Siri Hustvedt on Translation

„Because I have translated myself, I am deeply aware of the fact that the translator must reinvent the work in the other language. What is essential is that a book is read, not as a translation, but as a work that was written in the second language. […]
I think of the profession with profound admiration. I think of all the books I have read, which would have been unavailable to me had they not been translated into English. Without translation, my literary life would have been greatly impoverished. I would have developed another mind altogether. I also feel ashamed about the tiny number of books in translation that are brought out in the U.S. by major publishers every year. This is a sign of both American arrogance and provincialism. And yet, writers continue to write all over the world, and translation goes on. I am deeply grateful to my translators for remaking my work into their own languages.“

Siri Hustvedt bei Authors and Translators. (Was sowieso eine ganz wunderbare Sache ist, aber das sagte ich schon.)

Anderswo

- Daniel Kampa wird neuer Verleger von Hoffmann und Campe.

- Neil Gaiman fordert auf der Londoner Buchmesse die Verleger auf, mehr zu wagen und zu versuchen. „Try everything. Make mistakes. Surprise ourselves. Try anything else. Fail. Fail better. And succeed in ways we never would have imagined a year or a week ago.“ Und bekommt am Ende … naja, gar nicht mal so verblüffendes Feedback dafür. Hihi.

- Lüneburg ist „Fair Trade Town und muss sich anstrengen, um das auch zu bleiben. Was es alles gibt. (taz)

- Vernünftige Idee: Plastiktüten einfach komplett abschaffen. Auch die kleinen für Obst und Gemüse, und den ganzen anderen sinnlosen Plastikmüll gleich mit, bitte. (Und nicht durch Aluminium ersetzen, logisch.)

- Lisa Rank hatte ein Blind Date mit Thilo Mischke.

- Moritz Rinke im Interview über, natürlich, Fußball. Und Literatur.

- Nicwest über Zeiten im Deutschunterricht. Wundervoll.

- Milch ist gesund. Wisster, ne? Für Kälber.

Mehlsack

Jemand – ich weiß leider nicht mehr, wer – hat mal gesagt, Übersetzen sei ein Mehlsack: man meint, man hätte das Mehl komplett ausgeleert, der Text sei also fertig, aber wenn man dann ein bisschen draufklopft, kommt doch immer noch eine Staubwolke raus. Wahrscheinlich gilt das nicht nur für Übersetzungen, sondern für alle Arten von Text; irgendein Staub kommt immer noch raus.

MehlsackkatalogUnd jetzt kommt’s: Es gibt ein Mehlsackmuseum. Das macht mich heute glücklich, es gibt ein MEHLSACKMUSEUM, wie großartig ist das denn! In Wittenburg bei Schwerin. Nicht zu fassen, ich bin ganz *hach*, es gibt ein Mehlsackmuseum! Da möchte ich hin. Ist auch einmal im Monat für drei Stunden geöffnet, und dort gibt es, ich kopier das mal: „Mehr als 2.700 Mehlsäcke aus über 122 Ländern – diese Zahlen muss man erst mal „sacken“ lassen. Die weltweit größte Mehlsacksammlung hat nun in der Sackothek des flour art museums ihr Zuhause gefunden.“

In der Sackothek. Ich bin ein bisschen verliebt.
Und es gibt einen Museumskatalog. Den wünsche ich mir. Das ist doch alles ganz und gar wundervoll.

Anderswo: Essen ersetzen bei Sandra Schöner

Sandra Schöner schreibt eine kleine Reihe zum Thema „Essen ersetzen“. Natürlich nicht durch Lichtnahrung, sondern durch anderes Essen, also beispielsweise herkömmliche durch fair gehandelte Schokolade. Passt hier gerade gut zum Thema, ich bin sehr gespannt, wie es noch weitergeht. Geplant sind noch die Themen „Fast food, Fleisch, Marmelade, darum, nicht selber einkaufen zu müssen und um die Frage, ob ein Hackenporsche auch für unter 60jährige zugelassen ist.“ Bitte hier entlang.

Anderswo

- Praktisch: das mitwachsende Bücherregal.

- Lesebändchen! Zum Einkleben! Wie toll ist das denn! Ich habe gleich mal welche bestellt und eins schon eingeklebt, allerdings noch nicht wirklich dem Alltagstest unterzogen. Ich bin ja schon immer der Meinung, dass ein anständiges Buch ein Lesebändchen haben soll.

- Vor sechs Wochen kündigte Verleger Christoph Schroer in einem offenen Brief die Zusammenarbeit mit Amazon. Jetzt zieht er im Börsenblatt Bilanz.

- Meine Freundin und Kollegin Katy Derbyshire auf „Authors and Translators“ über ihre Arbeit als Übersetzerin deutscher Literatur ins Englische. ♥♥♥

- Jan Karsten über den neuen Verlag CulturBooks im Buchreport.

- Pablo Neruda wird exhumiert – „wegen Mordverdacht“, wie die FAZ so schön irreführend schreibt. (Und, liebe FAZ: Urne? Leiche? Was denn jetzt? In Urnen ist ja üblicherweise Asche, kann man die noch auf Mord untersuchen? Eher nicht, oder?)

- Ich hatte noch ungefähr vier Tabs offen mit Seiten, die ich hier verlinken wollte. Und dann ist Safari abgestürzt. Was war das denn noch? Keine Ahnung. Deswegen nur Quatsch zum Schluss: Flamingo Pride. Der einzige heterosexuelle Flamingo auf der Suche nach der Liebe.