*seufz*

Ja, früher™ habe ich mal gebloggt. Manchmal täglich, manchmal alle paar Tage. Das war schön. Fand ich.
Irgendwie kriege ich es gerade nicht auf die Reihe. Kleine Ideen werden auf Facebook verballert, für größere habe ich das Gefühl, keine Zeit zu haben. Immer wieder nehme ich mir vor, dass es doch gehen muss, das bisschen Bloggen kann doch nicht so schwer sein, du meine Güte, ich mache das seit zehn Jahren, ich weiß doch, wie es geht.
Im Moment ist viel Kleinkram. Neben der *eigentlichen* Arbeit (die da gerade ist: den Pfau überarbeiten) kommt zusätzliche Arbeit für wasmachendieda auf uns zu, ich gebe eine Anthologie mit 15 Beiträgen heraus, und ich bereite ein 5-tägiges Seminar vor (26 Bewerbungen auf 12 Plätze), das alles zusammen fühlt sich an wie einen Sack Flöhe hüten. Ein Autor braucht Bedenkzeit, eine springt ab, eine Seminarbewerberin kann doch nicht, wir müssen einen Nachrücker aussuchen, die Termine funktionieren nicht, weil [noch geheim], ich muss zur Physiotherapie, ein Anthologieautor hatte schon abgesagt, will jetzt aber doch, einer hält den Abgabetermin nicht ein, die nächste Seminarbewerberin fragt, ob sie den Text nochmal nachbessern darf, ich habe eine Woche Nichtenbesuch, was natürlich super ist; dazu hier Termine, dort Rücksprache halten, da organisieren, jenes verschieben, und die Mail an Dings muss ja auch noch, und habe ich jetzt eigentlich X gefragt, ob Y, und Z Bescheid gesagt, dass *blubb*?
Lauter tolle Projekte, aber nebenbei noch Bloggen kriege ich irgendwie nicht recht auf die Reihe. Morgen fahre ich nach Berlin zu einem Seminar für Seminarleiter, dann bin ich also auch schon wieder unterwegs. Aber Ihr sollt wenigstens ein bisschen Pausenmusik haben! Ansonsten gelobe ich mal wieder Besserung, das kennt Ihr ja schon.

Liebes Tagebuch,

mimimimi! Das war’s dann mit der lockeren Jahresplanung. „Locker“ heißt in dem Fall, dass ich neulich ins Blog schrieb: „Der Ausblick auf 2015 macht mich ein bisschen schwindelig, das Jahr ist nämlich quasi schon durchgeplant.“
Allerdings war es so durchgeplant, dass ich bis zu den Sommerferien ordentlich zu tun habe, und dann wollte ich in den Sommerferien Sommerferien haben, danach den zweiten Band der Trilogie übersetzen, vielleicht so ab Mitte August, September, Oktober, November, schön entspannt. Und dann vor Weihnachten ein bisschen Ruhe, es ein bisschen langsamer gehen lassen, nett Weihnachtsgeschenke einkaufen und mich mit Freunden zum Glühwein treffen, statt, wie sonst immer, eine Buchabgabe vor Weihnachten zu haben und zu gar nichts zu kommen. Das war der Plan, ich hatte fest vor, sowohl Sommerferien als auch eine Vorweihnachtszeit zu haben.

Tja.

Dann kam ein Anruf aus dem Verlag, sie fänden den ersten Band der Trilogie alle so super, dass sie die Bände zwei und drei jetzt doch nicht im Jahresrhythmus veröffentlichen wollen, sondern alle halbe Jahr einen. Was bedeutet, ich muss dieses Jahr nicht noch einen Band übersetzen, sondern beide. Das ging einher mit einem dicken Lob für die Übersetzung des ersten Bandes, das mich wahnsinnig freut. Und „muss“ ist natürlich auch übertrieben, sie haben gefragt, ob ich das hinkriege. Hey, es ist Hanser Berlin, es ist Jane Gardam, sie wollen was draus machen, der Vertrieb liebt es, ich auch. Da sage ich natürlich nicht „Och nee, lasst ma, ich will im Dezember Glühwein trinken.“ Sondern, „Ja, kriege ich hin.“
Es ändert nichts dran, dass bis zum Sommer gar nichts geht. Und dann also: Arbeit mit in die Sommerferien nehmen und dann durcharbeiten bis Mitte Januar. Sechseinhalb Monate für 600 Seiten, klar geht das, aber dann ist nicht viel Entspannung zwischendrin. Dafür die Buchmesse. Und vermutlich kommt ja auch noch das ein oder andere dazwischen. Kleinere Arbeiten, das Leben, sowas halt.
Also Abgabe im Januar, und im Februar 2016 erscheint dann mein eigener Roman. Ich hoffe natürlich auf eine kleine Lesereise. Vielleicht könnte man noch irgendwo ein-zwei Monate einschieben? Vielleicht einen zwischen August und September, und dann nochmal einen zwischen Januar und Februar, damit ich dann wieder halbwegs frisch bin?

Neue Jahreslosung also: Nichts mehr annehmen, nichts mehr aufhalsen, zu nichts mehr überreden lassen, nicht noch mehr machen.
Ich fahre nicht zur Mitgliederversammlung des VdÜ in Freiburg. Ich fahre nicht auf die Leipziger Buchmesse. Wir machen in den Märzferien keine kleine Städtereise, sondern vielleicht ein paar Tage an der Ostsee. Vielleicht Wellness oder Ferienhaus mit W-LAN (und Arbeit). Ich fahre durchaus zur Übersetzertagung nach Wolfenbüttel, weil ich einen Workshop zugesagt habe. Alle weiteren Anfragen, die womöglich noch kommen, werde ich absagen. Also, fast alle. Je nachdem. Logisch.
Es gibt keine Tirili-Lesung, und wir organisieren keine Bloggerreise. Das kann auch alles mal jemand anders machen, aber wenn ich das sage, werde ich nur groß angeguckt.
Wasmachendieda geht natürlich weiter, das finden wir selbst immer noch super. Morgen!

Nächste Woche geht’s los mit dem Pfau-Lektorat. Sehr aufregend! Ich freu mich!

*krempelt die Ärmel hoch*

Liebes Tagebuch,

ich komme wieder nicht voran, ich schaffe zu wenig, ich bin schlecht gelaunt, und warum bin ich eigentlich dauernd so müde? Nur weil Winter ist?
Was habe ich denn seit Weihnachten gemacht? Wie lange ist Weihnachten eigentlich schon her, oh, das sind ja nur 14 Tage. Was ich in der Zeit gemacht habe:
- Magen-Darm-Infekt überstanden
- Im Kindertheater gewesen
- Silvester bei Freunden gefeiert
- Party für 50 Leute geschmissen
- Auf einer Demo gewesen
- Ein Was-machen-die-da-Interview abgetippt und überarbeitet
- Ein weiteres Was-machen-die-da-Interview geführt
- Fast 120 Seiten übersetzt
- X beschissene Nachrichten aus aller Welt ertragen

Ähm, Frau Bogdan: „Ich schaff nichts“ ist möglicherweise eine Winzigkeit … sagen wir: unrealistisch. Verzerrte Wahrnehmung. Echtjetzma. Und müdesein ist in Ordnung.
Morgen übersetze ich die letzten Seiten, dann habe ich noch die Woche zum Überarbeiten, Freitag gebe ich ab. Freitag Nachmittag das nächste Interview für Was-machen-die-da. Oh, und Bloggeburtstag ist am Freitag auch! Der Zehnte! Unfassbar! Was mach ich denn, was mach ich denn? Zur Feier des Tages? Für nächsten Samstag ist dann jedenfalls ein gepflegter kleiner Zusammenbruch geplant. Jippie!
Und im Übrigen möchte ich jetzt für den Rest des Jahres nur noch gute Nachrichten hören. Wenn der zuständige Weltgeist sich da bitte drum kümmern könnte, es reicht jetzt mit den schlimmen Ereignissen. Liebe Menschen: Seid friedlich.

Hallo, 2015

Der Ausblick auf 2015 macht mich ein bisschen schwindelig, das Jahr ist nämlich quasi schon durchgeplant. Hui!
Mitte Januar gebe ich die Übersetzung ab, an der ich gerade sitze. Und weil die ganz schön arbeitsintensiv ist, werde ich dann erstmal für den Rest des Monats nichts machen, ist der Plan, darauf freue ich mich schon, zehn Tage Pause.
Und dann fahren wir für ein Wochenende nach Wien, zusammen mit Falk und seiner Frau, das wird sicher schön. Wir gehen ins Theater, fünf Stunden Hans Henny Jahnn an der Burg. Ich bin sehr gespannt.
Danach wird es spannend, dann fange ich nämlich endlich an, mit meinem Lektor zusammen den Pfau zu bearbeiten. Darauf freue ich mich sehr und habe auch ein bisschen Angst, denn es soll natürlich gut werden, und ich fürchte, dass es schlecht ist (seit Juni nicht mehr reingeguckt). Aber vor allem freue ich mich, mit einem Profi daran zu arbeiten, der weiß, was er tut. Im Gegensatz zu mir. Sehr aufregend, das wird toll. Und soll im Mai fertig sein.
Oh, und im Frühjahr erscheinen zwei von mir übersetzte Bücher, die ich beide sehr geliebt habe: Jonathan Evisons Umweg nach Hause, das müsst Ihr bitte unbedingt alle lesen, und Jasper Ffordes Letzte Drachentöterin – endlich! After all these years! (Lange Geschichte: es war erst bei Eichborn, dann war Eichborn pleite, und so zog es sich hin. Jetzt gehört Eichborn zu Lübbe und die Drachentöterin erscheint bei Lübbe „one“.)
Im Mai gebe ich wieder ein fünftägiges Seminar, das gut vorbereitet sein will, und im Juni einen dreistündigen Workshop. Außerdem gibt es noch eine Premiere: Ich gebe eine Anthologie heraus, zusammen mit Anne von Canal. Jippie! Mehr verrate ich jetzt noch nicht. Sie erscheint im Frühjahr 2016, und so werde ich den Frühsommer damit verbringen, die entsprechenden Geschichten zu lektorieren. (Liebe befreundete Autoren, die ich nicht gefragt habe, ob ihr mitmacht: Es tut mir leid! Alle gehen nicht. Und wir sind schon voll.)
Und dann sind auch schon Sommerferien. Wir haben noch keine Pläne, wie immer. Ich staune ja immer über die Leute, die ihre Urlaube ein Jahr im Voraus buchen; wir haben uns noch nicht mal ein Ziel überlegt. Aber ich plane, keine Arbeit mitzunehmen. Schaumermal.
Nach den Sommerferien übersetze ich dann den zweiten Band der Trilogie, an deren erstem ich gerade sitze, und damit ist das Jahr arbeitsmäßig auch schon ziemlich verplant. Fast fürchte ich, dass noch etwas Interessantes kommt und ich absagen muss. Was für herrliche Luxussorgen! Im Oktober ist Buchmesse, und danach geht ja meistens alles ganz schnell und zack! ist schon wieder ein Jahr rum. 2016 beginnt dann damit, dass der Pfau endlich erscheint, das wird also noch aufregender.
Außerdem würden wir „Was machen die da“ in diesem Jahr gern irgendwo unterbringen. Bei einem Magazin. Oder einen finanzkräftigen Sponsor fürs Blog finden. Oder irgendeine andere Lösung, wie ein bisschen Geld reinkommen kann. Und dann am liebsten ein Buch draus machen. Man wird ja träumen dürfen!
Und zu guter Letzt ist noch ein weiteres kleines Bogdan-Buddenbohm-Projekt in Arbeit, das erzählen wir dann aber erst irgendwann im Herbst. Jippie!
Ich freue mich sehr, dass so unterschiedliche Dinge anliegen. Jahrelang habe ich mehr oder weniger leise vor mich hin ein Buch nach dem anderen übersetzt, das war auch wunderbar, aber jetzt freue ich mich, dass es so viel bunter geworden ist. Übersetzen, schreiben, herausgeben, Seminare, „Projekte“, das finde ich super.

Komm rein, 2015, mach’s Dir gemütlich, nimm Dir ’n Keks. Ich muss nur noch kurz das Buch fertigübersetzen, dann habe ich Zeit für dich. Das wird schön!

Vorsätze: mehr bloggen, mehr fernsehen, mehr lesen, weniger arbeiten. Euch allen wünsche ich ein ausgefülltes, aber nicht zu stressiges Jahr, Liebe, Gesundheit, Glück und Gemüse. Dance!

„Dance? Did you say: Dance? Come on, my boy!“

Tschüss, 2014

2014 war von zwei großen Projekten geprägt, dem Pfau und „Was machen die da?“.
Aber am Anfang des Jahres ging es erstmal noch um meinen Fuß, den ich mir Ende 2013 hatte operieren lassen. To cut a long story short: Ich kann längst wieder laufen und steppen und alles, aber es ist immer noch nicht gut. Den großen Zeh kann ich nur nach oben bewegen, aber nicht nach unten, und der vierte Zeh, der ein Hammerzeh war, was behoben werden sollte, hammert immer noch und nervt. Sehr. Sollte jemand die ultimative Orthopädin, Krankengymnastin, Osteopathin oder Wunderheilerin in Hamburg kennen, immer gern her damit.
Im Februar schrieb ich, der Plan sei, den Pfau bis zur Buchmesse in Leipzig fertigzuhaben. Hatte ich natürlich nicht. Auf der Buchmesse war ich trotzdem, und der Pfau war Ende Mai fertig. Oder jedenfalls fertig genug, um ihn meiner Agentin zu schicken.
Mitten drin, am 1. April, ist außerdem Was machen die da? online gegangen. Es kam von Anfang an sehr gut an, wurde viel verlinkt, und wir haben einen Haufen Komplimente bekommen. Außerdem macht es uns auch selbst nach wie vor großen Spaß, Leute auszufragen, es kommt immer irgendwas Überraschendes, und es ist immer interessant.
Ende April waren wir eine Woche auf Eiderstedt, wo ich langsam auch wieder angefangen habe zu übersetzen, parallel zum Pfauschreiben. Ansonsten war das eine tiefenentspannte Woche, weil das Ferienhäuschen so schnuckelig war und das Wetter so schön und das Meer so blau. Und geritten bin ich auch noch.
Meine Agentin hatte natürlich noch Anmerkungen zum Pfau, ich bearbeitete ihn also im Juni noch mal, und Anfang Juli haben wir ihn an die ersten Verlage geschickt. Und ich war in Klagenfurt – eigentlich, um Karen Köhler das Händchen zu halten, die dann aber wegen blöder Windpocken zu Hause bleiben musste. Klagenfurt war das nächste Highlight des Jahres, das war sehr, sehr schön, da möchte ich gern wieder hin. Dummerweise ist es quasi immer an meinem Geburtstag.
Kaum aus Klagenfurt zurück, fuhren wir nach Schottland in die Sommerferien, wo ich allerdings nicht nur Ferien hatte, sondern außerdem eilig Nick Hornby übersetzte. Auch das ein Highlight, das hat großen Spaß gemacht. Gleichzeitig war ich hibbelig wie noch nie und fuhr zweimal am Tag rüber in die Jugendherberge, wo es Internet gibt, um zu checken, ob es Rückmeldung zum Pfau gibt. Gelegentlich meldete sich ein Verlag und sagte ab, allesamt sehr nett und positiv, aber eben Absagen. Die alle nicht so superschlimm waren, weil der Wunsch- und Lieblingsverlag sich immer noch nicht gemeldet hatte, der ließ mich zappeln, und ich war den Sommer über mit dem Versuch beschäftigt, mir das aus dem Kopf zu schlagen. Bis es dann doch klappte und der Pfau nun im Frühjahr 2016 bei KiWi erscheint. Das waren aufregende Zeiten, und so richtig fasse ich es immer noch nicht. Jedenfalls führte es dazu, dass ich den ganzen Herbst über auf so rosaglitzernden Endorphinwölkchen gewandelt bin, ganz besonders auf der Buchmesse, wo sich nämlich herausstellte, dass der netteste Verlag der Welt wirklich der netteste Verlag der Welt ist.
Nach der Buchmesse waren wir dann noch spontan eine Woche auf Menorca, noch einmal Sonne tanken, bevor der Winter kommt, was hervorragend geklappt hat, und danach habe ich mich in die Arbeit an dem Buch gestürzt, an dem ich jetzt immer noch sitze.

Und dann gab es dieses Jahr noch eine Neuerung, wir haben nämlich Wohnzimmerlesungen veranstaltet. Wir dachten schon lange, dass das doch eine schöne Sache wäre, und jetzt haben sich quasi von ganz allein fünf Lesungen in einem Jahr ergeben. Angefangen hat es mit Nunu Kaller, die Lesung fiel quasi vom Himmel, und es folgten Karen Köhler, Ulrike Schimming, Anne von Canal und Dorian Steinhoff. Danke Euch, ihr wart allesamt großartig! Im Moment ist nichts Neues geplant, aber da kommt bestimmt wieder was. Ich kann es zur Nachahmung übrigens sehr empfehlen. Wir machen das so: Kein großer Aufwand für uns. Wir kaufen Bier, Wasser, Salzstangen und Erdnüsse und laden unsere Freunde ein. Die Gäste bringen Wein mit und wenn sie sonst was knabbern wollen („ich hab hier noch eine halbe Torte, soll ich die mitbringen?“). Am Ende geben wir einen Hut rum, damit die Autorin wenigstens ein bisschen Honorar kriegen kann. (Es waren trotzdem immer Freundschaftsdienste, es kommt kein „normales“ Lesungshonorar dabei herum.) Ich liebe diese Abende sehr. Sehr, sehr. Bude voll, alle pünktlich, eine Stunde Lesung, dann weitertrinken und Schwätzchen, alle happy. Wundervoll.

Ich bin ein Glückskind, das Leben ist gut zu mir. Danke, Leben.