Meike Winnemuth: Das große Los. Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr.

WinnemuthLosMeike Winnemuth muss ich nicht mehr vorstellen, oder? Ich hatte ihr Blog Vor mir die Welt damals mehrfach verlinkt, und wer das verpasst hat, dem sagt der Untertitel des Buches jetzt, worum es geht: Meike hat bei Günther Jauch eine halbe Million Euro gewonnen und ist davon auf Weltreise gegangen. (Beziehungsweise halt irgendwie auch nicht davon.)
Losgeflogen ist sie am 1. Januar 2011 nach Sydney, und hat dann ein Jahr lang jeweils einen Monat in einer anderen Stadt gelebt: Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba und Havanna. Unglaublich unterschiedliche Städte mit ebenso unterschiedlichen Wirkungen auf Meike. Große Krise in Mumbai. Große Entspannung in Hawaii (es heißt nämlich „in Hawaii“, habe ich in dem Buch gelernt). Großes Zuhausegefühl in San Francisco. Schwer Einzuordnendes in Israel. Überwältigung in Äthiopien. Das alles war im Blog schon wirklich spannend zu lesen, und jetzt geballt als Buch ist es nochmal genauso interessant, selbst wenn man schon dem Blog gefolgt ist; das Buch ist ein Destillat aus kleinen und großen Geschichten und kleinen und großen Erkenntnissen über das Leben, das Reisen und die Welt. Und nicht zuletzt Selbsterkenntnissen. Und wahnsinnig rührenden Momenten. Ehrlich, ich habe ein paar Tränchen verdrückt. (Was ich zugegebenermaßen ziemlich schnell tue.)

Warum sie diese Reise „irgendwie auch nicht“ von Günther Jauchs Geld gemacht hat? Das war ihre überraschendste Erkenntnis: sie hätte das viele Geld gar nicht gebraucht. Sie hat, schreibt sie am Ende, in diesem Jahr insgesamt 40.000 € verbraucht. Inklusive aller Flüge und Mieten und so weiter, und sie hat nicht schlecht gelebt. Als Journalistin konnte sie unterwegs weiterarbeiten, sodass sie dieses Jahr tatsächlich auch ohne RTL hätte machen können. Wobei das Geld einem natürlich auch eine gewisse Sicherheit gibt, überhaupt erst loszufahren. Trotzdem, die größte Erkenntnis der Reise ist: Man kann unglaublich viel machen, wenn man nur will. Und es einfach macht.
Und das gilt bei weitem nicht nur für die finanzielle Seite. Lest das Buch und dann macht Sachen! Reisen oder irgendetwas anderes, was Ihr immer schon mal tun wolltet. Was Meike als nächstes vorhat, ist nochmal das gleiche in ganz anders: nachdem sie sich die Welt angeguckt hat, will sie sich 2014 Deutschland angucken. 12 deutsche Kleinstädte in zwölf Monaten. Ich bin gespannt.

Meike Winnemuth: Das große Los. Knaus, 19,99 €
Als E-Book nur 15,99 €, aber das würde ich nicht empfehlen, denn es sind Bilder drin. Bunte!

Elisabeth Rank: Bist du noch wach?

RankWachLisa Rank schreibt schon wieder über Abschied. In ihrem ersten Roman, Und im Zweifel für dich selbst, ging es um einen plötzlichen Abschied, um den überraschenden Tod eines jungen Mannes und wie seine Freundin und deren beste Freundin damit umgehen – nämlich indem sie einfach erstmal losfahren, wegfahren, irgendwohin. Reden, weinen, nicht reden, verzweifeln.
Diesmal geht es um schleichende, langsame Abschiede. Protagonistin Rea ist eine moderne Großstädterin, Ende zwanzig, sie arbeitet in einer Werbeagentur, geht auf hippe Partys und in hippe Clubs und hat hippe Freunde, unter anderem ihre beiden Mitbewohner Konrad und Pelle. Konrad ist außerdem ihr bester Freund – und entfernt sich gerade von ihr. Oder sie sich von ihm? Jedenfalls leben sie sich auseinander, Rea merkt, dass er innerlich weiter und weiter weg ist, und kann nichts dagegen tun. Konrad, darf man annehmen, geht es damit auch nicht gut – wenn auch vielleicht etwas besser, denn er hat eine neue Freundin – und man fragt sich, wo eigentlich die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe verläuft, ob das immer so klar ist. Rea jedenfalls hat, als diese innige Freundschaft zu Ende geht und ihr entgleitet, einen ebensolchen Kater wie nach einer zu Ende gegangenen Liebe.
Außerdem liegt auch noch ihr Vater im Sterben, zu dem sie ein deutlich herzlicheres Verhältnis hat als zu ihrer Mutter. Und sie entdeckt ein Familiengeheimnis, über das sie mit niemandem sprechen kann. Denn Konrad ist nicht da, und wenn, dann höchstens körperlich anwesend. Oder, wie es im Klappentext heißt: „Mit wem soll man darüber reden, dass es niemanden mehr gibt, mit dem man über alles reden kann?“ Der Vater nicht, Konrad nicht, nur die beste Freundin ist noch da. Immerhin.
Was für ein trauriges Buch. Trotz lustiger Momente. Zwar bekommt Rea nach aller emotionalen Gelähmtheit am Ende doch noch die Kurve, sie rafft sich auf und fängt ein neues Leben an, aber dennoch: da ist kein „allem Anfang wohnt ein Zauber inne“, sondern vor allem das schmerzhafte, langsame Akzeptieren, dass Dinge zu Ende gehen. Puh. Keine Riesenstory, keine Explosion, aber viele kluge Sätze, viele Perlen, die bestimmt irgendjemand anderes irgendwo zitiert hat (Anke z.B.) – ich schreibe dies in Schottland und habe das Buch nicht dabei, deswegen müsst Ihr es jetzt selbst lesen, um die schönsten Zitate zu finden. Was ich sowieso für eine gute Idee halte.

Elisabeth Rank: Bist Du noch wach? Berlin Verlag, 256 Seiten, 17,99 €.
Als E-Book 13,99 €.

Und hier ist Lisas Blog.

Erlend Loe (Hinrich Schmidt-Henkel): Jens. Ein Mann will nach unten.

loe - ein mann will nach unten.inddFvonk ist ziemlich am Ende. Seine Freundin ist weg, das Verhältnis zu seiner Tochter nicht gerade innig, und seine Arbeit hat er auch verloren, wegen der Unkultur. Und dann verfolgen ihn auch noch die Schwangeren.
Eines Tages kommt eine mysteriöse Frau und mietet die beiden möblierten Zimmer in seinem Untergeschoss an. Stellt sich raus: der da einzieht, ist niemand Geringeres als Jens Stoltenberg, der norwegische Premierminister. Er braucht zwischendurch mal Zeit für sich, zum Abschalten und Runterkommen, er ist nämlich ganz schön ausgebrannt. Anders gesagt: fast genauso am Ende wie Fvonk, nur dass er nach außen hin noch funktioniert und weiterregiert.
Die beiden Männer freunden sich an, reden über alles mögliche, vor allem schüttet Jens Fvonk das Herz aus, sie unternehmen zusammen Skitouren, fahren zum Einkaufen nach Schweden, geben sich ihren respektiven Depressionen oder Psychosen hin und werden nach und nach etwas gesunder oder kranker, je nachdem. Und brechen einem zwischendurch das Herz. Zum Beispiel, weil der eine nie allein ist, und der andere immer:

Ich bin ja nie allein. Das ist wahrscheinlich der Kern des Problems. Viele, viele Jahre lang bin ich nie allein gewesen, dabei ist es wichtig, allein zu sein, sagt die Regierungsärztin, sehr wichtig, irgendwas passiert mit dem Gehirn, wenn man nie allein ist und nie mal gar nichts tut, ich weiß nicht mehr, was sie genau sagte, aber es war etwas mit dem Gehirnstoffwechsel, der gerät aus dem Gleichgewicht, und das ist nicht gut.
Nein, das ist sicher nicht gut.
Wie ist das bei dir, schaffst du es, dir etwas Zeit zum Alleinsein freizuschaufeln?
Ja.
Magst du es?
Nein, sagte Fvonk, alles andere als das.

Was mit dem lustigsten Titel der Saison anfängt und dann lange zwischen Tragik und skurriler Komik changiert, wird im Laufe des Lesens dann doch eindeutig traurig. Herrje, man möchte die beiden am liebsten einfach mal in den Arm nehmen. Ein Buch über Männerfreundschaft und Einsamkeit. Und auf jeden Fall eine Leseempfehlung! Auch wenn es einen am Ende nicht gerade glücklich macht.

(Auch super: Naiv. Super.)

Erlend Loe (Hinrich Schmidt-Henkel): Jens. Ein Mann will nach unten. KiWi Taschenbuch, 8,99 €. Auch als E-Book.

Blogger schenken Lesefreude

blogger_logoHeute ist Welttag des Buches! Aus diesem Anlass haben sich zwei Bloggerinnen, Dagmar Eckhardt und Christina Mettge die Aktion Blogger schenken Lesefreude ausgedacht. Man hätte sich da anmelden sollen, das habe ich natürlich verpasst, deswegen hänge ich mich spontan einfach so hinten dran und verlose einige von mir übersetzte Bücher. Dummerweise ist es natürlich so, dass ich die Belegexemplare der Bücher, die ich am allerliebsten mochte, immer gleich verschenke, sodass meine Lieblingstitel jetzt nicht mehr dabei sind (Memo an mich: unbedingt noch mal einen Stapel „Tiere essen“ bestellen!). Aber schöne Bücher sind es trotzdem. Here goes:

BardeyKerzenCatherine Bardey: Kerzen und Potpourris (Hardcover)
Das ist das zweite Buch, das ich je übersetzt habe. (Das erste hieß Gärten auf kleinstem Raum. Ideen für die Fensterbank, Balkon, Hof und Hauseingang.) Kerzen und Potpourris sind nicht meine Welt, Basteln und Dekokram sind nicht meine Welt, aber das Buch ist tatsächlich ganz hübsch. Ich habe keine Ahnung, wie die Übersetzung ist, mag auch nicht mehr reingucken. Hihi.
 
 
 
 
 
 
SeboldMondesAlice Sebold: Das Gesicht des Mondes (Hardcover)
Klappentext: „Mutter. Tochter. Mord.
Noch nie hat jemand so schonungslos authentisch über eine Mutter-Tochter-Beziehung geschrieben.
Helen Knightly hat ihre 88-jährige Mutter Clair mit einem Handtuch erstickt. Fast unbewusst wirkt dieser Mord und doch wie die Erfüllung eines lebenslang unterdrückten Wunsches. Es ist die Tat einer Frau, die seit ihrer Kindheit in Hassliebe an ihre Mutter gefesselt ist, zerrissen von widersprüchlichen Gefühlen, aber auch überfordert von der psychischen Erkrankung ihrer Mutter. Denn trotz ihrer Dominanz ist Clair stets auf die Unterstützung ihres Mannes und ihrer Tochter angewiesen, und beide tragen schwer an der Last dieser Verantwortung. Helens Vater zerbricht schließlich daran, und nun hat auch Helen das Band zu ihrer Mutter endgültig zerrissen. Doch ihre vermeintliche Freiheit fordert von Helen auf ganz neue Weise, Verantwortung für sich und ihr Leben zu übernehmen.
In Rückblenden und in der Schilderung der 24 Stunden nach der Tat geht Alice Sebolds neuer Bestseller der Beziehung zwischen Müttern und Töchtern nach, der Bedeutung von Abhängigkeit und Freiheit und dem schmalen Grat zwischen Liebe und Hass.“
Ehrlich gesagt: Nicht gerade mein Liebling unter meinen Übersetzungen, aber vielleicht tue ich dem Buch da fürchterlich Unrecht.

LichtensteinSeitensprungOlivia Lichtenstein: Seitensprung rückwärts (Taschenbuch, davon verlose ich zwei)
Klappentext: „Chloe Schiwago, 43, ist seit einer gefühlten Ewigkeit mit Greg verheiratet, der täglich sein Gedächtnis auf nervtötende Weise trainiert, indem er den Wasserkessel in der Waschmaschine, Schokoriegel im Buchregal oder Teebeutel im Putzeimer versteckt. Chloe ist eine erfolgreiche Psychotherapeutin, hat zwei Kinder, ein Au-pair-Mädchen, eine beste und eine berühmt-berüchtigte Freundin. Sie hat alles. Und doch fragt sie sich: „War’s das? Werde ich nie wieder mit einem anderen Mann schlafen?“ Die Versuchung begegnet ihr in Gestalt des attraktiven Iwan. Soll sie eine leidenschaftlicher Affäre wagen, bevor die Schwerkraft den Kampf mit ihrem Körper gewinnt?
Klug und komisch, warmherzig und witzig, sympathisch und sexy: Olivia Lichtenstein kennt die geheimen Zutaten für den perfekten Debütroman und das Rezept für eine glückliche Ehe.“
Das ist genau, wonach es aussieht: lustiger Frauenroman, mit Herz und zum Lachen, wirklich nett.

GriffinDichElla Griffin: An und für Dich (Hardcover)
Das ist das Buch, das ich mit Jenny zusammen übersetzt habe. Klappentext: „Saffy könnte sich in den Hintern beißen, vielleicht hätte sie am Valentinstagsabend doch nicht so viel trinken sollen. Aber Greg hätte sie endlich fragen müssen, schließlich sind sie schon seit Jahren zusammen. Die Frage ist, ob ihre Liebe unter diesen Umständen eine Zukunft hat. Ganz und gar glücklich dagegen sind ihre Freunde Connor und Jess, trotz der zu kleinen Wohnung und der ständigen Geldsorgen. Bis Connor eine positive Antwort von einer Agentin bekommt, die sein Buch unter Vertrag nehmen will, und er nichts anderes mehr im Kopf hat als Schreiben. Geheimnisse, Ausflüchte und heimliche Träume – das kann nicht gut gehen und das tut es auch nicht. So jagen alle dem Glück hinterher. Ella Griffin hat einen hinreißenden Roman geschrieben, der beste Frauenunterhaltung garantiert und begeisterte Fans hat. Wer beim Lesen den Alltag ausschalten will, liegt hier genau richtig.“

CloseMaedchenJennifer Close: Mädchen in weiß (Taschenbuch, ich verlose drei Stück)
Das Hardcover hatte dieses wirklich wundervolle Cover. Hinter dem Link steht noch mehr zum Buch. Ich war, ehrlich gesagt, ein bisschen entsetzt, als ich das Cover fürs Taschenbuch sah; vielleicht soll es nochmal andere Kundinnen ansprechen? Jedenfalls: das Taschenbuch ist gerade ganz aktuell, vor ein paar Tagen erst erschienen. Klappentext: „Sie sind böse, rollen mit den Augen, trinken gern ein Glas zu viel, legen sich ins Bett und tun so, als ob sie schlafen. Isabella, Lauren und Mary gehen Wochenende für Wochenende auf Hochzeiten – Mädchen in Weiß, Krabbencocktails, verunglückte Reden, zu große Tortenstücke, zu kleine Canapés und pinke Servietten inklusive. Alle um sie herum scheinen plötzlich zu heiraten, nur die drei wissen nicht, ob sie sich für ein Leben mit Mann, Baby, Golden Retriever und Picknickkorb entscheiden sollen. Ein paar kleinere Fragen wollen vorher beantwortet werden: Isabella überlegt, ob sie sich wirklich dazu berufen fühlt, ihrem Boss jeden Morgen einen Muffin zu holen. Lauren kämpft dagegen an, sich auf einen Barmann einzulassen, der nicht mal ihren Namen buchstabieren kann. Und Mary lernt einen Typen kennen, der seine Mutter so sehr liebt, dass da wenig Platz für eine Beziehung ist. Jennifer Closes hinreißendes Debüt erzählt von den Ups und Downs, dem Herzschmerz und dem Hangover dreier junger, kluger, komischer Frauen und unendlich vielen Hochzeitsfesten, die sie gemeinsam überstehen. Ein komisches, tolles, gescheites Buch über Anfänge und Freundschaften, die alles überdauern.“

Was Ihr jetzt tun könnt: einfach in die Kommentare schreiben, welches Buch Ihr gewinnen wollt. Die Aktion läuft bis 29. April um Mitternacht, am 30. lose ich das irgendwie aus, und dann werden die Gewinnerinnen bekanntgegeben. Da Ihr zum Kommentieren sowieso Eure Mailadresse angeben müsst (wird natürlich nicht veröffentlicht, die erfahre nur ich), kann ich Euch dann gleich Bescheid geben.

Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen, die Auslosung findet ohne notarielle Aufsicht statt usw. ist klar, ne?

NACHTRAG: Ich verschicke nur innerhalb Deutschlands kostenlos. (Sollte jemand etwas ins Ausland haben wollen, bitte Kontakt aufnehmen, da findet sich bestimmt auch eine Lösung.)

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