreiben, habe aber ü-ber-haupt nichts auf die Reihe bekommen. Passiert ja auch mal.
War aber schlecht, denn Mittwoch bin ich auf die Buchmesse gefahren. Worüber ich natürlich auch noch bloggen könnte, wenn ich könnte. Heute bin ich wiedergekommen. Im Zug auf der Hin- und Rückfahrt habe ich immerhin einen Teil der Fahne gelesen, die spätestens am Dienstag im Verlag sein muss. Morgen habe ich schon wieder einen Sachenmachentermin, der wahrscheinlich einen Großteil des Tages beanspruchen wird, das heißt, heute Abend und den kleinen Rest des morgigen Tages und vielleicht noch einen Schnipsel Montag muss ich mit der Fahne verbringen, um dann sofortamente die zwei noch ungeschrieben „Sachen“ zu schreiben, denn ich habe ja bekanntermaßen so ein schlechtes Gedächtnis, dass sowas sofort gemacht werden muss, sonst habe ich ratzfatz alles vergessen. Dienstag habe ich aber auch nur so halb Zeit, denn da mache ich schon wieder die nächste Sache. Nebenbei muss ich übrigens auch noch am 1. Dezember eine Romanübersetzung abgeben und dann halt am 1. Januar das Sachenmachenbuch, deswegen mache ich ja dauernd Sachen und komme zu sonst nix. Wisster Bescheid.
Das soll auch gar kein Gejammer sein, wird schon alles hinhauen, wie immer, ich muss halt nur jetzt verschärft ran. Kann also sein, dass es hier in den nächsten Tagen oder Wochen keine längeren Texte gibt.

Being German

1. Wir gehen durch Manchester. Ein Mann kommt uns entgegen, sieht uns kurz an, reißt den Arm hoch, brüllt „Sieg Heil!“ und marschiert an uns vorbei.
2. Tischnachbar in der Kneipe (strahlt): „From Germany! Oh! Thank you! Thank you and all the other German taxpayers for bailing us all out of the Euro crisis!“