Anderswo. Das Feuilleton.

- Die wundervolle Anne von Canal, deren Fan ich sowieso bin (Der Grund, die Inseln) hat einen neuen Roman geschrieben: Whiteout. Genauso fantastisch wie „Der Grund“, und er ist zu Recht Buch des Monats beim NDR. Bitte unbedingt alle lesen!

- Es fehlt unerklärlicherweise auf der Longlist für den deutschen Buchpreis. Stattdessen stehen dort acht Bücher, die noch gar nicht erschienen sind. Für den gemeinen Leser ist das doof, man kann sich gar keine Meinung bilden.

- Hans von Trotha im Deutschlandfunk über die Covergestaltung von Büchern. Einer von vierhundert Gründen, KiWi zu lieben, da lief das nämlich ganz anders.

- Daniel Kampa im Börsenblatt über seinen Neustart mit dem Kampa-Verlag, der keineswegs ein reiner Simenon-Verlag mit ein bisschen Deko drumherum sein soll.

- Ein interessantes Interview mit Sven Regener in der faz über seinen neuen Roman Wiener Straße, der dieser Tage erscheint. Hier noch eins in der taz. Außerdem ist die Verfilmung seines letzten Romans Magical Mystery angelaufen, die will ich unbedingt auch sehen. Wobei ich von seinen Büchern zugegebenermaßen nur Herr Lehmann gelesen habe, und das ist ja ewig her. Aber hey, ich habe Karten für Element of Crime in der Elbphilharmonie! Im Mai 2018! Freue ich mich jetzt schon drauf.

- Da war ich neulich auch schon und habe Rufus Wainwright gehört. Vielleicht eins der besten Konzerte, die ich überhaupt je erlebt habe, es war unfassbar. Überwältigend. Und weil ich sowieso nicht zum Bloggen komme, hier wenigstens ein Song.

Anderswo. Das Feuilleton.

(Zum Teil nicht mehr ganz frisch. Aber veraltet ja auch nicht.)

- Joachim Kaiser ist gestorben. Hier ein fast zehn Jahre altes Interview in der SZ.

- Niklas Bender schafft es, Carlos Ruiz Zafón nicht zu mögen, ihn aber auch nicht unfair zu verreißen. Nur am Ende platzt ihm kurz der Kragen. Ich habe mir den ersten Band mal nach einem Übersetzerseminar für die Heimfahrt gekauft, auf dringenden Rat einer Kollegin. Habe ihn nach 10 Seiten allerdings zur Seite gelegt und nie wieder reingeguckt, ich bin nämlich auch allergisch gegen Bücherverehrungsromane. Ebenso wie gegen Romane, deren Protagonisten Schriftsteller sind.

- Tijan Sila in der ZEIT über Schreiben und Sport. Ich sollte endlich Skaten lernen. Immerhin hatte ich schon wieder angefangen zu laufen, aber jetzt habe ich gerade den Fuß kapott. (Die vorletzte Treppenstufe für die letzte gehalten, wie so‘n Trottel.)

- Dörte Hansen übers Pfahlsitzen, den goldenen Totenkopf, Marathon, Erfolg und Wunder. Ich bin nicht das Dörte-Hansen-Wunder, ich laufe auch keinen Marathon, sondern hoffentlich irgendwann wieder 10 km, aber: ja, ja, ja. Genau.

- Der Emons-Verlag macht jetzt Bücher für echte Kerle. Man möchte fast auf jeden einzelnen Satz reagieren, und zwar mit Haareraufen. Keine Zeit, daher nur dies: Wer sich „Charly“ nennt, heißt in Wahrheit vermutlich Karl-Heinz. Und übrigens: „nicht unlangweilig“ heißt: langweilig. Und Leute, die mit 200 Sachen über die Autobahn brettern, die … ach, egal. Und so weiter. Mannmannmann.

- Ulrich Blumenbach über das Übersetzen von David Foster Wallace.

- Und Karin Betz über das Übersetzen von Liao Yiwu. Die Herausforderungen bei Übersetzungen aus dem Chinesischen haben noch eine ganz andere Dimension als die bei denen aus dem Englischen.

- Und zum dritten: Karin Krieger über das Übersetzen von Elena Ferrante.

- Die Basler Zeitung über „den Schakal“ Andrew Wylie.

- Und zum Schluss was fürs Herz. About how society kills creativity. Und jetzt alle: *Ach wie süüüüüß!*

Anderswo. Das Feuilleton

- Katharina Herrmann über die ganzen spektakulären Neuerungen im Literaturbetrieb. Doch, doch. Alles neu.

- Marc Reichwein hält den Welttag des Buches für Leseaktivistenkitsch. Man begreift nicht recht, warum. Leute zum Lesen zu bringen, ist doch was Gutes? Oder jedenfalls nichts, was man blöd finden müsste? Spontane Reaktion: Mach dich mal locker, du bist doch gar nicht die Zielgruppe.

- Meine Lieblingskaty im Interview über ihre Übersetzung von Clemens Meyers Im Stein.

- Da wurde nun also ein unbekanntes Manuskript von Walt Whitman entdeckt, und weil er schon über 70 Jahre tot ist, ist es gemeinfrei, jeder kann es übersetzen und veröffentlichen. Und prompt geht ein unwürdiges Wettrennen los.

- Andreas Rosenfelder hat seine Reclam-Bibliothek weggeworfen und bereut das jetzt. Mir persönlich entlockt das höchstens ein Achselzucken. Reclam war billig für Schüler, und die Schule hat mir das Lesen gründlich verdorben. Ich kann mich nicht erinnern, je ein Reclamheft gern gelesen zu haben. Natürlich ist mir klar, dass der Verlag tolle Sachen macht. Aber geht mir weg mit den gelben Heften.

- Konzentrieren. Pausen machen. Zwei von den Dingen, die ich nicht gut hinkriege. Hier ist ein Artikel in der ZEIT, und ich habe jetzt mal wieder gute Vorsätze.

- Und Christoph Niemann, der dort erwähnt wird, verehre ich sowieso. Hier ist noch ein Interview mit ihm.

- Zum Abschluss die höchste Eisenbahn über Isi.

Anderswo. Das Feuilleton

- „Das ist, um es mit einer aggressiven Alliteration anzuprangern, ganz gemeine Gehirnwäsche! Verzweifelte Vorleseväter fordern: Lasst Leo einen Loser sein.“ Leidende Eltern über die schlimmsten Kinderbücher. Hihi.

- Iris Radisch findet auch was blöd, und zwar, dass Autoren ihre eigenen Bücher besprechen.

- Peter Bichsel über Verschiedenes. Man möchte sofort etwas von Peter Bichsel lesen, kann da jemand was empfehlen?

- F. W. Bernstein in der ZEIT über Sinn und Unsinn.

- Mein Kollege Frank Heibert hat Hausbesuch bekommen.

- Katy Derbyshire und Clemens Meyer sind für den Man Booker International Prize nominiert! Wooohoo, Katy, ich drücke alle Daumen! Hier sprechen die beiden über den Roman, der auf Englisch Bricks and Mortar heißt.

Anderswo. Das Feuilleton

- Jochen Bittner regt sich über das Deppen Leer Zeichen auf. Zu Recht, wenn Ihr mich fragt.

- Und jetzt auch noch das: Der Punkt verschwindet angeblich auch, sagt Tilman Prüfer! Wo soll das noch hinführen?

- In Bristol kümmert sich jemand um falsche Apostrophe: The Banksy of Punctuation.

- Ein alter Artikel von 1993: Dieter E. Zimmer über den Übersetzerskandal um Lemprières Wörterbuch. Und dann gleich über Literatur- und Übersetzungskritik. Lang, aber sehr interessant, auch wenn ich ihm hier und da widersprechen würde.

- Nochmal lang, interessant und alt (na gut, vom letzten Oktober): Marcel Hartges war Verleger bei Piper, jetzt hat er sich mit einer Agentur selbständig gemacht. Was das bedeutet, hier im Gespräch mit Angelika Klammer.

- Erwin Magnus (1881-1947) übersetzte in den 20er-Jahren fast das gesamte Werk von Jack London. Sein Honorar war an die Verkäufe gekoppelt. Dann kamen die Nazis, und Magnus war Jude. Ein Radiofeature von Christian Blees.

- Wer nicht auf der Leipziger Buchmesse war, kann hier drei Stunden Blaues Sofa nachgucken. Leider steht nirgends, wer auf dem Sofa sitzt und man wen zu welchem Zeitpunkt im Video ansteuern kann. Es fängt an mit: Wladimir Kaminer, Nora Bossong, Aslı Erdoğan, Sharon Dodua Otoo, Jostein Gaarder, weiter habe ich noch nicht geguckt.

- Bei „Round not Square“ ist ein Rollcomic erschienen: Paul Rietzl: Shipwreck. Schon die Rezension vom Timur Vermes macht Spaß zu lesen.

- Und das hier ist auch rund.

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