Service für Google-Suchende

Folgende Suchanfragen landeten in letzter Zeit bei mir, und weil das hier ein kundenorientiertes Serviceblog ist, antworte ich natürlich gern.

kann.mann.zum.brot.auch.bacht.sagen
Männer können ja vieles, man staunt manchmal. Was Männer und Frauen können, wenn sie wollen, ist zum Beispiel, Leerzeichen zwischen Wörter machen, statt der Punkte, und das meine ich jetzt durchaus auch als Anregung. Wenn man Kölner ist, sagt man übrigens zum Bart „Bacht“. Über Bacht-Brot weiß ich nichts.

welcher verlag gibt mir geld für ein buch schreiben
Ich fürchte: Auf diese Weise wahrscheinlich keiner. Vielleicht erstmal mit Lesen versuchen? Da gibt’s allerdings auch kein Geld für.

kann man als autor geld verdienen
Ja. Das sollte man sogar. Im Normalfall wird es allerdings keine große Menge sein.

Ich hange das Bild … Wand.
an die.
Und: hänge.

meine tante redet mal so mal so
Inhaltlich jetzt? Oder verschiedene Sprachen?

die buchführungskosten sind gestiegen bitte teilen sie mir mit warum ich so viel zahlen muß
Weil die Buchführungskosten gestiegen sind. Isso.

installateur verführt von kundin
Wunschdenken.

vogelbeobachtung finde ich blöd
Och je. Das tut mir jetzt leid. Echt.

übersetzer beruf verrückt
*räusper* Nun. Also. Was soll ich sagen.

Anderswo

Hier kommt Lesestoff für alle, die zu Weihnachten nicht genug Bücher bekommen haben:

- Das wird spannend: bei Twitter soll es demnächst einen Bücherverkaufsknopf geben, mit dem twitternde Autoren ihre Bücher über den Verlag direkt verkaufen können. Was vor allem eine ziemliche Konkurrenz für Amazon bedeuten würde.

- „Sitting kills“. Das niederländische Studio Raaaf hat eine Art Arbeits-Affenfelsen entworfen, auf dem man stehen, liegen, lehnen, lungern und alles mögliche andere kann. Notfalls sogar sitzen. groß-ar-tig!

- Ein langes Gespräch mit Helge Malchow, KiWi-Verleger, im Märkischen Museum in Berlin: Doppelkopf auf detektor.fm. Was er über den Deutschunterricht an Schulen sagt: Jaaaaaaaa!

- Und ein kurzes Gespräch mit der stellvertretenden Verlegerin und Cheflektorin Kerstin Gleba im Buchmarkt.

- Und noch ein Gespräch mit Andreas Steinhöfel:

„Ich mach mir da sehr viel Gedanken, wie viel kannst du ins Kinderbuch reinpacken an narrativer Komplexität, an dramatischer, aber mein Credo ist ja, das noch kein Kind an einem Nebensatz gestorben ist, und dass ich immer dafür bin, dass ein Kind sich eher strecken soll als ducken. Das heißt, dann muss es sein Gehirn eben mal anstrengen. Ich schreib keine Gebrauchsliteratur für Kinder, die ab und zu mal ein Buch lesen. Das klingt grausam, aber das ist so, ich schreibe für lesende Kinder.“

beim Deutschlandfunk.

- Friederike Mayröcker ist neunzig geworden und wirkt ganz schön frisch.

Den Tod hat die Mayröcker aufs Podest eines Diminutivs gehoben, hat ihn im Schmähwort „Tyrannchen“ kleinzukriegen versucht, aber als Lebensverkürzer ist er auch ein Schreibverkürzer, und das wird ihm die Dichterin bis an ihr Ende nicht verzeihen.

- Die Welt über den zauberhaften kleinen Verlag Edition fünf.

- Das ist mal eine großartige Superidee: Die ABC-Kiste: Man kauft in der Buchhandlung ein Wörterbuch für einen Flüchtling und lässt es gleich dort. Die gekauften Geschenke werden einmal die Woche abgeholt und den betreffenden Flüchtlingen gebracht. Ich wünsche mir sowas noch viel, viel mehr in Geschäften aller Art. Auch als Zeichen gegen Pegida und den ganzen Hass. Wir brauchen mehr so positive Signale.

- Suhrkamp darf jetzt doch eine Aktiengesellschaft werden. Und ja, den Satz habe ich schon mal geschrieben, aber dann war alles wieder anders, und jetzt ist es wieder so, und man kann nur hoffen, dass das endlich, endlich das Ende dieses Dramas ist. Aber ich ahne da was.

- Und zum Schluss die FAZ über das Weihnachtsgeschäft im Buchhandel. Huch, auf einmal kommen Männer!

Service für Googlesuchende

Folgende Suchanfragen landeten in letzter Zeit bei mir, und weil das hier ein kundenorientiertes Serviceblog ist, antworte ich natürlich gern.

was ist die Mehrzahl von y
Das ist eine ziemlich gute Frage, ich habe gleich mal nachgeguckt und fürchte: Ypsilons. Wie langweilig.

welcher preis klingt besser ? 90 05 oder 99 cent ?
Oh, das ist schwer. Gannnz schwer. Ich finde, 90 05 klingt sehr seriös. Während 99 Cent sich eher billig anhört. Fragt sich, was da jetzt „besser“ ist.

nicht mehr als zahnarzthelferin arbeiten als was dann
Herrje. Manchmal möchte man so Googler auch einfach in den Arm nehmen.

ethisches handeln h&m
Ich drücke das mal ein klitzekleines bisschen vereinfacht aus: Nein.

sollte man billige kleidung kaufen
Auch da könnte man stark vereinfacht sagen: Nein. Teure Kleidung ist allerdings auch nicht unbedingt eine Lösung. (Mehr dazu hier bei mir, bei Nunu Kaller oder bei Kirsten Brodde, so für den Anfang.)

dann lieber nur gratulieren karte
Es macht mich ja rasend, die Details nicht zu wissen. Wann, „dann“? Was wäre die Alternative zu „nur gratulieren“ gewesen? Und wieso „lieber“? Lieber als was? Waaahhh!

Weißhanszahn ziehen
Das weiß Isa jetzt auch nicht so genau. Vielleicht lieber drinlassen, bis sich Weisheit einstellt?

sich nicht trauen es ihr zu sagen sätze
Habe ich schon gesagt, dass ich die Suchenden manchmal einfach gern in den Arm nehmen würde? Also, Hase, es ist so: Wenn man sich nicht traut, etwas zu sagen, dann wird es auch mit vorbereiteten Supersätzen nicht einfacher. Aber deswegen ist nicht alles verloren, es gibt ja verschiedene Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel sagen, dass man sich nicht traut. Man kann ein bisschen stottern und rot werden, das macht überhaupt nichts, und dann fasst man sich ein Herz und sagt es trotzdem.
Die andere Möglichkeit ist, es nicht zu sagen, sondern zu zeigen. Wenn wir mal annehmen, dass „es“ eine Verliebtheit oder etwas in der Richtung ist, dann kann man sich zum Beispiel physisch vorsichtig annähern und muss dann gut auf Signale achten. Zuckt sie zurück, rutscht sie weg? Dann vergiss es. Reagiert sie auf die Kinoeinladung sofort und geht gerne mit? Dann kann man sich wunderbar ein bisschen um die Armlehne kabbeln und schließlich einfach ihre Hand nehmen. Man kann zufällige Kurzberührungen zu zufälligen Langberührungen werden lassen, man kann erstmal so tun, als würde man gar nicht merken, dass die Knie aneinanderliegen, nachzulesen wunderbar in Buddenbohms Marmelade im Zonenrandgebiet, und dann kann man kleine Schritte gehen, solange sie die mitgeht und sich nicht zurückzieht. Fertig.
Man kann natürlich auch einfach gar nichts machen, aber das ist langweilig.

Jetzt wüsste ich dann gern, wie es ausgegangen ist. Das mit der Preisgestaltung, und ob die Ex-Zahnarzthelferin etwas gefunden hat, was sie machen möchte, und wie es dem Weißhanszahn geht und was jetzt mit der Gratulationskarte ist. Und ob er oder sie es ihr jetzt gesagt hat und wie sie reagiert hat.