Anderswo. Das Feuilleton

Ich hatte ja schon im letzten Feuilleton auf den Übersetzerabend im Schloss Bellevue hingewiesen. Jetzt haben auch die taz und die Süddeutsche berichtet, wie es war.

Der Deutschlandfunk mit einem Feature über Hanns-Josef Ortheil und seine stumme Kindheit. Sehr beeindruckend, man möchte sofort Ortheils Gesamtwerk lesen. Sowieso endlich mal.

Ein sehr interessantes und bedenkenswertes Gespräch übers Tiereessen in der ZEIT.

Hier ist die Shortlist für den Internationalen Preis des Hauses der Kulturen der Welt! Herzlichen Glückwunsch allen Nominierten, allen voran Miriam Mandelkow!

Die taz hat Dirk van Gunsteren zu seiner Pynchon-Übersetzungen interviewt, und die Klappentexterin hat mit Ursula Gräfe über ihre Murakami-Übersetzungen gesprochen.

Die Stiftung Buchkunst hat die 25 schönsten deutschen Bücher 2015 prämiert.

Ein paar eindrucksvolle Grafiken über Männer, Frauen und Buchpreise in den USA. Diesmal geht es nicht nur um das Geschlecht der Autor/innen, sondern auch um das der Protagonist/innen. Und das ist in der Tat interessant.

Und so war es am Internationalen Steptanztag an den Landungsbrücken:

Anderswo. Das Feuilleton

Das Größte zuerst, alles andere ist danach nicht mehr so wichtig:

Martin Greenfield gilt als einer der besten Schneider der Welt. Seit mehr als sechzig Jahren kleidet er Stars und Präsidenten in den USA ein. Die Macht von Kleidung erkannte er schon in seiner Jugend – als Gefangener in Auschwitz.

Hier geht es zum Interview im SZ-Magazin. Was für ein wahnsinnig tolles Interview. Lest das. Ehrlich.

Gestern Abend gab es im Schloss Bellevue einen Empfang zu Ehren der Literarischen Übersetzer. Ich möchte zu Protokoll geben, dass ich beleidigt bin, ich war nämlich nicht eingeladen. Katy war aber da, und so fand sie es. Und die Rede von Herrn Gauck ist auch online.

Uuuuuund: Die Teilnehmerinnen am diesjährigen Wettlesen um den Bachmannpreis sind veröffentlicht! Da sind schon ein paar ziemliche Namen dabei. Außerdem sind es zehn Frauen und vier Männer. Huch! Ich hab schon wieder Flug und Hotel gebucht, weil ich das letztes Jahr so toll fand, und freu mich sehr.

KiWi-Verleger Helge Malchow ist 65 geworden, und Kerstin Gleba hat eine Rede gehalten.

Tom Hillenbrand hat zehn Tipps fürs Schreiben. Irgendwann werde ich Regel vier auch noch kapieren. Beziehungsweise umsetzen. Kapiert habe ich sie schon. Eigentlich.

Marc Degens sucht einen Literaten, und zwar einen bestimmten, er hat aber nur ein Foto von ihm. Kann ihm jemand helfen? Wer kennt diesen Mann?

Es gibt wieder ein Literarisches Quartett im ZDF: Volker Weidermann, Christine Westermann und Maxim Biller, dazu kommt jeweils ein Gast. Losgehen soll es irgendwann im Herbst. Ich bin gespannt.

Anderswo. Das Feuilleton

Oh, lange nicht feuilletoniert. Trotzdem ist es eher kurz, dafür ein bisschen unaktuell und videolastig. Who cares.

Ein Interview mit Detlef Siegfried über Ernest Bornemann in der Taz. Ich liebe ja Bornemanns sagenhaftes Nachschlagewerk „Sex im Volksmund“. Ein unfehlbarer Quell der Erheiterung. Wenn auch nicht gerade aktuell.

„Jeder große Roman ist unbezahlbar“, sagt Jan Brandt.

Christoph Junghölter putzt seine Brille.

Stefan Mesch im Interview über seine Übersetzung von Amy Hempel.

Ach. du. meine. Güte. Jetzt soll es auch für E-Books eine „Freiwillie Selbstkontrolle“ und Altersbeschränkungen geben, und pornografische Titel sollen nur für einen „geschlossenen Benutzerkreis“ zugänglich sein. Begründung: E-Books zählen zu den Telemedien und fallen damit unter den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Alle bekloppt? War nicht gerade zum Thema Buchpreisbindung beschlossen worden, dass E-Books auch Bücher sind? Und weiß man zweitens nicht inzwischen sehr gut, dass eine verklemmtere Sexualmoral zu immer mehr Aggressionen führt? Was für ein Elend.

Oh, schlechtes Buch? „Vielleicht liegt es ja an der Übersetzung?“

Und noch ein Video: Hundert Coverentwürfe. Der helle Wahnsinn. Und was am Ende rauskommt, ist für meinen Geschmack nicht mal sonderlich gelungen. Aber ich kenne auch das Buch nicht und verstehe nix davon.

Und ein Interview (das nur so tut, als wäre es ein Video) mit Finn-Ole Heinrich: „Ach, der mairisch-Verlag! Das ist eine ganz große Liebesgeschichte in meinem Leben.“

Anderswo. Das Feuilleton

Huch! Lange nicht feuilletoniert. Dafür isses auch kurz:

Die wundervolle Karen Köhler ist auf Einladung des Goethe-Institus für ein paar Wochen in Reykjavik und bloggt darüber.

Ein irgendwie sonderbarer und unterschwellig larmoyanter Beitrag im Deutschlandfunk mit dem Thema „plötzlich sind alle Bücher Romane, was anderes gildet gar nicht mehr, der Titel ‚Roman‘ ist nichts mehr wert, alle anderen Genres auch nicht, früher war, ach nee, doch nicht alles besser, aber jetzt weiß ich auch nicht.“ Oder so ähnlich.

Ach ja, alles undifferenzierte Romane? Och, naja.

Wolf Wondratschek hat einen neuen Roman geschrieben. Den kann man allerdings nicht lesen, jedenfalls im Moment noch nicht, denn er hat ihn nicht an einen Verlag verkauft, sondern an einen Privatmann, weil der einfach besser gezahlt hat. Auch ne Idee. Irgendwie.

Mehr mit der Hand schreiben. Wie oft habe ich mir das jetzt schon vorgenommen? Mindestens so oft wie „mehr fernsehen“. Soll total super sein. Also, das Mitderhandschreiben jetzt. Über das Fernsehen hört man ja Unterschiedliches.

Hanser hat zwei junge neue Lektoren: Martin Kordiç und Florian Kessler im Gespräch mit der SZ.

Und zum Abschluss, Ladies and Gentlemen: The one and only Bobby McFerrin über Spiegelneuronen.

Anderswo. Das Feuilleton

Schon wieder mit zwei Videos, zum Anfang ein wirklich gemeines Experiment: Der amerikanische Übersetzer Tim Mohr sollte auf der Buchmesse spontan ein paar Texte aus dem Deutschen übersetzen. Und zwar nicht irgendwelche.

Die beiden mairisch-Verleger Daniel Beskos und Peter Reichenbach im Buchmarkt über den Indiebookday.

Ein Gespräch mit KiWi-Verleger Helge Malchow in der Süddeutschen:

jeder Autor hat eine gesunde, notwendige Egozentrik. Das schließt auch die absolut berechtigte Idee ein, dass der Verlag jederzeit für ihn oder für sie da ist und sonst für niemanden.

Ich komm drauf zurück!

Und ein langes Gespräch mit Wolf Haas in der ZEIT.

Das ist das Tolle am Schreiben. Ich habe einmal einen gotischen Dom in Burgund besichtigt, da gibt es Stellen, wo die Säulen übergehen in die Kuppeln, und diese Stellen sind immer verziert: Das ist der nervöse Punkt, wo tragende und lastende Teile zusammenstoßen. Um diesen Punkt dreht sich alles. Dieser Gedanke erregt mich richtig.
[…]
Für mich steht bei dieser Stelle wirklich eher der musikalische Aspekt im Vordergrund als der inhaltliche. Über das denke ich am längsten nach: ob ich dann noch einmal „Leid“ schreibe. Ich bin überhaupt beim Schreiben am meisten fasziniert von der Musikalität der Sprache. Ich finde Bücher ganz langweilig, in denen es nur um den Inhalt geht. Ich mag Bücher, wo man das Gefühl hat, die Geschichte wird erzeugt durch den Sprachmotor. Irgendwann als Student hatte ich eine Phase, wo ich mir gedacht habe, alle guten Schriftsteller sind Musiker im Hauptberuf. Gert Jonke, Thomas Bernhard, die Elfriede Jelinek. Alle von der Musik herkommend.

Sophie Weigand möchte fürderhin Literaturzeitschriften besprechen. Hervorragende Idee! Los geht’s mit Das Buch als Magazin.

Art Garfunkel wandert durch Europa.

Noch ein Artikel auf Englisch: 7 tips from William Faulkner on how to write fiction.

Und das hier ist mindestens der Song des Monats, ach was, des Jahres. Ich kann mich gar nicht beruhigen.