Service für Google-Suchende

Folgende Suchanfragen landeten in letzter Zeit bei mir, und weil dies ein kundenorientiertes Serviceblog ist, antworte ich natürlich gern.

nur ein paar tshirts die wirklicv passen
Habe ich. Und ein paar, die zu klein sind, aber bestimmt bald wieder passen, doch, doch. Sie sind ja erst seit ein paar Jahren zu klein. Und ein paar, die eigentlich okay sind, ich weiß auch nicht, warum ich die nicht trage. Und ein paar alte, falls man mal renovieren muss oder so. Und ganz unten noch ein pa… Ich hab nichts anzuziehen!

sprechen manche in island deutsch?
Ziemlich sicher.

wie kann ein amazon konto gesperrt werden das gar nicht existiert
Gar nicht. Das war ja einfach.

aber sieh auch das ist nur scheinbar
Wie tragisch. Und wie poetisch. Vielleicht muss ich sogar ein bisschen weinen!*

gärtner in biscarrosse gesucht
Cherchez le jardinier!

kann man wenn kuehl ist honigraum nehmen
Ich bin ja mehr für Senfzimmer. Oder gleich das hier. Vor allem, wenn kühl ist.

bogdan synchronsprecherin
Nein. Also, nicht dass ich wüsste.

topfbrot teig in den kallten topf
und
topfbrot ohne forheizen
Ach, für Topfbrot braucht man auch wirklich keine Rechtschreibung. Topfbrot ist super, es sollte allerdings wirklich in einen forgeheizten Topf, nicht in den kallten, sonst klept es am Topf fesst.

Strategie eines Mannes wenn er BH verschenkt
Immer ist bei diesen Anfragen eine dabei, die mich richtig mitleidig macht. Auf so vielen Ebenen.

was kann man auf helgoland bei schlechtem wetter machen
Nichts. Das ist ja das Tolle an Helgoland! Bei gutem Wetter kann man auch nichts machen. Also, man kann bei gutem Wetter spazierengehen, bei schlechtem eine Bunkerführung mitmachen. Das Aquarium hat gerade geschlossen, glaube ich. Und dann ist man fertig mit allem und muss nichts mehr machen. Deswegen fahre ich da ja immer wieder hin! Oh, ins Schwimmbad habe ich es übrigens noch nie geschafft, ich war immer viel zu beschäftigt damit, nichts zu tun. Beziehungsweise zu arbeiten.

ein alter mann aus plön limerick
Jaaaa! Ich liebe solche Fragen. Hier mein Versuch, bitte gern alle mitmachen! Und Versmaß, Leute. Rhythmus. „Ein alter Mann aus Plön“ taugt schon mal nicht.

Es war mal ein Opa in Plön,
der schnappt sich trotz Glatze den Föhn.
„Wie lustig“, er ruft,
„ist denn die heiße Luft!
Die kitzelt am Kopf mich so schön!“

telefon kaputt wie kann man sich spaßeshalber noch mitteilen
Man kann das Fenster aufreißen und Kurzmitteilungen rausbrüllen. (Analoges Twittern à la Horst Evers.) Oder eine Nachricht in den Schnee stapfen. Eine Flaschenpost ins Meer werfen oder eine Brieftaube losschicken. Spaßeshalber. Oder einfach reden. Oder, für die ganz Mutigen, mal was Digitales? Oh, the possibilities!

ab wann hat man finanziell ausgesorgt
Cool, eine philosophische Frage. Ab wann hat man keinen Hunger mehr? Wieviel ist genug Sex? Kann es genug Liebe geben? Was genau ist Zufriedenheit?

„Wir machen das“ im Büchereck Niendorf

WirMachenDas-Farben3Am 22. Juni trafen sich im Rahmen des Aktionsbündnisses Wir machen das unter Federführung von Stephanie Krawehl von der Buchhandlung Lesesaal und Christiane Hoffmeister vom Büchereck Niendorf zwei Autorinnen und vier Geflüchtete zum Gespräch in der Veranstaltungsreihe Begegnungsort Buchhandlung. Moderiert von Kristine Bilkau und Isabel Bogdan berichteten ein Erwachsener und ein Jugendlicher aus Syrien sowie zwei Jugendliche aus Afghanistan im Büchereck Niendorf aus ihrem Leben.

Einer spricht sehr gut Englisch. Einer spricht sehr gut Deutsch. Zwei sprechen nicht gut Deutsch und gar kein Englisch. Ihre Muttersprache ist Pashtu, wir haben einen Dolmetscher für Arabisch, aber keinen für Pashtu. Also muss es auf Deutsch gehen. Es macht nichts, dass sie nicht so gut sprechen, denn das ist ja auch Teil des Themas. Es macht doch etwas, denn manchmal verstehen wir sie nicht. Wir verstehen aber, dass einer als Vierzehnjähriger von den Taliban rekrutiert werden sollte und deswegen geflohen ist. Wir verstehen nicht, was mit seinem Vater und seinem Bruder geschehen ist. Wir verstehen aber, dass sein Vater und sein Bruder tot sind, und wir verstehen, dass seine Mutter weiß, dass er in Deutschland lebt, seine anderen Geschwister ihn aber für ebenfalls tot halten, denn so ist es sicherer für sie. Wir sind unsicher, wie weit wir fragen sollen, was wir dürfen, wo die Grenze ist. Wir sind unsicher, ob wir seinen Namen öffentlich sagen sollen, oder ob auch das gefährlich ist. Er möchte gern Polizist werden, was aber nach deutscher Gesetzeslage zumindest schwierig ist. Vielleicht Feuerwehrmann. Aber erstmal möchte er besser Deutsch lernen.
Ein anderer möchte Medizin studieren oder Krankenpfleger werden, er macht gerade ein Praktikum bei einem Zahnarzt. Aber erstmal möchte er besser Deutsch lernen. Auch seine Geschichte war schwer zu verstehen, das Wort Daesh kam darin vor. Die beiden sind eher schüchtern, außerdem sprachlich unsicher; aber sie sitzen hier vor einem Publikum und erzählen von sich, schnell und leise.
Der dritte Jugendliche lebt in einer deutschen Familie. Er ist erst seit neun Monaten hier, in der Schule geht es ihm zu langsam, er spricht hervorragend Deutsch. Er würde gern das deutsche Abitur machen, aber das darf er nicht, denn er hat das syrische Abitur, und das wird hier anerkannt. Zweimal Abitur machen geht nicht. Vielleicht besucht er trotzdem die deutsche Oberstufe, um schneller weiterzulernen. Danach will er Zahnmedizin oder Medizintechnik studieren. Er geht davon aus, dass er Asyl bekommen wird, denn er ist nicht nur Syrer, sondern auch noch Kurde, und das ist noch schlimmer, sagt er und lacht vorsichtig. Er trägt ein Gedicht vor, das er seiner Freundin zum Geburtstag geschrieben hat, es geht um die Liebe. Mit der Freundin ist er jetzt nicht mehr zusammen, sie ist immer noch in Syrien.

Wirmachendas1

What makes people leave their home?
What makes people leave their family?
What makes people leave their house, their county, their friends?
What makes people leave their job?
What makes people leave everything they have?
What makes people take a boat in the middle of the night?

It is hope. Hope for a better life (or for life at all), hope for a future, hope for peace and safety. Hope is what makes people leave their home. Hope is everything they have. Hope is what keeps them going. They have nothing else left but hope.

Der Vierte, ein erwachsener Mann aus Syrien, hat sich lange diese Fragen gestellt, warum Menschen alles aufgeben, was sie sind und haben, warum sie ihr Leben aufs Spiel setzen und bei Nacht in ein kleines Boot steigen, bis er selbst bei Nacht in ein kleines Boot gestiegen ist. Als in dem Boot Panik aufkam, hat er sich auf seinen Beruf besonnen, sein Beruf ist Kommunikation, er hat die Leute beruhigt. Es gibt eine Chance von fünfzig Prozent, sagt er, man kommt mit dem Boot auf der anderen Seite an, oder man kommt nicht an.
Und wenn man dann endlich in Deutschland ist, oder einem anderen Land, dann wird nicht plötzlich alles gut. Dann muss man warten. Auf eine Unterkunft, ein Interview in der Behörde, einen Antrag, einen Arzt, ein Bett, das nächste Interview, auf Bearbeitung des Antrags, auf eine Arbeitserlaubnis, auf Deutschunterricht, auf Klärung des Aufenthaltsstatus, man muss warten, warten, warten, und das ist nicht so einfach, wenn man arbeiten und ein neues Leben anfangen und für sich selbst sorgen möchte. Warten. Das ist das, was er in Deutschland gelernt habe, sagt er, warten. Dass man in Deutschland immer warten muss. (In anderen Ländern kann man diese Dinge mit Bakshish erledigen, kommt an anderer Stelle heraus.) Ansonsten möchte er nicht so viel über sich sprechen, sondern lieber allgemein bleiben.

Der Betreuer der Jugendlichen, ein Mann aus dem Irak, der seit über zwanzig Jahren in Deutschland ist, spielt zum Abschluss auf der Oud und erzählt uns, die Oud sei gewissermaßen die Mutter aller Saiteninstrumente. Er spielt ein arabisches Lied, und ein paar einzelne Leute singen mit, dann spielt er Hava Nagila, und alle singen mit, und dann spielt er Muss i denn, und alle lachen, und dann gibt es ein wundervolles Essen, das ein libanesischer Restaurantbesitzer spendiert hat. Man steht noch herum und unterhält sich, ein Freund der drei Jungs ist auch da und hat seine helle Freude am Lieferfahrrad der Buchhandlung, er darf natürlich damit fahren. Eine alte Dame verabredet sich mit einem der Jugendlichen für den nächsten Tag, um ihm ein bisschen Hamburg zu zeigen, weil sie herausgefunden hat, dass seine Schule ganz in der Nähe ihrer Wohnung liegt. Und wir merken, dass wir wissen wollen, wie es für die Vier weitergeht, ob sie ankommen, ob sich ihre Hoffnungen erfüllen, und beschließen, dass wir uns alle wieder verabreden müssen.

Film: Die Peanuts

Ich war tatsächlich schon wieder im Kino. Zweimal! In zwei Filmen, die so gar nicht nach mir aussehen. Erstens: Die Peanuts. Was zudem noch (jaja, schon gut) mein erster 3D-Film war.

Ach Gott, ist das süüüß! Charlie Brown, bekanntermaßen ein Loser, dem nichts recht gelingen will, verliebt sich unsterblich in das kleine, rothaarige Mädchen, das neu in der Klasse ist und außerdem auch noch gegenüber wohnt. Er traut sich aber kaum, mit ihr zu sprechen, außerdem ist er überzeugt, erstmal irgendwelche Heldentaten vollbringen zu müssen, um ihrer würdig zu sein. Natürlich gehen alle Versuche in Sachen Heldentat auf die ein oder andere Weise schief. Aber irgendwie halt auch nicht. Und dann gibt es eine Parallelgeschichte mit Snoopy als tollkühnem Flieger auf seiner Hundehütte, der eine Prinzessin retten muss. Bzw. einen Roman drüber schreiben.
Ganz ehrlich: Diese Parallelgeschichte hätte ich nicht gebraucht. Sie besteht hauptsächlich aus rasanten Flugmanövern und dient vielleicht vor allem dazu, den ED-Effekt zu nutzen. Zu zeigen, was damit so geht. Und der 3D-Effekt ist das zweite, was ich an dem Film nicht gebraucht hätte, mir hätten zwei Dimensionen und eine Geschichte gereicht. Die allerdings – die Liebesgeschichte des Pechvogels Charlie Brown – ist wirklich ganz herzallerliebst und lustig und bezaubernd. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich an die übergroßen Köpfe (ja, auch im Verhältnis zum Comic) und die insgesamt etwas andere und arg bunte Optik zu gewöhnen. Aber dann: doch, doch. Das ist wirklich süß. Kann man gut machen.