Anderswo. Das Feuilleton.

- Priya Basil über die Veranstaltungsreihe „Begegnungsort Buchhandlung“ des Aktionsbündnisses Wir machen das: „Neuankömmlinge und Alteingesessene treffen aufeinander und tauschen ihre Geschichten aus. Fünfzehn Eindrücke von einem Abend in der Buchhandlung Thaer in Berlin.“ In der ZEIT.

- Ebenfalls in der ZEIT: Katy Derbyshire hat Frauen gezählt. In Verlagsvorschauen, Listen übersetzter Titel und Preis-Nominierungen. Das Ergebnis: Überraschung! Nicht.

- Alexander Schuller im Abendblatt über Lesereisen im Allgemeinen und Dominik Horwitz im Besonderen. Ich habe ja mit der Lesereiserei erst angefangen und bin sehr gespannt, wie es noch wird. Ich freu mich jedenfalls sehr drauf.

- Thees Uhlmann über seine Lektorin Kerstin Gleba:

- Sie ist die Chefin des Flughafentowers meines Schlechtwetterflugwunsches, ein Buch zu schreiben.
- Schon ganz gut, wenn bei den Metaphern noch mal ein Lektor drüberschaut, oder?
- Absolut.

- Tobias Lehmkuhl hat den Autoren und Vereinen hinterherspioniert, die Juli Zeh in „Unterleuten“ zitiert. Hihi.

- Susanne Lange in der FR über ihre Neuübersetzung des Don Quijote.

- Hilary Mantel über ihre Arbeitsweise. Beneidenswert: „I’m not tempted by the internet.“ Seufz.

… und weiter mit Musik.

Anderswo. Das Feuilleton.

Ich bin so nachlässig, das hier ist zum Teil schon, äh, recht alt. Egal.

- Die FAZ hat Jonathan Landgrebe interviewt, den neuen Suhrkamp-Verleger.

- Der Buchmarkt hat im Dezember täglich jemanden gefragt, wie sein Jahr war, und was 2016 so bringen wird. Torsten Woywod hat den Fragebogen ebenfalls beantwortet, und ich freu mich über Frage 11. Sehr. (Die älteren hier erinnern sich vielleicht, dass ich eine Zeitlang für ein Blog namens „Lieblingsbuchhandlung“ Bücher besprochen habe. Lange her. Das war Torsten Woywods Blog!)

- Ziemlich langes und sehr schönes Interview mit Meike Winnemuth bei meedia.
Und dann eine Kolumne von ihr über ebendieses Interview im Stern.

- Deutschlandradio Kultur über erste Sätze.

- Rainer Moritz stellt im Börsenblatt einen insgesamt ziemlich vernünftigen Katalog von Forderungen an das Jahr 2016 auf. Ich hoffe, er verzeiht mir die gänzlich unveganen Szenen im „Pfau“.

- Der Deutschlandfunk hat mit Lianne Kolf gesprochen, einer der ersten Literaturagentinnen in Deutschland.

- Und das Deutschlandradio Kultur mit Annika Reich und Annett Gröschner über ihr neues Literaten-Literatur-Piqd Literatenfunk.

- Andreas Tretner über die Übersetzung des bildhaltigen Romans „Der Perser“ von Alexander Ilitschewski.

- Unbedingt angucken. Vertreibt schlechte Laune garantiert.

Adventskalender

Da bloggt sie monatelang quasi gar nicht, und dann gleich zweimal an einem Tag. Es ist nämlich so: Ein kleines Stückchen Pfau ist heute im Adventskalender von 54stories erschienen! (Und in Kooperation auch bei Mitvergnügen.) Jippie!

Und zweitens: Heute Abend diskutiert das Literarische Quartett über Jane Gardams Ein untadeliger Mann (von mir übersetzt) und über „Auerhaus“ von Bov Bjerg. Man hört, es soll das sehenswerteste Quartett von allen gewesen sein, die Aufzeichnung war schon gestern.

Anderswo. Das Feuilleton

- Wer nicht weiß, wie man das komplizierte Wort in der Überschrift ausspricht, kann das hier lernen:
… und dann bitte alle anderen Aussprachebeispiele anhören. Favoriten: Synthesizer, Faksimile, Tourette, Tête-à-tête, Chuzpe … ich kann gar nicht mehr aufhören.

- Morrissey bekommt den Bad Sex in Fiction Award (Spiegel). Zu Recht, wie mir scheint! Die Süddeutsche hat auch Zitate der anderen Kandidaten.

- Gute Sexszenen sind aber auch schwierig, findet Javier Marias in der WELT.

- 2016 sind die Niederlande und Flandern Gastland der Buchmesse, und deswegen geht der mairisch-Verlag im Februar einfach mal komplett für einen Monat nach Amsterdam, um sich das anzugucken. Großartig! Hier schreiben sie mehr darüber. Und das Börsenblatt auch.

- Ein Interview mit meiner Kollegin Bettina Abarbanell, die mit Eike Schönfeld zusammen Jonathan Franzen übersetzt, in den Potsdamer Nachrichten.

- Das jahrelange Gezerre um Suhrkamp ist vorbei, und jetzt zieht sich Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz aus dem operativen Geschäft zurück und übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats.

- Und zum Schluss Rainald Grebe über Künstler.

Totes Meer 2

Am nächsten Morgen haben wir es dann doch noch ins Tote Meer geschafft. Die Straße vor der Jugendherberge war weitestgehend geräumt und trocken. Man kann dort nicht einfach irgendwo an den nächstbesten Strand fahren, zwar führt die Straße die ganze Zeit in Sichtweite am Wasser entlang, aber man kann nirgends anhalten, und zwischen Straße und Wasser ist Stacheldraht, immerhin liegt auf der anderen Seite Jordanien. Gelegentlich rasen tieffliegende Düsenjäger über das Wasser. Aber in Kalya, am oberen Ende des Toten Meers gibt es dann doch noch ein offizielles Strandbad mit Eintritt und Duschen und Café, wir können sogar für 20 Schekel einen ollen Lappen von gebrauchtem Handtuch erweben, wir haben nämlich gar keine Handtücher dabei.

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Meike hat recht, wie immer: Erst mal muss man lachen. Oder halt dümmlich grinsen; jeder, wie er kann. Wir hatten allerdings Wind und entsprechende Wellen, und wenn einem totes Meerwasser ins Gesicht spritzt, hört man kurz auf mit dem Lachen, denn in den Augen brennt es, und an den Lippen schmeckt es PFUÄCH! Ekelhaftisch!
Aber. Das ist schon sehr besonders, und zwar alles. Dieses Gefühl von Schwerelosigkeit. Und dass man sich vierhundert Meter unter dem Meeresspiegel befindet. Mitten in der Wüste. Und auf der anderen Seite ist Jordanien. Das ist doch irre! Das Tote Meer! Ich habe im Toten Meer gebadet! Der totale Wahnsinn.
Und dann muss man sich mit dem gesunden Schlick einreiben, der jung und schön macht oder irgendwas Vergleichbares. Der lustige Mann erzählt, dass sie hier Bitumen aus dem Wasser gewinnen, für meine Ohren klingt das nicht übertrieben gesund, aber was weiß ich schon. Alle reiben sich mit Schlamm ein, also reibe ich mich auch mit Schlamm es, das macht natürlich auch Spaß. Oder wie Torfrock sagen würde: Dat matscht so schön.

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Und weil wir schon da sind, fahren wir dann noch nach Qumran. Wo man nicht sonderlich weit kommt, weil, genau: Mit Gewittern und entsprechenden Sturzfluten gerechnet wird. Wir sehen also nur die Ausgrabungen der Wohn- und Arbeitsstätten der Essener, die dort vor 2000 Jahren gelebt haben, und mehr Wüste. Und von Weitem die Höhle, in der Ende der 40er Jahre ein Beduinenjunge auf der Suche nach einem verschollenen Lamm die berühmten Qumran-Rollen gefunden hat.

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Wir kaufen uns ein Eis, setzen uns vor dem Eingang noch kurz hin, um es zu essen, und in der Sekunde, als wir unser Eis aufhaben, fängt es wieder an zu regnen. Wir rennen los zum Auto, kriegen nur die ersten Tropfen ab, aber dann kommen sofort wieder unglaubliche Wassermassen vom Himmel, und wir fahren in allerletzter Sekunde los, weg von den Qumranhöhlen, weg vom Regenguss, weg vom Toten Meer, wieder durch die Wüste Richtung Jerusalem, dann aber noch weiter nach Tel Aviv, wo wir die letzten fünf Tage der Reise verbringen. Mehr über Jerusalem und Tel Aviv kommt irgendwann. Doch, bestimmt!

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