Und gleich noch eins!

Weil es gestern so schön war, habe ich hier gleich noch einen flotten Vierzeiler.

I‘d like to be a langur
sitting by a stupa
eating chips and bang-ur
wouldn’t it be supa?

Freundlicherweise reimt sich das auf, äh, „Deutsch“ alles genauso. Languren sind Schlankaffen, und das Wort „Schlankaffe“ kannte ich bisher auch nicht. Ein Stupa ist ein buddhistisches Bauwerk, wir befinden uns übrigens kurz mal in Bhutan. Bang-ur klingt wie ein Gericht, ich habe aber nichts gefunden. Nur einen Stadtteil von Kalkutta. Jedenfalls ist die Übersetzung erstmal nicht schwierig, fand ich, aber vielleicht wollt Ihr ja noch mitspielen.

Ich wär so gern ein Langur
Neben einem Stupa
Äße Chips und Bang-ur,
wäre das nicht supa?

Ein Gedicht, ein Gedicht!

Endlich wieder was zum Mitdichten!

If I were a cassowary
On the plains of Timbuctoo,
I would eat a missionary,
Blood and bones and hymn-book too.

Ein cassowary ist ein Kasuar, ein anscheinend gefräßiger, flugunfähiger Laufvogel, der vor allem in Neuguinea vorkommt. Was nicht direkt neben Timbuktu liegt, aber hey. Das Gedicht kursiert in England offenbar in verschiedenen Varianten seit Anfang des 19. Jahrhunderts, mehr dazu hier, wenn es Euch interessiert. Und es wird in meiner aktuellen Übersetzung zitiert.

Wäre ich ein Kasuar
irgendwo in Afrikar
fräß ich einen Missionar
mit Liederbuch Gesangbuch, Haut und Haar.

Äh, ja. Und jetzt Ihr. Timbuktu muss nicht, der Bezug zum Missionar schon. Also Gesangbuch, Gebetbuch, Bibel, irgendsowas.

Ein Gedicht, ein Gedicht!

Hallo Schatz
wie geht es dir heute
mein Name ist Geschenk,
um mir eine Freude zu kontaktieren
Sie bitte ich werde wie Sie,
um mich zurück in meine E-Mail
zu schreiben,
so dass ich Ihnen mehr über mich
selbst erklären,
für Sie zu wissen,
wem ich bin,
ich hoffe auf Ihre Antwort
erhalten

Das ist vielleicht die poetischste Mail, die ich je erhielt. Danke, Rabia.
Man möchte glatt ein Glanzbild drunterkleben.

Lyrikpostkarte

Ich bin natürlich nicht die einzige, die sich gerade um Lyrik bemüht – Anne Schüssler hat nämlich etwas ganz Tolles angefangen, sie bedichtet Postkarten. Das heißt, sie schreibt Gedichte über das, was vorne drauf ist, und verschickt die Karten dann. Die erste ging an Kiki, und die zweite habe ich bekommen! Hurra! Vielen Dank, Anne!
Vorne drauf ist, sehr schön passend zum lyrischen Thema der letzten Tage, Köhlers Schwein von Michael Sowa. Und gedichtet hat Anne natürlich Limericks, das wäre ja quasi gar nicht anders gegangen. Gleich drei Stück!

sowaschwein

I
Ein sportliches Ferkel aus Bergheim,
das wollte viel lieber ein Fisch sein.
Drum sprang es ins Wasser
doch wurd es nur nasser
und metamorphierte zum Schwimmschwein.

II
Eine ehrgeiz‘ge Sau aus Neuwilen,
der die Wettbewerbsregeln missfielen,
trainierte doch heiter,
schwamm schneller und weiter,
und träumt nachts von olympischen Spielen.

III
Ein Altbademeister aus Lahr,
der wusste nicht, wie ihm geschah,
als vom Einmeterbrett
sehr grazil und adrett
ein Schwein in den See sprang, echt wahr!

(Es spräche vermutlich rein gar nichts dagegen, wenn auch da noch jemand mitspielen wöllte. Wo ihr gerade so schön in Schwung seid und ich arbeiten muss.)

Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herrn

Ein Blogkommentator aus Hessen
wollt Anstand und Sitte vergessen,
die schmutzige Dichtung
war eher seine Richtung,
da warn Blogs wohl die rechten Adressen.

Gebt’s zu, Ihr anderen habt nur drauf gewartet, dass irgendwer es als erster sagt. Also dann: die Schweinkram-Limerick-Challenge. Dann legt mal los.

Zur Erinnerung: NicWest hat mal aufgeschrieben, wie ein Limerick geht. Reimschema aabba, drei Hebungen in den Zeilen 1, 2 und 5, und nur zwei Hebungen in den Zeilen 3 und 4. Alles klar?