Berühmte erste Male: Ich habe ein Interview geführt. Und zwar gleich mit dem hochverehrten Tilman Rammstedt über sein aktuelles Buch „Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters“. Danke sehr, Sir! Zu lesen ist das Interview im CULTurMAG.
Tilman liest übrigens neben vielen anderen großartigen Autoren nächsten Donnerstag, dem 7. Februar, auf der ham.lit. Das ist eine wunderbare Veranstaltung im Übel und Gefährlich, wo den ganzen Abend im Halbstundentakt auf drei großen Bühnen gelesen wird. Und zum Abschluss gibts Musik, diesmal vom Jeans Team. Die Hautevolee der jungen bis mittelalten Literaturszene ist da, es ist immer stockduster, man sieht niemanden, es ist rappelvoll, und man landet dann auch immer mal bei Autoren, die man gar nicht so toll findet und hört hinterher, dass man zu einem ganz anderen hätte gehen sollen, und alle sind da und man könnte lauter tolle Leute treffen, wenn man sie denn sehen würde. Und das ist immer alles ein großer Spaß. Tilman Rammstedt fängt an, gleich um halb acht.
Ihr erinnert Euch? Vor ein paar Monaten bat Maximilian die Hamburger darum, ihren Stadtteil zu beschreiben – unter anderem deswegen, weil er möglicherweise aus seinem Viertel wegziehen muss und gar nicht weiß, wie es anderswo ist. Es machten sofort viele mit, Maximilian sammelte die Links unter der Überschrift Der Rest von Hamburg.
Es kamen andere Städte dazu, andere Teile Deutschlands, die habe ich unter Der Rest der Welt gesammelt; ich füchte allerdings, dass ich das irgendwann nicht mehr so richtig verfolgt und nachgehalten habe, weil es einfach zu viel wurde.
Anne hat den Rest vom Ruhrgebiet gesammelt.
Und jetzt kommen Volker und Kittykoma und tun, was eigentlich naheliegt und vor allem total super ist: sie richten eine Karte ein, auf der man all die beschriebenen Orte markieren und mit den entsprechenden Texten verlinken kann. Wie toll ist das denn! Ladies and Gentlemen, please welcome:
Da hat heute schon eine ganze Menge Leute mitgemacht, man kann ganz einfach neue Einträge hinzufügen und die Karte ist schon gut gefüllt. Und es wird bestimmt noch mehr. Wenn ich mal Zeit habe, trage ich auch noch dies und das ein. Sehr schöne Idee, vielen Dank, Volker und Kittykoma!
Im Oktober waren wir ein paar Tage in Zürich, und weil das Wetter so fürchterlich war, sind wir in diese Ausstellung über Plastikmüll im Meer gegangen. Jetzt ist sie in Hamburg, und ich lege Euch einen Besuch sehr ans Herz. Auch wenn ich fand, die Ausstellung hätte hier und da besser gemacht sein können.
Was man sieht: relativ viel Filmmaterial über die Vermüllung des Meeres mit Plastik. Ich habe dort zum ersten Mal vom Great Pacific Garbage Patch gehört, einem gigantischen Müllstrudel im Pazifik. Als nächstes erfährt man dann natürlich, dass die anderen Ozeane ihre eigenen Müllstrudel haben. Diese Filme und Bilder sind wirklich erschütternd. Das Hauptproblem mit dem Plastik ist, dass es nicht verrottet und sich zersetzt, sondern einfach nur in immer kleinere Stückchen zerbricht (und zwar sehr, sehr langsam) und dann in die Nahrungskette gelangt.
Man sieht Bilder wie die von den strangulierten Basstölpeln, die ich auch auf Helgoland fotografiert habe. Oder von Seehunden, die einen Plastikring um den Kopf haben. Eine Schildkröte, die als kleine Schildkröte in so einen Dosen-Sixpack-Plastikring gekrochen sein muss, der einfach nicht kaputtging, als die Schildkröte wuchs. Sie hat jetzt eine sehr schmale Taille. Eine Schildkröte!
Oder diese hier, von verendeten Albatrossen mit dem Bauch voller Plastikteile. Mit vollem Magen verhungert oder an der Unverdaulichkeit des Plastiks gestorben, 2000 Meilen vom nächsten Kontinent entfernt.
Besonders eindrucksvoll finde ich, wie auf den letzten Bildern die Albatrosse schon komplett verwest sind, kein winziges Fitzelchen Albatros mehr übrig, aber der Plastikmüll sieht aus wie auf den Bildern ganz am Anfang. Und wird wahrscheinlich von den nächsten Albatrossen gefressen oder an die Kinder verfüttert.
Die Ausstellung „Endstation Meer?“ ist noch bis Ende März im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Geht da hin! Danach zieht sie weiter nach Finnland und Dänemark. Man möchte nie wieder irgendetwas aus Plastik benutzen.