Herz verloren

Das ist meine Lieblingskette.

Ein Herz und ein Hirn, an einer kleinen Kette durch einen Ring gezogen; sie halten einander die Waage, aber das Herz ist eine Winzigkeit schwerer. Es hat mehr Gewicht. Meine Freundin Katy hatte diese Kette und zeigte sie mir, sie sei von einem kleinen Designer bei ihr um die Ecke in Berlin. Ich war sofort schockverliebt und fragte nach dem Preis, und dann fand ich, dass ich doch nicht so dringend eine Kette brauche. Aber tatsächlich ging sie mir nicht aus dem Kopf, und als vor zwei Jahren der Pfau plötzlich steilging, dachte ich: Jetzt. Jetzt kaufst du dir die Kette.

Sie wurde sofort zum Lieblingsstück, ich habe sie dauernd getragen und sie allen gezeigt. Herz und Hirn. Das Herz ein bisschen schwerer. Und jetzt habe ich mein Herz verloren. Also, zum Glück nicht verloren, es ist noch da, aber es hat sich vom Hirn getrennt. Das passt auch irgendwie, mein neuer Roman hat mit Herzbruch zu tun. („Mein neuer Roman“ sage ich, als gäbe es schon einen.)

Jedenfalls: Das geht so nicht, Herz und Hirn müssen im Gleichgewicht sein, neuer Roman hin oder her. Schmuck zum Juwelier bringen, um ihn reparieren zu lassen – ist das dieses „erwachsen“? Kann jemand einen Goldschmied in Hamburg empfehlen? Oder kann jemand löten?

Buy local: garment

    [Vor einem halben Jahr habe ich hier Annette Rufeger vorgestellt, jetzt sind die Kolleginnen von garment dran. Disclosure: Ich bekomme für diesen Eintrag etwas. Und wie bisher immer bei Blogwerbung war es meine Idee. Ich trage schon seit Jahren vorzugsweise garment-Kleider, tue das hier also aus reinster Überzeugung. Und außerdem, weil es in meine Reihe Besser ist das passt. Buy local.]

 
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Mode und ich, das war immer eine etwas distanzierte Beziehung. Ich war lange der Jeans-und-Pulli-Typ, habe nie etwas gewagt, wäre zwar gern cooler gewesen, aber irgendwie hat es nie geklappt. Ich habe nie kapiert, was genau die Coolen anders machen als ich. Ich sah langweilig und brav aus, nichts dran auszusetzen, aber eben öde. Ich erinnere mich noch genau, wann und wo ich das erste Mal Stiefel zum Rock getragen habe, da habe ich mich geradezu verrucht gefühlt. Heute frage ich mich, wie ich je etwas anderes tragen konnte als Rock und Stiefel, inzwischen wohne ich quasi darin. Eine Zeitlang habe ich mich beim Einkaufen immer mal gefragt „würde Gesine das tragen“, denn Gesine sieht immer sensationell aus. Toller Trick, hat manchmal geholfen.

2005 zogen wir nach Hamburg. Gerade mal nachgeguckt: im alten Blog steht am 24. April 2006 als kurze Notiz: Mein neuer Lieblingsladen wird mit sofortiger Wirkung garment in der Marktstraße. Da war ich zum ersten Mal zufällig in den Laden geraten und hatte vom ersten Blick an das Gefühl: das ist meins. So will ich aussehen, das möchte ich tragen, das ist genau meine Kleidung. Klassisch, schlicht, aber nie langweilig. Endlich.
Ein halbes Jahr später hörte ich auf zu rauchen und nahm in rasantem Tempo sieben Kilo zu. Ich habe quasi von heute auf morgen nur noch Röcke getragen, weil meine Hosen mir nicht mehr passten. Bei Röcken ist es egal, dann rutschen sie halt ein Stückchen weiter hoch. Die Röcke kamen von garment, fast alle. Ich bekam so viele Komplimente wie noch nie.

Kurz drauf ging dann auch der lustige Mann mit und kauft seither ebenfalls bei garment. Und ist ebenfalls so überzeugt von den Sachen, dass er jetzt nach geschlagenen neun Jahren is a blog zum ersten Mal hier auftaucht.

garment sind Ullinca Schröder und Kathrin Müller. Wir waren mit Ullinca und Maximilian in der Hafencity und haben Quatsch gemacht. Tadaaa!

AxelSchiff

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Was garment macht, hat eigentlich nicht viel mit Mode zu tun, sondern vielmehr mit Stil. Und der Stil ist extrem reduziert, die Schnitte sehr schlicht, meist schmal, ein bisschen Sixties, ein bisschen britisch. Und alles in hochwertigen, alltagstauglichen Materialien und in einer leider so unfassbar guten Verarbeitung, dass einfach nie irgendwas kaputtgeht. Man hat also selten Grund, etwas Neues zu kaufen, außer dass eben alles so schön ist. Die Kleider! Und die Jacken! Mit diesen Kapuzen! (Hier nicht im Bild, es war zu warm.) Und die Röcke sowieso, Röcke hat man ja eh nie genug. Und Hosen. Die meisten Hosen nähen sie unten erst um, wenn man sie kauft – ich verstehe nicht, warum das nicht alle so machen, es macht die Sache so viel einfacher. Und habe ich schon die Kleider erwähnt? Die KLEIDER!

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Für Herren ist es genauso: Hemden, Hosen, Jacken, Anzüge, Mäntel, alles super. Ich bin vor allem immer wieder verliebt in die Details. Die kontrastfarbig eingefassten Knopflöcher. In der verdeckten Knopfleiste. Die schrägen, quasi unsichtbaren Eingrifftaschen in den vorderen Kleidernähten. Die dezent versenkten Reißverschlüsse. Die Kragen. Hach.

Und das Beste ist, es ist genau das Gegenteil von fast fashion. Nichts wird unmodern, nichts geht kaputt. Man wirft nicht alle Naselang etwas weg. Die Stoffe kommen vor allem aus England und Italien, entworfen und zugeschnitten wird in Hamburg, genäht teils hier, teils in Polen. Die Sachen sind logischerweise nicht ganz billig, aber wirklich jeden Cent wert. Und ich freue mich außerdem, weil ich sogenanntes Shoppen nicht leiden kann. „Bummeln“ womöglich, von einem Laden in den nächsten, der Horror. Also gucke ich immer mal in die beiden Lieblingsläden, wenn ich gerade in der Nähe bin (oder wenn sie Schlussverkauf machen), dazu ein paar Basics vom Ökodealer, fertig. Das Leben kann so einfach sein. Ein-zwei echte Lieblingsläden, immer gut angezogen. Und ich muss nie wieder zu H+M oder P+C.

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2006 hat es angefangen und sich bis heute nicht geändert. garment macht immer noch haargenau die Kleidung, die ich tragen will. Und die der lustige Mann tragen will. Und in der ich plötzlich nicht mehr die Uncoole bin, sondern die, die gerne mal einen Hauch overdressed ist, und zwar aus Überzeugung. Die Komplimente bekommt, weil sie „immer so stylische Sachen“ hat. Ich! Das muss man sich mal vorstellen. Wir haben hier schon so einen running gag, wenn wir zu zweit vorm Kleiderschrank stehen und einer sagt: „Was soll ich denn anziehen?“, dann sagt der andere: „Was von garment“, und wir müssen lachen. Keine Sorge, in Wahrheit laufen wir natürlich nicht im Partnerlook herum.

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garment-Kleider gibt es in Shops in Hamburg, München und Köln und im Onlineshop.

Alle Bilder: Maximilian Buddenbohm
Alle Kleidungsstücke: garment

Danke, Axel, Maximilian und garment! Das hat großen Spaß gemacht.

Lesebändchen

Lesebaendchen2Lesebändchen sind die Guten. Jedes anständige Buch sollte eins haben, das predige ich ungefähr seit der Erfindung des Buchdrucks. Aber auf mich hört ja keiner, erschütternd viele Bücher haben keins, man muss irgendwelche Lesezeichen nehmen, schlimmstenfalls Postkarten oder Tempotücher oder Kassenbons oder Schmierzettel, das ist doch entwürdigend für so ein Buch. Nein, ein schönes Hardcover mit einem schönen Schutzumschlag braucht ein Lesebändchen, da führt doch eigentlich kein Weg dran vorbei. Vor einem halben Jahr habe ich irgendwo unter ferner liefen schon einmal die lose zu kaufenden und selbst einzuklebenden Lesebändchen verlinkt; da hatte ich sie gerade erst entdeckt (ich glaube, durch einen Tweet von Anke Gröner) und mir sofort welche bestellt, sie aber noch nicht ausprobiert. Aber jetzt! Seitdem sind hier nämlich immer Lesebändchen vorrätig, für mich und zum Verschenken. Wenn ich ein neues Buch habe, ein schönes, gebundenes, von dem abzusehen ist, dass ich es mögen werde, freue ich mich, ein passendes Lesebändchen dazu auszusuchen und es einzukleben. Funktioniert super, geht ganz einfach, und wenn man nicht gerade dran zerrt, hält es auch wunderbar. Das mit dem Zerren habe ich nicht ausprobiert. Soll heißen: Praxistest bestanden, super Sache. Und nun geht hin und macht den Versender reich, er hat es verdient. Die Bändchen gibt es in unterschiedlichen farblichen Sortierungen zu jeweils fünf Stück à 4,95 €, oder man nimmt gleich fünf dieser Fünferpacks, dann wird es ein bisschen günstiger. (Dies ist kein gesponsertes Posting.)

NACHTRAG: Herr Schneider, der Fuchs, hat natürlich gleich welche selbst gebastelt und logischerweise viel schönere Bilder gemacht als ich.

Signierte Bücher. Und Werbung.

Jetzt mal ganz objektiv und sachlich: ich habe hier, passend zum Sachenmachenbuch, die zauberhaftesten und hübschesten Lesezeichen seit Erfindung des Lesezeichens. Man kann nämlich ein Rhönrad daraus basteln, und der Knaller ist: es rollt! Ganz richtig und echt!

Die würde ich gern in Buchhandlungen auslegen; meine Lieblingsvorstellung ist, dass ein kleiner Stapel Lesezeichen an der Kasse liegt, und ein fertiggebasteltes daneben, damit die Kunden gleich sehen, wie es gedacht ist. (Und dann vor lauter Begeisterung das Buch kaufen, logisch.) Wer also eine Lieblingsbuchhandlung hat, die gern ein paar Lesezeichen auslegen würde, oder wer selbst Buchhändler ist oder in einem Literaturhaus arbeitet oder sonst plausible Stellen hat, wo er das auslegen kann: bitte eine Mail an ibogdan at gmx punkt de mit der Adresse, dann schicke ich Euch welche.

Lesezeichen

Gestaltung: Kathleen Bernsdorf. Die Wunderbare.

Bitte habt Verständnis, dass ich keine einzelnen Lesezeichen verschicken kann.
Man kann aber signierte Bücher bei mir direkt bestellen, dann gibt’s ein Lesezeichen dazu. Auch für Buchbestellungen bitte ich um eine Mail; darin schreibt mir bitte, ob und ggf. mit welchem Text Ihr es signiert haben möchtet („Für Tante Erna mit dicken Küssen von Kalli-Heinzi und herzlichen Grüßen von Isa Bogdan“). Ich maile Euch dann meine Kontonummer, auf die Ihr bitte 10,- € überweist (8,99 für das Buch, 1,01 für Porto und Verpackung). Sobald das Geld da ist, schicke ich das Buch.

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